Tag Archive: Journalismus


Training

Der contentindustrielle Journalismus, der wie eine Flut alles in einem Strom immer neuerer vermeldeter Neuigkeiten hinfortträgt, ist ein hervorragendes und erfolgreiches Training. Er trainiert das menschliche Gedächtnis, schneller und gründlicher zu vergessen.

Erwartung

Von den Journalisten in der BRD erwarte ich gar nichts mehr. Die meisten von ihnen sind ja offene Befürworter der Zensur, wenn es nur die Richtigen (also nicht sie selbst) trifft.

Normalisierung

Aus den unmittelbar aufheulenden contentindustriell-journalistischen Alarmsirenen wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und wegen des seitdem anhaltenden Menschengemetzels in der Ukraine ist längst die vertraute Rubrik „Der Kriegstag im Überblick“ mit seinen Tickern, Infohäppchen, Propagandastücken, Geschichtchen und Belanglosigkeiten im Wie-fühlen-sie-sich-Tonfall geworden, dekoriert mit Reklame und mit Reklame, dem einzigen Geschäft der Contentindustrie. Wir leben in einer schnellen Zeit, denn das ging sehr schnell.

Foto

Journalisten sind diejenigen Menschen, die, wenn sie einen sterbenden Menschen sehen, den sie vielleicht retten könnten, von dem sie aber auch ein auszeichnungsverdächtiges und millionenfach contentindustriell wiedergegebenes Foto machen könnten, nur noch über drei Dinge nachdenken: Bildausschnitt Verschlusszeit und Blende. Krieg, Hunger, Tod, Angst, Geflüchtete, Weinende, Ausgebombte, Kranke… für einen contentindustriellen Journalisten ist das alles nur guter Content.

Investigativ

„Ich mag ja diese Marketing-Mode, dass Journalisten ihre besseren Artikel als ‚investigativ‘ bewerben“, sagte der Vorübergehende zum Zeitungsfresser, „weil sich darin so erfreulich klar widerspiegelt, dass der Rest der journalistischen Machwerke eben nicht ‚investigativ‘ ist, sondern in seinem Kern nur noch aus abgeschriebenen Agenturmeldungen und abgeschriebenen Presseerklärungen besteht“.

Tür zu!

Leute, die in social media beliebte „Hashtags“ mit Links auf contentindustrielle Bezahlmauern fluten, gleichen Leuten, die überall in den Straßen Wegweiser zu einer Tür aufstellten, die sich aber gegenüber dem damit erweckten Interesse als verschlossen erweist. Ihr Tun ist objektiv widersinnig und feindlich, ja, schon mehr als nur ein bisschen eklig. Es ist vom Tun eines Spammers nicht unterscheidbar. Die dazu geposteten Anrisstexte, die Interessantes verheißen, entsprechen völlig dem Text aus der Spam, der zum „Click here“ verleiten soll, bieten aber noch weniger als die Spam, denn die Spam böte wenigstens einen kriminellen Überrumpelungsversuch.

Die meisten dieser Leute sind übrigens Journalisten.

⛽️

Journalisten und Politikern der Bundesrepublik Deutschland ist es ziemlich gleichgültig, wenn die Lebensmittelpreise binnen eines Jahres um vierzig Prozent steigen oder wenn das Wohnen auch in weniger großen Städten so teuer wird, dass Vollzeit arbeitende Menschen sich keine Wohnung mehr leisten können, aber wehe, der Benzinpreis steigt mal über zwei Euro… im Spiegelbild genau dieser obszön offen kommunizierten Haltung zeigt sich, was die wirklichen Werte dieser Journalisten und Politiker sind und was sie in ihrer bigotten Autoanbeterei als wertlos erachten und wohl immer schon als wertlos erachteten. Ist das erst einmal wahrgenommen, ists auch nicht mehr verwunderlich, dass in den vergangenen fünfzig Jahren noch niemals jemand nach einer Fahrpreisbremse im öffentlichen Nahverkehr gerufen hat. Stattdessen haben sich die Gefängnisse mit „Schwarzfahrern“ gefüllt, die in ihrer Armut so unverschämt waren, nicht einfach Auto fahren zu können.

Sterbeerstling

Vor und während eines Krieges stirbt die Wahrheit zuerst, und ihr Mörder ist der Journalist, der Propaganda und „Geheimdienstinformationen“ unrelativiert abschreibt und seiner Leser- und Hörerschaft als Wahrheit vorstellt.

Bundesministerium für Talkshows

„Mit Karl Lauterbach“, sagte der Vorübergehende zum Zeitgenossen, „haben wir in der BRD den ersten Bundesminister, der sich durch Talkshowauftritte für sein Amt ‚qualifiziert‘ hat. Noch nie war ein Regierungsmitglied so klar und eindeutig nur ein Produkt des so genannten Journalismus in Presse und Glotze“.

Lügenwerk

„Gleich, ob Pfaffen oder Politiker“, sagte der Vorübergehende zum Erzürnten, „wenn sie doch einmal bei ihrer Berufstätigkeit, der Lüge, erwischt werden, tun sie mit großer Übung so, als ob sie sich nur ganz menschlich geirrt hätten, verweisen auf ihr mangelhaftes Gedächtnis, bitten sie ohne große Reue für ihren Irrtum um Entschuldigung und kommen immer und immer und immer wieder damit durch, ohne, dass die Menschen vor ihnen weglaufen. Kaum ist ein halbes Jahr vergangen, schon erinnert sich niemand mehr an die Unverschämtheit; kein Scherge von Journalist bohrt mit bohrenden Fragen oder schaut auch nur vorm Erbringen seiner bezahlten Schreibleistung zur Förderung der Werbeplatzvermarktung in sein Archiv; die Fassade sieht schnell wieder bürgerlich-hübsch aus, als gehöre sie zu einem anständigen Menschen, den man wählen und mit Herrschaft ausstatten kann, damit sich auch einmal etwas ändert. Wer leidet, wird vergessen. So lange Journalismus nur darin besteht, dass Nachrichten von den immer wieder neueren Nachrichten weggespült werden wie die Fäzen in der Toilettenschüssel, so lange ist die gesamte korrupte Parteienpolitik ein Paradies für dumme, verkommene, kriminelle, antisoziale, heuchlerische, intelligenzverachtende Gestalten — und die in Staatskirchen gepflegte Religion ist nichts als Organisierte Kriminalität, die den Zustand stützt und ergänzt. Alles das ist nichts als ein Spiegelbild eines Journalismus, dessen Geschäft es ist, die Lüge der Reklame mit den scheinbaren Wahrheiten des redaktionellen Teiles besser schmecken zu lassen“.

Befähigung

Der, der da steht und diktieren will, was geschrieben wird, während alle schreiben, der ist der Analphabet.

Monstranz

So lange die Classe politique das Thema einer Corona-Impfpflicht hochhält; so lange ihre unheiligen Ministranten aus dem quasi-staatlichen und privatwirtschaftlichen Journalismus mit güldnem Finger und schrillen Glöckchen darauf deuten können, dass man auch wie gebannt hinschaue; so lange gelingt es auch, die bisherige Corona-Korruption und das Scheitern der vorsätzlich mörderischen „marktkonformen Seuchenbekämpfung“ zusammen mit den Opfern dieser monströsen BRD-Staatskriminalität unter Bergen des Vergessens zu beerdigen, bis niemand mehr diesen Skandal ausgraben kann. Schaut nur, eine Impfpflicht! Schaut nur, Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, tragen die ganze Schuld an allem! Und jetzt hasst euch untereinander, und bejubelt die Täter. Denken schadet der Illusion.