Tag Archive: Bitteres


Die Influencerin

…und am Ende des anstrengenden Tages wird zur Entspannung diese Influencerin angeschaut, dieses Bewundernswerte, die immer so hübsch aussieht mit ihrer stundenlang hergestellten Frisur und Schminkung, und diese erzählt mit wie gewohnt etwas übertriebener Gestik und viel zu dynamischer Stimme — irgendwie muss man ja den längst erlittenen Verlust echter Gefühle überspielen — dass sie heute das schönste Kleid trägt, das sie jemals getragen hat, natürlich nicht, ohne die Nennung der Marke zu vergessen und ihren Abonnenten einen 10-Prozent-Rabatt-Link in die Videobeschreibung zu setzen. Wenn man hinschaut, was sie trägt, ist es eine eng anliegende Zwangsjacke mit sehr fest gezogenen Gurten. Hach, wie sich die Nippel ihrer Brüste auf dem straffen Stoff abzeichnen!

#allesdichtmachen

„Dieses #allesdichtmachen war schon ziemlich dumm“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „aber es war keine Verhöhnung der Toten und der von der Seuche betroffenen Lebenden, sondern eine Verhöhnung des politisch-journalistischen Komplexes, seiner Kommunikationsversuche, seiner Pathossimulation, seines zynischen und billigen Applauses für jene, die die Arbeit machen, und seiner menschenverachtenden marktkonformen Seuchenbekämpfung. Die tägliche Verhöhnung der Opfer kommt immer noch zusammen mit manifester Coronaleugnung aus den Staatskanzleien der BRD-Bundesländer und von der Berliner Regierungsbank, und sie ist viel empörender — und nach über einem Jahr angesammelten Kenntnisstandes der Täter übrigens auch vorsätzlich körperverletzend und mörderisch: Während die Büros voll sind und die Schulen unter dem Banner angeblicher Bildung und angeblichen Kindswohles zu Zwangsorten der Volksdurchseuchung gemacht werden, gibt es nächtliche Ausgangssperren, als käme die Seuche vom fahlen Mondlicht und aus der frischen Luft angeflogen und breitete sich nicht dort aus, wo Menschen lange Zeit in geschlossenen Räumen beieinander sein müssen. Die Dummheit von #allesdichtmachen ist nur ein ziemlich unterbelichtetes Spiegelbild, das angemessen verspottet gehört, während der Angriff und die erbarmungslose Kritik ausschließlich denen zu gelten hat, die für das Ausbleiben wirksamer Seuchenbekämpfung verantwortlich sind und dabei so korrupt sind, dass sie mindestens zum Teil offenkundig in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Wenn man ein Verschwörungstheoretiker wäre, könnte man auf die Idee kommen, #allesdichtmachen sei heimlich von der Bundesregierung veranstaltet worden, um vom eigenen Versagen und von der eigenen Korruption abzulenken“.

Totenstarre

Als der von bürgerlicher Esoterik Verblendete zu ihm sagte, der Tod sei nur ein Übergang, ein Wechsel, eine Bewegung, ein Neuanfang, da hätte der Vorübergehende beinahe gefragt: „Wie gleichförmig, langweilg, reglos, repetitiv muss das Leben eines Menschen geworden sein, dass er sich eine Quatschreligion ausdenkt, in der er alle eigentlichen Attributes des Lebens dem Tode zuschreibt?“. Aber er hat es nicht gefragt, denn es wäre sowieso zu spät gekommen. Nachdenken und lernen können nur die Lebenden.

Raumfahrt

Wer will, dass sich die Menschen für die Raumfahrt, für das ewige und ereignislose Fallen durch ein leeres Schwarz, begeistern, muss die Erde unbewohnbar und den Alltag der Menschen öde machen.

Stellenleser

„Sie lesen Stellen, sie lesen nicht den Text“, sagte der Vorübergehende zum Zuträger der üblen Nachrede, „sie durchwühlen mit dem Computer megabyteweise den Text, bis sie ein geeignetes Triggerwort gefunden haben, um es schön als ‚Beweis‘ präsentieren zu können, damit es geglaubt werde. Sie reden von der Gerechtigkeit, aber ihr Tun ist voll des ungerechtesten und feigsten Rufmordes, und um den Mob auch ja gut zu steuern, legen sie gleich noch in Nachäffung geheimdienstlicher Tätigkeit ein kleines Dossier dazu, das im Wesentlichen einigen Google-Suchen entspricht, damit der Mob direkt reagieren kann und nicht erst umständlich suchen, lesen und bewerten muss, was vielleicht die Nachdenklicheren von dummen Taten abhalten würde. Das mit den Buchstaben, die Laute festhalten, haben sie wohl verstanden, aber das mit dem Sinn nicht. Deshalb können sie nicht lesen, und sind wie funktionale Analphabeten darauf zurückgeworfen, Stellen anstelle des Textes zu lesen — und bei alledem fühlen sie sich wie eine intelligente und wissende Elite, die eine übermenschlich wichtige Sache voranbringt, was der narzisstischen Pflege ihres Gewissens sehr entgegenkommt. Wenn sie sich doch nur einmal im Spiegel betrachten könnten, damit sie sehen, zu was sie geworden sind! Ich glaube, um diesen unerfreulichen Blick und diese Reflexion zu vermeiden, suchen sie nach immer abstruseren Sprachverbrechen bei anderen Menschen“.

Krisensicher

Ob Pandemie und marktkonforme Seuchenbekämpfung, oder ob die gemeinste Normalität der BRD dem Leben der Menschen ihren Stempel aufpresst: Die einzige Berufsgruppe, deren Berufstätige sich niemals Sorgen wegen der laufenden Entwicklung zu machen brauchen, sind die Psychiater.

Wohnungspolitik

Als der Zeitgenosse ihm sagte, dass er den Eindruck habe, die Mieten würden erstmals seit Jahren ein bisschen sinken, sagte der Vorübergehende: „Dann sieht es jetzt also so aus, als würde das Coronavirus durch erhöhte Sterbezahlen in den Städten eine wirksamere Wohnungspolitik betreiben als sämtliche politische Parteien der Bundesrepublik Deutschland in den letzten vierzig Jahren“.

Deckel

„Auf jeden Topf passt ein Deckel“, sagte der Vorübergehende etwas albern zum Traurigen, „spätestens, wenn es sich um die Urne handelt“.

Gewissen

„Er wird es noch zu etwas bringen“, sagte der Vorübergehende zum Zeitgenossen, als sie sich über einen Dritten mit großem politischen Engagement unterhielten, „er hat ja ein wirksames Gewissen, das aus einer inneren Stimme besteht, die ihn ständig davor warnt, sich erwischen zu lassen“.

101-Jährige schleicht sich aus Senoirenheim -- Um ihrer Tochter zum Geburtstag zu gratulieren, hat sich eine 101 Jahre alte Frau aus einem Braunschweiger Seniorenheim geschlichen. Sie habe dafür den Notausgang genommen, teilte die Polizei gestern mit. Gegenüber den Beamten bestritt sie zunächst, dass sie in dem Altenheim lebt. Im Gespräch mit der Tochter stellte sich aber heraus, dass sie dort seit zwei Wochen wohnt, ihre Tochter aber schmerzlich vermisst. Zumindest aus dem Streifenwagen heraus konnte die Seniorin ihre Tochter kurz sehen, bevor die Polizisten sie ins Heim zurückbrachten.

Wer in einen der diversen rechtsfreien Räume in der BRD kommt, die im Regelfall von den großen christlichen Kirchen der BRD errichtet wurden und die für obszön viel Geld des Staates und der staatlich vorgeschriebenen Zwangsversicherungen aufrechterhalten werden (ohne die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angemessen zu entlohnen), hat keine Menschenrechte mehr und ist reine Verfügungsmasse geworden. Das damit verbundene unmenschliche Unrecht wird von allen Behörden und Polizeien der BRD mit aller Gewalt unterstützt, es macht im Wirtschaftsfaschimus ja jeder nur seinen Dienst. Es ist gut, das zu wissen und immer ein wirksames Gift dabei zu haben. Lieber ein Ende in schmerz- und bewusstloser Atemdepression als ein bewusstes Erleben der finanziell äußerst lukrativen Entrechtung und Verwurstung.

Ich habe das schon mit acht Jahren als vollständig entrechteter Mensch in der christlichen Folterhölle eines ev.-luth. Kinderheimes gelernt. Andere lernen es leider erst, wenn sie alt sind und sich kaum noch helfen können.

Ausblick

Am Ende des Lichts ist noch eine ganze Menge Tunnel übrig.

Sprengstoff

Als er hörte, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un mit der Entwicklung neuer Atomwaffen drohe, sagte er mit leisem Seufzen: „So schade, dass man mit Lebensglück und Nahrungsmitteln keine Bomben bauen kann. Denn sonst wären die Bewohner Nordkoreas wohl immer satt und glücklich“.