Latest Entries »

Maskulismus

„Ich weiß nicht, was Maskulismus sein soll“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „ich weiß nur eines: Ich werde von einigen Menschen als ‚Maskulist‘ bezeichnet, weil ich mich nicht wie Dreck und einen Fußabtreter behandeln lassen will. Dabei lege ich nur Wert auf Menschenrechte, nicht auf Menschinnenrechte“.

Werbeanzeigen

Das Gebet in der stillen Kammer

Es würde mich mal brennend interessieren, wie viele und welche korrupten Politiker sich nach Genuss des Strache-Videos in ein kurzes Gebet zurückgezogen haben, um sich bei ihrem Geld- und Raubgöttern dafür zu bedanken, dass das nicht ihnen passiert ist.

Für Heinz-Christian Strache

Wer als vorgeblich extremkonservativer Saubermann-Politiker wegen eines kleinen, durch Filmaufnahmen sichtbar gewordenen Korruptionsskandälchens und dem Offenbarwerden seines ganz besonderen „Demokratieverständnisses“ [Archivversion] zurücktreten muss, kann sich während dieses Vorganges schon einmal daran erfreuen, wie Ton und Duktus der Rückblicke auf die Regierungszeit die richtigen Nachrufe vorwegnehmen, auf die wir Politikgenießer hoffentlich nicht mehr allzulange warten müssen.

Schade nur, dass es solche Videos viel zu selten gibt — oder genauer: Dass die meisten Politikverbrecher viel zu erfahren sind, um sich dermaßen einfach von einem fingierten Treffen mit einer angeblichen Milliardärin und einer versteckten Kamera reinlegen zu lassen.

Die gleiche dumme Substanz

Die völlige Ahnungs- und Kenntnislosigkeit eines Menschen und die feste Überzeugung eines Menschen, jedem anderen Menschen intellektuell meilenweit voraus zu sein, sind aus genau der gleichen, dummen „Substanz“ gemacht.

Der Zensor liest

Ich komme mir zensiert vor, von einer Maschine halbautomatisch aussortiert

Sebastian Bäumer [Archivversion]

Der mechanische Zensor aus dem braunen, kalten Traum des Technokraten und des Innenpolitikers, er sucht nur Stellen, er kann deinen Satz ja nicht und niemals lesen.

Doch wer dann immer noch die Welt darum bittet, den mechanischen Zensor anzuschreiben und um Gnade zu winseln, weil die Sehn-Sucht nach der täglich verabreichten Social-Media-Droge auch nach gehörigen Demütigungen und schmerzhaften Psychostrafen noch erhalten bleibt, sollte gründlich über einen Wechsel des Rauschmittels nachdenken. Verglichen damit. Ist ja Heroin noch würdevoller!

Von der politischen Führung

Ein einziger Mensch mit gewöhnlichem Verstand und sehenden Augen kann tausend blinde Menschen auf ihrem Weg führen. Und. Ein blinder Mensch — für diese Aufgabe mit nichts weiter als seinen Fantasien und Ideen vom Aussehen der Wirklichkeit ausgestattet — kann es auch. Der Unterschied. Wird von den geführten blinden Menschen erst bei ihrer Ankunft oder bei ihrem Verunglücken bemerkt.

Aussteigen

Auf die Frage seines Zeitgenossen antwortete der Vorübergehende lächelnd: „Ich wollte lieber aussteigen als einzugehen“.

Wortkraft und Zensur

Erst, wenn Menschen lernen, zu hören und über das Gehörte gründlich nachzudenken, weil es ja sein könnte, dass ein anderer Mensch richtig beobachtet, deutet und denkt, können Worte Kraft entfalten. Solange dieser Zustand nicht erreicht ist, steckt die Kraft nur in den Fäusten, Knüppeln, Messern und Gewehren.

Der Versuch, eine „Demokratie“ durch Zensur zu schützen, wird wie ein Kräuterlikör gegen Alkoholismus wirken.

Im Morgenlicht

„Vergiss es! Du kannst kein neues Leben anfangen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „aber du kannst, so lange du noch lebst, jeden Morgen einen neuen Tag anfangen“.

Die Verantwortung der Privilegierten

Für eine privilegierte Minderheit hält die westliche Demokratie die Muße, die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die es ihr erlauben, die Wahrheit zu suchen, die sich hinter dem Schleier von Verzerrung und Verdrehung, Ideologie und Klasseninteresse verbirgt … Die Intellektuellen haben die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken.

Noam Chomsky

Aberglaube

„Der Aberglaube entsteht schon im leicht neurotischen Menschen wie von allein aus Angst, Schwäche und Dummheit“, sagte der Vorübergehende mit einem leichten Seufzen zu seinem Zeitgenossen, „und der Glaube auch“.

Vom Wegebau

„Es ist doch nur logisch, dass wir im Lande der Korruption und des neuen Feudalismus alle immer kälter werden“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „denn wir wollen allesamt vorankommen, doch nur eine möglichst frostige Kälte macht Schlamm als Weg nutzbar“.