Archive for Juni, 2014


Vorwand und Grund

„Schon seltsam“, sagte der Vorübergehende, „dass die USA zwar ein eigens für Bundeskanzler Angela Merkel gemachtes Kryptohandy geknackt haben wollen und dass sie jede Mail und jedes Telefongespräch auf der Welt mitlesen und mithören, dass sie aber dennoch völlig von den mörderischen islamisch-fundamentalistischen Isis-Kämpfern überrascht wurden. Besser könnte man die vollkommene Wirkungslosigkeit der Überwachung gegen so genannten ‚Terrorismus‘ gar nicht illustrieren; klarer könnte man es gar nicht ausdrücken, dass der Vorwand der Überwachung der ganzen Welt niemals der Grund für die Überwachung der ganzen Welt war“.

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Hundert Jahre später

Der Erste Weltkrieg wurde nicht durch Naturgewalten und auch nicht durch einen zum Vorwand genommenen Mord an zwei Produkten des jahrhunderlangen Inzests im so genannten „Adel“ hervorgebracht, sondern durch die menschlichen Tätigkeiten der korrumpierbaren Politik einer gesellschaftlichen Minderheit, des alles korrumpierenden geldmächtigen Wirtschaftens und einer Armee von Schreibtischtätern, die als Journalisten das Unkraut der Propaganda in jeden keimfähigen Kopf einpflanzten — sowie durch hunderte Millionen von atomisierten Menschen, die sich jeder einzeln sagten: „Was kann denn ein Einzelner dagegen tun“. Nichts. Davon hat sich wirklich verändert. Und. Damit das auch niemals jemand bemerke, schreiben die heutigen Schreibtischtäter im Dienste der heutigen Geldherrschaft beim Absondern ihrer als Reklameköder und Hirnerweichungsmittel industriell erstellten Texte von einer „Urkatastrophe“…

Tag der Kinderrechte

Und der Vorübergehende sagte zu seinem Begleiter, als sie an einer Mutter vorübergingen, die in aller Öffentlichkeit ihr Kind in sozial akzeptierter und als von ihr selbst und allen anderen selbstverständlich erachteter Weise verängstigte und misshandelte: „Dafür haben die Staaten einen ‚Internationalen Tag der Kinderrechte‘ eingeführt: Damit der rechtlose Zustand werdender Menschen während des Restes eines Jahres um so besser vergessen werden kann“.

Passive Erwartung

„Wie, du erwartest wirklich, dass die Verbrecher aus der classe politique, aus dem Bankgewerbe und aus der Wirtschaft eine Einsicht bekommen und sich womöglich gar ihres widerwärtigen Tuns schämen?“, sagte der Vorübergehende zum immernoch passiv Wartenden, um diese Scheinfrage gleich selbst zu beantworten: „Die Schweine schämen sich doch auch nicht beim Suhlen, ganz im Gegenteil, ganz im Gegenteil“…

Drei

Hausnummer 3, Am Ihmeplatz, Ihmezentrum

„Ich weiß nicht, wie das Moderne von heute morgen auf die Menschen wirken wird“, sagte der Vorübergehende zu seinem deutlich jüngeren Mitmenschen, „aber ich weiß genau, wie das Moderne meiner Jugend heute auf mich wirkt. Die Verheißung eines neuen, besseren Lebens ist vom Zahn der Zeit gründlich abgenagt worden, die Farben und Formen haben ihr psychisches mana völlig verloren, und was bis heute verblieben ist, das ist die Unmenschlichkeit, die Monströsität und die Kälte“.

Zum Gesunden

Der Vorübergehende sagte zum gesunden Zeitgenossen: „Deine Gesundheit nützt dir gar nichts, wenn du deine Selbstachtung verloren hast“.

Alles wird dem neufrommen Kult am Gelde geopfert

Es ist bewiesen, dass wir mit der Nahrung, die übrigbleibt, die Hungernden ernähren könnten. Wenn Sie Fotos von unterernährten Kindern in verschiedenen Teilen der Welt sehen, dann schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, das ist nicht zu verstehen! Ich glaube, wir sind in einem Weltwirtschaftssystem, das nicht gut ist… Wir haben das Geld in den Mittelpunkt gestellt, den Geldgott. Wir sind in den Götzendienst des Geldes verfallen… Wir schließen eine ganze Generation aus, um ein Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, das nicht mehr zu ertragen ist. Ein System, in [sic!] das Krieg führen muss, um zu überleben… Aber weil man keinen Dritten Weltkrieg führen kann, führt man eben regionale Kriege. Und was bedeutet das? Dass Waffen produziert und verkauft werden, und dadurch sanieren sich die Gleichgewichte der … großen Weltwirtschaften.

Jorge Mario Bergoglio, in den staatsfrommen Medien gern als „Papst Franziskus“ bezeichnet

Wenn ein Finger des Großpfaffen auf den zurzeit zusammenfassend als „Wirtschaft“ bezeichneten Raub am größten Teil der Menschheit deutet, dann deuten drei recht blutige Finger zu den Großräubern und Großmördern des Vatikan und des Katholizismus zurück. Ja, beinahe möchte man denken, dass das Bedauern des Popen übers Unrecht gar deutlich kleiner wäre, wenn dieses Unrecht nur wieder dem Einfluss seiner Totenkult- und Todeskirche zugute käme, die natürlich auch weiterhin mit Appell an die konzentrierte Angst in der menschlichen Psyche ihre bewährte Versicherungsleistung verkauft, die erst nach Eintritt der Verwesung ausgezahlt wird — in kontinuierlicher Kooperation mit allem, was auf dieser Welt mörderisch, verdummend und ausbeutend ist.

Möge der feine Herr Borgoglio mal mit dem politisch organisierten Katholizismus in Norwegen (Zentrumspartei) reden, der gerade Bußgelder und Gefängnisstrafen für Bettler einzuführen gedenkt!

Der Unbefußballerte

„Schau dir an“, sagte der Vorübergehende zu seinem Begleiter, „wie sie jetzt zur Fußball-Weltmeisterschaft mit der Lügenkraft der Reklame jedes noch so fernliegende Produkt befußballern. Sogar der Bäcker legt einen Ball neben seine Brötchen, und er hat tolles Fußball-Gebäck im Angebot. Nur dieser Bestatter, der hat seine Särge im Schaufenster nicht aufgeklappt und mit Bällen gefüllt“…

Kurz verlinkt

Es ist also nicht der Glaube an die Demokratie und damit an die Gleichberechtigung der Menschen, der, wie so oft behauptet, den höchsten Wert in unserer westlichen Welt darstellt! Nein, es ist der (Aber-) Glaube an die staatliche Bildungsmaschinerie, die, wie zu Feudalzeiten, die Menschen in unterschiedliche Stände einsortiert

Funkenflug: Über das Mutigste, was ein Jugendlicher heute tun kann – radikale Schulkritik

Charme (Ausgabe für Hannover)

Hallo C., ich mache mich jetzt auf dem Weg. Bis gleich!

Qualitätsverschwörungstheoretiker

Nachdem die Leitmedien der BRD — das sind sechs Konzerne und das quasi-staatliche Fernsehen — ihre vorübergehende Fassungslosigkeit darüber verloren haben, dass sich ihre Konsumenten nicht jede Meinungsmacherei flutscheleicht ins Bewusstsein machen lassen; nachdem sie ihre offenen Münder wieder geschlossen haben und festgestellt haben, dass die Kommentarlöschungen im „Diskussions“-Bereich nur dazu führen, dass sich gar nicht so wenige Menschen, die eine an Kriegspropaganda gemahnende Einseitigkeit in der Berichterstattung über die Ukraine wahrnehmen, andere Kanäle suchen (die teils sehr fragwürdig sind); besinnen sie sich jetzt darauf, einfach unbelegte Verschwörungstheorien zu verbreiten um mit dieser Ausbreitung von Furcht, Unsicherheit und Zweifel darauf zu setzen, dass möglichst viele ihrer Leser glauben, diese ganzen kriegsmüden, NATO- und EU-kritischen sowie einseitige Berichterstattung und offensichtliche Propaganda benennenden Äußerungen stammten aus einer Fabrikhalle irgendwo im weiten Russland, in der halbverhungerte Gestalten unter der Terrorherrschaft Wladimir Putins im Schutze der Anonymität des Internet die Propaganda in billige Tastaturen hineindreschen — und das soll einfach nur deshalb geglaubt werden, weil es die Süddeutsche Zeitung so herausgekriegt hat. Aus 138 Megabyte Daten, die ominöse Hacker beschafft haben. Und natürlich, weil sich bei Umfragen der Leitmedien — siehe oben — ein ganz anderes Bild als bei den Kommentaren ergibt, was wohl auch mit der Formulierung der gestellten Frage zusammenhängt. Nach dem Qualitätsjournalismus kommt jetzt die Qualitätsverschwörungstheorie, die sich vor allem noch dadurch von der geächteten und verspotteten Verschwörungstheorie unterscheidet, dass ihre Verbreiter einen Presseausweis besitzen und ihre Publikationen vom so genannten „Leistungsschutzrecht“ geschützt sind, also kurz gesagt dadurch, dass sie ein Businessmodell ist.

Mit Gruß von Элиаз Швердтфегр, nach Meinung von Qualitätsjournalisten bezahlter Mitarbeiter in Wladimir Putins Internetpropagandaarmee an der Blog-, YouTube, Twitter und Pressefront¹. Gruß an meinen Propaganda-Kollegen Jens Berger, der sich ebenfalls einer kleinen Anmerkung nicht enthalten konnte. Die Links in der Anmerkung lohnen sich.

Nachtrag 13:20 Uhr: Premium Propaganda [sic!] eines bezahlten SZ-Trolls

¹Nur, um das für Menschen mit Satireerkennungsschwäche klarzustellen: Ich halte Wladimir Putin — anders als etwa der Hartz-IV-SPD-Ex-Bundeskanzler Gerhard „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröder — für ein autokratisch regierendes Arschloch. Im Gegensatz zur FIFA — deren Entscheider sich für die propagandistisch höchst wertvolle Fußball-Geldmeisterschaft 2018 in Russland sicherlich gut und teuer schmieren ließen — bekomme ich kein Geld von Wladimir Putin und würde es auch nicht annehmen. Und jetzt wieder viel Spaß beim Brüllball!

Weitgehend zutreffende Beschreibung

Schwere körperliche Arbeit, die Sorge um Heim und Kinder, kleinliche Streitigkeiten mit Nachbarn, Kino, Fußball, Bier und vor allem Glücksspiele füllten den Rahmen ihres Denkens aus. Es war nicht schwer, sie unter Kontrolle zu halten.

George Orwell, 1984, Ein utopischer Roman | [via]