Tag Archive: Hirnfick


Krise

„Es handelt sich übrigens nicht um eine Corona-Krise“, sagte der Vorübergehende zu seinem mediengenießenden Zeitgenossen, „sondern um eine Corona-Seuche. Und wenn du die globale Erwärmung ernst nimmst, handelt es sich dabei auch nicht um eine Klima-Krise, sondern um eine Klima-Katastrophe. Jene Politiker und Journalisten, die in ihren Sprechakten fürchterliche Geschehnisse zur ‚Krise‘ erklären, als handele es sich um eine Situation, die durch ein paar politische Gipfel, Gespräche und Gesetze beendet werden könne, spiegeln in diesem Wort, dass sie ihr eigenes Geschwätz nicht einen Moment lang für wahr halten oder nicht einen Moment lang für wahr halten wollen, dass sie also einfach ungestört wie die Träumenden im brennenden Bette weitermachen wollen, und das färbt auf alles Denken ab, das diese Worte vernimmt und ihnen Glauben schenkt“.

Prozess

Der neueste Neusprech geht so: Da, wo Krieg ist, also beispielsweise im Nahen Osten oder in Afghansitan, spricht man in den Nachrichten in Presse und Glotze nicht mehr vom Kriege, sondern vom „Friedensprozess“, der leider immer wieder durch „Querelen“ und „Schwierigkeiten“ beeinträchtigt wird. Bei so erfreulichen „Friedensprozessen“ kann man auch gleich wieder in das Kriegsgebiet Afghanistan abschieben.

Diese vorsätzlich manipulative Sprache wird von den gleichen Journalisten präsentiert und druckmaschinenschwarz in den Schädel geätzt, die auch schon seit Jahrzehnten den Neusprech aktiv in jeden Artikel tragen, der die früheren, klar und unmissverständlich benannten Kriegsminister zu „Verteidigungsministern“ machte. Noch zwanzig Jahre dieses vorsätzlich manipulativen Neusprechs, und niemand wird mehr Anstoß an einer Meldung nehmen, dass bei den laufenden „Friedensprozessen“ in irgendeiner für die jeweilige außenpolitische Strategie der USA bedeutsamen Region der Welt mehrere Ortschaften zerstört und zehntausende Zivilisten getötet wurden. Am „Verteidigungsminister“ nimmt ja auch niemand mehr Anstoß.

Wenn man Journalist ist und den Menschen aus dieser Position die Welt erklären will, dann kann man so etwas wie Organisierte Kriminalität zusammen mit massenhaftem und gewerbsmäßigem Betrug zum Schaden der eigenen Kunden und Steuerhinterziehung natürlich auch mit einem geradezu frivol anmutenden Wort wie „Affäre“ bezeichnen.

Das ist nicht verboten. Und irgendwie muss man es ja nennen, wenn man nicht zu so einem völlig angemessenen Wort wie „Kriminalität“ greifen mag.

Wenn man ein fühlender und denkender Mensch ist und diese gewollt unterschwelligen, aber in der Tat offensichtlichen und intelligenzverachtenden Bezeichnungen Organisierter Kriminalität durch Journalisten wahrnimmt, stellt man dabei allerdings fest, dass der Journalist seine Leser und Hörer mit vorsätzlich manipulativer Wortwahl beeinflussen, verblenden und letztlich belügen will — und dass sich die großformatigen Anzeigen in den journalistischen Produkten auf die ekelhaftest denkbare Weise völlig nahtlos in den redaktionellen Teil einfügen und ein Produkt aus einem Guss ergeben.

Jene, die das Wort „Lügenpresse“ so energisch zurückgewiesen haben, sind keine Wahrheitspresse.

No matter how nasty a statement is, censorship is nastier.

Richard Stallman

Irgendwann, in nicht mehr allzuferner Zeit
Werden die von euch erwählten
Mit Amt und Würden wohlgeschmückten
Und reich mit euerm Geld versorgten
Freunde der vorgeschobnen Gerechtigkeit
Mit riesigen Maschinen, die zum Preis
Von nur noch fünf gelösten Welthungerproblemen
In den Weltenraum geschossen wurden
Die Sonne wie mit dickem Sack verdunkeln.
Damit endlich auch die Blinden
Den Sehenden gleichgestellt sind.

Bis dahin freilich
Gibt es „nur“ Genetikquoten,
Kinder in schulischer Gehirnwäsche
Und erzwungene Genderkunstsprache.
Zur leichteren Gewöhnung
An die Sozialgenetik derer
Die nicht für „Rechte“ sich halten
Sondern für „Aufrechte“. Sind sie
Doch ein wohlgetreues Spiegelbild der „Rechten“.

Denn Reflexion hat zweierlei Bedeutung.
Gute Nacht.

Schnell gegangen

„Nicht einmal zehn Jahre Reklame, Journalismus und weiter fortschreitende zwischenmenschliche Vereisung hat es gebraucht“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „den Menschen so wirksam einzureden, dass Smartphones und Facebook in ihrem Leben unverzichtbar seien, dass kaum noch jemand zweifelt. Und wer jetzt immer noch nicht daran glaubt, ist ein Sonderling; rückständig, dumm und potenziell gefährlich, besser nichts damit zu tun haben. Nicht einmal die totale Automobilmachung ist in Deutschland dermaßen schnell gewesen“.

Ein reiches Land

„Nein“, sagte der Vorübergehende zu seinem journalismusgläubigen Zeitgenossen mit den täglich industriell gestanzten Denkschablonen, „du und ich, wir leben nicht in einem reichen Land, sondern wir leben in einem Land der Reichen“.

„Hassverbrechen“

„Achte auf die Sprache, in der die Nachrichten nachgerichtet werden, damit du dich danach richtest!“, sagte der Vorübergehende während der Tagesschau. „Wenn ein Araber oder ein sonstiger Nichtarier in ein Gebetshaus geht und dort betende Menschen ermordet, ist das Terrorismus, wenn aber ein Arier in ein Gebetshaus geht und dort betende Menschen ermordet, ist das ein Hassverbrechen. Denn ein Arier kann dort, wo man Nachrichten nachrichtet, niemals ein Terrorist sein“.

Screenshot von der Tagesschau-Website: Mutmaßlicher Täter offenbar identifiziert -- Der mutmaßliche Täter habe sich den Beamten gestellt und sei festgenommen worden, hieß es weiter. Medien berichteten, der Verdächtige sei als ein 46 Jahre alter Amerikaner identifiziert worden, der in Sozialen Netzwerken durch rechtsgerichtete Kommentare aufgefallen sei. Die Behörden erklärten, sie würden die Tat bei ihren Ermittlungen als Hassverbrechen einstufen. Das FBI hat demnach die Ermittlungen übernommen. Die Behörde geht derzeit davon aus, dass der Mann alleine gehandelt hat. Der Verdächtige wird mit Schusswunden im Krankenhaus behandelt.

Quelle des Screenshots: ARD-Tagesschau [Archivversion im Lande Depublizierungspflicht]. Sachdienliche Hinweise, worin wohl der Unterschied zwischen so genanntem „Terrorismus“ und so genanntem „Hassverbrechen“ liegen könnte, nehmen alle Journalismusdienststellen entgegen.

Der feine Unterschied…

Wenn ich jemanden totschösse, dann beschrieben Journalisten diesen Vorgang in den journalistischen Produkten als: Er hat jemanden erschossen. Doch wenn ein Polizeibeamter jemanden mit seiner Dienstwaffe totschießt, dann beschreiben Journalisten das in den journalistischen Produkten mit den Worten: Jemand starb durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe. Und in Härtefällen stellen die Journalisten uns auch die ganz besonders gebauten Waffen der Polizeibeamten vor; diese Waffen, mit denen die werten Polizeibeamten gar nicht mehr schießen müssen, sondern bei denen sich nur noch ein Schuss löst.

Liebe, Kreativität und Nachhaltigkeit

Screenshot Instagram -- Instagram-Kanal 'ihmezentrum' -- Foto des Stadtwerke-Gebäudes im Ihmezentrum, der Bildausschnitt ist so gewählt, dass der Zerfall im Ihmezentrum nicht sichtbar wird, dafür gibt es einen weiten Ausblick über die Stadt. Dazu der Text von 'ihmezentrum': 'Der wohl beste Raucherbereich für Angestellte der Stadt #Hannover auf dem Dach vom #Ihmezentrum #Enercity #Linden #Ihme #Heimat #Stadt #Urban #Zukunft #Beton #Concrete #Brutalismus #Brutalism #Transformation #Wandel #Liebe #Love #Kreativ #Kreativität #Nachhaltigkeit'.

PR wird von intelligenzverachtenden Menschenfeinden betrieben, bis den fühlenden und denkenden Menschen angesichts der Wirklichkeit beim Erbrechen die Galle hinterherkommt.

Danke, B., für den Hinweis! Ich bekomme ja kaum mit, was auf Instagram los ist…

Unterhaltungsproduktionen

Die beliebten Unterhaltungsproduktionen unserer Populärkultur sind auch nur eine Form der Propaganda, und zwar für den Aufrechterhalt des bestehenden Zustandes, so unerträglich er für viele auch sein mag. Kein Wunder, dass diese Produktionen mit einem derartigen Ernst und Aufwand betrieben werden.

Das „Wüten“ des Hurrikans

Screenshot tagesschau.de -- 'Irma' wütet in Florida: Wind lässt nach - Gefahr bleibt

Dass die veröffentlichte Sprache von Journalisten immer wieder schreckliche, aber völlig emotionslose Naturereignisse „wüten“ lässt, doch auf der anderen Seite so viele Euphemismen für die psychisch-selbstsüchtigen, rücksichtslosen, asozialen und oft kriminellen Taten und Untaten der Menschen aus der herrschenden und besitzenden Klasse erfindet, sagt alles über die Journalisten.

Neues Werkzeug

Seit der Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ zur Diskreditierung anderer Menschen und Meinungen allein schon aus dem einen Grund nicht mehr verwendbar ist, dass sich zu viele dieser „Verschwörungstheorien“ als Wahrheit und klandestine politische Praxis herausgestellt haben, brauchten jene, die professionell (also: erwebsmäßig) andere Menschen und Meinungen diskreditieren, kleinhalten und nach Möglichkeit auch unterdrücken, ein anderes, noch unverbrauchtes sprachliches Werkzeug für ihre spezielle, propagandistische Form der Menschenbehandlung. Wie schnell sie sich doch aus diesem Mangel heraus auf das im August des Jahres 2016 von Bundeskanzlerin Angela Merkel geprägte Wort „postfaktisch“ gestürzt haben, auf das wahre deutsche Unwort des Jahres!

Die Jury, die das „Wort des Jahres“ kürt, besteht vor allem aus Journalisten. Von daher ist diese Auswahl nicht überraschend.