Category: Lichtscheues Gesindel


Deniz Yücel

Wie viele Panzer es wohl für einen freigelassenen Journalisten geben wird?

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Extremismus und Terrorismus

Die Lenkung der Gedanken durch flutartig verabreichten journalistischen Input für den Denkapparat der Menschen ist vollends gelungen: Alle reden vom mörderischen Extremismus und Terrorismus der Religion (außer der eigenen) und viele haben richtiggehend Furcht davor, aber niemand redet vom mörderischen Extremismus und Terrorismus des gegenwärtigen Kapitalismus, der nichts weiter als eine kalt-quasireligiöse Vergötzung der Gier ist, und niemand entsetzt sich ob seiner angerichteten Schrecken an allen Fronten, die den Terrorismus als eine Betätigung im Kindergarten erscheinen lassen.

Es sind 45 Personen, Menschen mag ich sie nicht nennen, weil Menschen ja soziale Wesen sind, denen die Hälfte des Geldes und der Güter in der BRD gehört — unterdessen verarmt der größte Teil der Bevölkerung schleichend, zerfällt die Infrastruktur, erstickt jeder Wunsch und Wille einer Gestaltung unter den bleiernen „Sachzwängen“, die von diesem Pack und seinen Speichelleckern geschaffen werden. Über allen eine Raute und die steintote Angst der Menschen vor jeder Veränderung.

Journalist, du Schreibtischmörder, der du nicht wie ein Söldner wegen des guten Geldes, sondern wegen der Tätigkeit tätig bist, das ist dein Werk, dein täglich Werk, es ist, wofür du morgens aufstehst, wofür du deinen Tag lebst, woran du deinen Stolz fütterst, wenn du Feierabend hast, und deshalb bist du ein Feind! Und sonst gar nichts.

Malvertising

Die von Werbegeldern für die Schaffung attraktiver Werbeplätze bezahlten Journalisten sprechen vom Malvertising, als ob es jemals ein Goodvertising gegeben hätte.

»Fake News« und NetzDG

Politiker, die mit schwer strafandrohnenden Vorzensurforderungsgesetzen für bestimmte Websitebetreiber gegen die gesellschaftlichen Auswirkungen von öffentlich geäußerten Unwahrheiten vorzugehen vorgeben, wären in diesem Tun viel weniger empörend und lächerlich, wenn sie nicht gewohnheitsmäßig in jedes hingehaltene Mikrofon und in jede laufende Kamera hineinlügen würden.

Die Psychenversteher

Sowohl die Werber als auch ihre Helfer und Helfershelfer — vom contentindustriellen Clickbait-Journalisten bis hin zu den Klitschen, die Social-Media-Websites betreiben — verstehen die Psyche des Menschen ganz hervorragend, und ihr Verständnis der menschlichen Psyche fließt jeden Tag in ihre Arbeit ein. Das haben sie mit Hütchenspielern und Trickbetrügern gemeinsam.

Zeit für mehr Dummheit

„Lies die Propaganda und Reklame nicht, um dir deine Psyche davon aufheizen zu lassen und dann dumm zu werden und zu handeln, sondern lies sie, damit dein Gehirn aufhört zu dösen und wach ist!“, sagte der Vorübergehende zu einer Frau, die allen Ernstes noch daran glaubte, dass in den Zeitungen oder gar auf Wahlplakaten etwas Wahres zu lesen sei. „Wenn es wirklich so wäre, dass Frauen für die gleiche Arbeit und die gleiche Leistung rd. zwanzig Prozent weniger Lohn bekämen, wie es die politische Propaganda in die Welt lügt, dann gäbe es keine arbeitslosen Frauen mehr und die Ausbeuter würden Männer nur noch als einen Notbehelf einstellen, wenn die billigeren Frauen einmal nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Und wenn du erst einmal so durch allereinfachste Überlegungen erkennst, wie übel dir manipulativ mitgespielt werden soll, dann weißt du, mit was für einem lichtscheuen Gesindel du es zu tun hast“.

Ich strebe an, Bundeskanzler zu werden. Und wenn Frau Merkel in mein Kabinett eintreten will, kann sie das gerne als Vizekanzlerin tun

Martin Schulz¹, von der Partei mit einer Hundert-Prozent-Wahlentscheidung gekürter Kanzlerkandidat der SPD

Ein Hauch von 2005 zieht ob dieses vollständigen Realitätsverlustes (sicherlich nicht nur) durch meine Erinnerung. Wer einem völlig von der Wirklichkeit entkoppelten Wahnsinn Macht verleihen will, muss SPD wählen.

¹Ich konnte leider nicht die Quelle verlinken und musste mir mit einem Screenshot behelfen, weil die Frankfurter Allgemeine beschlossen hat, mit ihrer Website die Organisierte Internetkriminalität zu fördern und dazu sogar ihre Leser belügt.

Das „Wüten“ des Hurrikans

Screenshot tagesschau.de -- 'Irma' wütet in Florida: Wind lässt nach - Gefahr bleibt

Dass die veröffentlichte Sprache von Journalisten immer wieder schreckliche, aber völlig emotionslose Naturereignisse „wüten“ lässt, doch auf der anderen Seite so viele Euphemismen für die psychisch-selbstsüchtigen, rücksichtslosen, asozialen und oft kriminellen Taten und Untaten der Menschen aus der herrschenden und besitzenden Klasse erfindet, sagt alles über die Journalisten.

Journalistisches Selbstverständnis

Das in seinem Tun sichtbar werdende Selbstverständnis eines Journalisten ist nicht das eines Berichterstatters, der anderen Menschen vom Wer, Was, Wo, Wann, Wie und Weshalb der Geschehnisse erzählt (und dies vielleicht um eine Einschätzung, einen Kommentar, einen nicht-offensichtlichen, größeren Kontext ergänzt), sondern das eines Erziehers für zum höheren Spott als mündig bezeichnete Erwachsene, der anderen Menschen im meist manipulativer und psychisch gewalttätiger Weise sagt, was sie denken, fühlen, machen und unterlassen sollen. Journalismus und menschliche Würde passen nicht zusammen; und es ist die Zeit gekommen, den Journalismus abzutun und seine Täter in eine gesellschaftliche Ecke zu stellen, in der sie keinen großen Schaden mehr anrichten können.

Peinlich…

Es ist schon mehr als nur ein bisschen peinlich, wenn der Spiegel aus seiner angeblichen „Bestsellerliste“ einen Titel streicht und mit dieser Streichung völlig klar macht, dass es sich bei seiner Behauptung best seller über dieser Liste um nichts weiter als eine Reklamelüge handelt, die nichts mit Verkaufszahlen, aber viel mit redaktionellen Entscheidungen mit mutmaßlichem Schleichwerbehintergrund zu tun hat.

„Lügenpresse“ mag als Wort pfui und nazi sein, aber eine „Wahrheitspresse“ ist es nicht und nie gewesen. Wer glauben will, dass es an anderen Stellen des gleichen Blattes anders ist, glaube weiter… aber ein Grund zu diesem dummen, der Wahrnehmung widersprechendem Glauben besteht nicht.

Was der Journalismus der BRD in Wirklichkeit und Wirksamkeit leistet, erkennt ihr an dem einen Wort, das ihr in journalistischen Machwerken aus der BRD niemals lest, wenn die Machenschaften der großen Autohersteller (mit ihren ganzseitigen Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften) berichtet werden: „Organisierte Kriminalität“. Und. An dem Wort, das ihr in journalistischen Machwerken aus der BRD sehr häufig lest, wenn die Machenschaften der großen Autohersteller (mit ihren ganzseitigen Anzeigen in Zeitschriften und Zeitungen) berichtet werden: „Schummeln“.

Wer Augen hat zu sehen, der sehe!

Der Herr Nur, Mensch…

So oft sagt ein aktiver Menschenfeind nach seiner unmenschlichen Tätig- und Tätlichkeit, wenn man ihn darauf anspricht, zur zusätzlichen Verhöhnung seiner Opfer: „Ich bin doch auch nur ein Mensch“.