Archive for Januar, 2016


Auf die Knie

Bei der Betrachtung eines feierlichen Gottesdienstes sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin: „Menschen, die sich vor jemandem verbeugen oder gar auf die Knie gehen, weil er so groß ist, spiegeln in dieser Geste so lächerlich deutlich wider, dass sie diesen mit ihrer Haltung erst groß machen“.

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Verdacht

Immer, wenn sich jemand stark parfümiert, erweckt er — sogar mit einem gewissen Grund — den Verdacht, dass er damit den Geruch der bereits beginnenden Verwesung zu überdecken versucht.

Herzchen

Eines der kältesten ikonografischen Symbole, das der über die gegenwärtige Gesellschaft ablaufende Prozess hervorgebracht hat, ist das von Menschen und Unmenschen immer inflationärer verwendete Symbol des Herzens. Statt, wie vorgeblich, dem kaum verbalisierbaren psychisch-emotionalen Spannungsfeld von Begehren, Zuneigung und Vertrauen Gestalt zu geben, passt es unter dem kalten Regiment der Allvermarktung von der Toilette bis zum Bordell überall hin.

Die Wandigkeit von Menschen

Der Vorübergehende erklärte seiner Zeitgenossin: „Ich beleidige Menschen nicht, weil ich sie hasse oder verachte, sondern, weil mich ihre dreiste Dummheit so hilflos zurücklässt und ich dennoch nicht resignieren mag. Ein Gespräch mit einer Wand ist sinnlos; wo sie sich in den Weg stellt, geht man drumherum, und wo das nicht möglich ist, weil sie einen umgibt, bedarf es grober Mittel“.

Meldenswertes aus der BRD

„Du lebst in einem Staat“, sagte der Vorübergehende zu seinem überaus deutschen Zeitgenossen, „in dem es eine Meldung in der Hauptnachrichtensendung des Staatsfernsehens ist, dass so genannte ‚Volksvertreter‘ sich vor der Abstimmung auch das Vertragswerk anschauen dürfen, über das sie abstimmen sollen. Und“, fügte er mit einem Grinsen hinzu, dass seinen Zeitgenossen sichtlich provozierte, „du willst mir eine politische Partei nahelegen, die diesem verbrecherischen Kungelpapier von Halunken schon programmatisch zugestimmt hat, als noch niemand irgendeine Einsicht hatte? Da müsste ich aber ganz schön dumm sein, wenn ich die mit meiner Stimm-Abgabe legitimieren würde“…

„Mutti“

Dass es den Menschen in der BRD so leicht fällt, Bundeskanzlerin Angela Merkel spöttisch als „Mutti“ zu bezeichnen, ist ein Spiegelbild der gernverdrängten Tatsache, dass Mütter im Regelfall nicht für ihre Kinder da sind, die Entfaltung und jede Erfahrung ihrer Kinder mit willkürlicher Gewalt verhindern, ihren Kindern vorsätzlich Schaden zufügen und ihre Kinder niemals ernst nehmen — denn eines hat noch keine Mutter ihrem Kinde verziehen: Dass der Zwerg einfach wächst und ein richtiger Mensch wird. Die Menschenverachtung der Politik der „alternativlosen Mitte“ erscheint als eine natürliche Fortsetzung der grimmigen Nestkälte entvaterter Kinder; die wirtschaftlich so „wertvolle“ Entpolitisierung und Infantalisierung ganzer Gesellschaftsschichten setzt einfach nur fort, was früh schon begonnen wurde und sich mit vorbewusster Wirkmacht durch das Leben zieht.

Fass dich kurz!

Je schneller jemand zum Punkt kommt, desto kürzer ist der Satz vorm Punkt.

Social Media

Social media“ ist ein auf sozialen Bedürfnissen des Menschen wucherndes und offenbar die Denkfähigkeit von Menschen lähmendes Krebsgeschwür des Internets, das herausoperiert werden muss, bevor es alles andere im Internet erstickt!

Roboter kosten Jobs…

Schon immer war es die Verheißung und der einzige Sinn des gesamten technischen Fortschritts, die leidige Arbeit zu erledigen, so dass Menschen weniger arbeiten müssen. Wer in der zunehmenden Erfüllung dieser Verheißung ein Problem sieht, ist rückwärtsgewandt und dumm. Eine Arbeit, die auch von einer Maschine erledigt werden kann, ist schlicht nicht menschenwürdig.

Im Spiegel der Bitcoins

Wenn „Bitcoin“ eines deutlich widerspiegelt, dann ist es die vollkommene, psychische Irrationalität des Geldsystemes und der daran geknüpften Idee vom „Wert“.

Kauft Eier, Leute!

Schokoladen-Ostereier in einem Regal bei Aldi Nord -- genau das Richtige im kalten, nassen Januar!

Kauft Eier, Leute! Nur noch zweiundsiebzig Tage bis Ostern!

Akzeptanz durch Penetranz

Seit Jahrhunderten haben die Massenmedien — also die Stimmverstärker der Herrschenden und Besitzenden und die Marginalisierer des Lebens der Einzelnen aus der Masse — und die von ihnen bezahlten Mietstimmen der Journalisten die gleiche niederträchtige Methode, mit der sie bislang jede noch so miese, menschenverachtende und mörderische Sache vorangetrieben haben: Sie haben Akzeptanz durch Penetranz hergestellt. Und. Sie konnten so vorgehen, weil sie den Widerspruch gleich mitaufgeführt und damit erstickt haben.

Kein anderes Geschäftsfeld wird vom Internet so vernichtend erwischt werden wie der Journalismus. Und. Das ist gut.