Tag Archive: Heiterkeit


Ernstnehmen

Lächelnd sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Warum sollte ich mein Leben oder irgendeine Erscheinung in meinem Leben ernstnehmen? Ich komme hier sowieso nicht lebendig raus“.

Propagandaübersetzung

„In feministisch gefärbten Texten aus der bürgerlichen Presse und feministischen Stellungnahmen und PResseerklärungen aus der Politik“, sagte der Vorübergehende mit einem breiten Grinsen zu seinem um Gerechtigkeit bemühten Mitmenschen, „lese ich das Wort ‚Mann‘ als ‚Jude‘ und das Wort ‚Frau‘ als ‚Arier‘, und den Rest der Sprache und der Forderungen lasse ich völlig unverändert, weil er im neuen Kontext sehr gut passt. Dieses Lesen demaskiert das Denken, das ‚Argumentieren‘ und die Propaganda ausgerechnet derjenigen, die mich und dich den Antifaschismus lehren wollen — und es wird deutlich, dass Menschen auf der geistigen Sackgasse des ‚Anti‘ nicht etwa zu etwas Anderem, hoffentlich Erfreulicherem als dem Bekämpften, sondern nur zu einem Spiegelbild werden. Diese immer wieder leicht zu machende psychomechanische Beobachtung völlig zu übersehen, zu verdrängen, auszublenden, das ist das genaue Gegenteil von Analyse, Bewusstsein und Vernunft“.

Handystrahlung

Es ist gut belegt, dass Telefonieren mit einem Handy starke Kopfschmerzen und unangenehmere Symptome bereiten kann. Allerdings kommt es darauf an, mit wen man telefoniert.

Geld macht nicht glücklich

„Ja, es stimmt, dass Geld nicht glücklich macht“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „vor allem, wenn es immer nur die anderen sind, die das Geld haben und bekommen“.

Selbstliebe

Von einem Zeitgenossen mit der Mutmaßung belästigt, er scheine sich wohl selbst zu hassen, so wie er aussehe, sagte der Vorübergehende lächelnd: „Was meinst du wohl, wie liebevoll ich mit meinem Verstand umgehe“.

WLAN

Es wird immer einen Ort geben, der ohne WLAN auskommen muss, und das sind Kirchengebäude. Vermutlich würde G’tt eifersüchtig, wenn er sähe, dass es eine unsichtbare Kraft gibt, die auch funktioniert.

Der Zettel

Als der Vorübergehende seiner Zeitgenossin dabei zuschaute, wie sie einen Taschenrechner für die vier Grundrechenarten aus der Verpackung auspackte, sagte er zu ihr: „Da! Sie haben einen Zettel gedruckt, gefaltet und mit in die Packung gelegt. Auf diesem Zettel wird dir erklärt, welche Tasten du drücken musst, um zu rechnen. Es ist doch erstaunlich, dass Hersteller von einfachen Taschenrechnern mit so großer Selbstverständlichkeit davon ausgehen, dass einem gewissen Anteil ihrer Kunden das Konzept der Zahl völlig fremd ist“.

Lernen und Erfahrung

„Jüngere Menschen“, sagte der Vorübergehende zum jüngeren Menschen, „sind Menschen, die ihr erlerntes Wissen zur Grundlage ihrer Weltsicht und ihrer Entscheidungen nehmen, und ältere Menschen bauen stattdessen eher auf ihrer Einsicht und Erfahrung. Beides hat seine Nachteile und seine Nachteile. Und die übergroße Mehrheit der Menschen lässt sich einfach nur von anderen beeinflussen, ohne die Mühe der Reflexion, ohne einen einzigen eigenen Gedanken, ohne das geringste Streben erwachsen und Mensch zu werden und zu sein“.

Grenzwissenschaftssex

Mit einem breiten, etwas unverschämten Grinsen sagte der Vorübergehende: „Ich habe die Existenz von Gespenstern für möglich gehalten, bis ich einige ‚Videos von Gespenstern‘ in bestem Beweiston gesehen und ertragen habe. Ich habe die Existenz von UFOs für möglich gehalten, bis ich einige ‚Videos von UFOs‘ in bestem Beweiston gesehen und ertragen habe. Es ist wohl besser, wenn ich mir keine Pornos anschaue“.

Trieb und Denke

Wer den Rudeltrieb in sich überwindet, wer niemals der Menge folgt, weil es die Menge ist, wer sich niemals eine Institution oder einen Herrschaftsapparat als Familien- und Beziehungsersatz andrehen lässt, der hat gute Chancen, jeden Tag etwas klarer und vernünftiger zu denken und schließlich in weitgehender Eigenverantwortung und Einsicht heiter neben dem dummen und verantwortungslosen Prozess herzugehen, der über der Gesellschaft abläuft, ohne davon aufgesogen zu werden.

Versprecher

Für seine gelegentlichen kleinen Versprecher, die der Verständlichkeit keinen Abbruch taten, hat er sich jedesmal mit einer neurotisch-automatisch anmutenden Geste bei mir entschuldigt, aber nicht einmal für seine des Verstandes spottenden Denkfehler.

Dummstellen

Als der Vorübergehende von einem seiner Zeitgenossen gefragt wurde, warum er vorhin im Gespräch so viel gefragt hat, als ob er gar nichts wüsste, sagte der Vorübergehende: „Es ist für jemanden, der etwas weiß, gar nicht schwierig, sich dumm zu stellen, und oft erreiche ich damit mehr als mit arrogant aufgetischtem Wissen, bringe ich doch einen Anderen dazu, seine gedankliche Welt ausdrücken zu wollen und dabei noch einmal nachzuformulieren und nachzudenken zu müssen. Für den Dummen ist es aber viel schwieriger, sich wissend zu stellen“.