Archive for Dezember, 2006


Silvesterfeuerwerk

Die Idee, mit ein paar Knallern die bösen Geister zu verjagen, ist ja durchaus nicht schlecht. Allerdings sind die im Handel angebotenen Sprengstoffportiönchen zu diesem Zweck in Deutschland bei weitem nicht ausreichend.

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Alle Menschen sind Brüder. Bis auf die Schwestern.

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Das Schafott, Spieltisch der Erbosten

Dieser dunkle (und etwas zu schnell formulierte) Gedanke steht hier in erster Linie, weil ich von eingen Zeitgenossen um einen Standpunkt zu diesem Thema gebeten wurde. Es ist nicht mein Thema, es ist mir so fern und damit bedeutungslos wie der Mond, der sein trübes Licht in die Nacht sendet.

Der frühere irakische Tyrann und Volksvergaser Saddam Hussein – das ist der, den alle gleichgeschaltenten westlichen Medien nur noch als „Saddam“ bezeichnen – gehört wirklich nicht zu den Menschen, die ich besonders betrauern werde. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich über seine kommende Hinrichtung erfreut bin, diese als gerecht oder auch nur als gerechtfertigt empfinde.

Ob eine Todesstrafe von einem so genannten „Rechtsstaat“ (auch mit „demokratischer“ Legitimation) ausgeführt wird, oder ob sie im Rahmen einer terroristischen Gewaltherrschaft vollstreckt wird, macht im Ergebnis keinen Unterschied. Am Ende steht immer ein Toter. Es handelt sich um einen gesetzlich ermöglichten, juristisch abgesegneten, staatlichen Mord, der im grellen Widerspruch zu der ansonsten starken Ächtung von Tötungsdelikten steht. Es ist schlechterdings absurd, jemanden wegen begangener Morde zu töten; das an sich schon zweifelwürdige „Gewaltmonopol“ jeglichen Staats gegen seine Einwohner nimmt in der Durchführung einer Todesstrafe seinen grellsten Kontrast und seine abstoßendste Fratze an. Dass eine solche Strafe am Ende eines juristisch-bürokratischen und damit unpersönlichen Aktes steht, beleuchtet die tendenzielle Individuuenverachtung juristisch-bürokratischer Strukturen in einer Weise, die von einem Fühlenden und Denkenden nur noch als widerlich empfunden werden kann; ein Eindruck, der sich in diesem Falle noch dadurch verschärft, dass vom ersten Moment dieses an einen Schauprozess erinnernden Spektakels an kein anderes Urteil zu erwarten war.

Was soll der Sinn einer Todesstrafe sein, welchen Zweck soll sie haben? Soll sie zur Abschreckung anderer Täter dienen? So schnell wird sich kein zweiter Hussein finden, und wenn die Abschreckung durch die Todesstrafe wirkte, müsste die Häufigkeit von Tötungsdelikten in Staaten mit Todesstrafe wie etwa den USA gering sein, was nicht der Fall ist. Soll sie eine Mitteilung an den Täter sein, aus der er etwas lernen kann? Ein Toter weiß mit keiner Mitteilung mehr etwas anzufangen. Eine Todesstrafe ist nur ein Signal an die Gesellschaft, in deren Inneren solche sauberen Tötungen vollzogen werden.

Die Todesstrafe ist nichts weiter als die Rückschritt des Rechts in seinen frühesten Ursprung, in die institutionaliserte Rache, die Wohlverhalten über den Hebel der Angst erzwingen will. Es ist nur die Aufrechnung „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, allerdings in die etwas zeitgemäßere Form von Strafgesetzbüchern gefasst, aber damit keinen Deut weniger barbarisch. In diesem Kontext ist es gerecht, wenn gerächt wurde – und dieses affektive Denkungsweise erweist sich gerade in verfahrenen gesellschaftlichen Situationen als verschärfend, brutalisierend und jeden Ausgleich verhindernd.

Die Abwendung der meisten Staaten von der Todesstrafe ist ohne jeden Zweifel eine der begrüßenswerten zivilisatorischen Leistungen der letzten Jahrzehnte. Sie ist noch jung, und sie ist leider noch nicht so stabilisiert wie etwa die allgemeine Ächtung der Prügelstrafe, der Arbeitslager oder der barbarischen Amputation von Körperteilen als juristische Mittel. Wenn hier unter dem Banner eines „demokratischen“ Neubeginns ein Rückgriff auf Staatsgewalt in ihrer rohesten Form gemacht wird, die ja eigentlich jetzt im Irak überwunden werden soll, so ist dieser Neubeginn schon an seiner Wurzel faul und zum Scheitern verurteilt. Dabei hat der Irak auch ohne diesen nun bevorstehenden Justizmord schon so viele schwere Hypotheken aus seiner Vergangenheit abzutragen, dass die Aussichten mehr als trübe sind.

Die Haltung eines Staates zur Todesstrafe ist ein Kennzeichen für seine Kultur und seine Achtung des Menschen um seiner Menschlichkeit willen. In der Ablehnung der Todesstrafe liegt eine bedeutende Begrenzung der Verfügungsgewalt des Staates über die Menschen im Staate. Diese Begrenzung ist das Gegenteil der völligen Unterordnung der Menschen unter die Staatszwecke in den faschistischen und „realsozialistischen“ Gesellschaften des zwanzigsten Jahrhunderts; sie könnte das bleiben, was aus einer trüben Zeit gelernt wurde. So lange ein Staat an der Vollstreckung der Todesstrafe festhält, ist alles Reden von „Menschenrechten“ nur ein schön klingendes Lippenbekenntnis, das in bestimmten oder vielen Situationen völlig bedeutungslos für die Menschen ist. Es ist kein Zufall, dass die gleichen Staaten, die Todesstrafen vollstrecken, auch nur geringe Hemmungen zeigen, andere barbarische Formen im Umgang mit Menschen zu praktizieren: Folter, Beschränkungen der Meinungsäußerung und die absichtsvolle Konservierung und Vertiefung starker sozialer Unterschiede mit unüberwindlicher, herkunftsabhäniger Ungleichverteilung persönlicher Chancen. Das Befürworten der Todesstrafe bedeutet die Verneinung alles dessen, was an der Zivilisation gut ist. Staaten, welche die Todesstrafe praktizieren, verabschieden sich mit diesem Tun aus den zivilisierten menschlichen Gemeinschaften. Egal, ob es sich dabei um die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten von Amerika oder demnächst den Irak handelt.

Aber bei aller grundsätzlicher Erwägung ist noch ein anderes, was nicht übersehen werden darf: Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein hat sich in der gesamten Zeit seines Wirkens als rücksichtslos und brutal agierender Mensch erwiesen, mit dem kein Frieden möglich ist. Es besteht ein Bedürfnis der friedliebenden Irakis, vor diesem entmachteten Potentaten mit seinen immer noch existierenden Heerscharen von gewaltbesoffenen Anhängern geschützt zu werden, und dieses geht klar über die Verhältnisse eines normalen Bankräubers hinaus. Dieser Situation ist in irgendeiner Weise Rechnung zu tragen, und dafür wären schwierige Abwägungen zu treffen. Wie eine angemessene Würdigung dieser Situation aussehen könnte, kann ich aus meiner Ferne nicht sagen. Die juristische Schaffung eines Märtyrers wird hier allerdings eher nicht zur Befriedung beitragen, sondern eher die Entschlossenheit einer Guerilla, die nichts mehr zu verlieren hat, zusätzlich verschärfen.

Wenn man versucht, Software gut in eine andere Sprache zu übersetzen, kann einem diese Aufgabe eher zur Verzweiflung bringen als der Versuch, normale menschliche Mitteilungen zu übertragen (wenn sie nicht gerade von James Joyce stammen). Das liegt am technischen Charakter der Software, der komische Metaphern für zuvor namenlose Erscheinungen hervorbringt, wo die technischen Möglichkeiten in Sprache gekleidet werden müssen.

Ich plage mich gerade damit herum, ein paar treffendere deutsche Übersetzungen für die Texte im Blogsystem WordPress zu finden, mit dem ich ja selbst dieses Blog betreibe. Motiviert werde ich davon, dass ich mich immer wieder über schlechte Übel-Setzungen ärgern kann. Leider bedeutet dieses Ärgern-Können nicht, dass mir Besseres einfällt.

Schwierig ist zum Beispiel schon das erste Übersetzungsproblem; der Name für die Startseite des Administrationsmoduls. Diese heißt auf englisch einfach „Dashboard“, und das ist (unter anderem) eine Bezeichnung für das Armaturenbrett am Auto mit seinen Möglichkeiten der Bedienung und des Ablesens. Der Mensch, der diese (zurzeit offizielle) deutsche Übersetzung angefertigt hat, wusste das anscheinend nicht und übertrug dieses Wort als „Tellerrand“ ins Deutsche, was obskur und völlig irreführend ist.

Aber so oft ich mich auch darüber ärgere, wenn ich dieses unpassende Wort sehe. Mir will einfach keine kurze und treffende deutsche Bezeichnung für eine Seite einfallen, die einen schnellen Einblick über das Blog und aktuelle WordPress-Nachrichten gibt. Ich habe schon einmal an das Wort „Kontrollzentrum“ gedacht, aber das ist ein recht künstliches Wort, das selbst schon wieder wie ein Fremdkörper wirkt. Doch auch ein kurzes und zunächst klares Wort wie „Übersicht“ befriedigt mich nicht, da ja jede Seite im Administrationsmodul in der einen oder anderen Weise eine Übersicht über einen gewissen Bereich des Blogs darstellt. Bleibt vielleicht noch „Zusammenfassung“, aber das meint im Deutschen nun einmal eine Zusammenfassung von Inhalten und nicht eine eher lockere Auflistung von Nachrichten und technischen Informationen. Es will einfach kein guter Begriff in meinen Geist fallen; ich finde nicht die passende Metapher.

Und da ich wahrscheinlich nicht der einzige Mensch bin, dem es so geht, wird sich wohl in den nächsten Jahren eine völlig absurde Nebenbedeutung des Wortes „Tellerrand“ in der deutschen Sprache breit machen.

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Leuchtkörper

Es ist seltsam. Einerseits sieht man oft, vor allem in den Nächten zum Jahresende, Glühlampen in der Form einer Kerze. Aber man sieht niemals eine Kerze in der Form einer Glühlampe.

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Massenstanze

Das ist ein wirklich bemerkenswert, wie hier „Die Zeit“ Hans Hartmann, den ersten Intendanten des Westdeutschen Rundfunks zitiert hat: Es handelt sich laut Hartmann beim Fernsehen um eine

[…] Massenstanze, ein Instrument von grenzenloser Überredungsmacht, ein Mittel der Narkose und der Suggestion. Ich glaube, man sollte an die Schalthebel dieses Instruments nur Leute heranlassen, die das nie vergessen.

Inzwischen haben wir ein Fernsehen, an dessen Schalthebel beinahe nur noch Leute herangelassen werden, denen die hypnotische und suggestive Kraft des Mediums sehr bewusst ist und die diese Kraft schamlos ausnutzen: Die Werber.

Ein Großteil des Programmes der öffentlich-rechtlichen Anstalten dient ja nur noch den Zweck, Menschen zur Werbung zu locken, die in diesem Zug immer mehr zum eigentlichen Inhalt des Programmes gerät. Das wirtschaftsfinanzierte Fernsehen transportierte von seinem ersten Tag beginnend ebenfalls nur Sendungen, die zur Verpackung des eigentlichen Inhaltes (und Geschäftes) dienten: der Werbung. Unter der allein wirtschaftlichen „Sinngebung“ allen menschlichen Strebens im gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozess entsteht eine klare inhaltliche Konformität, Eintönigkeit und Langweiligkeit der Produkte der Contentindustrie – gleich, ob es sich dabei um staatlich subventionierte Anstalten oder der wirtschaftlichen „Vernunft“ verpflichtete Unternehmen handelt.

Auch das wissen die Fernsehmacher aller Kanäle genau. Deshalb wird der Ton der Werbung mit erheblicher Kompression ausgestrahlt, damit er auch schön laut wirke und den Zuschauer wecke, der vom öden Programm längst eingeschlafen ist.

Via SideEffects.

Die Enteignung der Sprache

Es ist schrecklich, dass einem der gegenwärtige gesellschaftliche Prozess sogar die Worte zum Sprechen, zum Sich-Miteilen und zum Denken raubt. Es gibt so viele an sich gute und klare Wörter, die von der Werbung und der populisitischen politischen Rede so weit entjungfernt wurden, dass sich beim offenen Aussprechen dieser Wörter nur noch Scham breit machen kann. Sie fallen aus dem Mund auf den Boden, in den Dreck.

Ob es sich um das Wort „Sünde“ handelt, dass nach einigen Jahrzehnten systematisch und geschäftstüchtig ausgebreiteten Diätwahns nur noch an Sahnetörtchen denken lässt, ob es sich um das Wort „Liebe“ handelt, dessen affektive Kraft alles verkaufen soll; alles von der Hure bis zum Parfüm – es sind Worte, die einem Fühlenden und Denkenden beim Sprechen so weh tun, dass er ihre Verwendung vermeidet. Das an sich hübsche und aussichtsvolle Wort „Reform“ hat wegen seines politischen Missbrauches in den letzten Jahren nur noch die Bedeutung einer Verschlechterung und Erkaltung von Lebensumständen der meisten Menschen, es ist unverwendbar geworden. Wer aufmerksam ist, findet schnell hunderte der Beispiele. Die Sprache wird unter diesen Umständen entweder roh und dumpf oder kalt und fühllos; sie strahlt dabei auf das Denken aus, da jede höhere geistige Tätigkeit mit der Sprache verheiratet ist. Der Verlust der Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für die Roheit und Kälte, die der Fühlende zur Jetztzeit bedauert.

Michael Jackson

Wie krank die vom gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozess zerfressenen Gesellschaften wirklich sind, zeigt sich am deutlichsten in einigen Extremfällen, die das Entmenschte wie in einem alles vergrößernden Zerrspiegel deutlich machen. Michael Jackson ist nur ein (im Anfang seiner Karriere übrigens recht talentierter) Popstar, ein Produkt der und für die Contentindustrie. Aber er hat es verstanden, seinen gesamten Körper und wohl auch sein Wesen dieser Bedingung anzupassen und hat sich selbst zum Produkt gemacht. Was ist an diesem Menschen noch im „Auslieferungszustand“? Nur unter den kranken Bedingungen der Jetztzeit kann jemand als schwarzer Mann geboren werden, um irgendwann als weiße Frau zu sterben.

Wie doch die alles verwirtschaftende Sprache der Reklame in die Sprache der Menschen eindringt und in ihnen jeden fühlenden Gedanken erstickt! Wo vor noch gar nicht so langer Zeit Beziehungen vermittelt wurden, weil die Menschen nicht mehr unmittelbar zueinander fanden, da gibt es jetzt Kontaktbörsen und Singlemärkte, damit auch wirklich alles menschliche unter dem Diktat ökonomischer Begriffe und Denkweisen betrachtet werde. Und wie bereitwillig Menschen diese dumme Metapher vom Markt der Beziehungen nachplappern – ein zu trefflicher Spiegel einer unmenschlichen Gesellschaft, die jedem Menschen eine völlige Verwirtschaftung seines gesamten Schaffens abfordert. Kaum etwas gibt dem Sehenden ein klareres Bild von der allgemeinen Kälte als der allgemeine Verkauf der Herzen, der jede Beziehung auf die Ebene der Prostitution herabzieht.

Was man feiert

Die Haltung der christlichen Religion zu Jesus aus Nazaret zeigt sich in den großen Festen dieser Religion und damit auch in dem, was nicht gefeiert wird. Diese sind Ostern, Weihnachten und Pfingsten. Was dort gefeiert wird, ist die Auferstehung Jesu nach seinem Tod, die Geburt Jesus und die Gründung der christlichen Kirche (letzteres wird irreführend den Gläubigen als die „Ausgießung des heiligen Geistes“ verklausuliert).

Kein Fest dieser Religion feiert das, was Jesus aus Nazaret von den Menschen gefordert hat und was Jesus aus Nazaret an Religion, Gesellschaft und Herrschaft kritisiert hat. In dieser kleinen Tatsache spiegelt sich trefflich, dass diese Religion längst zur Stütze von Gesellschaft und Herrschaft geworden ist.

Nochmal BlogCounter

Ich habe mich ja schon vor einigen Tagen über die Statistiken von BlogCounter ausgelassen. Meine Bewertung klang trotz der Schwächen recht versöhnlich, was ich jetzt als Fehler einsehen muss.

Es ist nämlich nicht nur so, dass BlogCounter Statistiken mit einem systematischen Fehler erstellt – damit kann man leben, wenn die ungefähre Größenordnung des Fehlers bekannt ist. Darüber hinaus „erfreut“ diese frische Website des Jahres ihre Nutzer und den Rest des Internets auch mit einer besonders antisozialen Tätigkeit: Der in den Blog eingefügte Code dient offensichtlich zum Spammen von Suchmaschinen.

Die Funktionsweise der Suchmaschinen-Spam ist sehr einfach. Es wird ein einzufügender Code angeboten, der mit folgender Aufforderung daher kommt:

Wichtig: Bitte bauen Sie den HTML-Code unverändert in Ihre Seiten ein, da er sonst seine Funktion verliert. […]

Dieser Code enthält für einige Blogs einen Link auf andere Websites, deren Ranking auf diese Weise durch die Verlinkung gehoben wird. Der Spam-Link wird normalerweise nicht sichtbar, da er durch den eingeblendeten Zähler von BlogCounter ersetzt wird, wenn der Server von BlogCounter funktioniert und nicht JavaScript im Browser abgeschaltet wurde. Für den Robot einer Suchmaschine erscheint dieser Link jedoch als ganz gewöhnlich gesetzter Link, der in die Ranking-Algorithmen einfließt und die so mit Spam beworbenen Internetsites in der Ergebnisliste nach oben befördert.

Es ist vielleicht überflüssig zu erwähnen, dass das Zählverfahren wohl keineswegs von der Entfernung des Spam-Links beeinträchtigt wird. Man verlässt sich bei BlogCounter offenbar darauf, dass die meisten Menschen zu wenig technisches Verständnis haben, um diesen kleinen aber dreisten Schwindel sicher erkennen zu können und den HTML-Code deshalb ungelesen und unverändert in ihrem Blog einfügen.

Ich habe nun für so maches Geschäftsmodell Verständnis. Aber als Internet-Nutzer bin ich – wie übrigens jeder Internet-Nutzer – sehr darauf angewiesen, dass Suchmaschinen gute Ergebnisse liefern. Für ein Geschäftsmodell, dass in einem mutmaßlich groß angelegten Versuch besteht, diese Ergebnisse durch Spam zu manipulieren, kann ich beim besten Willen kein Verständnis mehr aufbringen. Statt dessen empfinde ich tiefe Verachtung, die ihre Ursache darin hat, dass ich auch unter den anderen Formen der Spam-Plage im Internet leide und so manche Viertelstunde meines Lebens mit dieser kommerziell motivierten Ausbeutung eines Netzwerkes von Computern und Menschen zu kämpfen habe.

Um es einmal so klar und unfein auszudrücken, wie es mir auf der Zunge liegt: Wer spammt, hat bei mir verschissen. 👿

Leider gibt es auf der BlogCounter-Homepage keine einfache Möglichkeit, den Account zu kündigen, sonst würde ich das tun. Auf jeden Fall werde ich darauf verzichten, weiterhin die fragwürdigen Dienste dieses Anbieters in Anspruch zu nehmen, deshalb ist der kleine Zähler aus diesem Blog verschwunden.

Selten passt meine Kategorie „Lichtscheues Gesindel“ so gut zu gewissen Umtrieben im gegenwärtigen Web2.0-Orkus. Die Spam ist gut versteckt und wird für die meisten Menschen gar nicht richtig sichtbar, stattdessen wird ein an sich nützlicher Dienst für Blogger sichtbar gemacht. Ich kann nur hoffen, dass sich das Jesus-Wort „[…] es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, und ist nichts geheim, was nicht an den Tag kommen soll“ (Mk. 4, 22) in der deutschen Bloggosphäre an BlogCounter erfüllt.

Via Visualhype

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Es ist schon komisch, was Menschen nebeneinander glauben können. Sie glauben fast alle, dass schon einmal Menschen den Mond betreten haben, aber sie glauben auch fast alle, dass es gut ist, den Kindern dumme Märchen vom Weihnachtsmann zu erzählen. Wie tief doch die Spalte sind, die sich in jedem Bewusstsein auftun können, und wie leer es in diesen Spalten ist!

Ein frohes und ruhiges Fest!

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