Tag Archive: Hirnfick


Neues Werkzeug

Seit der Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ zur Diskreditierung anderer Menschen und Meinungen allein schon aus dem einen Grund nicht mehr verwendbar ist, dass sich zu viele dieser „Verschwörungstheorien“ als Wahrheit und klandestine politische Praxis herausgestellt haben, brauchten jene, die professionell (also: erwebsmäßig) andere Menschen und Meinungen diskreditieren, kleinhalten und nach Möglichkeit auch unterdrücken, ein anderes, noch unverbrauchtes sprachliches Werkzeug für ihre spezielle, propagandistische Form der Menschenbehandlung. Wie schnell sie sich doch aus diesem Mangel heraus auf das im August des Jahres 2016 von Bundeskanzlerin Angela Merkel geprägte Wort „postfaktisch“ gestürzt haben, auf das wahre deutsche Unwort des Jahres!

Die Jury, die das „Wort des Jahres“ kürt, besteht vor allem aus Journalisten. Von daher ist diese Auswahl nicht überraschend.

Kritiker

„Lass dir nicht und niemals von Journalisten vorgeben, in welcher und wessen Sprache du denkst, denn diese Sprache formt deine Gedanken!“, sagte der Vorübergehende zum Zeitungsleser. „Ich bin kein ‚Freihandelskritiker‘, wie es der Journalist im Brote von Milliardären nennt, aber ich halte Geheimverhandlungen, bei denen etwas herauskommen soll, was nicht ein Handelsabkommen, sondern ein unter Missbrauch von Mechanismen des Völkerrechtes etabliertes wirtschaftliches Geheimgericht fern auch nur der Simulation demokratischer Kontrolle ist, für die Vorbereitung des Faschismus — und Politiker, die so etwas vorantreiben sowie die Journalisten, die ihnen dabei helfen, für Faschisten. Ich bin ein Faschismuskritiker, kein ‚Freihandelskritiker'“.

Schergen der Kryptokratie

Jene Journalisten, die sich dazu hinreißen lassen, im Kontext des „Brexit“ die Europäische Union als „demokratisch“ zu bezeichnen, wären auch unter Adolf Hitler, Josef Stalin oder Saddam Hussein etwas geworden.

Differenziert

Nicht, daß du mich belogst, sondern daß ich dir nicht mehr glaube, hat mich erschüttert.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

Wie fein der Herr Sozialpädagoge in seiner von den Herrschenden und Besitzenden bezahlten Tätig- und Tätlichkeit ein „das musst du differenziert betrachten“ zu seinem jeweiligen Opfer sagt, wenn er das von seinem Opfer Gesagte in Wirklichkeit relativieren und ignorieren will. Er äfft im Kleinen und Lächerlichen die sprachlichen Strukturen jener „Argumentation“ nach, mit denen die Ausübung der Herrschaft durch systematische (und zu ihrer Durchsetzung immer auch offen gewalttätige) Verneinung individueller Einsichts- und Verständnisfähigkeit gerechtfertigt wird. In der Kleinheit dieses Spiegelbildes der Herrschaft zeigt sich, was für ein großes Arschloch der Herr Sozialpädagoge ist. Es nimmt nicht Wunders, dass solches Geschmeiß nach einigen Jahren „Erwachsenennacherziehung“ an diversen, meist wegen ihrer Lebenssituation ausgelieferten und wehrlosen Opfern so häufig Interesse daran entwickelt, selbst politisch tätig zu werden und dass er dann in den Parteiapparaten der Herrschenden und Besitzenden mit größerem Willkommen empfangen wird und leichter zu Amt und Pfründen kommt als ein Maurer, Klempner, Programmierer, Physiker, Altenpfleger oder Arbeiter.

Palmwedel, wiegend im milden Wind

Das Wort „Steueroase“, hinter dem nur verborgen wird, dass ausgerechnet jene, die mehr als genug Geld und Güter angehäuft haben, dafür sorgen, dass möglichst wenig davon abgeben müssen und damit zeigen, dass sie der aktiv gelebten Auffassung sind, dass die abhängig Beschäftigten und relativ Mittellosen doch mit ihrem Schweiß den Laden laufen lassen sollen… dieses Wort zur Beschönigung des modernen Feudalismus aus dem Munde aller verdammten Journalisten und sonstigen Menschenfeinde widert mich an. Keiner der so Sprechenden und Schreibenden spräche oder schriebe davon, dass ich zu einem Geldbrunnen gegangen wäre, nachdem ich eine Bank überfallen hätte, um von dem Geld leben zu können.

Werter Qualitätsjournalist!

Anders, als du es mir und vielen anderen Lesern in deiner entpolitisierenden und dummen Propagandaschreibe unterstellst, habe ich keinerlei Hass auf Europa. Ich finde nur die gegenwärtige Europäische Union ausgesprochen fragwürdig und veränderungsbedürftig, ohne dass ich auch nur die geringste Möglichkeit sehe, wünschenswerte Veränderungen herbeizuführen¹ — und würde von daher sogar einen möglichst schnellen Zerfall dieses unerfreulichen Gebildes begrüßen.

Und im Gegensatz zu dir, werter Qualitätsjournalist mit deiner billigen und dummen Propagandaschreibe, verwechsele ich ein undemokratisches, vom Lobbyismus zerfressenes und korruptes Staatenbündnis wie die Europäische Union nicht mit dem Kontinent Europa, zu dem übrigens auch das von dir an anderen Stellen mit den unschönsten und zuweilen offen kriegslüsternen Wörtern benannte Russland gehört. Wer im von Presseverlegern bezahlten Willen, die Menschen mit Propaganda zu manipulieren, Geografie mit Staatsgrenzen verwechselt, zeigt in diesem lächerlichen Spiegelbild nur, wie blöd er die Menschen mit seinem Geschreibe machen will.

¹Die Wahl eines machtlosen Theater-Parlamentes ohne legislative Möglichkeiten gehört nicht zu diesen Möglichkeiten, sie ist noch weniger wert als in einer so genannten „repräsentativen Demokratie“.

Akzeptanz durch Penetranz

Seit Jahrhunderten haben die Massenmedien — also die Stimmverstärker der Herrschenden und Besitzenden und die Marginalisierer des Lebens der Einzelnen aus der Masse — und die von ihnen bezahlten Mietstimmen der Journalisten die gleiche niederträchtige Methode, mit der sie bislang jede noch so miese, menschenverachtende und mörderische Sache vorangetrieben haben: Sie haben Akzeptanz durch Penetranz hergestellt. Und. Sie konnten so vorgehen, weil sie den Widerspruch gleich mitaufgeführt und damit erstickt haben.

Kein anderes Geschäftsfeld wird vom Internet so vernichtend erwischt werden wie der Journalismus. Und. Das ist gut.

„Deutschland“ und „die Deutschen“

Für den für ein paar von Millardären hingeworfenen Judaspfennige schreibenden Journalisten ist „Deutschland“ die brummende, gesunde Wirtschaft, „die Deutschen“ hingegen, diese trotz guter Zahlen chronisch unzufriedenen und pessimistischen Menschen, sind jene Mehrheit der Bevölkerung, denen es nicht so gut geht wie der Minderheit der Herrschenden und Besitzenden — sie können sich der breit verabreichten Verunglimpfung durch den Journalisten gewiss sein.

Embryonale Diktatur

Eine Bewegung, die jede Kritik und jeden Widerspruch als hate speech bezeichnet, ist eine Diktatur, deren Zeit noch nicht gekommen ist, aber von den Teilhabenden sehnsüchtig erwartet wird.

Leistung muss sich wieder lohnen

Wenn Menschen durch harte Arbeit reich würden, dann wäre jeder Bauhelfer ein Millionär.

Schwere

Als ein Zeitgenosse in Wiedergabe der laufenden Propaganda zum Vorübergehenden sagte: „Aber die Vorratsdatenspeicherung ist doch nur zur Bekämpfung schwerer Verbrechen“, antwortete der Vorübergehende: „Es gibt jetzt, im 21. Jahrhundert, Staaten, in denen ist Blasphemie ein schweres Verbrechen, und einige dieser Staaten überließen es vor noch gar nicht so langer Zeit dem allmächtigen Gotte selbst, für seine Ehre zu kämpfen. Ist ein vielseitig verwendbares Instrument da, kann seine Nutzung beliebig ausgeweitet werden — und es ist kein Zufall, dass die ‚geistigen Eigentümer‘ aus der Contentindustrie, die Bagatelldelikte mit Pfennigschäden zivilrechtlich verfolgen, mit dem geplanten Gesetz zwar nicht an Vorratsdaten, aber dafür problemlos an Bestandsdaten zu einer IP-Adresse kommen, denn diese Leute haben das Gesetz klandestin in den Dunkelkammern des Reichstags geschrieben. Die Propaganda von schweren Verbrechen. Soll nur von der Wirklichkeit ablenken“.

Gruß auch an die Hartz-IV-, NSA-Aufklärungsverhinderungs- und Vorratsdatenspeicherungs-Partei SPD!

Journalistische Predigt

Vorübergehender: „In der Zeitung ist schon wieder so viel von Glaube, Erwartung, Hoffnung, Stimmung, Vertrauen, Zukunft zu lesen“.

Zeitgenosse: „Wieso liest du auch die Meldungen aus der Religion“?

Vorübergehender: „Ich lese den Wirtschaftsteil“.