Latest Entries »

Der Gelandete

Gar nicht auszudenken, wenn der erste Außerirdische einer fortgeschrittenen technischen und raumfahrenden Zivilisation schon längst auf der Erde gelande wäre. Nachdem er ein paar Jahrzehnte lang — wegen seiner Lebenserwartung hat er ja andere Zeitbegriffe als Menschen — anhand des menschlichen Rundfunks und Fernsehens die irdische Zivilisation eingehend studiert hat, nahm er auch ein nützliches Geschenk zur Begrüßung der Menschen mit: Wirksame Tabletten gegen die Angst und die Traurigkeit; genug für alle Menschen, den rasenden, mörderischen Irrsinn auf der Erde zu beenden. Doch sein Geschenk ist nicht angekommen. Sofort wurde er verhaftet und wird seitdem in einem Kellerloch in der Area 51 gefangengehalten, aus Gründen der nationalen Sicherheit und um ihn mit Folterbefragungen mögliche neue Waffensysteme zu entlocken. Den Tablettenvorrat, von dem kein Mensch, mit dem er es jemals zu tun hatte, auch nur probieren wollte, hat er inzwischen selbst aufgegessen, um die fressende Verzweiflung in der Gewaltherrschaft der Dummheit ertragen zu können, und vor ihm liegt die wahre Trostlosigkeit: Der tierhafte Ernst der menschlichen Psyche, kalt und bitter und von jeglicher Vernunft unerhellt.

Die haftungsbefreiten Göttlichen

Es gibt in der US-amerikanischen und europäischen Zivilisation nur zwei Geschäftszweige, die auch für grobe, gefährliche, teure oder gar tödliche Fehler niemals haftbar gemacht werden: Religion und Software. Deshalb ist es in diesen beiden Geschäftszweigen auch üblich geworden, mit einer Selbstgewissheit zu kommunizieren, die die eigene Kompetenz weit übersteigt.

Die Heiligen der „Linken“

Jene, die am lautesten überall die maximale Diversität einfordern, üben sich darin, im von ihnen beherrschten Umfeld eine strikte, unhinterfragbare und für heilig erklärte intellektuelle Monokultur durchzusetzen. Darin spiegeln sie wider, dass sich nicht das Herrschaftssystem überwinden, sondern erhalten, stärken und darin die Herrschaft übernehmen wollen.

Die Feinde der Grund- und Menschenrechte

Die Feinde der Grund- und Menschenrechte — und damit die Feinde der Menschen, aller Menschen — pflegen es zurzeit, sich zu tarnen, indem sie digitale Grund- und Menschenrechte einfordern (und diese Forderung sofort mit Zensurideen und dem „Recht auf Nichtwissen“ verbinden, aber den Datenschutz zugunsten totalitärer Verwirtschaftung für unbeachtlich halten), statt unteilbare und in jedem Daseinsbereich unmittelbar gültige Grund- und Menschenrechte zu fordern. Dem Blendwerk dieser Forderung können sich sogar die üble classe politique und ihre rückgratlosen Speichellecker, die Journalisten, anschließen.

So lange es die menschenverachtende Hartz-IV-Willkür — nebst Totalentrechtung von Menschen und Quasizwangsarbeit — gibt, die explizit staatlich gefordert und gefördert wird, zeigt das wichtigtuerische, sich selbst als „digitale Charta“ verherrlichende Gefasel und Tintengekleckse dieser offenbar über derartige Nöte weit erhabenen Grund- und Menschenrechtsfeinde nur eines: Dass sie jeden Maßstab verloren haben und sich ihre nekrophile Empathie auf Maschinenbenutzung beschränkt. Den durch Amtswillkür obdachlos gewordenen, den Hungernden, den Unterdrückten und den systematisch in den Freitod getriebenen Menschen helfen diese so genannten digitalen „Menschenrechte“ nicht, nein, sie sind nicht einmal ein schwacher Trost.

Selbstgespräch

Die etwas mitteilen wollen, sollten wenigstens versuchen, die Sprache derer zu sprechen, denen sie etwas mitteilen wollen. Alles andere. Ist Selbstgespräch.

Check your privileges

Die Tatsache, dass sie eine beliebig kompliziert gestaltbare Kunstsprache verwenden und nach Möglichkeit auch anderen Menschen an vielen Stellen aufnötigen wollen, spiegelt nur wider, wie privilegiert jene Gestalten sind, die so vorgehen.

Die Presse und der Journalismus, die ihre hehren Ideale und ihre Bedeutung gar nicht laut genug betonen und ihren Einfluss auf die Menschen gar nicht zu hoch bewerten können, sie sind längst unabtrennbarer Bestandteil des Reklameschlammes geworden, in dem sie in Ermangelung eines seriösen Geschäftsmodelles seit Jahrzehnten genüsslich suhlen.

Werte Frau Bundeskanzlerin…

Werte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,

hier haben sie den „Datenreichtum“, den sie immer einfordern. Neunzig Gigabyte geheimgehaltene Dokumente aus ihrem NSA-Untersuchungssimulationsausschuss. Ich hoffe, sie sind damit zufrieden und politisch erledigt. Denn beim Gedanken, dass sie nicht erledigt sein sollten, wird mir ganz braun vor Augen.

Ihr ihre Politik „genießender“
Nachtwächter

Urteil

Denken ist schwer, darum urteilen die meisten

Carl Gustav Jung

Die neue Nachbarin

Die deutsche Frau von nebenan sagte über die neue Nachbarin mit ihren fünf lebhaften Kindern: „Was für eine asoziale Frau“. Die türkische Frau von der anderen Seite nebenan sagte: „Was für eine gesegnete Frau“.

Raub

Jeder Krieg ist ein Raubzug. Immer.

Wenn einige Vorkämpfer für die Rechte der Menschen gegen erheblichen gesellschaftlichen Widerstand und unter oft physischem wie psychischem Schmerz so weitgehend ihre Erfolge errungen haben, dass ihre Forderungen längst genannt werden dürfen, ohne lächerlich zu wirken und ohne auf offenen Hass zu stoßen, ja, dass sie bereits zum festen, nicht mehr hinterfragten Bestandteil der bourgeoisen Politik und ihrer journalistischen Ausdeutung geworden sind, dann kommen die Nachkämpfer_innen wie ein Krebsgeschwür der einst not-wendigen Bewegung: All diese Unterstützer_innen, die mit ihrer Unterstützung inzwischen nichts mehr zu verlieren haben, weil es weitgehend ungefährlich geworden ist, sich für die Rechte der Menschen zu engagieren. Da es bei den Nachkämpfer_innen wegen des von ihnen gewählten Zeitpunktes keine wirklich drängende existenzielle Not mehr gibt, die von ihnen bekämpft wird, kämpfen sie freilich auf Außenstehende absurd wirkende Scheingefechte mit auf Außenstehenden absurd wirkenden Mitteln; dabei selbst gut finanziell abgesichert, mit allen von ihren Vorkämpfern kaum erträumbaren Möglichkeiten ausgestattet und oft in den von ihnen dabei offen verachteten bourgeoisen Institutionen reich alimentiert. Sie übernehmen von den mittlerweile gesellschaftlich akzeptierten Vorkämpfern den aggressiven, einst einem not-wendigen Kampf geschuldeten Tonfall und die um Aufmerksamkeit und billiges Gefühl schreiende populistische Methodik, doch ihr Feind ist eine in paraanalytischer Sprache verpackte, untereinander wie die heilige Erkenntnis mitgeteilte Leere, in deren zum Hass freigegebenen Hohlraum im Zweifelsfall jeder Mensch auch aus geringsten Anlässen untergebracht und vor einem aufgeheizten Mob für die Kühlung des Mutes präsentiert werden kann, ohne dass ein davon betroffener Mensch sich dagegen mit Mitteln der halbwegs zivilisierten Auseinandersetzung wehren könnte. Das Ziel beinahe aller Tätig- und Tätlichkeiten der Nachkämpfer_innen ist nicht die Herstellung von Menschenrecht, sondern möglichst bequem zu erreichende persönliche psychische Abfuhr für allerlei individuelles Ungemach der Vergangenheit; die grundsätzliche Haltung, die alle Nachkämpfer_innen in ihrer Verschiedenheit eint, ist eine manisch-depressive Verantwortungslosigkeit, der es nicht gelingt, mit den von den Vorkämpfern errungenen Möglichkeiten, Rechten und Freiheiten etwas wahrhaft Konstruktives mit gesellschaftlicher Strahlkraft für ein besseres Leben anzufangen. Unterdessen. Produziert der weiter über die Gesellschaft ablaufende Prozess seine zwangsläufige Not und Ungerechtigkeit für Viele, die mit den aufgesetzten Scheuklappen der Nachkämpfer_innen nicht sichtbar sind. Zu schlechter Letzt gelingt es den Nachkämpfer_innen gar, dass der Zustand vor den Erfolgen der Vorkämpfer von vielen Zeitgenossen als ein besserer Zustand denn der ablaufende Irrsinn wahrgenommen wird, weil sie die verschwenderische psychische Albernheit und das ziellose Hassgerase der Nachkämpfer_innen der offen von bourgeoisen Medien transportierten Propaganda ebendieser Nachkämpfer_innen folgend mit den Zielen der Vorkämpfer identifizieren, so dass das Krebsgeschwür der Nachkämpfer_innen schließlich den an sich begrüßenswerten gesellschaftlichen Fortschritt auffrisst. Nichts hat so rettungslos verloren wie eine innerhalb des bourgeoisen Gesellschaftssystems erfolgreiche emanzipatorische Bewegung.

Mit warmem Gruß an R. G. und meine anderen Hasser_innen!