Tag Archive: Internet


Brötchen für Gelangweilte

„Wenn man unterwegs ist“, sagte der Vorübergehende, „dann ist es einfacher, irgendwo ein kostenloses WLAN als ein kostenloses Brötchen zu bekommen. Und die Menschen. Tun so, als sei nichts verkehrt in ihrer Welt“.

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Erstickter Aufruf

Heute könnte niemand mehr im Internet zur Revolution aufrufen, weil die als Vorzensur zur Bekämpfung von „Hate Speech“ eingerichteten, „künstlich intelligenten“ Zensurfilter den Ruf erstickten, bevor er irgendwo vernehmbar würde. Was den Nutzern von social media bleibt, das ist die Reklame, die Unterhaltung und das Belanglose.

DSGVO

Das mit der DSGVO funktioniert ganz prächtig. Seit Tagen habe ich jeden Tag (nervige) Mails mit der Frage, ob ich weiter im Verteiler bleiben möchte und ob ich der damit verbundenen Datenverarbeitung zustimme. Nur von den verbrecherischen Spammern bekomme ich keine derartigen E-Mails, sondern weiterhin Spam. Und die Unternehmen, die mit diesem Gesetz an die Leine gelegt werden sollten, verzichten einfach auf die Einhaltung des Gesetzes, haben kein Problem damit, zudem den politischen Apparat, der solche Gesetze gibt, zu verspotten und vertrauen wohl auf ihre Anwaltsarmeen.

Die kleinen privaten Websitebetreiber haben hingegen keine Anwaltsarmeen. Für diesen Sommer sage ich in der Bundesrepublik Abmahnistan eine Flut von fies formulierten, kostenpflichtigen Abmahnungen von schäbigen Zeitgenossen mit Jurahintergrund voraus.

Ich fühle mich so datengeschützt! 😀

Die Politik in der BRD und in der EU tut alles dafür, das Internet zu erwürgen und seine privaten Gestalter zu gängeln, einzuschüchtern und zu kriminalisieren, bis ein reines Kommerznetz übrig bleibt. Und zwar mit Absicht.

Hochkant

Angesichts der Tatsache, dass so viele Menschen ihre Videos mit dem Handy hochkant machen und in diesem nicht so gut an die Augenstellung im Schädel angepassten Format zu YouTube und Konsorten hochladen, befürchte ich ja, dass in gar nicht mehr so ferner Zukunft mit großem Budget der erste Hochkant-Film gedreht werden wird… und dass die Kinos für die neue Ausrichtung der Leinwand umgebaut werden müssen.

»Fake News« und NetzDG

Politiker, die mit schwer strafandrohnenden Vorzensurforderungsgesetzen für bestimmte Websitebetreiber gegen die gesellschaftlichen Auswirkungen von öffentlich geäußerten Unwahrheiten vorzugehen vorgeben, wären in diesem Tun viel weniger empörend und lächerlich, wenn sie nicht gewohnheitsmäßig in jedes hingehaltene Mikrofon und in jede laufende Kamera hineinlügen würden.

Informationsfreiheit 2.0

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art. 5, Abs. 1

Im Zeitalter des Internet ist es ein seit Jahren immer deutlicher sichtbar werdendes politisches Anliegen von CDU, Grünen, CSU, SPD, und FDP, sowie ein Interesse von Akteuren der klassischen Contentindustrie — Presse und Glotze — die Informationsfreiheit in eine „betreute Informationsfreiheit“ voller Einschränkungen und Kriminalisierungen der Äußerungsfreiheit und der allgemein zugänglichen Quellen zu transformieren — und zur propagandistischen Begleitung dieses Anliegens scheint jedes Mittel recht zu sein, vom früheren politischen Kindesmissbrauch einer Ursula von der Leyen bis hin zum vorgeschobenen Schutz der Menschen vor „Hate Speech“ und „Fake News“. Unterdessen sucht die Bundeswehrmacht ihr frisches Kanonenfutter über YouTube, genau wissend, dass auch die fetzigste Fernsehproduktion nicht mehr eine „Zielgruppe“ im wehrfähigen Alter zu erreichen vermag, die sich längst mit Grausen vom wahren Quell falscher Nachrichten und wahrer Hass- und Kriegsaufrufe abgewandt hat.

Der Schlüssel

Für einige Menschen — viele waren es nicht, aber es waren auch nicht ignorierbar wenige, die man wie geübt und gewohnt dem leicht auszulösenden Spott überantworten konnte — wurde das Internet wie ein Schlüssel, mit dem sie die Türen zu den unsichtbaren Gefängniszellen der ihnen vermittelten Werte- und Überzeugungssysteme aufsperren und einen Blick nach draußen, in das heitere, lebendige Licht, werfen konnten und eine Luft inhalierten, in welcher der Geist wieder aufatmen konnte. Nur die wenigsten von ihnen sind daraufhin in ihren Stall zurückgekehrt, um in zwar öder und miefig riechender, aber doch vertrauter Umgebung auf ihre Verwurstung zu warten; wer einmal nur den Blick nach draußen wagte, war so gut wie weg.

Es ist eine Geschichte im „Es war einmal“.

Den Gefängniswärtern der unsichtbaren Gefängnisse — seien es Staaten, seien es Religionen, seien es Unternehmen in beliebiger Kombination konvergierender Interessen — hat das nicht gefallen, und inzwischen ist dem Internet als Ort freien, ungezwungenen Gedankenaustausches der Vernichtungskrieg erklärt worden, während das Internet als Ort der Indoktrination, der Menschenmanipulation, der Menschenüberwachung, der Lüge und des Krämertums erhalten und ausgebaut bleiben soll.

Selbst denen, die jeden Sonntag und jeden Wahlkampf säuselsirr von der „Freiheit“ sprechen, als wäre das unter den Bedingungen der Freiheit erforderlich, ist kein Mittel grobschlächtig genug, und ihr Erfolg scheint kaum noch aufzuhalten. Aus dem Schlüssel, die Türen unsichtbarer Gefängnisse zu öffnen, wird ein neues unsichtbares Gefängnis geschmiedet, doppelt so schlimm wie das vorherige. Der miefige Geruch ist jetzt schon erstickend geworden.

Wohl denen, die sich im Sekundenglanz dieses Frühlings ein wenig technisches Verständnis erworben haben. Den anderen. Kann man nur noch viel Spaß mit Google, Facebook, Smartphones, Twitter, Online-Werbung, Onlinejournalismus, Amazon und dergleichen Angeboten mehr wünschen. Die Verwurstung wird für jene jetzt digital. Und. Sie wird wieder allgegenwärtig und unentrinnbar, als wäre es niemals anders gewesen.

Aus der Schweiz betrachtet

Dem Wutbürger im Internet tritt in manchen Leitmedien ein Wutjournalismus gegenüber, der Schimpfen, Weghören und Kommunikationsverweigerung zu Tugenden erklärt

Neue Zürcher Zeitung — Journalismus im Kampfmodus: Hetzer, Idioten und Dumpfbacken

Fit fürs Netz!

Screenshot der Website des Bundesministeriums für Familie, Senoiren, Frauen und Jugend -- [...] Für Kinder liegt ein buntes Papierhandy mit sieben Kreativ-Karten bei. Damit lernen sie gute Kinderseiten kennen und können selbst etwas gestalten und fantasievoll umsetzen [...]

Ohne Worte. Mit Gruß aus Berlin von Bundesministerin Manuela Schwesig.

Zur Einigung von YouTube und GEMA…

Animation, die anhand zweier Screenshots zeigt, dass ein Video mit einer C64-Demo in der BRD gesperrt ist, in den Niederlanden jedoch nicht. So so, YouTube hat sich also mit der GEMA 'geeinigt' und es gibt in der BRD keine Sperrtafeln mehr... Außer für C64-Demos. Mit tollem 8Bit-Sound.

Die beiden Screenshots vom bundesdeutschen und vom niederländischen YouTube habe ich vor rd. dreißig Minuten angefertigt, sie spiegeln also den gegenwärtigen Stand bei YouTube wider. Natürlich habe ich das niederländische YouTube über einen Proxyserver in den Niederlanden abgerufen, Daten reisen nun einmal schneller und müheloser als mein träger Kadaver.

Egal, was Journalisten und andere Feinde dir auch fortan für heitere Beruhigungsmittel ins Bewusstsein texten, auch weiterhin gilt für die gesamte BRD: Die Verwendung eines Proxyservers im Internet ist das neue Westfernsehen. Wer das nicht hinbekommt, bekommt zensiertes Internet. Zuweilen sogar absurd weitgehend zensiertes Internet.

„Hater“

Eine Rhetorik wie ein Todesstreifen, hinter dem sich ein Berufsopfer verkrochen hat.

N.N. eben zu mir

Als dem Vorübergehenden von einer Zeitgenossin das Wort „Hater“ in die Ohren geätzt wurde, sagte er nur: „Ich weiß nicht, was ‚Hater‘ sein sollen und was das ständige Weitertragen dieses von Journalisten und Menschenbeeinflussungsprofis geprägten Wortes soll, das schon heute zur Grundlage der nächsten Internetzensurbestrebungen geworden ist, die morgen noch schlimmer sein werden. Ich weiß nur, dass es Menschen gibt, die ich meinem Dasein gern hinzufüge, dass es Menschen gibt, die ich in meinem Dasein ertragen kann und dass es Menschen gibt, die ich meinem Dasein nicht hinzufüge. Ich empfehle dir das zur Nachahmung, und es ist nirgends leichter als im Internet. Wenn du aber mit ‚Hatern‘ diskutieren willst, dann sei dir darüber gewahr, dass eine Diskussion auf beiden Seiten die Grundannahme voraussetzt, dass der jeweils andere auch einmal recht haben könnte. Wenn diese Grundannahme nicht da ist, handelt es sich nicht um eine Diskussion, sondern um einen rhetorischen Schaukampf oder eine ins rhetorische verlagerte Gewalt, wie du sie regelmäßig in Scheindiskussionen von Politikern und Journalisten erleben kannst“.

Bücherverbrennung 2.0

Gar nicht auszudenken, wenn es nach den gemeinsam in den Dunkelkammern der EU-Verwaltungen und so genannten „Volksvertretungen“ abgestimmten Wünschen von Presseverlags-Milliardären und EU-Politbüromitgliedern¹ demnächst ein EU-weit gültiges „Leistungsschutzrecht“ für Presseverleger mit einer zwanzigjährigen Schutzfrist für die „Inhalte“ gibt, diese Inhalte aber wegen des EU-weit gültigen „Rechts auf Vergessenwerden im Internet“ generell nach nur zwei Jahren gelöscht werden müssen (was sicherlich auch für Links, Zitate und Bezugnahmen aller Art gelten wird, auch in Blogs, in Social-Media-Sites, in der Wikipedia). Während in einer auf allen Fronten vorangetriebenen Bücherverbrennung 2.0 das im Internet akkumulierte Wissen der Welt systematisch kriminalisiert und vernichtet wird, sammelt sich das Herrschaftswissen der Herrschenden und Besitzenden in völlig unkontrollierten Überwachungsdatenbanken eines neuartigen staatlich-wirtschaftlichen Komplexes an und wartet im Namen der Sicherheit und der Supergrundrechte auf seinen Einsatz gegen die Überwachten.

¹Die EU-Kommissare sind nicht demokratisch gewählt und verdienen die Bezeichnung „Politbüro“ ohne jede Einschränkung; das EU-Parlament hat keine Initiativrechte und steht damit auf der Stufe einer machtlosen Applaus- und Demokratiesimulationskammer für die scheindemokratische Absegnung der Beglückungsideen ebendieses Politbüros. Wer sich von der real existierenden Europäischen Union an eine „Deutsche Demokratische Republik“ erinnert fühlt, denkt nicht falsch.