Archive for Juli, 2011


Der eingebildete Sünder

Er glaubte so fest daran, dass er durch die „Erbsünde“ verflucht sei, dass er gar nicht mehr bemerken konnte, dass die lichtlose christliche Religion der eigentliche Fluch über seinem Leben war.

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Frau Ursula von der Leyen!

Ich würde so ein Stück lichtscheues Gesindel wie Sie es sind, gar nicht weiter der Erwähnung für würdig erachten, aber das folgende indirekte Zitat aus Stellungnahme der gegenwärtigen Bundesregierung — sie gehören dieser ja selbst noch an — zur heutigen Aufhebung ihres Internetzensurgesetzes hat mich noch einmal intensiv an Sie denken lassen:

Die Bundesregierung begründet den endgültigen Rückzieher nun damit, dass die Sperren umgangen werden können. Es sei im Interesse der Opfer, strafbare Inhalte durch „konsequentes Löschen“ aus dem Netz zu verbannen. […] Darstellungen des Missbrauchs von Kindern seien vor allem in Staaten mit ausgebauter Internetinfrastruktur zu finden, hieß es weiter. Dort sei es grundsätzlich rechtlich möglich, diese schnell löschen zu lassen.

Ja, Frau von der Leyen, hier stellt die Bundesregierung fest, dass sie eine schamlose Lügnerin sind und einen politischen Kindesmissbrauch zu Wahlkampfzwecken begangen haben.

Wie die gleiche Bundesregierung ihre Gegenwart in derselben aushält, gehört freilich zu jenen Geheimnissen des ethisch verrotteten, lichtscheuen Gesindels, die einem Denkenden und Fühlenden nur indirekt erschließbar sind.

Kleiner Rückblick: Meine letzte Erklärung an die classe politique vom 22. Juni 2009

Terror und Normalität

Und zwischendurch Raider, den Pausensnack…

Einwurf von B. zur Werbepause in der Nachrichtensendung

An dem Tag, an dem jemand unter großer medialer Beachtung und immer wieder im bewegten und bewegenden Bild gezeigt in Oslo eine Bombe zündete und auf Utøya mehrere Dutzend Jugendliche erschoss, sind völlig unbeachtet von den gleichen Medien, die in dieser sich anbietenden, so fesselnden Verpackung des Terrors ihre Reklame für bunteres Leben, käufliche Freiheit und kalorienreduzierte Nahrung transportierten, ca. 30.000 Kinder verhungert. Das. Ist so unbeachtet und damit so vergessen, weil es so normal ist.

„Der war irre“, sagt der Irrsinn

Nachdem — anders als es von der medialen Kriegspropaganda der täglich in die Hirne gestreuten Islamangst gewünscht war — völlig klar ist, dass der Mörder von Oslo und Utøya kein armer und leicht fanatisierbarer Moslem mit geringer individueller Lebensaussicht, sondern ein vermögender und offenbar gebildeter Christ mit extrem konservativer Weltsicht war, ist klar, was die nächste Strategie in der medialen Darstellung sein wird: Der Mörder wird wortreich zum Psychopathen erklärt werden, zum irren Einzeltäter, damit auch nicht ein Gedanke an den sozialen und politischen Kontext verschwendet werden muss, in dessen Schatten eine derartige Mordlust erblühen konnte. Denn das. Ist beinahe eine Konstante in der medialen „Aufbereitung“ politischer Gewalt: Die Täter aus dem „linken“ politischen Spektrum und seit zehn Jahren auch jene mit islamisch-religiösen Hintergrund sind organisierte und gefährliche Terroristen, denen gegenüber ein so gewaltiger und nach Möglichkeit auch gewaltsamer Präventivstaat aufgebaut werden muss, dass darunter bürgerliche Freiheitsrechte zu ersticken drohen; die anderen Täter hingegen, deren Tat sich als ein vergrößerendes Zerrbild des „konservativen“ Wertekanons darstellt, sind irrsinnige Einzeltäter.

Übrigens: Der offene Rassist Thilo Sarrazin ist übrigens immer noch Mitglied der SPD und wird immer noch von einem Medienapparat umhätschelt, der ihm die Möglichkeit gewährt, sich und die von ihm offensiv vertretene Ideologie in Szene zu setzen — neuerdings sogar ausgerechnet aus der Opferrolle… dokumentiert und gesendet im Zweiten Deutschen Fern-Sähen.

Amy Winehouse

Als dem Vorübergehenden ganz aufgeregt mitgeteilt wurde, dass Amy Winehouse gestorben ist, sagte er nur: Das ist doch zur Abwechslung mal wieder ein Opfer der Drogensucht, das nicht sofort verdrängt wird — nicht so wie die meisten anderen, die es mangels Vermarktbarkeit nicht zu medialer Präsenz gebracht haben und überall aus dem Stadtbild und aus der allgemeinen Wahrnehmung verschwunden gemacht werden sollen.

Anmerkung: Ich mochte ihre Stimme…

Der Nichthysteriker

Unsere Antwort auf Gewalt ist: Noch mehr Demokratie, noch mehr Offenheit.

Jens Stoltenberg, Ministerpräsident von Norwegen.

Eine verblüffend unaufgeregte Ansage Jens Stoltenbergs — immerhin nach einem Bombenanschlag auf ein Gebäude, in dem er gut selbst hätte sitzen können und nach Meinung der Mörder wohl auch sitzen sollen. Kein Vergleich mit der hysterischen Ausbreitung von Terrorangst in vielen anderen Teilen der „westlichen“ Welt, mit derer psychischen Hebel dann alljene Bürger- und Menschenrechte ausgehöhlt werden und allerlei militärische Aktionen vorangetrieben werden; gleichgültig, ob der entkernte Rechtsapparat einen unbestreitbaren Vorzug gegenüber den intoleranten und autoritären Staatsformen darstellt, die von „islamistischen“ Tätern angestrebt werden¹. Hier wird nicht die für die Wirkung des Terrors so nützliche Todesangst in den Vordergrund gestellt, um einen phobokratischen Staat zu errichten, sondern vielmehr die Frage aufgeworfen und in beeindruckender Weise beantwortet, wofür es sich zu leben lohnt.

Und niemand glaube, dass deshalb in Norwegen nicht alles getan werden wird, um die Täter dingfest zu machen und dem ganz gewöhnlichen Strafrecht zu übergeben!

¹Ich schreibe „islamistisch“ in Anführungszeichen, weil ich es für ein Unwort halte. Dieser mörderische Ismus hat nicht in erster Linie mit dem Islam zu tun, der religiöse Überbau dient nur zum Aufrichten einer nicht vorhandenen Gemeinsamkeit durch Berufung auf die Religion. Wäre die Religion hierbei „widerspenstig“ (was Religionen leider bei solchen Vereinnahmungen meist nicht sind), so könnte sie durch beinahe alles andere ersetzt werden. Wenn dieser Ismus schon einen Namen bekommen muss, um ihn reflektierend behandeln zu können, wäre es der Name des „Faschismus“, der angemessener ist.

Urlaubskarte Zwei Null

Sie ist zurzeit in Urlaub, an der Nordsee, in Dänemark – und sie wollte mir einen Eindruck von ihrem Sein dort vermitteln, indem sie mir einen Link auf die Website des Ortes zumailte. Als ich auf diesen Link klickte, lud eine Seite mit dermaßen vielen und fordernden Flash-Applets, dass der betagte Rechner, auf dem ich zurzeit arbeite, unter der Last unbenutzbar wurde. Ich konnte tatsächlich nicht einmal mehr. Das Browserfenster schließen. Während ich in ein immer offenes Terminal wechselte, um den Browserprozess zu killen – es war ein zähes Arbeiten am Rechner, ein ganz zähes – fing die überreich dargebotene und nun trotz der schwierigen Bedinungen leidlich initialisierte Flash-Reklame zu plärren an. Der Mangel an Ressourcen für die Plugins. Führte zu arhythmischen Aussetzern im Strom der Klänge. Und zusammen mit dem lärmhaften Chrakter der Reklame entstand der Eindruck eines Morsesignals aus Schreien. Es ist wohl ein Urlaubsort nur für aktuelle Computer, und. Keiner für mich.

Die neue Schuld

Beklagte man ehemals die Schuld der Welt, so sieht man jetzt mit Grausen auf die Schulden der Welt.

Arthur Schopenhauer

Die Nackte

Während ich ihr zuhörte, konnte ich den Eindruck nicht abwimmeln, dass sie sich dermaßen nackt fühlte, dass sie sich zum Bedecken dieser Peinlichkeit gern vollständig hinter ihrem Lebensabschnittgefährten versteckte.

Die Gothics

Der Vorübergehende sagte im Hinblick auf die Gothics zu seinem Gegenüber: Wenn die gemeinsam erlebte Innerlichkeit fehlt, denn muss das gemeinsame Sein und Anders-Sein um so stärker und fordernder über Äußerlichkeiten transportiert werden.

Mit Gruß!

Dem Opa versprochen

Hätte Georgios Chatzimarkakis doch nur seinem so medienwirksam im Munde geführten Opa zuliebe versucht, ein aufrechter und ehrlicher Mensch zu bleiben; ein Mensch, der niemals seinen infantilen Stolz und seine grenzenlose Selbstsucht so groß werden ließe, dass er selbst darunter ethisch verrottete und jeden Maßstab verlor — tja, ein solcher, leider nicht existenter Dr. Georgios Chatzimarkakis hätte jetzt nicht das Problem, dass er auch zu unfähig ist, einen Fehler einzugestehen; und wer weiß. Vielleicht hätte er jetzt sogar einen Doktortitel…

Nur in der Politik der Bundesrepublik Deutschland wäre der garantiert nichts geworden.

Die Frucht des Ungeistes

Nichts macht die Geistlosigkeit jeder Religion so unübersehbar deutlich und geradezu schmerzhaft fühlbar wie die regelmäßig anzutreffende Neigung ernsthaft religiöser Menschen zum Kitsch.