Tag Archive: Arbeit


Kapitalistische Lohnformel

Je offensichtlicher eine Arbeit eine unmittelbare Erledigung von Dingen ist, die aus zivilisatorischen oder schlicht menschlichen Gründen getan werden müssen, desto geringer wird diese Arbeit entlohnt und geachtet. Die mit Geld und Ansehen arbeiten nicht.

Würdelose Angst

Menschen, die Angst davor haben, dass ihr „Job“ demnächst von einer Maschine übernommen werden könnte, haben nicht das geringste Gefühl für ihre eigene Würde. Eine Arbeit, die von einer Maschine verrichtet werden kann, ist schlicht menschenunwürdig — und ein Fortschritt, der auch einen Nutzen für Menschen hat, besteht darin, immer mehr Arbeit auf Maschinen zu verlagern, so dass sich Menschen würdigeren Dingen widmen können.

Leistung muss sich wieder lohnen

Wenn Menschen durch harte Arbeit reich würden, dann wäre jeder Bauhelfer ein Millionär.

Wer nichts wird, wird nicht mehr Wirt…

Ausgehängtes, großes Transparent am Jobcenter Hannover: BiZ Berufs Informations Zentrum -- Blaulichttag im BiZ, Berufe in Uniform stellen sich vor! Samstag 13. Juni von 10:00 bis 14:00 Uhr im BiZ

…sondern Polizist, Soldat oder sonstiges menschliches Verschleißmaterial für den gewaltsamen Aufrechterhalt von Zuständen, die dringend verändert werden müssen.

Übrigens: Schönes bundesbehördliches Deppen Leer Zeichen in „Berufs Informations Zentrum“. Offenbar müssen Beamte auch kein fehlerfreies Deutsch mehr können, was die Einstiegshürde noch weiter heruntersetzt.

Sei bedingungslos arbeitswillig oder verrecke!

Antikes Schild an einer Haustür in Hannover: Mitglied des Vereins gegen Hausbettelei und Obdachlosigkeit -- Werkheim für Arbeitswillige: Büttnerstraße No. 12

Von den bourgeoisen Auffassungen, die sich einst in solchen Schildern an Haustüren manifestiert haben, bis hin zur gegenwärtigen „Sozialpolitik“ der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC führt ein gerader Weg, der auch völlig unbeirrt durch den Hitlerfaschismus geführt hat. Der Schlachtruf der heutigen Menschenverachter, dieses unsägliche „Sozial ist, was Arbeit schafft“, ist für die gleichen Ohren bestimmt wie „Arbeit macht frei“ — und weder die so in die geistige Umnachtung schreienden Münder noch die auf solche Blutrede ansprechenden Psychen lassen sich nur eine Sekunde lang davon beirren, dass sich das Zeitalter der Arbeit zum Ende neigt, dass absehbar ist, dass sich in recht naher Zukunft eine wesentlich größere Menge Güter mit sehr viel weniger menschlicher Arbeit erzeugen lässt. Nein, stattdessen wird den Menschen, deren Arbeitskraft niemand mehr so bezahlen will, dass sich davon leben lässt, die Schuld für den geringen Marktwert ihrer Arbeitskraft zugeschoben und mit dem amtsmürrisch und niemals als sichernd empfindbar gewährten Dasein im weitgehend rechtlosen Zustand namens „Hartz IV“ abgestraft.

Lebenslauf

Er hat Lücken in seinem Lebenslauf; ja, Zeiten, in denen er einfach gelebt hat und nicht getan hat, was andere von ihm wollten… das ist nachteilhaft am „Arbeitsmarkt“.

Der gut geschützte Jugendliche

Er ist fünfzehn Jahre alt, der gut geschützte Jugendliche, und damit im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland zu jung für die allermeisten Dinge. Nur für eines ist er alt genug, ja, er soll und muss es sogar: Wissen, welchen Beruf er für den Rest seines Lebens ausüben will.

Die „Freien“

Menschen, die ihr Auto brauchen, damit sie zur Arbeit kommen, und die arbeiten, damit sie sich ihr Auto leisten können. Und. Die diesen Kreis für eine „Freiheit“ halten.

Der Ausländer

„Ja, es stimmt“, sagte der Vorübergehende in einem kecken Moment zu seinem Zeitgenossen, „der Ausländer nimmt dir deinen Job weg. Und wenn ihm das gelingt, obwohl er nur schlecht Deutsch spricht, keine Beziehungen hat, nicht über viel Geld verfügt und in einem nicht gerade ausländerfreundlichen Land ein schlechtes Ansehen hat, dann gibt es dafür eine sehr einfache und naheliegende Erklärung: Du bist aus der Sicht derjenigen Inländer, die andere Menschen mies dafür bezahlen, dass sie Arbeiten machen, ziemlich scheiße. Aber gegen diese Inländer, gegen die magst du nichts sagen, an die denkst du nicht einmal — obwohl die auch ohne Ausländer ähnlich vorgehen würden, wie sie es jetzt tun“.

Nationalsozial, sozusagen…

Derjenige ist wirklich und wahrhaft sozial, der Arbeit schafft.

Alfred Hugenberg, Wirtschaftsminister im ersten Kabinett von Reichskanzler Adolf Hitler

[via @Holzschuhwerfer]

Die angeprangerte Gier

Wenn sich die Menschen doch einmal hinstellen und mit ihrer leisen, nahezu wirkungslosen Stimme einfordern, dass sie von dem Lohn für ihre Arbeit auch leben können wollen, dann ertönt hoch oben von einem gewaltigen Berg aus Geld die durch Presse und Glotze millionenfach verstärkte, jede Widerrede übertönende Stimme: „Deine Gier ist schlecht für die Wirtschaft“.

Der Kabarettist

„Wenn die Zustände endlich einmal beendet sind, die der Kabarettist zu Recht so trefflich verspottet“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „dann müsste er sich ja nach all diesen Jahren gesicherten Daseins im Spotte eine andere, möglicherweise gar anstrengendere und produktivere Arbeit suchen“.

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