Tag Archive: Heiterkeit


Zustimmung

„Ich stimme ihnen grundsätzlich zu“, sagt der höfliche Lügner und Blender, um daraufhin seine vollumfängliche Ablehnung darzulegen.

Bei Gott

Als der Vorübergehende über einen Verstorbenen hörte, er sei jetzt bei Gott, dachte er sich, dass dieser Mensch während seines Leben wohl nicht bei Gott gewesen sein wird.

Fehlentscheidung

Breit grinsend sagte der Vorübergehende in die kleine Runde: „Wenn man nicht lange nachdenkt, sondern gleich eine Fehlentscheidung trifft, spart das immerhin Zeit“.

Absicht

„Die Menschen in ihrem unreflektierten Narzissmus glauben fest daran, dass sie Willensfreiheit hätten, weil sie mit einer Absicht handeln können“, sagte der Vorübergehende zu seinem Mitmenschen, „aber sie fragen sich niemals, wo ihre Absichten denn herkommen, ob sie wohl wirklich wollen können, was sie wollen. Da sitzt kein Mensch im Menschen, der freie Absichten und einen freien Willen hätte; da ist nur ein komplexer, dem allgemeinen Determinismus des Kosmos unterworfener karmischer Apparat. Freiheit ist nicht die Freiheit des Willens, zu bekommen, was er will, sondern Freiheit ist die Freiheit von Angst“.

Steine

Der Vorübergehende sagte lächelnd zum Traurigen: „Alles, was ich bin und alles, was ich kann, ist aus den Steinen aufgebaut, die mir immer wieder in den Weg gelegt wurden. Es ist vielleicht kein schöner Bau, danach habe ich auch niemals gestrebt, aber er ist nützlich und hilfreich“.

Ernstnehmen

Lächelnd sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Warum sollte ich mein Leben oder irgendeine Erscheinung in meinem Leben ernstnehmen? Ich komme hier sowieso nicht lebendig raus“.

Propagandaübersetzung

„In feministisch gefärbten Texten aus der bürgerlichen Presse und feministischen Stellungnahmen und PResseerklärungen aus der Politik“, sagte der Vorübergehende mit einem breiten Grinsen zu seinem um Gerechtigkeit bemühten Mitmenschen, „lese ich das Wort ‚Mann‘ als ‚Jude‘ und das Wort ‚Frau‘ als ‚Arier‘, und den Rest der Sprache und der Forderungen lasse ich völlig unverändert, weil er im neuen Kontext sehr gut passt. Dieses Lesen demaskiert das Denken, das ‚Argumentieren‘ und die Propaganda ausgerechnet derjenigen, die mich und dich den Antifaschismus lehren wollen — und es wird deutlich, dass Menschen auf der geistigen Sackgasse des ‚Anti‘ nicht etwa zu etwas Anderem, hoffentlich Erfreulicherem als dem Bekämpften, sondern nur zu einem Spiegelbild werden. Diese immer wieder leicht zu machende psychomechanische Beobachtung völlig zu übersehen, zu verdrängen, auszublenden, das ist das genaue Gegenteil von Analyse, Bewusstsein und Vernunft“.

Handystrahlung

Es ist gut belegt, dass Telefonieren mit einem Handy starke Kopfschmerzen und unangenehmere Symptome bereiten kann. Allerdings kommt es darauf an, mit wen man telefoniert.

Geld macht nicht glücklich

„Ja, es stimmt, dass Geld nicht glücklich macht“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „vor allem, wenn es immer nur die anderen sind, die das Geld haben und bekommen“.

Selbstliebe

Von einem Zeitgenossen mit der Mutmaßung belästigt, er scheine sich wohl selbst zu hassen, so wie er aussehe, sagte der Vorübergehende lächelnd: „Was meinst du wohl, wie liebevoll ich mit meinem Verstand umgehe“.

WLAN

Es wird immer einen Ort geben, der ohne WLAN auskommen muss, und das sind Kirchengebäude. Vermutlich würde G’tt eifersüchtig, wenn er sähe, dass es eine unsichtbare Kraft gibt, die auch funktioniert.

Der Zettel

Als der Vorübergehende seiner Zeitgenossin dabei zuschaute, wie sie einen Taschenrechner für die vier Grundrechenarten aus der Verpackung auspackte, sagte er zu ihr: „Da! Sie haben einen Zettel gedruckt, gefaltet und mit in die Packung gelegt. Auf diesem Zettel wird dir erklärt, welche Tasten du drücken musst, um zu rechnen. Es ist doch erstaunlich, dass Hersteller von einfachen Taschenrechnern mit so großer Selbstverständlichkeit davon ausgehen, dass einem gewissen Anteil ihrer Kunden das Konzept der Zahl völlig fremd ist“.