Tag Archive: Bitteres


Diplomatie

Immerhin haben die Mitglieder der Classe politique in der Bundesrepublik Deutschland ein gewisses „diplomatisches“ Talent — in der Form, dass sie den Hund so lange streicheln, bis sein Maulkorb fertig ist.

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Die Penner der Zukunft

Als er unter der Brücke an zwei Obdachlosen vorbeiging, die in ihrem Schlafsack mit Smartphones hantierten, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Schau, so sieht die Zukunft aus, und so sehen die Penner der Zukunft aus. Wenigstens ist man überall informiert und gut unterhalten“.

Im Kampf gegen „Hate Speech“

In ihrem (übrigens in der BRD staatlich geforderten und mit viel staatlichem Geld geförderten) Kampf gegen „Hate Speech“ im Internet spiegeln „Linke“ den Hang der Neofaschisten wider, alles „aufräumen“ und „säubern“ zu wollen, nur, dass sie nicht die Straße, sondern die Kommunikation auf der „Datenautobahn“ mit Zensurmaßnahmen aufzuräumen und zu säubern gedenken — und sie bemerken in dieser unreflektierten Reflexion während ihres weitgehend entpolitisierten Vollbades in der eigenen Psyche auch nicht ein kurz aufblinkendes Sekündchen lang, dass das Spiegelbild des Faschisten nicht das Gegenteil eines Faschisten, sondern eben nur sein Spiegelbild ist. Wo sich solche Dummheit mit Überheblichkeit und Sendungsbewusstsein nebst kwasireligiöser Gewissheit über die völlige Richtigkeit des eigenen Seins und Handelns paart, fällt es schwer, den beißenden Spott zurückzuhalten.

Was hätte man die viele Energie und Zeit in Besseres stecken können, wenn nur eine kleine Spur Bewusstsein da wäre!

Christentum

Die Religion der Barmherzigkeit, des Geistes, der Freiheit und der Liebe, man hört geradezu Satan darüber lachen. Christen verschiedener Religionsparteien sind noch nicht einmal dazu imstande, miteinander einen Jesuskeks zu brechen.

Fall

Über einen gemeinsamen flüchtigen Bekannten, der sich in nur zwei Jahren seines Lebens vollständig ruiniert hatte, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Er wäre dieser Frau so gern in die Arme gefallen, aber leider fiel er ihr in die Hände“.

Auf den Stein

„Ich habe mein Elend nicht wie ein weiser und vernunftbegabter Mensch genutzt“, das könnte man ehrlicherweise auf so viele Grabsteine in Deutschland schreiben.

Gleichgültigkeit

Die so häufig gehörte Aussage „Mir ist die Überwachung egal, denn ich habe nichts zu verbergen“ ist in ihrem Kern gleichbedeutend mit der viel seltener gehörten Aussage „Mir ist das Grundrecht der Redefreiheit egal, denn ich habe nichts zu sagen“. Und genau so schafhaft, stumm und gleichgültig lassen die Menschen dann alles geschehen, hoffen darauf, dass das Schlimmste an ihnen vorübergeht und wollen hinterher von nichts gewusst haben.

Der Mondtourist

Ich wünsche mir von ganzem Herzen und mit ganzem Gehirne, dass der gewiss schwerreiche Mensch — er wird sicherlich mehr Geld zur Verfügung haben, als er während seiner Lebensspanne ausgeben kann, aber er mag nichts davon verschenken, denn vom Schenken hat er es ja nicht — der in Kürze eine touristische Visite um den Erdmond herum machen wird, bei dieser Reise tödlich verunglückt.

Dieser Wunsch ist völlig frei von jedem Hass und wird auch nicht durch Neid angetrieben.

Deshalb soll es dabei auch gar nicht zu unnützem Leiden kommen. Wer immer dieser obszön reiche Mondtourist ist, er möge hoch hinaufsteigen und luzifergleich in die Nacht hinein leuchten, wenn sein Leib vaporisiert, noch bevor eine scheußliche Vorstellung wie die des Todes oder auch „nur“ des Schmerzes sein Gehirn erreicht. Ja, so lange er noch in der zerbrechlichen, künstlich nachgemachten Erdatmosphäre seines Raumfahrzeuges lebt, möge er sich über seine sicherlich nicht billige, aber aus seiner Sicht den Preis wohl werte Reise freuen.

Als eines der teuersten Feuerwerke der bisherigen Menschheitsgeschichte möge er zusammen mit den flüssigen und verdampfenden Metallteilchen seiner Raumkapsel kurz und unübersehbar das Firmament erleuchten, um grell und schrecklich in die Finsternis der Menschheit hineinzustrahlen und so gründlich vernichtst zu werden, dass die anschließende „Bestattung“ zur reinen Farce wird; da helfen dann auch nicht mehr die scharf gestellten Fernsehkameras für die voyeuristischen Massen in ihrem niederträchtigen Versuch, Tränen und Gefühle einzufangen.

Ein Signal soll es sein, kurz und lautlos und unübersehbar.

Ein Signal an alle anderen überaus reichen Menschen, die so viel mehr haben, als sie während ihrer beschränkten Lebenszeit sinnvoll ausgeben können.

Ein Signal, das ihnen unverdrängbar klarmacht, dass sie die Erde nicht so leicht verlassen können. Ein Signal, das ihnen aufzeigt, dass der Weg zu den Sternen gefahrvoller und schwieriger als jeder Weg auf der Erde ist, selbst, wenn man, anders als der größte Teil der Menschheit, über Geld nicht nachdenken muss. Ein Signal, das ihnen Zeugnis davon ablegt, dass ihr psychisches Paralleluniversum eine dumme, lulle und klebrige Illusion ist; dass es auch für sie keine zweite Erde gibt, für welche man die alte Erde wegwerfen kann, nachdem sie für einen Berg Geldes vollständig ausgebeutet, ausgelutscht und verbrannt wurde.

Ein Signal, dass sie so nicht unbegrenzt weitermachen können, weil sie im gleichen Boot wie der Rest der Menschen sitzen.

Nur, wenn dieses Signal durch ein gnädiges technisches Versagen oder vermittels einer weise vorgenommenen Sabotage gegeben wird und — der ebenfalls schwierig wie die leeren, schwarzen Weiten des Weltraumes überwindbaren psychopathischen Abwehr zum Trotze — bei den anderen, so überaus reichen Menschen ankommt, nur dann wird die Reise des ersten Mondtouristen sinnvoll für andere, wird sie zu mehr als etwas Content, mit dem Presseverleger Werbeplätze vermarkten und eine Fußnote in den künftigen Büchern, die Technik- und Raumfahrtgeschichte dokumentieren.

Nur, wenn jene wenigen Menschen, die den Großteil der Güter der Erde ihr Eigentum nennen und doch nicht mit einer gütigen Geste Armut und Elend so weit es Menschen möglich ist vom Antlitz der Erde verschwinden lassen, ohne dafür auch nur auf etwas verzichten zu müssen, sondern ihr Eigentum immer mehr zu mehren trachten, bemerken müssen, dass ihr zynisches, oft menschenverachtendes Monopoly-Spiel spätestens die Grenzen ihres Planeten als Grenze hat, eröffnet sich eine ganz leise Chance auf einen Wandel.

Auch, wenn diese Chance wahrscheinlich nicht ergriffen wird; auch, wenn der Nebel der Verdrängung und die Macht der Gewohnheit, diese beiden zivilisatorischen Feinde in der Psyche des Menschen, für ein schnelles Vergessen sorgt: Diese Chance ist immer noch mehr als das Nichts, das ein „Erfolg“ dieser „Mission“ für die Menschen auf der Erde bereithielte.

Und deshalb wünsche ich mir ein schreckliches, tödliches Unglück für einen anderen Menschen.

Ohne Neid auf diesen Menschen.

Ohne Hass gegen diesen Menschen.

Und eigentlich auch völlig ohne Hoffnung.

Die guten Schüler

Ich sehe ja immer wieder Schulkinder, die sich am schweren Ranzen einen krummen Rücken mit den schlechtesten Büchern der Welt (Schulbücher) schleppen, während sie das Wissen der Welt in ihrem ungleich trageleichteren Handy zur Verfügung hätten, aber nicht schulisch nutzen dürfen. Es war niemals die Aufgabe der allgemeinen, mit Staatsgewalt durchgesetzen Zwangsschule, Bildung zu vermitteln. Es war immer die Aufgabe der allgemeinen, mit Staatsgewalt durchgesetzten Zwangsschule, junge Menschen so weit persönlich zu zerbrechen und mit Fertigkeiten auszustatten, bis sie als würdelose Batterien für die betrieblichen Produktionsprozesse, als wirtschaftliches Verschleißmittel „Menschenmaterial“ einsetzbar sind, während gleichzeitig ihr Lernwille und ihr angeborenweise sehr aufgewecktes Interesse so vernichtset wird, dass sie bis zu ihrem Tod geradezu Angst vor dem Erwerb von Wissen empfinden. Deshalb ist die allgemeine, mit Staatsgewalt durchgesetzte Zwangsschule ja auch eine Errungenschaft der frühen Industrialisierung…

Es geht in der Schule nur um Menschenvernichtsung. Die Durchführung ist Aufgabe des Lehrers, dafür gibt es den Sold. Alles an dieser Institution legt Zeugnis davon ab, insbesondere ihre stets bestehende Rückständigkeit, ihre bemerkenswerte Individuumsverachtung und die Gewalt, die Kindern auf jeder Ebene, auch durch die Druckweitergabe des Mobbings untereinander, angetan wird, während sie der Leidens- und Zwangsgemeinschaft der Schule ausgeliefert sind.

Man muss sich Faschisten als gute Schüler vorstellen…

Artgerecht

Wenn nur halb so viele Menschen nach dem Anblick gewöhnlichen menschlichen Elends die „artgerechte Haltung“ von Menschen einforderten, wie sich stets bereit finden, nach dem Anblick gewöhnlichen tierischen Elends die „artgerechte Haltung“ von Tieren einzufordern, dann würde schon viel Unerträgliches in der gegenwärtigen Zivilisation zumindest geächtet und vielleicht bald reduziert. In der Liebe zum Tier spiegelt sich der Hass auf Menschen.

Zu spät

Für ein „Wehret den Anfängen“ ist es längst zu spät. Wehret dem Ende!

[…] nichts ist so flüchtig, wie das Interesse der Gerechten am Leid des anderen