Category: Lichtscheues Gesindel


Konsumlaune

Als am Vorübergehenden ein Nachrichtenticker mit dem Text „Corona: Konsumlaune sinkt auf Rekordtief“ vorbeiscrollte, sagte er leise: „Das ist aber auch immer ein Jammer für diese Wirtschaftsredaktionen in Presse und Glotze, dass diese Menschen so eine geringe Sterbelaune haben! Wenn sie sich doch nur opferten und entschlossen für die wahren Werte der Wirtschaftsredaktion und ihrer Sponsoren stürben, für die guten Zahlen und das Wachstum und die Dividenden“.

Nachplappern

Wer Wahrheiten einfach nur unreflektiert und ohne eigene gedankliche Tätigkeit nachplappert und weitererzählt, erweckt ja schon den Verdacht, nicht zu den hellsten Leuchten im Lampenladen zu gehören, ist jedoch eher harmlos. Aber gefährlich dumm sind jene, die Unwahrheiten und bewusst geäußerte Lügen unreflektiert nachplappern und weitererzählen und damit massenhaft vermehren. Man nennt diese Menschen Journalisten: Ihr Werkzeug ist die Zwischenablage, ihre Tätigkeit ist die industrielle Anfertigung von Kopien, ihre Haltung ist die Intelligenzverachtung und ihr Beruf ist die Vermarktung von Werbeplätzen, die in so viel journalistischem Sumpf aus Lüge, Halb- und Unwahrheit gleich ein bisschen glaubwürdiger aussehen.

Motivation

„Die Regierungen reagieren ja nicht auf die Corona-Pandemie, um den regierten Menschen zu helfen und ihnen das Leben zu retten“, sagte der Vorübergehende gelassen zu seinem Zeitgenossen, der ihm aufgeregt von der Ansprache der Bundeskanzlerin erzählte, „sondern nur, um ihren Günstlingen zuzuarbeiten und ihre Macht zu erhalten. Und jeder, der Posten und Pfründe erringen oder behalten will, nickt zustimmend“.

„Erinnerst du dich noch“, sagte der Vorübergehende lächelnd zu seinem angesichts der Corona-Seuche kurz vor einer völlig irrationalen Panik stehenden Mitmenschen, „wie die Bertelsmann-Stiftung im Sommer des letzten Jahres öffentlich einforderte [Archivversion], die Anzahl der Krankenhäuser in der Bundesrepublik Deutschland um rd. sechzig Prozent zu reduzieren, um die Versorgungsqualität für die Patienten zu verbessern und die Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal zu mildern. Das sind die Halunken aus der Reichstagslobby, denen die CDU, die SPD, die CSU, die FDP, die Grünen und letztlich auch die AfD hörig sind; das sind die Halunken, deren Stimme in Presse und Glotze jeden Tag bis zur Unerträglichkeit verstärkt wird; und wegen solcher Halunken läuft es in der BRD genau so, wie es in der BRD Kohls, Schröders und Merkels nebst aller ihrer Speichellecker läuft. Nicht nur im Gesundheitswesen. Was gesät wird, das wird geerntet und gefressen. Guten Appetit“.

Alfred rotiert im Grabe

Kann nicht endlich einmal jemand der Europäischen Union den 2012 so feierlich verliehenen Friedensnobelpreis wieder wegnehmen?

Geständnis

Der oder die Verdächtige, der oder die Beweismittel vernichtet, um den Tatherlauf zu vertuschen, legt mit diesem Verhalten auch ein Geständnis ab. Auf diesem Hintergrund ist die Kenntnis der vernichteten Beweismittel gar nicht mehr erforderlich.

Und wer ihm oder ihr dabei zur Seite steht, ist Komplize.

Die Bundesregierung erfüllt mich mit Stolz auf das, was ich nicht geworden bin.

Erfolgreiche Selbstemanzipation

Die Politik und der Journalismus sind voller Menschen, die sich so sehr von sich selbst emanzipiert haben, dass sie sich bei ihren dummen Untaten, intelligenzverachtenden Lügen und halbseidenen Machenschaften nicht mehr schämen müssen, sondern ganz allgemein und persönlich völlig unverbindlich über die Schwäche der menschlichen Natur klagen können — ohne die geringste Dämpfung ihres grenzenlosen Narzissmus.

Wendehälse in der SPD: Malu Dreyer

Sozialstaatreform der SPD
„Wir wollen Hartz IV hinter uns lassen“

„Wir wollen Hartz IV hinter uns lassen“, sagte die bisherige kommissarische Vorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer […] „Wir wollen Lebensleistung anerkennen“ […] Beim Bürgergeld sollen Langzeitarbeitslose bei Pflichtverletzungen nicht mehr so streng sanktioniert werden. So soll eine Kürzung der Wohnkosten abgeschafft werden. Eine komplette Streichung von Leistungen soll es nicht mehr geben

[…] Dazu sollten Arbeitsmarktreformen treten. „Jeder Mensch in unserer Gesellschaft hat ein Recht auf Arbeit“, sagte Dreyer

[Dauerhaft archivierte Version der Tagesschau-Meldung]

Foto von Malu Dreyer, darunter der Text 'Wendehälsin'Nein, Frau Dreyer, das von ihnen postulierte „Recht auf Arbeit“ gibt es in der BRD nicht, stattdessen hat jeder Mensch in der BRD lt. Artikel 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland das unabdingbare Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Ebendies, Frau Dreyer, ist eines der so genannten „Grundrechte“ in der BRD, das in dem von ihrer eigenen Partei, Frau Dreyer, vorangetriebenen Hartz-IV-Staat mit seinen Gewaltmaßnahmen, seiner millionenfach erzwungenen Zeitarbeits-Sklaverei und seinen Hundert-Prozent-Sanktionen bis in die Obdachlosigkeit mit Füßen getreten wurde. Wenn sie und ihresgleichen, Frau Dreyer, unter dem Reklamespruch von einer „neuen Zeit“ von einem angeblichen „Recht auf Arbeit“ sprechen und dabei das Erfordernis einer anständigen, existenzsicherenden Entlohnung für diese Arbeit vergessen, dann zeigt sich in der von ihnen, Frau Dreyer, angeblich angestrebten „neuen Zeit“ die Kontinuität der früheren Zeit, ja, es zeigt sich gar durch den Nebel der Jahrzehnte eine Kontinuität, die bis in die offizielle Arbeitsverherrlichung der Nationalsozialisten auf dem Hintergrund faktischer Zwangsarbeit zurückreicht.

Arbeit ist, im grellen und exakten Gegensatz zu dem, was sie in ihren verlogenen und intelligenzverachtenden Reden von sich geben, kein „Recht“, sondern die Summe dessen, was Menschen unter Rückstellung des Lustprinzips tun, weil es eben getan werden muss, um zivilisatorische Ziele zu erreichen und zu halten. Um Menschen zur Rückstellung des Lustprinzips hinter das Erfordernis der Arbeit zu bringen, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Motivation durch Einsicht und für die Arbeit gewährte Vorteile, die dem Arbeitenden auch das Erreichen persönlicher Ziele ermöglichen, oder die Gewalt des Zwangs.

Natürlich ist das etwas vereinfachend gesagt, denn trotz aller andersgerichteten Bemühungen des von ihrer Partei und von ihren grünen Komplizen, Frau Dreyer, planvoll und vorsätzlich vorangetriebenen Hartz-IV-Staates mit seinem geforderten und geförderten sowie staatlich subventionierten Billigarbeitsstrich und dem damit verbundenen Lohndumping sind die abhängig Beschäftigten in der BRD immer noch etwas besser gestellt als Leibeigene, wenn sich auch etliche nicht viel besser dabei fühlen.

Ihre Partei, Frau Dreyer, steht seit mindestens zwei Jahrzehnten für die Anwendung von Zwangsmaßnahmen, für existenziellen Druck, um Menschen gefügig zu machen. Es ist in meinen Augen kein Zufall, dass es binnen dieser zwei Jahrzehnte nach den Plänen des kalten Egomanen und Sozialdämonkraten Gerhard „Wladimir Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröder zu einem kaum übersehbaren Zerfall zivilisatorischer Errungenschaften kam, sondern eine mittelbare Folge der von ihnen aktiv mitgetragenen und mitgestalteten SPD-Politik. Sie haben seit 1994 keinerlei vernehmbar geäußerten Probleme mit dieser Politik gehabt, ja, ihnen ist es sogar gelungen, in diesem Umfeld an Ämter, Würden und Pfründe zu kommen, bis hin zu einer Berufung zur Landesministerin durch Kurt „Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job“ Beck und durch ihren heutigen stellvertretenden Parteivorsitz in der SPD.

Wenn sie, Frau Dreyer, angesichts deprimierender Umfrage- und Wahlergebnisse der SPD, die daher rühren, dass nur noch eine immer kleiner werdende Minderheit der Bevölkerung willens ist, ihre Feinde mit politischer Macht auszustatten, ebendiese SPD in eine „neue Zeit“ führen wollen, wirken sie darin genau so „glaubwürdig“ wie die „Wendehälse“ beim Zerfall der DDR, die auf einmal schon immer gegen den SED-Staat waren, als es opportun geworden war, gegen diesen Staat zu sein. Sie erwecken also den nicht abschüttelbaren und ausgesprochen schmierig-ekligen Eindruck einer bei Bedarf flugs dahinlügenden politischen Opportunistin, und dementsprechend sind die Erwartungen, die man jetzt schon an sie und ihresgleichen hat, wenn man sie nur reden hört, Frau Dreyer.

Wenn sie — aus vielleicht durchaus ehrenwerten Motiven — weiteren Schaden von ihrer SPD abwenden wollen, kann ich ihnen nur eine Empfehlung geben: Treten sie aus der SPD aus. Das muss keineswegs das Ende ihrer politischen Karriere sein, denn sie, Frau Dreyer, können mit ihren Ideen von „Recht“ und „Arbeit“ sowie ihrem unerquicklichen Menschenbild mit Leichtigkeit einer faschistischen oder neofaschistischen Partei beitreten, wo sie auf breite Zustimmung treffen werden. Denn wenn die SPD stinkt, dann tut sie dies auch wegen des Duftes, der verströmt wird, wenn sie ihren verlogenen Mund öffnen, um intelligenzverachtend nach Alzheim zu grüßen.

Foto von Malu Dreyer: © Olaf Kosinsky Olaf Kosinsky creator QS:P170,Q30108329, 2019-01-27 Malu Dreyer Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 4719, CC BY-SA 3.0 DE

Fehler

Spätestens 2019 sollte es jeder bemerkt haben, sogar ein Politiker mit SPD-Hintergrund: Die rot-grüne „Agenda 2010“ hat keine Fehler, die man korrigieren könnte. Sie war und ist der Fehler.

Volkstrauertag

„Ich fände es ja besser“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „wenn man der deutschen Gemordeten der großen deutschen Kriege gedächte, indem man es Politikern untersagte, über Militäreinsätze der Bundeswehr als politisches Mittel auch nur laut nachzudenken und es ihnen bei Gefängnisstrafe untersagte, solche Menschenopfer am weltpolitischen Spieltisch auch noch voranzutreiben. Es wäre besser, als dass einmal im Jahr am Volkstrauertag allen Menschen in der BRD das Tanzen verboten wird, aber mit Polizei, Knüppel und Ordnungsgeld. Noch schlimmer als jedes Tanzverbot ist die staatsgewordene Heuchelei, in die hinein es verhängt wird, damit die routiniert abgeworfenen Kränze wenigstens mit einer gezwungen aussehenden Simulation des Gedenkens auf den Ehrenmalen liegen. Denn diese Heuchelei hört am Montag nach dem Volkstrauertag nicht auf, und für den, der aufrecht geht, sieht die Beflaggung in der BRD jeden Tag nach halbmast aus“.

Lohndumping

„Politisch die Bedingungen dafür zu schaffen und aufrecht zu erhalten, dass Menschen für ihre Arbeit immer weniger Lohn bekommen und von Jobcentern in reine Ausbeutungsmodelle der Marke Zeitarbeit gezwungen werden“, sagte der Vorübergehende zu seinem vom Wahlergebnis entsetzten Zeitgenossen, „ist niemals eine Politik der ‚Mitte‘ gewesen, sondern immer eine gegen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung machtvoll durchgedrückte politische Gestaltungsidee zu Gunsten einer winzigen Minderheit. Das Gleiche gilt für die scheibchenweise Abschaffung der Rente und der Krankenversicherung. Im wenig Mitleid und viel Spott erweckenden Jammerton der angeblichen ‚Parteien der Mitte‘, dass sie so viele Stimmen an den ‚extremen Rand‘ verloren hätten, spiegelt sich ein dermaßen vollumfänglicher Realitätsverlust, dass er in solch wahnhafter Breite, wenn er einmal bei einem Menschen statt bei einer Partei aufträte, dazu führte, dass vom Richter ein Vormund bestellt werden müsste. Die Classe politique in der CDU, CSU, SPD, FDP und bei den Grünen hat sich vollständig von der gesellschaftlichen Wirklichkeit der BRD emanzipiert. Sie kreist um sich selbst und um gefährliche Wahnideen“.

Im Spiegelbild der Drohung

In der Tatsache, dass Recep Tayyip Erdoğan ganz offen damit drohen kann, 3,6 Millionen Flüchtlinge nach Europa zu schicken, spiegelt sich grell und überdeutlich, was für einen Charakter die bisherigen Abkommen mit der Türkei haben und was für ein menschenverachtendes Geschmeiß es ist, das solche Abkommen aushandelt — und zwar keineswegs nur auf türkischer Seite.