Tag Archive: Spiegelbild


Verschiebung

Das Gendern der Schrift und Sprache verschiebt in jeder Aussage einen Teil der Aufmerksamkeit des Lesers oder Zuhörers vom eigentlichen Thema und eigentlichem Argument der Aussage hinfort zur in beinahe allen Fällen nebensächlichen und irrelevanten Information „Geschlecht“. Es zieht etwas von der begrenzten Aufmerksamkeitsfähigkeit vom eigentlichen Thema ab und erschwert dadurch das Verständnis jedes Argumentes und den rationalen Umgang mit jeglicher gegenderter Aussage. Es ist nicht überraschend, dass diese bürgerliche Sprachmode höherer Töchter mit lyssenkoistisch-pseudowissenschaftlichen Universitätshintergrund mit der zunehmenden Dummheit vieler Menschen in der Gesellschaft einhergeht, sondern das eine ist das Spiegelbild des anderen.

Jungfrauenspiegel

Diejenigen, die das Dogma der „unbefleckten Empfängnis“ erfunden haben, haben im Spiegelbild jeden Geschlechtsverkehr zur fleckenfördernden, dreckigen Sache erklärt, und ihr neurotischer Irrsinn macht bis heute die Menschen irre, bis zur Verachtung ihres eigenen Lebens irre.

Die Kinderschützer

„Die gleichen Politiker, die ihre Beglückungsideen damit begründen, dass sie Kinder besser schützen wollen“, sagte der Vorübergehende zur Mutter, „haben im noch jungen 21. Jahrhundert in der Bundesrepublik Deutschland den besser ins Mittelalter passenden § 1631b BGB eingeführt, um unter dem fadenscheinigen Deckmäntelchen der ‚Religionsfreiheit‘ religiös motivierte Genitalverstümmelungen an Kindern zu legalisieren, auch solche, die durch irgendwelche nur religiös ausgebildeten Unterleibsschnippsler ausgeführt werden. Glaub niemals, niemals, niemals, dass diesem Pack etwas an den Kindern liegt! Die Kinder sind aus deren Sicht nur ein politisches Menschenmaterial, niedlich aussehend, um die Grausamkeit besser vermarkten zu können, eine Verfügungsmasse, die keine menschlichen Rechte gegen den Staatsbetrieb hat und sich nicht gegen den willkürlichen und brutalen Missbrauch durch die Classe politique wehren kann. Und darin spiegelt sich, wie sie Menschen im Allgemeinen betrachten, wie sie auch dich und mich betrachten“.

Kenntnis

„Die Menschen würden einander viel besser kennen und sich viel genauer verstehen, ja, vielleicht könnten sie sogar einander ein kleines wenig lieben“, sagte der Vorübergehende zum Mitmenschen, „wenn sie nur damit aufhörten, im anderen Menschen immer nur das Spiegelbild ihres Selbstes zu sehen“.

Wohl

In Deutschland ist es normal geworden und erregt keinen Anstoß mehr, dass die industriellen Metzger vom Tierwohl reden. Ein vortreffliches Spiegelbild der Gesellschaft ist das!

Investigativ

„Ich mag ja diese Marketing-Mode, dass Journalisten ihre besseren Artikel als ‚investigativ‘ bewerben“, sagte der Vorübergehende zum Zeitungsfresser, „weil sich darin so erfreulich klar widerspiegelt, dass der Rest der journalistischen Machwerke eben nicht ‚investigativ‘ ist, sondern in seinem Kern nur noch aus abgeschriebenen Agenturmeldungen und abgeschriebenen Presseerklärungen besteht“.

Falschparker

Ein asozial und behindernd abgestelltes Auto wird völlig kompromisslos und zuweilen sehr schnell abgeschleppt, wenn es andere Fahrzeuge behindert. Wenn es „nur“ Menschen behindert, kann es tagelang stehenbleiben.

Fake Evangelist

„Die gleichen Herrschenden, die fake news aus dem Internet mit allen Mitteln bis hin zu Willkürgesetzen und Zensur bekämpfen wollen“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin im Vorübergehen an einer Kirche, „fördern auf der anderen Seite die satanische, mörderische, geistverneinende, sexualkranke, staatsfromme, geldanbetende und offen menschenfeindliche Lüge der Religion in jeder gerade noch denkbaren Weise, bis hin zum staatlichen Einsammeln der Mitgliedsbeiträge und zum feierlichen Staatsgottesdienst“.

Lügenwerk

„Gleich, ob Pfaffen oder Politiker“, sagte der Vorübergehende zum Erzürnten, „wenn sie doch einmal bei ihrer Berufstätigkeit, der Lüge, erwischt werden, tun sie mit großer Übung so, als ob sie sich nur ganz menschlich geirrt hätten, verweisen auf ihr mangelhaftes Gedächtnis, bitten sie ohne große Reue für ihren Irrtum um Entschuldigung und kommen immer und immer und immer wieder damit durch, ohne, dass die Menschen vor ihnen weglaufen. Kaum ist ein halbes Jahr vergangen, schon erinnert sich niemand mehr an die Unverschämtheit; kein Scherge von Journalist bohrt mit bohrenden Fragen oder schaut auch nur vorm Erbringen seiner bezahlten Schreibleistung zur Förderung der Werbeplatzvermarktung in sein Archiv; die Fassade sieht schnell wieder bürgerlich-hübsch aus, als gehöre sie zu einem anständigen Menschen, den man wählen und mit Herrschaft ausstatten kann, damit sich auch einmal etwas ändert. Wer leidet, wird vergessen. So lange Journalismus nur darin besteht, dass Nachrichten von den immer wieder neueren Nachrichten weggespült werden wie die Fäzen in der Toilettenschüssel, so lange ist die gesamte korrupte Parteienpolitik ein Paradies für dumme, verkommene, kriminelle, antisoziale, heuchlerische, intelligenzverachtende Gestalten — und die in Staatskirchen gepflegte Religion ist nichts als Organisierte Kriminalität, die den Zustand stützt und ergänzt. Alles das ist nichts als ein Spiegelbild eines Journalismus, dessen Geschäft es ist, die Lüge der Reklame mit den scheinbaren Wahrheiten des redaktionellen Teiles besser schmecken zu lassen“.

Klarheit und Verklärung

Die romantische Verklärung der Vormoderne ist ein Spiegelbild der grellklaren Unmenschlichkeit und Kälte der Moderne… aber diese Unmenschlichkeit und Kälte ist der Moderne nicht inhärent, sondern sie entrollt sich als diffuses, alles mitbestimmendes Gesamtgefühl während der Umwandlung jedes Miteinanders in einen Geschäftsvorgang, so krämerseelenmäßig wertneutral beflissen und geschäftstüchtig, dass nicht einmal Nachdenklichkeit einzieht, wenn sich alles in allem psychisch unauffällige und zu intelligenten Gedanken befähigte Menschen den Hunger, die Kriege, den Aberglauben, die verzweifelten Völkerwanderungen und die Pocken der Vergangenheit zurückwünschen, weil sie zum Glauben gelangt sind, in diesem Damals besser gedeihen zu können als im Hier und Jetzt.

Vieles am geifernden Hass, mit dem hier Impfgegnern auf allen Ebenen der Gesellschaft begegnet wird, ist nur das Spiegelbild des objektiven und langgärenden Unglückes derer, die einer solche intellektuelle Zumutung der Vergangenheitsverklärung nicht ertragen wollen oder können. Die Irrationalität ist allgegenwärtig geworden. Und die Psyche kreist und kreißt.

Urbild

Dass Menschen sich mit Entwurmungsmitteln für Pferde vergiften, um eine Coronainfektion „alternativmedizinisch“ zu behandeln oder zu vermeiden, ist genau so unfassbar wie das seit Jahrzehnten unwidersprochen in die Gesellschaft strahlende Urbild dieses Wahnsinnes: Krankenkassen, die vollständig die Kosten für die homöopathische Geistheilung übernehmen — in der Homöopathie sollen die Geister entschwundener Substanzen als „Arzneimittel“ wirken — aber nicht die Kosten für nachweisbar wirksame medizinische Hilfen und Medikamente. Die jetzt grell sichtbare Irrationalität wurde jahrzehntelang von genau derjenigen Politik und derjenigen bürgerlichen Ökologie-Bewegung gezüchtet, die jetzt so erbärmlich schlecht ihr Entsetzen spielt.

Monsterheim

Die gruseligsten und schrecklichsten Monster erkriechen unmittelbar aus der zur gemütlichen Sicherheit verklärten bürgerlichen Normalität und Ordnung.