Tag Archive: Spiegelbild


Farb- und Geschlechterspiegel

Es gerät doch alles zum Spiegelbild dessen, was es nicht sein will! Nirgends scheinen die Geschlechter und Hautfarben der Menschen so wichtig, erwähnens- und vermeldenswert zu sein wie dort, wo man auf keinen Fall rassistisch oder sexistisch sein oder erscheinen möchte. Wohlgemerkt! Zum Spiegelbild. Und damit nicht zu etwas anderem.

Vom Glauben an die Krankenhaushygiene

„Schau dir nur an, wie die Besucher mit den hier überall aufgestellten Spenderflaschen für das Hände-Desinfektionsmittel umgehen“, forderte der Vorübergehende seine Zeitgenossin auf, die ihm so häufig ein negatives Weltbild vorwarf, wenn er beschrieb, was er sah. „Sie desinfizieren sich die Hände nicht, wenn sie hier jemanden besuchen, damit sie keine Keime in das Krankenhaus tragen, sondern sie desinfizieren sich die Hände, wenn sie das Krankenhaus verlassen, wohl, damit sie die Keime aus dem Krankenhaus nicht nach draußen tragen oder gar nach Hause mitnehmen. In dieser kleinen, vermutlich kaum jemanden bewussten Geste spiegelt sich deutlich wider, was die Menschen wirklich über die Hygiene in einem deutschen Krankenhaus denken“.

Der gleiche Staat…

Wie sich doch alles in allem spiegelt! Der gleiche Staat, der 40 Kinder vor einen Lehrer setzt, sendet 20.000 voll für eine Straßenschlacht ausgerüstete Polizeibeamte zu 8.000 Demonstranten.

Hass- und Lügenkultur

Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, die in der etablierten Hate-Speech– und Fake-News-Presse (Bildzeitung in der Geschmacksrichtung „Bild am Sonntag“) mit markigen zehn Punkten eine Debatte über die „deutsche Leitkultur“ anzustoßen vorgeben, sagen im Spiegelbild dieser Geste auch alles über die gegenwärtige bundesrepublikanische Politik- und Journalismuskultur und die damit verbundene Intelligenzverachtung, also über die Kultur, die die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland leider leitet.

Dieses unausgesprochen Gesagte des werten Herrn Innenministers fängt übrigens schon vor dem ersten in diesem Kontext lächerlich gewordenen Wort damit an, dass es in des werten Herrn Innenministers gewählten Publikationsorgan vorsätzlich unmöglich gemacht wird, die Primärquelle mit einem Computer zu lesen, der elementare und unabdingbare Sicherheitssoftware zur Abwehr einer kriminellen Übernahme und eines kriminellen Missbrauchs des Computers und der Datenleitung installiert hat. Wann hat man schon einmal Innenminister, die offen, aktiv und vorsätzlich die Kriminalität fördern?

Die bösen Bots

Wenn Politiker befürchten und um jeden Preis — einschließlich der Beschränkung von Menschenrechten — verhindern wollen, dass bevorstehende Wahlen durch Einsatz von Social-Media-Bots manipuliert werden könnten, dann liegt das auch daran, dass diese Politiker selbst seit langem in der medialen „Öffentlichkeit“ als recht einfach programmierte manipulative Bots auftreten, die mit schlichten rhetorischen Tricksereien und unter ständiger Wiederholung von Fake News und gelegentlichen Einstreuseln von Hate Speech millionenfach in Presse und Glotze reproduziert werden, um die Wahlberechtigten zu manipulieren. Es ist also gar nicht erstaunlich, dass die Classe politique es so unverdrängbar und gruslig mit der Angst zu tun bekommt, wenn sie sich selbst in diesem Spiegel betrachten muss.

Fernspiegel

Der staatsgläubige Idiot steht vor dem Fernseher und sieht den Politiker, der ihm „intellektuell“ in allem ähnelt, ganz so, als sei er sein Spiegelbild. Und der staatsgläubige Idiot brüllt diesen Fernspiegel an: „Du Idiot“!

Die wahre Wahrheit

Ein Feuer braucht keine Reklame. Je häufiger, aufwändiger und eindringlicher Behauptungen ansonsten völlig unbelegt als „die Wahrheit“ bezeichnet werden, desto sicherer sind sie eine Lüge.

Ermittlungen

„Das Wort ‚Ermittlungsausschuss‘ ist beinahe ein richtiges Wort“, sagte der Vorübergehende zum Zeitungsgläubigen und Wahlberechtigten, „es fehlt nur ein einziger Buchstabe, um Absicht, Funktion und Aufgabe einer solchen Institution zutreffend zu beschreiben: Es handelt sich um einen ‚Ermittlungsausschluss‘, und die ‚Ergebnisse‘ des pressewirksam mit lautem Tamtam simulierten ‚Aufklärungswillens‘ spiegeln dies nur zu deutlich wider“.

Die Datennackten

Leute, die Gardinen und des Abends Vorhänge vor ihre Fenster ziehen, damit man nicht so leicht in ihr Wahnzimmer hineinschauen kann, aber auf die Datensammlung Facebooks, Googles, Twitters und Konsorten sowie die immer mehr ausgeweitete staatliche Überwachung angesprochen, schnell und ohne jeglichen Umweg ihrer Worte über das Gehirn versichern, dass sie doch nichts zu verbergen hätten; Leute, die sich nicht einen Moment in ihrem Leben daran stören, das börsennotierte Wirtschaftsunternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell mehr über sie, ihre Gedanken, ihre Ängste, ihre Ideen, ihre Vorlieben und ihre Tagesabläufe wissen als der Nachbar, mit dem sie immerhin das gleiche Haus teilen und dem sie doch im Zweifelsfall nicht recht vertrauen würden – kurz: Leute, die mit ihrem täglichen Tun die unablässige Überwachung zur Norm erheben, die sich dabei noch persönlich ermächtigt fühlen, die alles dafür tun, dass jede Form der Privatheit zum Verdachtsmoment oder doch mindestens zur befremdlichen, eigenbrötlerisch anmutenden Verschrobenheit gerät, über die man Witze machen kann, diese Leute sind es, die freiwillig und aktiv mit ihrer gewohnheitsmäßigen Entblößung vor den Borgköniginnen individuumsverneinender Kollektive, welche sich zum tieferen Hohn für dieses Wort als „sozial“ bezeichnen, dafür Sorge tragen, dass der neue Faschismus komme. Dass auf den Selbstentblößungssites dieser Leute in technokratisch-neurotischer Manie jegliche Form oder auch nur Andeutung der körperlichen Nacktheit zensiert wird, ist ebenso ein treffliches Spiegelbild der dort geforderten intellektuellen, psychischen und ästhetischen Nacktheit wie die weitgehende Unempfindlichkeit derartiger Selbstentblößungssites gegenüber hetzerisch die Psyche aufkochenden Lynchmobinhalten ein Spiegelbild des dort geforderten und geförderten, neubourgeoisen Faschismus ist.

Postfaktische Scheinpanik

Die scheinbare Panik vor Desinformation, die große Bereiche der classe politique erfasst zu haben scheint und im Begriff der fake news und des im Sommer dieses Jahres von Angela Merkel geprägten Wortes vom Postfaktischen greifbar geworden ist, ist keine Panik wegen der Desinformation, sondern wegen der Tatsache, dass die von Herrschenden ansonsten stets gewünschte Desinformation der Bevölkerung nicht mehr unter alleiniger Kontrolle der classe politique und ihrer Speichellecker steht. Sie ist ein Spiegelbild der eigenen Demagogie des Herrschaftsapparates und seiner Strukturen, die in einem erheblich werdenden Anteil der Bevölkerung nicht mehr die gewünschte manipulative und meinungsprägende Wucht und Wirkmacht entfalten kann.

Lügner warnen vor den Folgen der Lüge

Die Wahrheit vor der Wahl? Das hätten Sie wohl gerne gehabt…

Sigmar Gabriel, SPD, derzeitiger Parteivorsitzender und Vizekanzler

Es ist schon von erheblichem realsatirischen Liebreiz, dass ausgerechnet Zeitgenossen mit Parteihintergrund, die durch systematische und allmedial vorgetragene Wahlkampflügen in politische Ämter der Bundesrepublik Deutschland gekommen sind, unter dem Banner der gefährlichen fake news gegen die Lügen im Internet vorgehen wollen…

Oder, um es mit einem anderen Zitat des oben schon erwähnten Politikers zu sagen:

Diese Arschlöcher im Internet labern immer nur Scheiße und haben gar keine Ahnung!

Sigmar Gabriel, SPD, derzeitiger Parteivorsitzender und Vizekanzler [Archivierte Version]

Die Blindgläubigen

Jene, die tröstliche und feierliche Gedenk- und Trauergottesdienste für die Opfer religiös motivierten Massenmordes abhalten, sind in gleicher Weise von ihrer Gottesidee am Gehirne kastriert wie die Mörder; sind ein Spiegelbild dessen, was sie entsetzt.