Tag Archive: Heiterkeit


Kamm

So lange die Menschen Haare auf dem Kopf haben, stellen sie sich jeden Tag mindestens einmal hin und bringen ihre Haare in eine ordentliche Form. Es wäre schon viel gewonnen, wenn sie das auch jeden Tag mit den Gedanken in ihrem Kopf täten.

An Spätmerker ist gedacht, nicht an Zuspätmerker

Ein Ehegatte kann Aufhebung der Ehe begehren, wenn er bei der Eheschließung nicht gewußt hat, daß es sich um eine Eheschließung handelt, oder wenn er dies zwar gewußt hat, aber eine Erklärung, die Ehe eingehen zu wollen, nicht hat abgeben wollen. Das gleiche gilt, wenn der Ehegatte sich in der Person des anderen Ehegatten geirrt hat

§ 31, Abs. 1 Ehegesetz, die veraltete Rechtschreibung ist von dort.

Dass sie gerade heiraten, bekommen die meisten Menschen noch mit. Leider merken die meisten erst nach einigen Jahren, dass sie sich in der Person des anderen Ehegatten geirrt haben.

Thermodynamik

„Die Gesetze der Thermodynamik sind allgegenwärtig“, sagte der Vorübergehende grinsend zu seinem Zeitgenossen, „und jeder ist mit ihnen vertraut. Das zweite Gesetz der Thermodynamik lässt sich zum Beispiel in ‚Alles, was man haben will, kostet mehr, als es wert ist‘ umformulieren“.

Komma

Der Vorübergehende sagte lächelnd zu seiner Zeitgenossin, die damit beschäftigt war, sich selbst zu bedauern: „Ich bin auch wie ein Komma. Meistens vergisst man mich, und wenn man mich nicht vergisst, setzt man mich einfach irgendwo hin“.

Worte wie Nutten

Kanone — Der Journalist nennt sein das Produkt seines täglichen Tuns ein Sturmgeschütz der Demokratie, aber in Wirklichkeit ist es eine Gulaschkanone Merkels.

Blickwinkel — „Die Bösen“ denken regelmäßig, dass sie selbst „die Guten“ sind. Selbstbild ist trügerisch.

Unverständnis — „Ich verstehe gar nicht, wie mich diese unterfickten Schabracken für einen Sexisten halten können“, sagte der Sexist.

Jetzt rede ich! — Wer die Redefreiheit dafür in Anspruch nimmt, den Sprechenden mit Lärmen zu übertönen, um ihn zum Schweigen zu bringen, ist ein Feind der Redefreiheit. Das gleiche gilt für den, der zwar leiser ist, aber sich jahrelang darin geübt hat, minutenlang gar nichts zu sagen. Erstere demonstrieren gern, letztere sind jene, gegen die demonstriert wird.

Juristen und Politiker — Sie hocken jahrzehntelang gut alimentiert auf ihren bequemen Stühlen und machen ihre Sicht zum Maß aller Dinge.

Eheliche Pflicht — Wir brauchen mehr Kinder im Land. Da muss man sich zum Sex zwingen. Man kann dabei ja an etwas Schönes denken.

Pferd — Das tote Pferd hat nichts davon, wenn der Reiter absteigt. Nur der Reiter, der wieder vorwärts kommt. Wo tote Pferde geritten werden, hält man die Pferde für wichtiger als den Reiter.

Sehet und schmecket! — Die christliche Liturgie ist so etwas wie ein Bullshitbingo für Rentner.

Der Weg — Verlaufen kann man sich oft, ankommen nur einmal.

Nach Corona — Nach langem, völlig planlosen Verlauf werden sie endlich sagen: „Es verlief alles wie geplant und wir haben eine gute Arbeit gemacht“. Und Journalisten werden es, meinungsstark und merkbefreit, wie sie nun einmal sind, für die Wahrheit halten, als Wahrheit in den journalistischen Produkten vermelden, und jeder, der widerspricht, verbreitet Fake News.

Keine Mangelware — Die Welt ist voller Menschen, die ganz genau wissen, wie andere Menschen zu leben haben.

Erfahrung

Grinsend sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Erfahrung ist die Summe der erlebten Misserfolge, und Unerfahrenheit ist die Häufigkeit, mit der man seine Erfahrungen erst gemacht hat, nachdem man sie gebraucht hätte. Dummheit ist im Gegensatz dazu der Zustand, der sich durch alle Erfahrung nicht spürbar ändert und deshalb unabhängig von Erfahrungen ist; ein Zustand, der mit den immer gleichen Methoden der dummen Psyche vorgeht und dabei hofft, dass vielleicht beim nächsten Mal etwas anderes herauskommt — schau dir nur Politik und Verwaltung während der Corona-Seuche an“.

Zustimmung

„Ich stimme ihnen grundsätzlich zu“, sagt der höfliche Lügner und Blender, um daraufhin seine vollumfängliche Ablehnung darzulegen.

Bei Gott

Als der Vorübergehende über einen Verstorbenen hörte, er sei jetzt bei Gott, dachte er sich, dass dieser Mensch während seines Leben wohl nicht bei Gott gewesen sein wird.

Fehlentscheidung

Breit grinsend sagte der Vorübergehende in die kleine Runde: „Wenn man nicht lange nachdenkt, sondern gleich eine Fehlentscheidung trifft, spart das immerhin Zeit“.

Absicht

„Die Menschen in ihrem unreflektierten Narzissmus glauben fest daran, dass sie Willensfreiheit hätten, weil sie mit einer Absicht handeln können“, sagte der Vorübergehende zu seinem Mitmenschen, „aber sie fragen sich niemals, wo ihre Absichten denn herkommen, ob sie wohl wirklich wollen können, was sie wollen. Da sitzt kein Mensch im Menschen, der freie Absichten und einen freien Willen hätte; da ist nur ein komplexer, dem allgemeinen Determinismus des Kosmos unterworfener karmischer Apparat. Freiheit ist nicht die Freiheit des Willens, zu bekommen, was er will, sondern Freiheit ist die Freiheit von Angst“.

Steine

Der Vorübergehende sagte lächelnd zum Traurigen: „Alles, was ich bin und alles, was ich kann, ist aus den Steinen aufgebaut, die mir immer wieder in den Weg gelegt wurden. Es ist vielleicht kein schöner Bau, danach habe ich auch niemals gestrebt, aber er ist nützlich und hilfreich“.

Ernstnehmen

Lächelnd sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Warum sollte ich mein Leben oder irgendeine Erscheinung in meinem Leben ernstnehmen? Ich komme hier sowieso nicht lebendig raus“.