Tag Archive: BRD


Spalter

Der Vorübergehende sagte zum parteipolitisch engagierten Mitmenschen: „Nicht ich spalte die Gesellschaft. Du tust es“.

Das „Grundrecht“

Ein Mensch hat in der BRD gefühlt nur ein einziges „Grundrecht“, nämlich das „Grundrecht“, arbeiten zu gehen. Alles andere ist sehr dehnbar und flüchtig. Das ist nicht erst seit Corona so.

Weißt du noch, vor drei Wochen…

„Weißt du noch, vor drei Wochen“, sagte der Vorübergehende lächelnd zu seinem Zeitgenossen, „als in Politik, Presse und Glotze jeder Mensch als faschistischer Verschwörungstheoretiker, der den Menschen in böser Absicht Ängste macht, hingestellt und beleidigt wurde, wenn er davon sprach, dass demnächst in der Bundesrepublik Deutschland die Grundrechte keine Grundrechte mehr sind, die ein Mensch hat, weil er ein Mensch ist, sondern in Abhängigkeit von einer Impfung vom Staat gewährt werden würden? Gestern sprach die 20-Uhr-Tagesschau erstmals im pseudosachlichen Ton der Normalität von der ‚Gewährung von Grundrechten für Geimpfte‘, ohne die Spur eines Hinterfragens. Und das unter der Fuchtel einer Regierung, die beim Durchimpfen der Bevölkerung im BRD-Hauptstadtflughafenmaßstab versagt hat und weiter versagt. So einfach funktioniert die Demokratur im Lande Alzheim; und obendrauf gibt es nächtliche Ausgangssperren, weil man die Infektion ja nicht an den Schulen und Arbeitsplätzen bekommt, sondern vom Mondlicht und der frischen Luft. Was hier viel leiser als die Corona-Erkrankten dahinsiecht und stumm millionenfach stirbt, das ist die Intelligenz“.

#allesdichtmachen

„Dieses #allesdichtmachen war schon ziemlich dumm“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „aber es war keine Verhöhnung der Toten und der von der Seuche betroffenen Lebenden, sondern eine Verhöhnung des politisch-journalistischen Komplexes, seiner Kommunikationsversuche, seiner Pathossimulation, seines zynischen und billigen Applauses für jene, die die Arbeit machen, und seiner menschenverachtenden marktkonformen Seuchenbekämpfung. Die tägliche Verhöhnung der Opfer kommt immer noch zusammen mit manifester Coronaleugnung aus den Staatskanzleien der BRD-Bundesländer und von der Berliner Regierungsbank, und sie ist viel empörender — und nach über einem Jahr angesammelten Kenntnisstandes der Täter übrigens auch vorsätzlich körperverletzend und mörderisch: Während die Büros voll sind und die Schulen unter dem Banner angeblicher Bildung und angeblichen Kindswohles zu Zwangsorten der Volksdurchseuchung gemacht werden, gibt es nächtliche Ausgangssperren, als käme die Seuche vom fahlen Mondlicht und aus der frischen Luft angeflogen und breitete sich nicht dort aus, wo Menschen lange Zeit in geschlossenen Räumen beieinander sein müssen. Die Dummheit von #allesdichtmachen ist nur ein ziemlich unterbelichtetes Spiegelbild, das angemessen verspottet gehört, während der Angriff und die erbarmungslose Kritik ausschließlich denen zu gelten hat, die für das Ausbleiben wirksamer Seuchenbekämpfung verantwortlich sind und dabei so korrupt sind, dass sie mindestens zum Teil offenkundig in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Wenn man ein Verschwörungstheoretiker wäre, könnte man auf die Idee kommen, #allesdichtmachen sei heimlich von der Bundesregierung veranstaltet worden, um vom eigenen Versagen und von der eigenen Korruption abzulenken“.

Die gleichen Leute

„Die gleichen Leute aus der Classe politique, die alles dafür tun,

Die Antwort

„Das einfache Betrachten der Entwicklung der nächsten zwei Wochen, das Verfolgen, ob diese Regierung ohne jede Konsequenz mit einer Gesetzgebung durchkommt, die zwar nächtliche Ausgangssperren anordnet, aber auf der anderen Seite Schulen bis an den Rand der Katastrophe geöffnet lässt und keinerlei Auflagen für Arbeitsplätze macht“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „wird mir die Frage beantworten, ob der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland überhaupt noch eine Bedeutung haben, oder ob man sich aus dem Papier der Grundgesetzausgaben besser ein paar joints dreht, um daraus wenigstens noch etwas Heiterkeit zu ziehen“.

„Zurück zur Normalität“

Das „zurück zur Normalität“, das von Gegnern der Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung eingefordert wird, ist eine völlig unreflektiete Forderung, in der sich allerdings eine Tatsache sehr deutlich widerspiegelt: „Normalität“ ist ein Durchschnittswert des Verhaltens, mehr nicht. Und so wandelbar ist die „Normalität“ auch. Unter den Bedingungen der Coronaseuche ist es zum Glück normal geworden, dass die meisten Menschen ein hoffentlich vernünftiges und wirksames persönliches Risikomanagement betreiben, um ihr individuelles Risiko zu senken; und es ist auch normal, dass sie Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen, damit diese als mögliche Seuchenherde andere weder der Gefahr noch der Furcht vor einer Infektion aussetzen. Nur völlig asoziale Menschen, viele von ihnen mit einem bereits sichtbar werdenden Alkoholproblem, entziehen sich dieser Normalität. Wenn es die Coronaseuche nicht gäbe, wären die Vorkehrungen des persönlichen Risikomanagemens und der angemessenen Rücksichtnahme nicht nötig. Die Forderung nach „Normalität“ ist in Wirklichkeit eine Forderung des dummen, psychischen und antizivilisatorischen Bedürfnisses nach einer zügellosen Rücksichtslosigkeit, und genau so sehen die von Polizeien ungewöhnlich weich behätschelten Demonstrationen dieser Forderer auch aus. Noch in der Behätschelung dieser Fordernden durch die Polizei — die im Kontext von mit Wasserwerfern ausgeschossenen Augen bei friedlichen S21-Gegendemonstranten wie eine Liebeserklärung anmutet — zeigt sich ein Spiegelbild. In dieser ungewöhnlichen Milde der unmittelbar und sonst auch recht grob die Herrschaftsgewalt ausübenden Beamten spiegelt sich, dass die Forderung der Demonstranten nach unendlicher Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit ganz genau der Grundpfeiler jener notdürftig verlarvten rücksichtslosen Gier ist, die als so genannter „Kapitalismus“ nach Auffassung der Herrschenden und Besitzenden das gesamte Miteinander der Menschen durchwalten soll und die sich ebenfalls in der praktisch wirkungslosen und manifest irrsinnigen „marktkonformen Seuchenbekämpfung“ von Politik und Verwaltung widerspiegelt.

Justice is lost, justice is raped, justice is gone

Tweet von @Queen_Of_light, Silke NRW vom 24. März 2021, 16:30 Uhr: Heute haben in meinem engeren Kreis gleich 2 Familien Bußgeldbescheide bekommen, weil sie ihre Kinder aus der Schule genommen haben, weil der Infektionsschutz nicht ausreicht. 😢 Das macht mich traurig und wütend.

Ergänzende Kurzlektüre (PNG-Grafik, DIN A4, 300 dpi, 245 KiB): Politik und Wissenschaft während des Verlaufes einer Pandemie

Wenn Corona vorbei ist

Quamquam ridentem dicere verum quid vetat.

Horaz

Wenn Corona endlich vorbei ist, wenn wissenschaftlich belegt wegen des Impfschutzes und endlich entwickelter wirksamer Medikamente keine nennenswerte Gefahr mehr droht und die erbärmliche politische Corona-Stümperei zu Ende geht, wenn endlich wieder zur „Normalität“ vor Corona zurückgekehrt werden kann… es wird eine feierliche und fröhliche Zeit voller Lust und Zärtlichkeit unter den Menschen in der BRD ausbrechen, wenn Corona vorbei ist, voller lang vermisster Fröhlichkeit, Geselligkeit und mit viel lebensbejaendem Geknutsche.

Neun Monate nach dem Tag, an dem Corona vorbei ist, zeigt sich die erste statistische Folge: Es wird mehr Geburten als Hebammen und Entbindungsstationen geben, und niemand wird darauf vorbereitet sein, denn es konnte ja niemand damit rechnen. Einige Journalisten und Politiker werden von einer Babyschwemme sprechen.

Einige Jahre, nachdem Corona vorbei ist, sind die Kinder größer geworden, haben damit angefangen, eine Persönlichkeit zu entwickeln und die Eltern dieser Kinder werden eine Kindertagesstätte benötigen, wenn sie unter den Bedingungen des staatlich subventionierten Lohndumpings arbeiten und leben wollen. Es wird keine Kindertagesstätten geben, denn es konnte ja niemand damit rechnen, dass diese Babys einmal größer werden, dass sie einfach so zu Menschen heranwachsen.

Sechs Jahre, nachdem Corona vorbei ist, kommen die Kinder in das schulpflichtige Alter, aber der gesamte Kultusbetrieb wird unvorbereitet sein. Es wird an Lehrern und am Platz im Schulgebäuden fehlen. Trotz aller sorgfältig erstellten Zahlenwerke des Statistischen Bundesamtes und trotz der völligen Absehbarkeit dieser Entwicklung (auch für mathematisch weniger begabte Mitmenschen) wird in den sechs Jahren nichts geplant oder geschaffen, werden keine Lehrer ausgebildet und keine Schulen gebaut. Stattdessen werden große Stadien für eine Fußball-WM oder für Olympische Spiele gebaut. In applausheischenden Talkshows werden Kultusminister und Lehrervertreter von einem Schülertsunami sprechen, weil es über sie hineinbricht wie eine nicht vorhersagbare Naturkatastrophe, ja, fast wie eine Pandemie. Im Präsenzunterricht mit Klassenstärken zwischen sechzig und neunzig Schülern in unzumutbar beengten Räumen wird kaum noch ein geordneter Unterricht möglich sein, und die großen sozialen Unterschiede zwischen den Schülern sowie die bei einigen Schülern kaum vorhandene deutsche Sprachkompetenz werden geordneten Unterricht nahezu unmöglich machen.

Zwei Jahre später, acht Jahre, nachdem Corona vorbei ist, wird „die Politik“ endlich „alarmiert“ sein, weil einmal mehr ein „Superwahljahr“ bevorsteht. Lehrervertreter werden öffentlich und medial verstärkt darauf hinweisen, dass eine Generation von Analphabeten herangezogen wird. Nach der Wahl wird der wohlsimulierte Alarmzustand „der Politik“ einfach wieder vergessen, und alles andere auch. Was verbleibt, ist eine weitere Reform der deutschen Rechtschreibung, deren Durchführung und deren Nachbesserungen sich über fünf Jahre hinziehen werden; eine Zeit, in der den Schülern in engen, lauten Klassenräumen zugemutet wird, drei verschiedene vereinfachte deutsche Rechtschreibungen zu erlernen. Einige können hinterher sogar leidlich fehlerfrei schreiben und ein bisschen lesen, wenn sie sich anstrengen. Die meisten lassen sich Texte von ihrem Telefon vorlesen und verlassen sich beim Schreiben auf die Rechtschreib- und Grammatikautomatik nach dem von Google, Apple oder Facebook aufgenommenen Diktat.

Dass Lehrer und Lehrerinnen unter der ständigen Belastung psychisch und psychosomatisch erkranken, teilweise langfristig stationär behandelt werden müssen, teilweise berufsunfähig werden und in vereinzelten Fällen von Idealismus sogar in den resignierten Bilanzselbstmord gehen, wird die Situation zusätzlich verschärfen. In einer aktuellen Stunde des Deutschen Bundestages wegen der Folgen des „Schülertsunamis“ werden sich die Anwesenden im Plenarsaal erheben und den Lehrern und Lehrerinnen, die in der schwierigen Situation weiterhin durchhalten und alles für die Bildung und die Zukunft der Schüler tun, einen ausgesprochen preiswerten einminütigen Applaus spenden. Die Bildzeitung und das Trashfernsehen werden beinahe täglich über die zunehmende Gewalt unter frühpubertären Schülern berichten, denn es gibt ja jeden Tag etwas Schreckliches zu berichten, und mit irgendeinem Köder muss man ja die Zielgruppe zur Reklame ziehen, zum eigentlichen Geschäft des Journalismus.

Es wird Eltern geben, die ihre Kinder von der Schule fernhalten, weil sie ihre Kinder lieb haben. Diese Eltern werden mit Hilfe der Polizei und des Jugendamtes gefügig gemacht, weil Bildung ein unantastbares Recht der Kinder ist, das mit Zwang durchgesetzt werden muss. Wer auch nach Zahlung existenzbedrohend hoher Strafen noch nicht gefügig ist, bekommt die Kinder weggenommen. Die Kinder kommen in das röm.-kath. getragene Kinderheim „St. Blasius“ oder in das ev.-luth. Kinderlebensstift „Zucht und Hunger“. Es soll ja niemand abgehängt werden.

Sechzehn Jahre, nachdem Corona vorbei ist, holen sich die jungen Erwachsenen ihre „Umweltprämie“ für die Anschaffung ihres Erstautos ab — selbstverständlich mit klimaneutralem Akkuantrieb aus Strom, für den Braunkohle und Grüner-Punkt-Verpackungsmüll verbrannt… ähm… thermisch verwertet werden — und werden Verkehrsteilnehmer. Angesichts der Bildungssituation sind die Ansprüche an die Vergabe eines Führerscheines „angepasst“, also gesenkt worden, um Chancengleichheit herzustellen. Bei benachteiligten Menschen wie Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, leseschwachen Menschen und Menschen mit „andersartiger Intelligenz“ ist es für die Erteilung einer Fahrerlaubnis hinreichend, wenn sie den Unterschied zwischen Gas und Bremse kennen und dieses Wissen in einer kurzen mündlichen Prüfung ausdrücken können. Zum Glück fahren die Autos weitgehend autonom, so weit ist die Technik schon. Verkehrszeichen sind längst in allen Farben des Regenbogens gehalten. Die Leistungen der Autoindustrie für die deutsche Wirtschaft werden ohne Unterlass vom politisch-journalistischen Komplex gewürdigt, und der Autokauf ist schon seit einem Jahrzehnt dauerhaft durch ausgezahlte staatliche Prämien subventioniert. Für den Ausbau oder Erhalt von Straßen war deshalb ebensowenig Geld übrig wie für die Schaffung ausreichender Parkplätze, von bezahlbarem Nahverkehr oder Fahrradinfrastruktur ganz zu schweigen.

Achtzehn Jahre, nachdem Corona vorbei ist, gibt es einen akuten Wohnungsmangel, den niemand voraussehen konnte, so dass im Vorfeld leider nichts dagegen getan werden konnte. Bei den jungen Erwachsenen, die unbedingt von ihren Eltern wegwollen, aber keine ausreichend bezahlte Arbeit mehr finden, wird man von einer „Wohnwagengeneration“ sprechen. Mit „Wohnwagen“ sind jetzt normal dimensionierte Pkw gemeint. Für das, was man früher einmal „Wohnwagen“ nannte, wäre ja auch nirgends mehr Platz.

Dank des technischen Fortschrittes, der viele menschliche Arbeiten durch mechanische Arbeiten ersetzt hat und wegen des ernormen Überangebotes verfügbarer Arbeitskräfte gibt es kaum noch existenzsichernd bezahlte Arbeit. Die Sozialleistungen werden nur gewährt, wenn man sich bereit erklärt, auch ohne Entlohnung vierzig Stunden in der Woche zu arbeiten, und sie sind von einer Größenordnung, dass die Vierzig- bis Fünfzigjährigen verklärt von der „guten alten Zeit“ mit dem „fetten Hartz IV“ schwärmen, von dem man so gut leben konnte. Die Sicherung der letzten dreitausendsechshundert unentlohnten Arbeitsplätze in der bundesdeutschen Autoindustrie genießt höchste politische Priorität, und ein kleines Hüsteln von BMW oder VW kann jedes Gesetzesvorhaben stoppen.

Die Inschrift „Dem deutschen Volke“ am Reichstagsgebäude wurde schon vor einigen Jahren durch die Inschrift „Dem DAX und den Märkten“ ersetzt. Es fällt niemanden mehr auf. Dazu müsste man ja lesen können.

Zwanzig Jahre, nachdem Corona vorbei ist, wurde der Lehrbetrieb an den deutschen Hochschulen endlich von allen Barrieren befreit und für jeden Menschen, der keine Arbeit hat, zugänglich. An den geisteswissenschaftlichen Fakultäten wird in völlig überfüllten Hörsälen Bullshitbingo gespielt, und das häufigste Lehrbuch für die Einführungsvorlesungen in Mathematik ist ein altes Vierte-Klasse-Rechenbuch aus dem Jahr 2015, das wegen seines hohen Anspruches heftig umstritten ist.

Nachdem Corona vorbei ist, haben die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland endlich wieder ihre Normalität zurück. Auch ihre politische Normalität. Es wird eine wunderschöne Zeit. So glauben die Menschen.

Wirkung und Wirklichkeit

Alles sieht inkompetent, dumm, psychopathologisch, narzisstisch und damit harmlos aus, aber in Wirklichkeit entdeckt die Classe politique den Staat und seine Bewohner als Beute und lotet jeden Tag scheinbar spielerisch aus, ob sie noch ein Stückchen weiter gehen kann.

Screenshot Tagesschau 24: Leerer Pressekonferenzraum mitten in der Nacht, nichts geschieht, im Raum Stühle, über denen Jacken hängen, ein einzelner Journalist sitzt auf dem Stuhl und ist mit seinem Laptop beschäftigt.

Der Motor

Jeder Kultusminister der BRD, der den Satz „Kinder sind nicht die Motoren des Infektionsgeschehens“ in die Mikrofone und Kameras der Journalisten murmelt, sagt damit die Wahrheit. Die Kinder sind in der Tat nicht Motor, sondern unter der bestehenden Schulpflicht gezwungen. Der Motor des Infektionsgeschehens sind die Coronaleugner aus der Politik und Verwaltung der BRD.