Archive for August, 2017


Folgerichtig

Wer Krankenhäuser und Arztpraxen zu Wirtschaftsbetrieben macht, braucht sich hinterher nicht darüber zu verwundern, dass Ärzte zu Krämern geworden sind.

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Der sozialdemokratische „Revolutionär“

Nachdem er längst schon aufgegessen war, überlegte er sich ernsthaft, gründlich und mit großer Ausführlichkeit während seiner Verdauung im Magen des mampfenden Monsters, wie man „das System von innen verändern“ könne.

Journalistische Meinungsforschheit

Journalisten, die Ergebnisse von Telefonumfragen wichtigtuerisch als einen „DeutschlandTrend“ bezeichnen… käme mir jemand am Telefon nach dem Wählen der mich ziemlich eindeutig identifizierenden Telefonnummer mit den leicht aussprechbaren Worten „Ich bin Meinungsforscher von einem wichtig klingenden Institut“ und fragte mich, was ich wähle, legte ich wortlos — oder bei entsprechender, schon vorgereizter Stimmung: mit deutlicher Beschimpfung dieses Ansinnens und der Schergen, die es durchführen — auf.

Was der von Journalisten vielzitierte und und zur Stützung ihrer contentindustriell ausgebreiteten Meinung breit interpretierte „DeutschlandTrend“ der „ARD“ zeigt, ist lediglich, was jene Menschen wählen würden, denen das Wahlgeheimnis völlig gleichgültig ist und die jedem Dahergelaufenen dumm, sofort und schwanzwedelnd-freudig erzählen, was sie wählen.

Fad

„So ein Wahlkampf wäre gleich weniger langweilig und viel interessanter“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin im Vorübergehen an den Wahlplakaten, „wenn dort nicht nur ein Angebot unterschiedlicher photoshop-bearbeiteter Gesichter zu vorsätzlich Nichts sagenden Sprüchen, sondern auch ein Angebot unterschiedlicher Ideen zur Gestaltung der sich entwickelnden Gesellschaft zur Wahl stünde. Aber so ist es wie in der DDR, wo der Ausgang der Wahl bereits feststand, bevor die Wahllokale auch nur geöffnet wurden: Vor uns liegen vier weitere Jahre Korruption, Entwicklungsverneinung und Stillstand“.

Verlustvermeidung

„Es ist schwierig, in der gegenwärtigen Zeit nicht den Verstand zu verlieren“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „und die meisten Menschen schützen sich vor einem solchen Verlust, indem sie gar nicht erst einen Verstand entwickeln“.

Gegenseitig eingepresse Bosheit

Strafe ist und bleibt Rache. Alles andere ist bloße Rhetorik und Ausrede. Die Strafwut wird erst nachlassen, wenn wir die Gesellschaft so eingerichtet haben, dass den Menschen durch Erziehung und die allgemeinen Lebens- und Arbeitsumstände weniger Bosheit eingepresst wird

Hinter den Schlagzeilen: Die Strafe bessert den, der straft

Medizin für Enthirnte

Wer der zahlreichen Opfer eines menschenverachtenden, religiös motivierten Mordanschlages im feierlich zelebrierten Gottesdienste gedenkt, würde auch einen Kräuterlikör als Heilmittel gegen den Alkoholismus empfehlen und sogar selbst einnehmen. Dort, wo das „Geschenk Gottes“ an seine kindisch-kalten Anhänger in Dummheit und Denkverzicht besteht, kann keine Spur der Einsicht und vernünftigen Demut wurzeln.

„Political Correctness“?

Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. George Orwell

Dummheit

Zu seinem Zeitgenossen sagte der Vorübergehende: „Alle Einsichten, die mich schlauer, fähiger und weiser gemacht haben, waren Einsichten in meine vorherige Dummheit, denen ich einfach nur — ohne Rücksichtnahme auf die damit verbundene narzisstische Kränkung — erlaubte, das zu sehen, was da zu sehen war“.

Lesen

„Lesen bildet“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen. „Erst durch das Lesen habe ich gelernt, wie viele Bücher, Zeitschriften, Zeitungen eine reine Zeitverschwendung sind und besser ungelesen geblieben wären“.

Brüstendes Eingeständnis

Ich brauchte weniger als fünf Minuten, um zu erfahren, dass er Soziologie studiert hatte, denn er hielt es wie ein Veganer und erzählte es mir völlig anlass- und kontextlos. Auch ansonsten sprach er auffällig, mit einer Sprache, die zwar reich an unnötigen Fremdwörtern, aber dafür arm an erkennbarem Aussagewillen war. Alles an seinem kurzen Auftritt in meinem Leben brüstete sich mit Bildung und belegte in dieser Geste, wie wenig von dieser Bildung er wohl in Wirklich- und Wirksamkeit haben wird…

Hauptsache Arbeit“ ist so 1933, und der Leitspruch der Asozialen „Sozial ist, was Arbeit schafft“ ist im gleichen Sinne „sozial“ wie der Nationalsozialismus. Schon im Jahr 2033 werden wohl rund fünfzig Prozent der jetzigen Jobs ersatzlos weggefallen sein, weil der Fortschritt zur Folge hat, dass Maschinen arbeiten und Menschen sich angenehmeren Dingen zuwenden können.