Archive for April, 2018


Love!

Das weiterhin vor sich hin zerfallende Ihmezentrum mit Graffiti 'Love' und einem kläglich gescheiterten Versuch, etwas Farbe an der Fassade anzubringen.

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Der Heitere

Der Vorübergehende sagte zu seinem Bruder im Staub: „Ich bin eigentlich ein sehr trauriger Mensch, und deshalb bin ich so ein fröhlicher Mensch; ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch, und deshalb bin ich so ein trauriger Mensch“.

Klarheitsmethode

Eine halbwegs, aber keinesfalls völlig sichere Methode, bei klarem Verstand zu bleiben, besteht darin, sich immer von dort abzuwenden, wo sich die Massen sammeln, sich niemals mitreißen zu lassen und seinen individuellen Geist und seine persönliche Verantwortbarkeit niemals durch einen im Regelfall irrationalien überpersonalen Prozess ersetzen zu lassen. Und das gilt durchaus schon für kleinere Gruppen, so sie im psychischen Gleichschritt gehen. Wo die Vielstimmigkeit zum Einklang wird, wird die Vielfalt zur Einfalt, und zwar meist zur rohen, groben, dummen Einfalt — sei es im Fußballstadion, sei es in der Kirche, sei es im Bierzelt, sei es während der Sportpalastrede.

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„Wie haben sie sich gefühlt?“
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Sport (mit massiver Markenwerbung im Bildmaterial)
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Eine Beilage, so dick und schwer wie die Zeitung selbst

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Jobmotor

So so, die werte Frau Bundeskanzlerin hält also die so genannte „künstliche Intelligenz“ für einen „Jobmotor“. In der Bundesrepublik Deutschland sind schon Menschen für deutlich kleinere Realitätsverluste in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen worden…

Dauerhaft archivierte Version der Tagesschau-Meldung gegen die Depublizierung…

Smart und kalt

Immer wieder lese und höre ich, dass Roboter „intelligent“ seien und „denken“ könnten. Niemals lese und höre ich, dass Roboter „mitfühlend“ seien und „lieben“ könnten. In der Wortwerdung der gegenwärtigen kollektiven gesellschaftlichen Fetische spiegelt sich die ebenso gegenwärtig von jedem Menschen eingeforderte unmenschliche Kälte, das zum erneuten Sprießen bereite Wurzelwerk der faschistischen Barbarei.

Bayern

„In diesem Bayern, in dem ‚psychisch kranke‘ Menschen demnächst ohne medizinischen Grund in einer menschenrechtsfreien Zone beliebig ihrer Freiheiten werden dürfen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „da ist doch auch Gustl Mollath mit seinem angeblichen ‚Schwarzgeldkomplex‘ zuhause, dem von der bayerischen Justiz beinahe ein Jahrzehnt seines Lebens geraubt wurde. Die Menschen vergessen so schnell im Strom der neueren Neuigkeiten“.

Von der Ungleichheit

Als die Katze sagte, dass Mäuse besser als Katzen seien, widersprach ihr die Maus im geübten Widersprecherton: „Aber das ist doch nur ein umgedrehter Rassismus, in Wirklichkeit sind alle Tiere gleich“. Die Katze ging gar nicht darauf ein und bekräftigte ihre Aussage: „Aber mitnichten, Mäuse sind sehr viel besser als Katzen“, fing die Maus ein, spielte sie nach alter Katzentradition zu Tode und fraß sie genussvoll auf.

Sinnbild des Kapitalismus

Ein mit Schlamm gefüllter Einkaufswagen

Streik

„Hach, was wäre das schön“, sagte der Vorübergehende zum Mitmenschen, der ihm mit einem Schwall von im Fernsehbetrieb hochgespülten Nichtigkeiten langweilte, „wenn es mal — und sei es nur für zwei Wochen — einen Streik beim Fernsehen gäbe, damit der Geist sich mal wieder aufrappeln kann. Aber es ist zu befürchten, dass sich die Menschen dann auf die Zeitungen stürzen würden, damit ihre Gehirne ja nicht zu arbeiten beginnen“.

Unerträglich

Am unerträglichsten finden Menschen immer noch jene Fakten und Wahrheiten, die sie mit erheblichen psychischen Aufwand verdrängt haben. Da reicht schon eine Andeutung, um die gesamte affige Dummheit und Gewaltbereitschaft der Psyche zu entfesseln.

Wider die rhetorische Kriegsführung

Wir können das Arsenal der Waffen nicht aus der Welt schreiben, aber wir können das Arsenal der Phrasen, die man hüben und drüben zur Kriegsführung braucht, durcheinander bringen

Max Frisch, ᛉ 1911, ᛣ 1991