Tag Archive: Propaganda


An die Hassgedankenverbrechensbekämpfer

Auf der groben, wahllos dreschenden Zensurkeule, mit der angeblich die „Meinungsfreiheit“ geschützt werden soll, prangt ein fröhlichfarbener Sticker, damit das Keulen auch als Wohltat erscheine, und er sagt: „Hass ist keine Meinung“. Doch Hass ist kein Verbrechen, sondern ein Gefühl, und zwar oft ein durchaus nachvollziehbares oder gar angemessenes. Und Meinung ist kein Hass, auch wenn sie nicht gefällt oder dumm und unwissend ist.

Die Sprache der Unterdrücker

„Nein, ihr werdet gar nicht unterdrückt“, sagen die gutbesoldeten Sprechpuppen der Unterdrücker und ihre gläubig gewordenen Zuhörer zu allen Zeiten zu den Unterdrückten, „sondern ihr werdet von euch selbst befreit und so dazu ermächtigt, euch auf die notwendige nächste Stufe zu entwickeln. Damit eine neue Zeit vor euch liegt, die keine Not, keine Gewalt und keine Repression mehr kennt“.

Ein Jahr „gilets jaunes“

Der Vorübergehende sagte zu Mitmensch Pressegläubig: „Jetzt, in diesen Tagen, werden die immer noch laufenden Proteste der ‚Gelbwesten‘ in Frankreich ein ganzes Jahr alt, aber dein Journalist erzählt dir lieber in bunten Bildern einen vom Fußball, Hoeneß, Brexit, Johnson und Trump, während die gesamte Gesellschaft eines Nachbarstaates der BRD und EU-Kernlandes lichterloh in Flammen steht. Wenn du denen nachläufst, die dich dumm halten, kannst du dich darauf verlassen, dass du dumm, manipulierbar, entpolitisiert wirst. Vermutlich wirst du hinterher sagen, dass du von alledem nichts gewusst hast“.

Schrödingers Psyche

Der Psychologe, der mit seinen Forschungsergebnissen den Werbern, Politikern und Propagandisten die wirksamen Waffen gegen den Verstand und gegen die Vernunft in die Hand drückt, zerstört beim Forschen also ganz genau das, was zu erforschen er vorgibt: Die freie, selbstbestimmte Persönlichkeit.

Geheimnis

Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne daß er überhaupt merkt, daß er durchtränkt wird.

Joseph Goebbels

Neid

Die durch und durch Ungerechten und Verlogenen, die mit spuckendem Unterton von „Neid“ und „Neiddebatten“ sprechen, wenn ein tief verletztes Gerechtigkeitsempfinden von Menschen geäußert wird, spiegeln in dieser ihrer Ausdrucksweise sowohl ihre Verachtung für jede Form des gerechten Interessenausgleiches als auch die verbrecherische Ungerechtigkeit, die durch sie in die ganze Gesellschaft hinauswirken soll. Sie sind die Vorwegschatter des Faschismus, der ihnen auf dem Fuße folgen wird.

Familienunternehmen

Jedesmal, wenn die Classe politique, insbesondere jene aus der grenzfaschistischen FDP, plötzlich ungewohnt bodentümelnd davon spricht, dass man die Familienunternehmen nicht zusätzlich belasten dürfe, geht es in Wirklichkeit darum, dass den Superreichen und den Großunternehmen der BRD ihr Privileg erhalten bleiben soll, keine Steuern bezahlen zu müssen.

Der Verschwörer

Wenn der Verschwörer erwischt wird, deutet er rasch mit dem Finger von sich weg und schreit „Verschwörungstheorie“.

Wi(e)der die Verschiebung und Verdrängung!

Achtet darauf, dass nicht eure Aufmerksamkeit verschoben wird, wie das gerade von Journalisten und Politikern, aber auch von scheinbar antifaschistischen Kreisen versucht wird! Walter Lübcke wurde nicht mit Social Media und nicht mit Hate Speech ermordet (und übrigens auch nicht von der AfD, so sehr der Mord von einigen ihrer Mitglieder und Sympathisanten auch hämisch kommentiert und offen begrüßt wurde), sondern mit einem hinrichtungsartig abgegebenen, aufgesetzten Kopfschuss aus einer Faustfeuerwaffe, der ihm von einem mutmaßlichen Täter verpasst wurde, der schon lange nicht mehr irgendwelcher Websites bedurfte, um sein in sich weitgehend geschlossenes, lange vor Internet-Zeiten aufgebautes, rechtsradikales Weltbild zusammen mit einer ordentlichen Portion Verlangen zur mörderischen Tat zu erwerben; ein mutmaßlicher Täter, der Polizeien und Geheimdiensten der BRD schon jahrzehntelang einschlägig bekannt war und sich in den Neunziger Jahren seine ebenfalls einschlägige Vorstrafe als Bombenleger erwarb.

Erbärmliche BRD-Politiker und ihre speichelleckerischen Kumpels im contentindustriellen Journalismus haben nicht einmal vor einem ermordeten Kollegen so viel Respekt, dass sie die Leiche nicht noch für ihre Zensur-, Entrechtungs- und allgemeinen Überwachungsfantasien instrumentalisieren würden. Deshalb achtet darauf, dass nicht mit der affektiven Kraft einer mörderischen Tat eure Aufmerksamkeit verschoben wird! Hass ist kein Verbrechen. Mord ist ein Verbrechen. Die Internetzensur, deren Verschärfung sicherlich bald noch weniger leise und viel deutlicher in statt zwischen den Zeilen gefordert werden wird, wird keinen Mord und keine andere Gewalttat verhindern. Sie drückt nur Existierendes in die Unsichtbarkeit. Sie ist Verdrängung.

Die, die jetzt so tun, als fielen sie aus allen Wolken, haben sicherlich in den letzten fünfzehn Jahren niemals etwas anderes in Internet gesehen als ihre eigenen kommunikativen Blasen. Kein Wunder, dass sie auch in anderen Punkten so weit weg von der Wirklichkeit des größten Teils der Menschen in der BRD sind — eine Wirklichkeit übrigens, die viel mehr und viel nachhaltigeren Hass auslöst als jedes hasserfüllte Posting, das auf einer Social-Media-Website durchscrollt.

Der Name des mutmaßlichen Täters ist hier mit Absicht unerwähnt, ganz im Gegensatz zum Namen des Ermordeten.

Maskulismus

„Ich weiß nicht, was Maskulismus sein soll“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „ich weiß nur eines: Ich werde von einigen Menschen als ‚Maskulist‘ bezeichnet, weil ich mich nicht wie Dreck und einen Fußabtreter behandeln lassen will. Dabei lege ich nur Wert auf Menschenrechte, nicht auf Menschinnenrechte“.

Lesen und schreiben

„Hören und sprechen, lesen und schreiben zu können ist für Menschen sehr nützlich, denn es hilft, festgehaltene Gedanken anderer Menschen wahrzunehmen und eigene Gedanken mitzuteilen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Feind, dem Lehrer. Und. Er setzte fort: „Aber denen, die niemals gelernt haben, selbst zu lernen und zu denken, nützt es gar nichts. Diese tragen mit der an sich nützlichen Kulturtechnik nur die für sie produzierten Belanglosigkeiten, Befehle, Fehlinformationen, Ängste, Durchhalteparolen und Vergewisserungen der individuellen Ohnmacht weiter, bis sie allesamt im Schall ihres eigenen Chores dermaßen fest daran glauben, dass es sich dabei um jedem Menschen bekannte Tatsachen handele, dass daraus schließlich Tatsachen werden. Eine Bildung, die nicht die Fähigkeit und Lust zum Lernen und zum Denken vermittelt, ist eine Bildung, die Sklaven nur noch etwas nützlicher machen soll“.

„Aktivismus“

Politiker und Journalisten sprechen und schreiben vom „Aktivismus“, wenn es nicht opportun ist, direkt „Haltet eure Fresse“ zu sagen oder zu schreiben.