Tag Archive: Dissertation


Zitat des Tages

Einmal mehr erledigt also die wichtigste Arbeit im deutschen Wissenschaftssystem eine unbezahlte und weitgehend anonyme Gruppe, während hochbezahlte Professoren wie Claus Leggewie in der FAZ Lügen verbreiten

Dr. Stefan Weber im Blog für wissenschaftliche Redlichkeit

Annette Schavan

Wer Wahlen gewinnen will, muss sich vom Pöbel wählen lassen, nicht von Gebildeten

T.U.

Die Dissertationen der Besitzenden und der zufällig günstig Geborenen, die es mangels nützlicher Fähigkeiten später so feist und vielfach in die classe politique zieht; sie sind aus der Sicht dieser Menschen nichts als lästige Verwaltungsvorgänge, damit der durch gesellschaftlichen Status zustehende akademische Grad vor den Namen geschrieben werden kann. Und. Sie werden nicht allein dadurch zu wissenschaftlichen Arbeiten, dass diese Verwaltungsvorgänge unter der Mimikry einer Universität stattfinden.

CDU-Wahlplakat Annette Schavan aus dem Jahr 2009: Wir haben die Kraft für gute Bildung

Was sich hinter den photoshopretuschierten Fassaden dieses Geschmeißes verbirgt, die anlässlich jeder Wahl so obszön allgegenwärtig in den öffentlichen Blickraum gestellt werden, dass es bei diesem Anblick auch friedlicheren Menschen zuweilen in der Handfeuerwaffe juckt, zeigt sich leider viel zu selten so deutlich wie bei Frau Dr. Annette Schavan aus der CDU. Diese kann sich jetzt zum Herrn Dr. von und zu aus der CSU und zu Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin aus der FDP gesellen, damit auch noch dem geistblindesten Zeitgenossen klar wird, welcher Schlag Mensch in der kryptokratisch von Lobbyisten gesteuerten Parteienoligarchie der BRD zu Ansehen, Amt und Einfluss kommt. Wieso es in Deutschland so aussieht, wie es eben aussieht, klärt sich bei diesem Haufen Gesichter von alleine, da helfen auch die surrealen Sprechakte der Vasallen von Angela Honnecker nicht mehr:

Gute Nacht, Deutschland!

Die Bildungsministerin

Hätte Annette Schavan nicht einen wissenschaftlichen Betrug begangen, um anschließend zur Bundesministerin für Bildung zu werden, sondern stattdessen mit harmlos von anderen übernommenen musikalischen Ideen ein Dasein als Musikerin angestrebt, sie hätte schon längst von den Anwälten der Contentindustrie einen Haufen Abmahnungen wegen ihrer Urheberrechtsverletzungen bekommen. Wie gut für sie, dass bei entsprechener Stellung der unanständigen Person der Anstand in der Wissenschaft weniger eine Rolle spielt als in irgendeiner anderen menschlichen Betätigung.

Dem Opa versprochen

Hätte Georgios Chatzimarkakis doch nur seinem so medienwirksam im Munde geführten Opa zuliebe versucht, ein aufrechter und ehrlicher Mensch zu bleiben; ein Mensch, der niemals seinen infantilen Stolz und seine grenzenlose Selbstsucht so groß werden ließe, dass er selbst darunter ethisch verrottete und jeden Maßstab verlor — tja, ein solcher, leider nicht existenter Dr. Georgios Chatzimarkakis hätte jetzt nicht das Problem, dass er auch zu unfähig ist, einen Fehler einzugestehen; und wer weiß. Vielleicht hätte er jetzt sogar einen Doktortitel…

Nur in der Politik der Bundesrepublik Deutschland wäre der garantiert nichts geworden.

Dr. clipb. von und zu? Ziemlich egal!

Ach! Ein „Frhr. von und zu“ war also weder von diesem Namenspräfixbandwurm noch von der erstaunlichen Sammlung seiner Vornamen satt genug und wollte deshalb seinen Titelapparat in einem dieser Anfälle seiner chronischen Kindischkeit noch um einen Dr. erweitern, obwohl ihm diese Kleinigkeit mit der wissenschaftlichen Sorgfalt nicht so liegt? Und der hat wegen seiner herkunftsbedingten und politischen Beziehungen im bundesdeutschen Sumpf zu einem großenteils hingestümperten, von anderen geschriebenen, vorsätzlich aus Kopien zusammengestückelten und zudem eher aussagelosen Text, der nicht gerade zu einem „Fortschritt für die Wissenschaft“ gereichte, ein summa cum laude kassiert? Hätte denn jemand von diesem professionellen Lügner und Windmeister des gepflegten Scheines etwas anderes erwartet, als dass er sich auf sein Netzwerk der Korruption und gegenseitigen Begünstigung verlassen könnte‽

Und. Jetzt hört der Vorübergehende von einigen Menschen „Forderungen“, dass doch auch mal die anderen Doktorarbeiten unserer classe politique angeschaut werden sollten… eine prächtige Idee, findet der Vorübergehende, aber eine andere Prüfung fände er viel zielführender: Eine möglichst offene und öffentliche Überprüfung von finanziellen und geldwertigen Zuwendungen, gut dotierten „Nebenjobs“ und versprochenen Pöstchen bei allen Angehörigen der classe politique, damit auch jeder weiß, welcher Teil des Volkes die „Volksvertreter“ besonders gut dafür bezahlt, dass sie vor allem den zahlungskräftigen Teil des Volkes vertreten. Denn. Die Sehnsucht nach gesammelten Titeln zeigt „nur“ eine charakterliche Unreife, ist vor allem lächerlich und unwürdig; aber die ganz gewöhnlich gewordene Verflochtenheit der Polittreibenden mit besonders geldmächtigen Unternehmungen verwandelt die Bundesrepublik in eine Bananenrepublik. (Manche würden sagen, dass dieser Prozess schon abgeschlossen ist.)