Tag Archive: TV


Der Fokus der angeblich Objektiven

„Ich wollte“, sagte der Vorübergehende zum ebenfalls armen Menschen, der sich aber noch vor seinem Staat und seinem Hartz-IV-Terrorsystem bückt und Angst vor dem Abstieg des Vorübergehenden hat, „dass die Tagesschau des BRD-Parteienstaatsfernsehens ARD die Preissteigerung bei einfachen niederpreisigen Lebensmitteln um rd. vierzig Prozent in den letzten zwölf Monaten genau so breit und wichtigmachend thematisiert hätte wie die jüngste, etwas geringer ausfallende Steigerung der Benzin- und Dieselpreise. Hat sie aber nicht. Gar nicht. Und im Spiegelbild dieses Relevanzkriteriums zeigt sich, was wir von den Journalisten in der Tagesschau-Redaktion zu erwarten haben. Sie haben wichtigere Themen. Sport und Autos zum Beispiel“.

Der Blick nach unten

Wer dumm ist, schaut sich gern noch Dümmere an, um über ihre Dummheit zu lachen, um sich daran zu erheitern, um zu sehen, wie sie wegen ihrer Dummheit gedemütigt werden und um mit diesem nährstofflosen Fraß seinen Narzissmus zu ernähren — es gibt ganze Showformate bei den Trashsendern im Fernsehen, die nur diesen Mechanismus bedienen. Wer klug ist, ist nur noch traurig über das ungenutzte Potenzial der vielen brachliegenden Gehirne und kann sich bestenfalls mit Zynismus vor der Depression bewahren…

Triell

Man sollte so eine Sendung nicht Triell nennen. Man sollte sie „anderthalb Stunden deines Lebens, die du nicht zurückbekommst“ nennen.

Arbeitsdreck

Wenn eine Fernsehreporterin von RTL von einem mit dem Handy filmenden Anwohner dabei erwischt wird, wie sie sich kurz vor ihrem erschütternden Bericht aus den Hochwassergebieten vor einem Trümmerhaufen mit etwas Schlamm schminkt, um anschließend zusammen mit ihrer durchaus gut gespielten Emotionalität den Eindruck aktiver Teilhabe und Hilfe vor Ort zu erwecken, gibt es daran nur eines, was schlimm ist: Die dabei sichtbar werdende, banale Selbstverständlichkeit, mit der diese vorsätzliche Fake-News-Produktion, dieser obszöne Betroffenheitsporno, vom dabei anwesenden RTL-Kamerateam hingenommen wurde.

Da ist niemand eingeschritten und hat gesagt, dass das so nicht ginge, dass das kein Journalismus und keine Nachrichtenpräsentation, sondern Show und emotional-psychische Manipulation sei, und zwar auf dem Rücken von Menschen, die gerade in einer fürchterlichen Katastrophe alles verloren haben, wofür sie gelebt und gebuckelt haben. Alle Beteiligten wirkten überaus entspannt. Alles war Routine. Einer schaute noch auf sein Handy. Es lief alles wie geplant, wie abgesprochen, wie üblich. Und es ist auch nicht für mich oder auch selbst nicht für Susanna Ohlen schlimm, sondern nur für RTL, denn es legt die eingeschliffenen, vermutlich in der gesamten mentalen Käfighaltung des Senders alltäglichen Machenschaften offen, mit denen die bewegten und bewegenden Bilder generiert werden, um die Zuschauer auch über den folgenden Werbeblock hinweg bei der Stange zu halten; den Werbeblock, der das Geschäft und damit das eigentliche Programm dieser Sendeanstalt ist.

Im erlogenen, aber sichtbaren Dreck, den diese „Reporterin“ als Herzschablone und Engagementkitsch auf sich verteilt, um ihrem folgendem Geschwall flugs etwas mehr „Authentizität“ zu verleihen, spiegelt sich der wahrhaftige und wahnhaftige, wenn auch meist unsichtbare Dreck der gesamten Contentindustrie: Der Arbeitsdreck der journalistischen Produktion. Die Frage, warum es so leicht möglich ist, dass erwachsene, wahlberechtigte Menschen in einer beeindruckend großen Breite so genannte Fake News mit den „qualitätsjournalistisch“ übermittelten Nachrichten verwechseln, beantwortet sich nach einem kurzen Blick auf diesen Spiegel: Da ist kein Unterschied mehr, bestenfalls noch ein gewohnheitsmäßiger Glaube an altbewährte Marken. Dieser zumindest, dieser konnte bei RTL nicht weiter beschädigt werden.

Claas Relotius ist überall. Und er sagt dir und mir und uns aus diesem Überall: Nach meinen Nachrichtungen sollst du dich richten und andere richten. Das ist der gegenwärtige Journalismus, der offene Feind derer, die ihn doch finanzieren sollen.

Grüße an Andreas.

Im 21. Jahrhundert

Ich denke, also bin ich… hier falsch.

Über die Türe

Man sollte über die Türe, die in die diversen „Reality-Shows“ des Gossenfernsehens mit so genannten „Promis“ führt, einen Spruch anbringen, damit auch jeder Interessierte den Weg dorthin findet: „Mich kennt kein Schwein, ich will hier rein“.

Vereint vorm Fernsehempfänger

Im Raum mit dem laufenden Fernseher sagte der Vorübergehende: „Im Fernsehen kommt heute ja wieder alles zusammen. Außer intelligente Menschen“.

Behaupting

Fernseh-Talkshows, deren Teilnehmern — ich bin fast geneigt, sie Darsteller zu nennen — es nicht um ihre Behauptung geht, sondern um ihre Selbstbehauptung: Auch nichts anderes als eine Art Dschungelcamp für den Bildungsbürger.

Schlamm

„Schlamm kleidet alles und jeden“, sagte der Vorübergehende, als er eine Polittalkshow des Parteienstaatsfernsehens mitanhören musste, weil man zwar wegschauen kann, aber niemals weghören.

Sei dabei und freu dich über deine Dummheit!

In einer Talkshow machte sich neulich ein bekannter Moderator darüber lustig, dass man beim Teilen von zwei Zahlen den Schülern Widersinniges beibringe, weil 30 geteilt durch ½ das Resultat 60 ergibt. Es sei doch klar, dass beim Teilen von Quantitäten das Ergebnis einer Teilung kleiner als die Ausgangsgröße werde. „So etwas Unvernünftiges wie 30 : (½) = 60 kann ich natürlich nicht erklären! In Mathematik war ich schon immer schlecht“, verkündete er, und was machten die Zuschauer? Sie klatschten frenetisch

Jürgen Flachsmeyer

Symbolfoto: Breaking News

Eine NBC-Nachrichtensendung -- NBC4, New York -- BREAKING NEWS -- FACEBOOK IS DOWN

Comedians

„Unter den Dieben sind diese Clowns des gebührenfinanzierten Fernsehgeschäftes, diese halbstaatlich alimentierten Humorbeamten, diese so genannten Kabarettisten wohl die allerschlimmsten“, sagte der Vorübergehende, ohne zu einem vorhersagbaren Witz mitzulachen, „denn sie rauben den Menschen ihre Zeit und ihre Stimmung und ihre Denkfähigkeit und ihren Handlungswillen“.