Archive for Mai, 2012


Facebooks Börsengang

Es ist schon bei schummrigsten Lichte betrachtet kaum zu fassen, dass für einen aufgeblähten, mit Reklame vergällten und in seiner technischen Konzeption — „Anwendung im Webbrowser“ — eher ungeeigneten und zudem für Anwender bewusst nachteilig gestalteten Chat so viel „Wert“ an der Börse erzielt werden sollte…

Advertisements

Oase

Weise Hausverwaltung KG, BioMarkt Oasis, Unberechtigt abgestellte Fahrzeuge weren kostenpflichtig abgeschleppt

Wer um sich schaut und jeden Tag sieht, dass er in einer wohlverwalteten Wüste lebt, mag manches wohl als eine Oase empfinden, wenn es ihm von der Reklame so verkauft wird.

Leck die Unendlichkeit!

Langnese-Werbung für das Langnese-Eis 'Magnum' mit dem Claim: Genieße die Unendlichkeit

Albert Einstein soll — so wird es jedenfalls immer wieder in den Apokryphen der Zitatdatenbanken verbreitet — einmal gesagt haben: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“. Eine ganz besonders starke Konzentration unendlicher Dummheit — falls so etwas überhaupt möglich ist, ohne dass es sich gleich zum allgemeinen Segen in einer Singularität aus dem Kosmos verabschiedet — scheint es bei den Reklamemachern für Langnese zu geben, wenn sie sich mal wieder einen neuen Bullshit ausdenken, um leckere, zuckrige Kaltspeise mit gleichermaßen großtönenden wie nichtssagenden Worten an den Konsumenten zu bringen.

Übrigens sind die folgenden Worte ein belegbares Einstein-Zitat:

Sollen sich auch alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen, und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.

Albert Einstein bei der Eröffnungsansprache der 7. Deutschen Funkausstellung und Phonoschau zu Berlin am 22. August 1930

Guten Appetit!

Zum Schutz der Dreihundert

Wenn ungefähr dreihundert antisoziale Gestalten am äußeren Rande der Wirtschaftskriminalität sich die Taschen in öbszöner Gier mit vielen Millarden Euro zum Schaden von gut achtzig Millionen Menschen in der BRD füllen, ermittelt niemand. Wenn ungefähr dreihundert Menschen von einer kleinen Bande von Betrügern abgezogen werden, dann muss diese keineswegs zu verharmlosende Kriminalität als „Argument“ dafür herhalten, dass alle gut achtzig Millionen Menschen in der BRD anlasslos in ihrer Nutzung des Telefons und des Internet überwacht werden sollen, obwohl sogar die Bediensteten der Polizeien wissen, dass auf diese Weise nur die Allerdümmsten der Ganoven dingfest gemacht werden können. Wer Augen hat zu sehen, der mache sie auf!

Für nichts zahlen

Es ist doch „nett“, dass Menschen in der BRD demnächst deutlich mehr Geld für Speichermedien aller Art an die GEMA zahlen müssen, aber wegen der GEMA immer noch keine Videos auf YouTube sehen dürfen.

Die Rückbinder

Von seinem Wortsinn her bedeutet das Wort „Religion“ so viel wie „Zurückbindung“. Schon in dieser ihrer Selbstbezeichnung macht die menschliche Tätigkeit der Religion deutlich, dass sie das genaue Gegenteil von jener Entbindung ist, die einen Menschen aus dem wohligwarmen Zustand des fötalen Daseins reißt, den er vor jedem klareren Bewusstsein im zuckenden Gefängnis des Bauches seiner Mutter erlebte, dass sie nichts weiter als eine radikale Verneinung jedes Erwachsen-Seins ist.

Die Venus im Christuswirken

Anthroposophische Gesellschaft Hannover, Michael-Zweig: Die besondere Erscheinung der Venus 2012, ihr Lauf im Jahr 2012, direkt vor der Sonne, bei den Maya, im Venuspentagramm, im Christuswirken - Vortrag mit Lichtbildern von Willi Linke, Hannover, Freitag, 1. Juni 2012, 20:00 Uhr, Rudolf-Steiner-Haus, Brehmstr. 10, 30173 Hannover

Nach Hannover geradeaus!

Verkehrszeichen mit der Ankündigung einer so genannten Umweltzone für die Richtung geradeaus

Vergessenes Verkehrsschild

Foto eines vergessenen Verkehrsschildes

Ein vergessenes Verkehrszeichen an einem gleichfalls recht vergessenen Wirtschaftsweg, das langsam vor sich hin korrodiert und nach dem das Grün greift, es erinnert durch seine verbleichende Ikonografie daran, dass es auch einmal eine Zeit gab, in der sich das ästhetische Ideal bei der Gestaltung eines Automobiles nicht am Vorbild eines Zäpfchens orientierte.

Odin

Odin hinter der niedersächsischen Landesmuseum

Hinter dem niedersächsischen Landesmuseum zu Hannover sitzt der alte Kriegs- und Totengott Odin auf seinem Thron Hliðskjálf und schaut mit seinem verbliebenen Auge hinüber zur anderen Straßenseite, zur niedersächsischen Staatskanzlei. „Genießer“ der derzeitigen „christdemokratischen“ Landespolitik können sich mit der Vorstellung trösten, dass Huginn und Muninn nach ihrem üblichen Rundflug ihm ob dieses Anblickes leise in die Ohren krächzen, wie sehr sich alle Raben schon auf das große Festmahl freuen, wenn sie die Augen der Politiker, Lobbyisten und Bürokraten picken werden — da werden gewiss auch Geri und Freki ihr Häppchen bekommen…

Hannah-Arendt-Weg

Straßenschild: Hannah-Arendt-Weg in Hannover

Der Vorübergehende kann sich in seiner auf etlichen Erfahrungen mit der hannöverschen Stadtverwaltung erblühenden Heiterkeit so richtig vorstellen, was wohl dortens im Rathause vor sich ging, wo man den Straßen Namen gibt, um Menschen zu ehren. Da fiel dann einem der vielen Aktenfresser und Stempelpresser auf, dass es doch noch eine Hannoveranerin — eigentlich nicht einmal das so richtig, denn sie kam ja aus Linden und wurde direkt am Lindener Marktplatz geboren — namens Hannah Arendt gegeben hat, die doch eine für einen Menschen aus Hannover eher seltene weltweite Bekanntheit dadurch erlangte, dass sie sich gnadenlos nüchtern mit den Strukturen eines totalitären Herrschaftsapparates und seiner Ursprünge auseinandersetzte und desweiteren eine beachtliche, wenn auch leider viel zu wenig rezipierte Reflexion zum Thema des schaffenden und handelnden Menschen verfasste. Nach der muss ja doch unbedingt eine Straße benannt werden, denn Hannover muss ja seine wenigen etwas bekannteren Menschen irgendwie „ehren“ — aber doch bitte keine zu große Straße. Lieber ein kleiner, unscheinbarer Weg, den kaum ein Durchschlendernder als eine Straße empfindet, einen dieser Pfade am trüben Wasser der Leine, dort, wo niemand wohnt und wo es keine Postanschriften gibt. Nicht, dass noch jemand beim Suchen einer Anschrift auf einen nach Hannah Arendt benannten Weg stößt und sich erinnert! Und so einen unscheinbaren Weg haben sie dann auch genommen, die Entscheider im Rathaus.

Es wäre ja auch zu schlimm gewesen, wenn Hannah Arendt in der alltäglichen Gegenwart und Wahrnehmung eines Straßennamens auch nur auf der Ebene eines als erfolgreicher Selbstmörder auf die Schienen gehüpften Fußball-Torwartes gestanden hätte, der gut dreißig Kilometer außerhalb von Hannover lebte. Da gibt man lieber der Frau Arendt ihren kleinen, unbedeutenden und weitgehend unbekannten Weg, und das Problem ist weg…

Die ganze bunte Welt für Kinder

Quietschbuntes Kinderspielzeug vor einem Kik-Textilverramscher

Quietschbuntes Spielzeug am Rand des Parkplatzes vor einem kik-Textilverramscher.

Quengelware im Wartebereich vor einer Supermarkt-Kasse

Quengelware mit dem zynischen Produktnamen „Happy Kids“ im Wartebereich vor einer Supermarkt-Kasse.

Die ganze bunte Welt für Kinder. Ein Spiegelbild des gefräßigen Grau.