Tag Archive: Arbeit


Vollbeschäftigungswahlversprechen

Hauptsache Arbeit“ ist so 1933, und der Leitspruch der Asozialen „Sozial ist, was Arbeit schafft“ ist im gleichen Sinne „sozial“ wie der Nationalsozialismus. Schon im Jahr 2033 werden wohl rund fünfzig Prozent der jetzigen Jobs ersatzlos weggefallen sein, weil der Fortschritt zur Folge hat, dass Maschinen arbeiten und Menschen sich angenehmeren Dingen zuwenden können.

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Belohnung

Je härter du arbeitest, desto schöner wird der Urlaub, den sich dein Ausbeuter nehmen kann.

Alltag

„Alltag“, sagte der Vorübergehende zu seinem von Arbeit gebeugten Zeitgenossen, „ist die Bezeichnung für alle diese scheußlichen Tage, an denen das Drängende und Dringende über das Werte und Wichtige obsiegt. Wohl dem, der nicht nur Alltag hat“.

Harte Arbeit

Jedes Mal, wenn einer dieser schmierigen SPD-Politiker angesichts der gestrigen Wahlniederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen davon faselt, dass die als „wir“ bezeichnete SPD bis zur Bundestagswahl noch „harte Arbeit“ in der „Vermittlung ihrer Inhalte“ zu bewältigen habe, muss ich unwillkürlich an den Fliesenlegerhelfer denken, der für einen Mindestlohn, von dem man in der BRD nicht leben kann, malocht — getrieben vom SPD-gewollten Hartz-IV-Jobcenterterror, ausgebeutet in SPD-gewollter Zeitarbeit, verspottet in SPD-naher Presse als ein Proll, Dummkopf und Neofaschist, weil er eine Partei, die alle seine für Menschen mit normaler menschlicher Empathiefähigkeit nachvollziehbaren Lebensinteressen mit Füßen tritt und dabei zum höheren Hohn auch noch mit „sozialer Gerechtigkeit“ werbelügt, mangels Selbsthass nicht mehr wählen kann. Was die schöngerechneten Zahlen sinkender Arbeitslosigkeit bedeuten, mit denen der falsche Glanz angeblicher Erfolge allmedial ins „politische Bewusstsein“ geätzt werden soll, weiß dieser an seinem eigenen Leben und am Leben seiner Freunde wohl zu deuten und zu verstehen. So viel Bier, dass man sich als Betroffener der SPD-Politik die SPD „schönsaufen“ kann, gibt es im ganzen Lande nicht. Selbst zwanzig Prozent. Wären noch ein viel zu gutes Ergebnis gewesen. Denn die Profiteure der SPD-Politik sind eine sehr kleine Minderheit, ihre Opfer hingegen sind die vielen Menschen, die mit wahrhaft harter Arbeit den Profit jener Minderheit zu steigern helfen und dafür nichts als Verachtung empfangen.

Gerechtigkeit im Kapitalismus

Als der Vorübergehende mit einem Zeitgenossen an einer der vielen Baustellen in den Randbereichen der Stadt vorüberging, deutete er mit spitzem Finger auf einen Bauhelfer, der einen Heizkörper trug und sagte dazu: „Was ‚Gerechtigkeit‘ im Kapitalismus wirklich bedeutet, siehst du daran, dass der Mensch, der rückenbrechend schwere Lasten in die fünfte Etage trägt, mit deutlich geringerer und oft nicht einmal existenzsichernder Entlohnung abgespeist wird als der andere Mensch, der irgendwo unsichtbar sitzt und seinen ganzen langen Arbeitstag lang nur ‚Entscheidungen trägt‘, ohne dafür eine Verantwortung zu tragen. Politiker aus der CDUSPDCSUAFDPGRÜNETC sprechen in ihren Wahlkämpfen und ihren Sonntagsreden SED-mäßig gleichgeschaltet vom ‚Leistungsprinzip‘, um diese ‚Gerechtigkeit‘ so zu beschreiben, dass bei niemandem die angemessene Übelkeit aufkommt“.

Die gleichen Leute

„Es sind die gleichen Leute“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin mit dem wehen Rücken, „die dich bis zum siebzigsten Lebensjahr arbeiten lassen wollen, um damit die massive Rentenkürzung in einer anderen Konstruktion vor deinem Blick zu verschleiern, die dich aber ab dem vierzigsten Lebensjahr kaum noch einstellen wollen, um dich für deine Arbeit zu bezahlen“.

Nachtschicht

Der einst — nicht etwa aus Menschlichkeit, sondern zur Verhinderung einer kommunistischen Revolution — durch eine Rentenversicherung finanzierte Lebensabend auf dem Gnadenhof des Sozialstaates wird scheibchenweise durch eine müde und schmerzhaft durchgearbeitete Nacht ersetzt, an deren „Feierabend“ kein neuer Morgen, sondern eine Begräbnisfeier steht.

Hochdruck

Unsere Techniker arbeiten mit Hochdruck an der Behebung des Ausfalls

Vodafone in einer typischen Presseerklärung zu technischen Problemen

Mir, und vermutlich nur nur mir, wäre es ja lieber, die Techniker arbeiteten nicht unter einem selten hilfreichen Hochdruck (neudeutsch auch „Stress“ genannt), sondern besonnen, gründlich und effizient (und würden dafür auch sehr gut bezahlt). Eine solche Haltung führte nicht nur schneller zur Behebung der technischen Probleme, sondern hülfe vielleicht sogar, zukünftige Probleme zu verhindern.

Siebzehnter Juni

„Hach ja, damals“, sagte der Vorübergehende zu seinem verdummten Zeitgenossen, „als eine Arbeitsnormerhöhung um zehn Prozent zu einem Volksaufstand in der DDR führte. Heute machen die Angehörigen der Classe politique so etwas zwar in der gleichen Größenordnung, aber in viel geschickterer Verpackung: Sie erhöhen das Renteneintrittsalter. Und es funktioniert so verpackt ganz hervorragend. Die Menschen arbeiten rd. zehn Prozent mehr, ohne einen persönlichen Vorteil dadurch zu haben; ja, einige sind dabei sogar froh, Arbeit zu haben und nicht auf Hartz fear im rechtsfreien Raum des Sozialsystems angewiesen zu sein. Nichts ist so wirksam wie die Kombination aus Angst und Propaganda“.

Kapitalistische Lohnformel

Je offensichtlicher eine Arbeit eine unmittelbare Erledigung von Dingen ist, die aus zivilisatorischen oder schlicht menschlichen Gründen getan werden müssen, desto geringer wird diese Arbeit entlohnt und geachtet. Die mit Geld und Ansehen arbeiten nicht.

Würdelose Angst

Menschen, die Angst davor haben, dass ihr „Job“ demnächst von einer Maschine übernommen werden könnte, haben nicht das geringste Gefühl für ihre eigene Würde. Eine Arbeit, die von einer Maschine verrichtet werden kann, ist schlicht menschenunwürdig — und ein Fortschritt, der auch einen Nutzen für Menschen hat, besteht darin, immer mehr Arbeit auf Maschinen zu verlagern, so dass sich Menschen würdigeren Dingen widmen können.

Leistung muss sich wieder lohnen

Wenn Menschen durch harte Arbeit reich würden, dann wäre jeder Bauhelfer ein Millionär.