Tag Archive: Auto


Freiheitskampf

Menschen, die das Autofahren als ihre Freiheit betrachten, lassen sich um so leichter einen mörderischen Krieg um die letzten Tropfen Erdöl als heldenhaften Kampf für die Freiheit erklären.

Advertisements

Fahrverbote

Die BRD ist ein realsatirisch wertvoller Staat voller realsatirisch wertvoller Journalisten. Wenn die Autohersteller ihre Motoren mit einer Software steuern lassen, die vorsätzlich, in betrügerischer Absicht und unter hoher krimineller Energie dafür programmiert wurde, dass die Messwerte in einer Messsituation innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen, ist das ein viel beachteter Skandal. Wenn hingegen einige Städte der BRD Fahrverbote für gewisse Straßen vorsätzlich, in betrügerischer Absicht und unter hoher krimineller Erergie so verhängen, dass die Messwerte an den aufgestellten Messstationen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen, während die Maßnahme wertlos für die wirkliche Luftqualität bleibt, ist das kein Thema für den Journalismus in Presse und Glotze und somit auch kein Gegenstand in der Wahrnehmung der allermeisten Menschen — nicht einmal angesichts der intellektuellen Zumutung, dass der Schadstoffausstoß durch die gefahrenen Umwege erhöht wird. Die planvolle, gleichermaßen menschen- wie lebensverachtende und asoziale Organisierte Kriminalität ist allerdings in beiden Fällen die gleiche und sie geht in die gleiche Richtung, gleich, ob es die Autohersteller sind, oder ob es die staatlichen Strukturen der BRD sind. Angesichts dieser gleichen Richtung erwarten nur die Dümmsten noch eine Strafverfolgung der Organisierten Kriminalität in der BRD-Wirtschaft. Und außerdem sind die Gefängnisse in der BRD schon so voll mit Schwarzfahrern, Hartz-IV-Brötchendieben und Cannabishändlern…

Wir alle kennen diese pressepropagandistische Rechtfertigung, warum Manager großer Unternehmen für ihre Tätigkeit so außerordentlich hohe Vergütungen, ergänzt um allerlei Bonusse und weitere geldwerte Vergünstigungen, erhalten: Sie bekommen das viele Geld nicht, weil sie so viel und anstrengend arbeiteten, sondern, weil sie so eine schwere Verantwortung tragen.

In diesem Sinne, Herr Winterkorn [Archivversion]: Tragen sie ihre bereits im Voraus reichlich mit Geld bezahlte Verantwortung und stellen sie sich der Justiz der Vereinigten Staaten von Amerika!

Klären sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe, sie seien ein Betrüger und Verschwörer (in Deutschland sprächen wir von „Organisierter Kriminalität“, um das Gleiche auszudrücken) in einem nach allgemeinen Standards fairen, rechtsstaatlichen Verfahren auf, bei dem ihnen jede übliche Möglichkeit der Stellungnahme und Verteidigung eingeräumt wird!

Wenn sie nicht gerade in den vergangenen Jahren alle Menschen belogen hätten, was ich ihnen wegen des in der Bundesrepublik Deutschland geltenden vollumfänglichen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste niemals offen unterstellen würde, dann hätten sie in einem solchen Verfahren nichts weiter zu befürchten, als dass sich für die Zukunft derartige Vorwürfe, wenn schon nicht als völlig haltlos, so doch zumindest als unbelegbare Verschwörungstheorien erwiesen. Sie täten viel für ihren eigenen Ruf, und sie täten viel für den Ruf von VW, der durch den Ruch organisiert krimineller Machenschaften schwer beschädigt wurde.

Oder aber, Herr Winterkorn, sie drücken sich vor ihrer bereits im Voraus bezahlten Verantwortung und zeigen damit allen Menschen gleich zwei Dinge auf einmal: Erstens, dass sie ein zwar großer, aber doch recht ehrloser, schäbiger, mieser und in seiner Inkaufnahme von Gesundheitsschäden bei anderen Menschen menschenverachtender Verbrecher sind, und zweitens, dass es sich bei der Begründung für die hohen Managergehälter und -zulagen um nichts als Propaganda, Lüge und Blendwerk handelt, dass es dabei in Wirklichkeit immer nur um die Bereicherungsabsicht von Managern gegangen ist. Ich glaube nicht, dass sie das wollen können, Herr Winterkorn.

In diesem Sinne, Herr Winterkorn, wünsche ich ihnen einen guten Flug in die Vereinigten Staaten von Amerika und einen angenehmen Aufenthalt! Mögen sie Gerechtigkeit erfahren! :mrgreen:

Kutschenspiegel

Als er mit einem Begleiter an der Niedersächsischen Staatskanzlei vorbeiging und sah, wie sein Begleiter die überdimensionierten Dienstwagen betrachtete, die vor der Staatskanzlei abgestellt waren, sagte der Vorübergehende: „Es ist schon passend, dass Politiker und hohe Verwaltungsbeamte im Hinblick auf Autos den gleichen Geschmack wie die Zuhälter haben“.

Rest in pain!

Heute vor achtzehn Jahren ist nach einem viel zu langen und vor allem für andere Menschen aufs Ärgste folgenreichen Leben der prägende hannöversche Stadtplaner Rudolf Hillebrecht gestorben, der Zeit seines Lebens und mit beachtlichem Erfolg an der Fortsetzung der britischen Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges mit architektonischen Mitteln gearbeitet hat.

Gut, dass dieser Schreibtischtäter nie wieder aufsteht!

Vom Blümchenabwurf auf seinem Grab auf dem Engesohder Friedhof bitte ich abzusehen. Eine gewisse Düngung des wehrlos den Kadaver ertragenen Bodens ist wesentlich angemessener.

Früher…

„Früher“, sagte der Vorrübergehende, „haben wir ja alle noch ätzende Witze der Machart ‚Wenn Microsoft Autos bauen würde‚ gerissen. Und heute können wir fast jede Woche in den Nachrichten lesen, dass ein Automodell gehackt wurde, und für die ausgebeuteten Sicherheitslücken wird nicht einmal mehr Microsoft benötigt“.

Gefahrene

Das so breitmedial angepriesene und demnächst sicherlich Alltag seiende „selbstfahrende“ oder gar „autonome Auto“ ist nichts weiter als die Kontinuität des Kinderwagens im Leben widerwillig großgewachsener Menschen — und an die Stelle der „Unterhaltung“ durch den Griff nach einem darin angebrachten Gehängsel aus bunten, sinnlosen Figuren, die auch gern mal ein Tönchen von sich geben, wenn sie ergriffen werden, treten nahezu bruchlos die Wischgesten über die Oberflächen der Internetgenussgeräte, um sich während der automatischen Fahrt oder anderer Passivitätsphasen ein bisschen Input in die darbenden Sinne zu geben; ein dürrer kommunikativer fast food gegen den Hunger nach Menschsein. Im Spiegelbild solcher als „Bequemlichkeit“ und „Sicherheit“ verkaufter Technikverwendung zeigt sich der infantile Charakter der Gesellschaft genau so deutlich wie das auf infantilem Niveau zurückgebliebene Denkvermögen.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen…

Büroarbeit erledigen, während das Auto ganz von allein fährt: Das ist die Version [sic!] der Zukunft

Keine Satire, sondern Heise Online: Das Auto als neuer Lebensraum? Vernetztes Fahren wird erforscht

„Smarte“ Geräte

Wenn das Gerät (oder später einmal: die Wohnung, die Infrastruktur das Haus, die ganze Stadt) „smart“ ist, dann meint dieses Wort, dass der Nutzer des Gerätes verdummt, beherrscht, enteignet und fremdbestimmt ist. Die meisten Nutzer mögen jene Anspannungslosigkeit, die mit dem Verzicht auf eigene Denktätigkeit einhergeht lieber als den Genuss der Freiheit; und als zusätzliche bunte Glasperle, die den Tausch im Auge des Verdummten noch leichter und besser erscheinen lässt, gibt es ja kostenlose Apps…

Tankstelle

Der Vorübergehende sagte zu seinem Freund: „‚Grand Theft Auto‘ würde dir auch keinen Spaß mehr machen, wenn du tanken müsstet“.

Die „Freien“

Menschen, die ihr Auto brauchen, damit sie zur Arbeit kommen, und die arbeiten, damit sie sich ihr Auto leisten können. Und. Die diesen Kreis für eine „Freiheit“ halten.

Jugend in der totalen Automobilmachung

Werbeschild an einem Autohaus. Aufschrift: 'Junge VW'