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Menschliches Gezücht

Deine Zeit ist jetzt, ein Eisensturm zieht auf,
Krieg und Mord geh’n wieder los, dein Glück ists wenn du stirbst.
Kein Entrinnen, Schicksal kommt, Geschrei und Fluch umsonst,
Niemand wird mehr an dich denken, dein Name fällt ins Nichts.

Wenn neue Lieder kommen, ist alles längst kaputt,
Mächt’ge Städte sind Ruinen, brennen auf dem Land.
Mord ist das Gesetz geworden, kannst nichts dagegen tun,
Chaos waltet in der Welt jetzt tödlich, menschliches Gezücht.

Du kannst die Wahrheit nicht verbergen, ich weiß was dich bewegt,
Gier und Missgunst, beide gleich, deine Tage sind jetzt Nacht.
Mächt’ge Berge fall’n zum Staub, die Welt fällt in die Hölle,
Vertrauen in Profetenlügen, niemand löst den Bann.

Deine Welt ist Monsterherrschaft, bist du zu bang es zu versteh’n?
Für immer wirst du gerichtet sein, dein Galgen ist gewiss,
Im Elend leb’n und schürfen wir, wir sind uns selbst der Tod,
Und töten noch die eig’nen Kinder, menschliches Gezücht.

Uns’re Hände blutverschmiert, die krieg’n wir nicht mehr rein,
Geschichte ist ein Rätsel, weißt du, was das heißt?
Metzeln, morden, kämpfen noch, ermordet, wo wir steh’n,
Der Wahnwitz ist ererbt, menschliches Gezücht.

Wir sind schlimmer als die Tiere, wir hungern nach dem Mord.
Wir vertrau’n auf Wahnsinnige, der Triumph des Willens,
Für Geld, Besitz und Spaß töten wir, gehör’n dafür verdammt.
Wir sind die Krankheit dieser Welt, menschliches Gezücht.

Motörhead: Brotherhood of Man | Alles Verhörer und die schnelle (beinahe singbare, aber recht plumpe) Übelsetzung sind von mir. Direktlink zu YouTube

Volker Wissing (Ex-FDP)

Dem gefällt „Verantwortung übernehmen“ halt viel besser, wenn er dabei schön privilegiert bleibt und sich nicht in unterbezahlter, miserabler Schichtarbeit seine Bundesverdienstkreuzschmerzen abholen muss, so wie seine Verfügungsmasse aus der Bevölkerung. Der regiert lieber weiter. Mit korruptionsaffinem Ministerium und allen damit verbundenen Bereicherungsmöglichkeiten. Außerdem hat er wohl noch nicht seine „Nachversorgung“ mit einem gutdotierten Posten fertig gehabt, weil er nicht damit gerechnet hat, dass sein Parteivorsitzender jetzt knall und peng ohne Rücksicht auf Verluste im Sprengstoffgürtelmodus loslegt. Zu sehen, dass sich die FDP damit selbst in die Bedeutungslosigkeit geschubst hat, und das vermutlich sehr nachhaltig, gelingt sogar einem recht geräumig-leeren Schädel im Stromsparmodus. Die fünf Prozent können da schnell von einer Hürde zum Berg werden.

Ein wenig schade und vermutlich auch ein Schaden in dem ganzen Theater ists, dass die kernkorrupte FDP den Begriff des „Liberalismus“ so unmöglich gemacht hat, dass es wohl auf Jahrzehnte keine liberale Partei mit politischer Bedeutung mehr in Deutschland geben wird.

Gewälter

„Mit gefällt das Wahlergebnis auch nicht“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „aber Donald Trump ist trotz des seltsamen Wahlsystems in den USA immer noch von seiner Bevölkerung gewählter als Ursula von der Leyen“.

Pandemie

„Schade“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „dass es gegen eine psychische Epidemie keine Impfungen gibt, sondern nur den Verstand, der sich der mühelosen Dummheit mit Anstrengung widersetzen muss“.

Rauschfrei

„Ich lebe alkoholfrei und habe keine besondere Freude daran, betrunkenen Menschen zu erklären, wie und warum ich das mache, und welche Vor- und Nachteile das für mich hat“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen. „Aus sehr ähnlichen Gründen vermeide ich Diskussionen mit ideologisch oder religiös verblendeten Menschen“.

Digitaler Abgrund

Wenn du nur lange genug in die „smarten“ Geräte aller Art hineinblickst, dann blicken sie in dich zurück.

Straße

„Als ich noch jung war“, sagte der Vorübergehende zum Jungen, „waren die Straßen ein Ort, wo sich die Menschen begegneten, mit allem Guten und Unerfreulichen eines solchen Ortes. Dann lief die totale Automobilmachung über die Gesellschaft ab, und jetzt sind die Straßen ein Ort geworden, wo die Menschen aneinander vorbeirasen, oder, wo immer das nicht möglich ist, einander als nerviges Hindernis betrachten. Der Rest folgte darauf wie von allein“.

Untergang

„Wenn heute die Titanic unterginge“, sagte der Vorübergehende mit trauriger Heiterkeit, „dann wäre nur eines anders: Die im eisigen Wasser Ertrinkenden hätten ihre so genannten ‚Smartphones‘ dabei und machten beinahe automatisch mit wohlgeübt aufgesetzten, für den ‚Erfolg‘ auf Finstergram und Konsorten optimierten Lächeln emsig Selfies von sich mit ihren Bekannten und Begleitern, wie sie ohne Rettungsboot vor der einmaligen Kulisse des sinkenden Schiffes treiben; Bilder von ihrem wenig überzeugend gespielten, ungesund synthetisch schmeckenden ‚Glück‘ mitten im Verderben, die um ein angeklicktes Däumchen, Herzchen oder Sternchen statt um eine Rettung flehen; kleine Denkmale des überpersonalen Prozesses, der über die Gesellschaften abläuft und des wenigen, was dieser Prozess von den Menschen übrig lässt. Bilder als Belege des Niedergangs, die selbst schließlich in einer Flut des Ihresgleichen verschwänden. Und wir könnten sie uns anschauen, diese Bilder, wie sie von Werbebannern umgeben zum Geschäft von social media und Contentindustrie würden“.

Extrazoll

Die gleichen Politiker, die mit Unmut auf die Ankündigung Donald Trumps reagieren, dass er als Präsident Einfuhrzölle für die deutsche Autoindustrie veranlassen werde, haben keine Probleme damit, Strafzölle für preiswerte chinesische Elektroautos zu erheben. Es sind ja auch nicht die Maßstäbe, auf die es ihnen ankommt, es ist das Bestechungsgeld.

Nein!

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!

Kurt Tucholsky

Macht und Hilflosigkeit

Die organisierten Religionen wollen den noch nicht gläubigen Menschen von der Macht ihrer jeweiligen Götter erzählen, um sie zu überzeugen und gläubig zu machen; aber die Gesellschaften unter diesen organisieten Religionen sind ein tief und blutgefärbt in die Jahrhunderten eingemeißeltes Denkmal der vollständigen Hilflosigkeit ebendieser Götter, prunkvoll und empörend dekoriert mit der ganzen konzentrierten Herzenskälte ihrer Religionen. Wer Augen hat zum Sehen, der schaue! Wer Beine hat zum Laufen, der fliehe!

Die Fremde, die Ferne, das Neu und das Groß: Je weniger Menschen von einer Sache, einer Kultur, einem Ort verstehen, desto leichter können sie alle ihre Wünsche und Träume dorthin projizieren, wo keine sicher bekannten Fakten dieser dummen und mechanischen psychischen Tätigkeit der Wirklichkeitsanpassung im Wege stehen. Noch ist jeder Enttäuschung eine Täuschung vorausgegangen; noch ging jedem bitteren Erwachen der tiefe Schlaf vorweg.

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