Tag Archive: Dummheit


Ich brauche keinen Datenschutz, weil ich nichts zu verbergen habe.
Ich brauche keine Meinungsfreiheit, weil ich nichts zu sagen habe.
Ich brauche keine Freizügigkeit, weil ich nicht umziehen will.
Ich brauche keine andere Partei als CDUCSPDUAFDPGRÜNETC, weil ich die nicht wähle.
Ich brauche kein Frauenwahlrecht, weil ich Mann bin.

Und deshalb braucht das auch niemand anders. Außer, er ist irgendwie krank, kriminell oder gewalttätig.

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Gebildete

Mir ekelt vor diesem tintenklecksenden Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen!

Friedrich Schiller, aus „Die Räuber“

„Aus der Sicht dessen, was das deutsche Bürgertum als ‚Bildung‘ bezeichnet, bin ich völlig ungebildet“, sagte der Vorübergehende zu seinem eingeschüchterten Zeitgenossen mit Minderwertigkeitskomplex, „denn als ‚gebildet‘ wird nur bezeichnet, wer seit Jahrtausenden tote Sprachen beherrscht, sich regelmäßig seit Jahrhunderten überholte Kulturleistugen wie etwa eine Oper anschaut und der Gesamtheit der gegenwärtigen Kultur einschließlich der Wissenschaft mit tiefer Skepsis, wenn nicht gar mit Verachtung entgegentritt. Der ‚Gebildete‘ kann lateinische Sprichwörter von sich geben, ist aber ein mathematischer Analphabet ohne tiefere Kenntnisse wissenschaftlicher Methodik; er betet die Vergangenheit an und ist voll des wortreichen Lobes für die Leistungen der Alten, während die Vorgänge in einem Computer für ihn ein von Aberglauben und Magie umsponnenes Mysterium sind und stets bleiben. Und. Er kann in dieser Verblendung jeden Menschen verachten und als Dummkopf verunglimpfen, der als Vorübergehender seine Sinne auf die Gegenwart ausrichtet, so dass sein Interesse, Wissen und Können lebenspraktische Bedeutung hat“.

Feigling

Nur, weil man weiß, was dumm wäre und es nicht tun will, ist man noch lange kein Feigling.

Dieses 21. Jahrhundert

Dieses 21. Jahrhundert wird später einmal bekannt sein als eine Zeit, in der man ganze politische Theorien auf Bildungslücken, mathematischen Analphabetismus, Fehlinterpretationen und neurotischen Deutungen aufbauen konnte.

Der Idiot

Ein Idiot ist durch Kritik nicht erreichbar. Ein Idiot glaubt stattdessen, dass er allein ob seiner großen Schläue, Erfahrung und Einsicht die Unsinnigkeit dieser Kritik erfühlen könne, obwohl es ihm nicht so recht gelingt, die Kritik mit eigenen Erwiderungen zu entkräften oder gar zu widerlegen. So gelangt ein Idiot wie von allein zur Auffassung, die Kritik sei nur ein Beweis für den Neid des Kritikers auf die eigene überragende Intelligenz und zeige folglich nur, wie dumm der Kritiker ist. Dementsprechend leicht fällt es dem Idioten dann auch, den dummen Kritiker zu beschimpfen und zu verachten. Sollte dies dem Idioten einmal nicht so leicht fallen: Schon der Genuss mäßiger Mengen Alkoholes hilft dem Idioten sehr bei seinem psychischen Selbstbedienungssystem.

Mit so einem idiotischen Selbstbild kann man es in der BRD weit bringen… die Unternehmensführungen und Regierungsbänke sind voll davon.

Statistisch belegte Dummheit

Wenn Statistiken belegen, das „für Frauen“ an- und ausgepriesene Produkte und Dienstleistungen deutlich teurer als völlig gleichwertige Produkte und Dienstleistungen „für Männer“ sind, und wenn Frauen diese überhöhten Preise für pinkfarbene Pigmente in Produkten und Verpackung sowie für eine an die Psyche von Frauen gerichtete Reklame auch noch bezahlen, dann belegt eine solche Statistik nicht etwa — wie es im sachlich klingendem Tonfall vom Nachrichtensprecher des Staatsfernsehens gesagt und begleitend aufgeregt-polemisch über social media weitergeschnattert wird — eine Diskriminierung von Frauen, sondern eine im Durchschnitt deutlich geringere lebenspraktische Intellgenz und die seit langem wohlbekannte Tatsache, dass Dummheit auch teuer sein kann.

Dumme Digitalreligion

Wer keinerlei Vorstellung von der Mathematik, ihren Methoden, ihren Möglichkeiten und ihren Einschränkungen hat, aber auf der anderen Seite blind auf Algorithmen vertraut, ist genau so dumm und erkenntnisverneinend wie ein Religiöser. Der angebetete und rituell bediente Fetisch, von dem man sich eine Sicherung und Besserung des Lebens verspricht, wird nicht weniger unsinnig, wenn er Strom benötigt.

Mit Gruß an alle Innenpolitiker der BRD und ihre Fans. Hirn gibts nicht im Appstore.

Das Wirtschaftsberatungsunternehmen

Die meisten Bauern, so ungebildet und einfach gestrickt sie auch sein mögen, wären niemals so doof, auf die Expertenmeinungen so genannter Wirtschaftsberater und Wirtschaftswissenschaftler hereinzufallen. Wenn jemand zu einem Bauern sagte, dass das Säen ihm doch gar nichts einbringe und er sich deshalb stärker auf die Optimierung der Ernte konzentrieren solle, löste das wohl bei jedem Bauern unwiderstehliche Anfälle spontaner Heiterkeit aus.

Journalistische Meinungsforschheit

Journalisten, die Ergebnisse von Telefonumfragen wichtigtuerisch als einen „DeutschlandTrend“ bezeichnen… käme mir jemand am Telefon nach dem Wählen der mich ziemlich eindeutig identifizierenden Telefonnummer mit den leicht aussprechbaren Worten „Ich bin Meinungsforscher von einem wichtig klingenden Institut“ und fragte mich, was ich wähle, legte ich wortlos — oder bei entsprechender, schon vorgereizter Stimmung: mit deutlicher Beschimpfung dieses Ansinnens und der Schergen, die es durchführen — auf.

Was der von Journalisten vielzitierte und und zur Stützung ihrer contentindustriell ausgebreiteten Meinung breit interpretierte „DeutschlandTrend“ der „ARD“ zeigt, ist lediglich, was jene Menschen wählen würden, denen das Wahlgeheimnis völlig gleichgültig ist und die jedem Dahergelaufenen dumm, sofort und schwanzwedelnd-freudig erzählen, was sie wählen.

Dummheit

Zu seinem Zeitgenossen sagte der Vorübergehende: „Alle Einsichten, die mich schlauer, fähiger und weiser gemacht haben, waren Einsichten in meine vorherige Dummheit, denen ich einfach nur — ohne Rücksichtnahme auf die damit verbundene narzisstische Kränkung — erlaubte, das zu sehen, was da zu sehen war“.

Unsterblich

Es ist so leicht, eine Wahrheit aus dem Bewusstsein der allermeisten Menschen zu entfernen, wenn diese Wahrheit, sei sie auch noch so befreiend, licht und heiter, der Psyche nicht schmeckt — und die Geschichte ist voller Beispiele dafür. Eine Lüge hingegen, die der Psyche schmeckt, ist scheinbar unsterblich.

Freunde

„Die, die dir auch dann noch bleiben“, sagte der Vorübergehende zu einem, der sich seiner vielen Freunde in social media rühmte, „wenn du in ihrer Gegenwart laut denkst, die sind deine Freunde. Sonst. Niemand. Je weniger einer denkt und seine Gedanken äußert, desto weniger Anstrengungen der Selbstzurückhaltung hat er mit seinem großen Freundeskreis. Beliebtheit ist ein Indikator für Dummheit, und den scharfen Denker mit seiner Lust an der Einsicht betrachten die meisten Menschen lieber aus einem Abstand, der nicht in die eigene Persönlichkeit ragt“.