Tag Archive: Spiegelbild


Ausverkauf! Alles muss raus!

Jene Politiker, die alle gesellschaftliche Entwicklung so weit wie möglich irgendwelchen Marktmechanismen überlassen wollen, zeigen im Spiegelbild ihrer geldanbetenden Ideologie, dass sie sich ein Miteinander von Menschen wünschen, in dem alles käuflich ist. Es bedarf keiner großen Intelligenz und keines langen Nachdenkens, um in diesem Spiegelbild zu erkennen, dass diese Politiker ihre Politik ebenfalls als käuflich betrachten und entsprechend vermarkten werden, stets zum Vorteile dessen, der den höchsten Preis zahlen kann. Wer das Miteinander der Menschen von „den Märkten“ steuern lassen will, ist selbst käuflich und korrupt und nur allzugern dazu bereit, seinen Politikkäufern ihren Reibach zu lassen, aber die Verluste aus Steuermitteln zu erstatten, ohne dass hierfür irgendein Markt als Vorwand taugte. Die Politik dieser unerquicklichen Zeitgenossen erklärt sich daraus wie von selbst, und die von diesen Zeitgenossen vorgetragene angebliche Motivation ist so offenbar eine Lüge, also eine vorsätzlich unwahre Behauptung, dass man schon sehr viele Zeitungen lesen und Nachrichtensendungen gucken muss, um das mit seinen von parteienstaatlichen und reklamefinanzierten Content zugestopften Sinnen nicht mehr deutlich genug wahrzunehmen.

Gewissen

„Die, die sich selbst als das Gewissen der ganzen Gesellschaft aufspielen und das mit großen Forderungen unterstreichen, können das nur um so besser“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „weil sie gar kein eigenes Gewissen haben und das Spiegelbild dieses Zustandes überall zu sehen vermeinen“.

In das Ihmezentrum geflüstert

„Architektur als Kunst des Bauens“, sagte der Vorübergehende, während er mit seinem Begleiter am Ihmezentrum vorüberging, „beabsichtigt nicht nur einen Schutz des menschlichen Körper vor dem Wetter und der feindlichen Natur, sondern immer auch eine Einwirkung auf den Geist, eine ästhetische Erziehung durch beständiges, lebensbegleitendes Beispiel. Deshalb spiegelt sich in der Architektur jedes Zeitalters das Menschenbild dieses Zeitalters verblüffend gut wider. Es ist allerdings völlig auf das Menschenbild jener Besitzenden reduziert, die für das Errichten und die Ausgestaltung von Gebäuden bezahlen und auf diese Weise für die Nachwelt dokumentieren, wie sie mich und dich und alle anderen Menschen haben wollten und wollen“.

Foto des Ihmezentrums in Hannover-Linden

Mauerbau damals und heute

Die gleichen Gestalten aus der gegenwärtigen Classe politique, die den Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 durch die DDR-Regierung mit so deutlichen, aber auch recht preiswerten Worten als das Verbrechen brandmarken, das er war, haben keine Probleme damit, unter Aufbringung modernerer politischer Schlagwörter wie „Cyber“, „Fake News“ oder „Hate Speech“ immer mehr und möglichst willkürliche Zensur im Internet zu fordern und zum privatwirtschaftlich durchgesetzten öffentlichen Rechtsmaßstab ohne Rechtsbehelfmöglichkeit für davon betroffene Menschen zu machen, scheiß auf die Menschenrechte, damit der moderne „antifaschistische Schutzwall“ in jedem Kopf entstehe; damit kein unbedachtes und sorgsam abgewogenes Wort mehr kommuniziert werde, sondern alles stets gegen mögliche Interpretationen dummer Zensoren oder „künstlicher Intelligenzen“ abgewogen wird, die zwar Stellen „lesen“, aber keinen Text verstehen können. Die moralische Bankrotterklärung des „real existierenden Sozialismus“ durch Einsperren der eigenen Bevölkerung, um sie am Weglaufen zu hindern, spiegelt sich durch den Dunst der Jahrzehnte wider, und zwar in der nunmehr erreichten Zukunft des Einundzwanzigsten Jahrhunderts als die moralische Bankrotterklärung der „Demokratie“ des wirtschaftsfaschistischen Parteienstaates durch geistiges Einsperren der Bevölkerung, um sie an unerwünschten Gedanken zu hindern, wobei der größte Unterschied immer noch darin besteht, dass die Mauertoten nicht obszön offen sichtbar im Niemandsland zwischen zwei Staaten ausbluten, sondern vom staatlich geforderten und geförderten Terror der so genannten „Jobcenter“ in den Freitod getrieben werden, isoliert, einsam, still und unbeachtet von den wie beamtet staatsfromm auftretenden Journalisten im Lande, in dem „wir“ gut und gerne leben. Und über allem schwebt das zur Raute aus Blei gewordene symbolische Bild der mit den Händen geformten Vulva der Genossin Angela und ihrer verachtenswerten Komplizen in der gesamten Classe politique.

Nicht wundern, nur wahrnehmen!

So lange die Ermittlungsakten der NSU-1.0-Mordserie — von ermittelnden Polizeien auch gern als Dönermorde bezeichnet, selbst, wenn dabei ein Grieche ermordet wurde — für unfassbare 120 Jahre als Staatsgeheimnis weggeschlossen werden, weil ihre Inhalte Teile der Bevölkerung doch nur beunruhigen würden; solange der Geheimhaltungsdeckel drüberliegt und die Geheimdienste und Polizeien unter diesem Schutz einfach konsequenzenlos weitermachen können wie gehabt; so lange braucht sich auch niemand über einen NSU 2.0 zu wundern. Ganz im Gegenteil, in der Wahrnehmung des Gesamtbildes ist diese Fortsetzung sogar folgerichtig, und bis zum Bruch individueller Amtseide antreibend verantwortlich für den neuen, zum Glück noch nicht mörderischen Terror ist die offenkundige Ermittlungsverweigerung des gesamten in dieser Sache versagenden Staates BRD auf allen nur denkbaren Ebenen. Der „nationalsozialistische Untergrund“ aus dem Bürgertum ist nur ein Spiegelbild des verborgenen faschistoiden Geflechtes, das die gesamte Herrschaftsausübung in der BRD durchzieht.

Flaggenflucht

Gefragt, warum man ihn so gut wie nie auf einer Demonstration sieht, sagte der Vorübergehende: „Ich habe eine Allergie. So bald ich sehe, dass Menschen Flaggen schwenken, bekomme ich einen unwiderstehlichen Fluchtimpuls, egal, was es für Flaggen sind. Man verändert das Bestehende nicht durch Imitation dessen, was man verändern will, sondern man wird zu seinem Spiegelbild, und nüchtern ohne die Trunkenheit eines emotionalen Aufgewühltseins betrachtet, wird man oft zu einem sehr lächerlichen, realsatirisch wirkendem Spiegelbild“.

Die tote Wirtschaft

In Presse, Politik und Glotze ist jetzt ständig von einer „Wiederbelebung der Wirtschaft“ die Rede, die natürlich dadurch geschehen soll, dass man das Geld der Armen an die Reichen gibt. Im Wort „Wiederbelebung“ schwingt mit, dass „die Wirtschaft“ mittlerweile tot ist. Sie scheint daran gestorben zu sein, dass Menschen ein halbes Jahr lang coronabedingt nur das gekauft haben, was sie wirklich zum Leben brauchten. Im Spiegel dieser Sprache wird die „Substanz“ dieser Wirtschaft überdeutlich: Sie existiert nicht, weil sie den Bedarf der Menschen durch ihre Produktion deckt, sondern weil sie den Bedarf der Menschen durch allmediale Reklamemanipulation weckt.

Der Eifer, mit dem Journalisten über die Nichtigkeit berichten, dass eine privatwirtschaftliche Website, die so etwas ähnliches wie ein globales Forum für verkürzende, unterkomplexe Stummeltexte anbietet, endlich auch einmal einen Stummeltext des amtierenden US-Präsidenten gelöscht hat… dieser Bericht erstattende Eifer ist nur ein Spiegelbild des Eifers, mit dem sich die so berichtenden Journalisten jeden Tag und jede verfügbare Minute ihres leeren Lebens das Weltbild von vorbeirollenden verkürzenden und unterkomplexen Stummeltexten machen lassen — deren Auswahl und Sichtbarkeit übrigens genau wie der Journalismus der Contentindustrie allein für die emotional-psychische Manipulation der Reklame optimiert wird; das Geschäftsmodell derer, die kein seriöses Geschäftsmodell haben.

Vor rd. vierzehn Jahren habe ich den Satz „Twitter ist der neue Journalismus“ noch als Satire gemeint. 😦

Facebook-Werbeboykott #Stophateforprofit

Diejenigen Unternehmen, die zurzeit keine Werbung mehr auf Facebook schalten, weil sie Facebook als Verbreiter von so genanntem „Hate Speech“ abstrafen wollen, die aber auch jahrelang kein Problem damit gehabt haben, dass ihre Reklame auf der Website eines offenen Spammers sowie Programmierers und Distributors von Schadsoftware präsentiert wurde; genau diese Unternehmen machen damit vor allem anderen zwei Dinge klar:

  1. Wenn es ihnen einen finanziellen Vorteil bringt, arbeiten sie auch gern mit Kriminellen zusammen, und
  2. die Zensur von (legalen, nicht strafbaren) Meinungsäußerungen im Internet soll bis zum vorauseilenden Gehorsam ausgeweitet werden.

Im Spiegelbild des Hashtags #Stophateforprofit zeigt sich die Fratze des Zensurfreundes und Verbrechers, der sich aber lieber im gutvernetzten Lande Alzheim als Wertebewahrer, Menschenrechtskämpfer und Freiheitsbringer feiern lassen möchte — und ebenfalls wird in diesem Spiegelbild ein Ausschnitt der geldherrschaftlichen Gesellschaftsordnung sichtbar, die solche Unternehmungen gern hätten. Wer dieses Bild attraktiv und erfreulich findet — die Münder etlicher Journalisten und „Netzhelden“ sind ja bis zum Überquell voll des lobenden Wortes — wird im Faschismus nichts vermissen. Viele werden sich dabei sogar als Antifaschisten fühlen.

Abschließende Anmerkung: Für jedes komplexe soziale Problem gibt es eine einfache, technische Lösung. Diese ist immer falsch. Und sie ist oft gefährlich, manchmal sogar mörderisch.

Unsicherheit

Die Menschen verlangen deshalb so sehnsüchtig, ja, suchtartig nach Achtung und Beachtung durch andere Menschen, weil sie sich so unsicher darin sind, ob sie diese überhaupt verdienen. Im Spiegelbild jedes Blenders und Selbstdarstellers von Donald Trump bis hin zum „Klaus Kinski für die Dorfdisko“, im Spiegelbild jedes Genießers eines Personenkultes zeigt sich immer noch ein narzisstisch schwer gekränktes Kind, das seine Kränkung niemals überwand und den Geschmack der Bitterkeit überdecken will.

Die Frage, warum aufmerksamkeitsvermarktende Internetideen wie „Social Media“ immer etwas unübersehbares Infantiles an sich haben, beantwortet sich aus dieser Beobachtung von allein.

Propagandaübersetzung

„In feministisch gefärbten Texten aus der bürgerlichen Presse und feministischen Stellungnahmen und PResseerklärungen aus der Politik“, sagte der Vorübergehende mit einem breiten Grinsen zu seinem um Gerechtigkeit bemühten Mitmenschen, „lese ich das Wort ‚Mann‘ als ‚Jude‘ und das Wort ‚Frau‘ als ‚Arier‘, und den Rest der Sprache und der Forderungen lasse ich völlig unverändert, weil er im neuen Kontext sehr gut passt. Dieses Lesen demaskiert das Denken, das ‚Argumentieren‘ und die Propaganda ausgerechnet derjenigen, die mich und dich den Antifaschismus lehren wollen — und es wird deutlich, dass Menschen auf der geistigen Sackgasse des ‚Anti‘ nicht etwa zu etwas Anderem, hoffentlich Erfreulicherem als dem Bekämpften, sondern nur zu einem Spiegelbild werden. Diese immer wieder leicht zu machende psychomechanische Beobachtung völlig zu übersehen, zu verdrängen, auszublenden, das ist das genaue Gegenteil von Analyse, Bewusstsein und Vernunft“.

Interesselos

Dass es noch keinerlei Kontakt mit einer dieser technischen außerirdischen Intelligenzen gegeben hat, die es allein in unserer Galaxie unzählig geben muss, könnte ein Spiegelbild der Tatsache sein, dass langlebige technische Intelligenzen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln etwas Wichtigeres als ihre Expansion verfolgen, nämlich die Sicherung ihrer eigenen Lebensgrundlagen. Denn jene, die sich nicht um die Sicherung ihrer eigenen Lebensgrundlagen kümmern, sind nach astronomischen Maßstäben nicht sehr lange aktiv, sondern fallen recht schnell in einen vortechnischen Zustand zurück, wenn sie nicht aussterben.