Tag Archive: Bitteres


Die guten Schüler

Ich sehe ja immer wieder Schulkinder, die sich am schweren Ranzen einen krummen Rücken mit den schlechtesten Büchern der Welt (Schulbücher) schleppen, während sie das Wissen der Welt in ihrem ungleich trageleichteren Handy zur Verfügung hätten, aber nicht schulisch nutzen dürfen. Es war niemals die Aufgabe der allgemeinen, mit Staatsgewalt durchgesetzen Zwangsschule, Bildung zu vermitteln. Es war immer die Aufgabe der allgemeinen, mit Staatsgewalt durchgesetzten Zwangsschule, junge Menschen so weit persönlich zu zerbrechen und mit Fertigkeiten auszustatten, bis sie als würdelose Batterien für die betrieblichen Produktionsprozesse, als wirtschaftliches Verschleißmittel „Menschenmaterial“ einsetzbar sind, während gleichzeitig ihr Lernwille und ihr angeborenweise sehr aufgewecktes Interesse so vernichtset wird, dass sie bis zu ihrem Tod geradezu Angst vor dem Erwerb von Wissen empfinden. Deshalb ist die allgemeine, mit Staatsgewalt durchgesetzte Zwangsschule ja auch eine Errungenschaft der frühen Industrialisierung…

Es geht in der Schule nur um Menschenvernichtsung. Die Durchführung ist Aufgabe des Lehrers, dafür gibt es den Sold. Alles an dieser Institution legt Zeugnis davon ab, insbesondere ihre stets bestehende Rückständigkeit, ihre bemerkenswerte Individuumsverachtung und die Gewalt, die Kindern auf jeder Ebene, auch durch die Druckweitergabe des Mobbings untereinander, angetan wird, während sie der Leidens- und Zwangsgemeinschaft der Schule ausgeliefert sind.

Man muss sich Faschisten als gute Schüler vorstellen…

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Artgerecht

Wenn nur halb so viele Menschen nach dem Anblick gewöhnlichen menschlichen Elends die „artgerechte Haltung“ von Menschen einforderten, wie sich stets bereit finden, nach dem Anblick gewöhnlichen tierischen Elends die „artgerechte Haltung“ von Tieren einzufordern, dann würde schon viel Unerträgliches in der gegenwärtigen Zivilisation zumindest geächtet und vielleicht bald reduziert. In der Liebe zum Tier spiegelt sich der Hass auf Menschen.

Zu spät

Für ein „Wehret den Anfängen“ ist es längst zu spät. Wehret dem Ende!

[…] nichts ist so flüchtig, wie das Interesse der Gerechten am Leid des anderen

Wir brauchen mehr Menschenschutzvereine

Vor einigen Tagen hat hier in Hannover ein Hund seine beiden Halter totgebissen, zwei Menschen, um die sich offenbar seit vielen Jahren kein anderer Mensch gekümmert hat (wenn man einmal von der gehetzten, überarbeiteten Krankenpflegerin absieht) und die in ihrem körperlichen Zerfall, ihrem Elend und ihrem scheibchenweisen Verrecken allein gelassen wurden. Doch jetzt. Soll der Hund, der die beiden totgebissen hat, am morgigen Montag getötet werden. Und wie aus dem Nichts gibt es auf einmal einen Tierschutzverein, der sich für den Hund einsetzt, damit er ja am Leben bleibe und alles ist voller tierliebestoller Aktivisten, die eine Tötung des Hundes verhindern wollen.

Das schmerzhafte, sich über Jahre erstreckende Elend von Menschen ist gleichgültig und kann ignoriert und an die professionelle — also profitorientierte — „Behandlung“ delegiert werden. Der schmerzlose und schnelle Tod eines Hundes ist ungerecht, fürchterlich und muss um jeden Preis verhindert werden. Die Tierliebe ist eine Maske des Menschenhasses und trägt unter der warmen Zuneigung zum befellten Mitlebewesen gern eiskalt faschistoide Züge. Was benötigt wird, sind Menschenschutzvereine — und ein Wesenstest für „Tierfreunde“.

Langes Leben

Die Psyche der Menschen wünscht sich ein langes Leben, weil sie sich davon träumt, dass es die Zeit der Jugend verlängert, aber was ihr Körper in der Erfüllung dieses Wunsches bekommt, ist eine Verlängerung der Schmerzen, Kraftlosigkeit und Fremdbestimmung in der Zeit des Alters — neben der in die Länge gezogenen, sehr lukrativen Körpererwertung im Pflegebetrieb.

Zum Jahresschluss

Blindhirnig, mit tollwütiger, geifernder Psyche, geht die Menschheit in eine neue Zeit und reproduziert mit neuen Möglichkeiten doch nur das Alte und das Uralte.

Die Unsterblichen

Vieler Menschen Tod ist nur die Fortsetzung ihres Lebens mit anderen Mitteln.

Politik

Politik ist das, was dein Leben ruiniert.

Deutsche Kultur

Bei der ungeheuren Beschleunigung des Lebens werden Geist und Auge an ein halbes und falsches Sehen und Urteilen gewöhnt

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

„Dein Bach, dein Goethe, dein Schiller, dein Leibniz, dein Schopenhauer, dein Nietzsche“, sagte der Vorübergehende zu seinem nur scheinbar intellektuellen, völlig verblendeten Zeitgenossen, der gerade im Begriffe war, sich in Rage zu reden, „sie sind nicht die deutsche Kultur. Sie spielen für das Leben der Menschen in Deutschland im Alltag keine Rolle mehr, wenn man einmal von ihrer institutionellen Verherrlichung in Schulbetrieb und Bildungsbürgertum absieht. Sie sind längst deutsche Geschichte. Die deutsche Kultur besteht in RTL; Fußball; Industriemusik vom volkstümlich klingenden Schlager bis hin zu Helene Fischer; unwidersprochenen und dreisten Politikerlügen vor jeder so genannten Wahl; halbiertem Halbwissen aus schlechten, emotional-manipulativen TV-Dokumentationen; als Talkshow verkleideter Politik-Spam zur medialen Unterstützung der völligen Entpolitisierung der Bevölkerung; alles durch- und zersetzender Korruption; ’sauberen‘ Dieselmotoren; Hauptstadtflughäfen und anderen Prunkbauten zur Selbstverherrlichung einer peinlichen poltischen Klasse, die als baufrische Ruinen in die wehrlose Landschaft klagen; der Verarmung, teilweisen Verelendung und Verdummung großer Teile der Bevölkerung; einer namenlosen und vielgestaltigen Angst davor, etwas an diesen beklagenswerten Zuständen zu ändern und schließlich in einer rein psychisch bleibenden Angstabwehr durch Verdrängung und der direkt daraus ersprießenden intellektuellen Selbsteinlullung und rückwärtsgewandten Verherrlichung des wieder herbeigesehnten, längst Vergangenen — eine deprimierende Ersatzbefriedigung für die eigentliche, längst mit kollektiver Kapitulation begrüßte Anforderung, das Seiende und Werdende in möglichst eträglicher Weise zu gestalten“.

Feigenblatt

Er war einer von jenen Männern, die ihre Blöße mit der Partnerin bedecken wollten, er war also aus Scham in einer festen Beziehung… und er war darin genau so unglücklich, wie es auf dieser Grundlage zu erwarten war, aber er bedeckte dieses Unglück sehr bemüht mit seiner Gefährtin. Ein Vorübergehender. Hat so ein Elend schon häufig bis zur Goldenen Hochzeit halten gesehen.

Verlust

Mit einem kaum wahrnehmbaren, bitteren Seufzen sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Wie viele Menschen schon ihren besten Freund verloren haben, indem sie ihn heirateten“…