Tag Archive: Feminismus


Rache

Sie verhunzen ihre Muttersprache, als wollten sie sich dafür rächen, dass man das Wort „Muttersprache“ nicht gendern kann.

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Toxisch

Wer eine Gruppe von Menschen wegen eines phänotypisch sichtbar gewordenen genetischen Merkmales allen Ernstes als „toxisch“ bezeichnet und es mit dieser Begriffswahl inzwischen sogar in die Fernsehreklame bringt, hätte sicherlich auch Gefallen am Schädelvermessen und am Befüllen der Menschenviehtransportzüge in Richtung Auschwitz gefunden. Im Spiegelbild dieser faschistoiden Begriffswahl zeigt sich die psychische Vergiftung derer, die zu solchen Begriffen greifen — und die sich vor allem dann für „links“ halten, wenn sie in den Spiegel schauen. Gender. Ist Opium für die Linke.

Volksschädling 2.0

Die von „toxischer Männlichkeit“ sprechen, dokumentieren allein durch Inmundnahme dieses Wortes, dass sie die gleiche Sprache wie jene auf der scheinbar anderen Seite sprechen, die Menschen als „Volksschädlinge“ bezeichnen. Wehe den mit solchen Wörtern bezeichneten Menschen, wenn einmal entgiftet wird oder die Schädlingsbekämpfung beginnt!

#MeToo

„Dieses so leicht twitterbare, von Printjournalisten empfohlene und deshalb so oft getwitterte #MeToo“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „klingt für mich nur noch wie ein ‚Ich will auch mal'“.

Die Studierenden

Als dem Vorübergehenden in der Universität erklärt wurde, dass man jetzt nicht mehr „die Studenten“, sondern „die Studierenden“ sagt, schaute er kurz um sich und dachte anschließend ganz leise bei sich: „Dabei gibt hier so viele Studenten, die keine Studierenden sind“.

Die Kopfgeburt der höheren Töchter

Der Genderjargon markiert. Die Literatur ist aber kein Stadtfaltplan. Die tobenden Frauen und Männer, die sich an der Debatte beteiligen, gehören der bürgerlichen Klasse an. Der Interpunktionsirrsinn ist die Ausgeburt der höheren Töchter. Der Restaurationswahn ist das Gespei der spröden Oberschichtler. Wir sind nicht in der Benimmschule. Ich halte mich nicht an eine Grammatik der Gesinnung

Feridun Zaimoglu [Archivversion des Deutschlandfunk-Artikels]

Hate Speech

Nachdem die Menschen sich daran gewöhnt haben, jeden Widerspruch und jedes nicht ganz stubenreine Wort des Diskurses als „Hass“ zu bezeichnen, wundern sie sich darüber, wo der ganze „Hass“ herkommt — und die wirklichen Hasser können sich hinter klaren Meinungsfreiheiten verschanzen, gegen jede Zensur aussprechen und mit der hinter ihrem Rücken versteckten Benzinflasche neben den Brand stellen um die Harmlosen zu spielen. Selten nur war politischer Aktivismus so dumm, so kontraproduktiv, so brandstiftend, so ein perfektes Spiegelbild.

Sie haben es in der Nase

Dass Journalisten so leicht eine Affinität zum Feminismus aufbauen, liegt auch daran, dass sie mit ihrer Journalistennase aufmerksamkeitsträchtige Sexskandale wittern, ein stets brauchbares Vehikel des Wegwerfschreiberlings, mit dessen Kraft und Hilfe sich die Werbeplätze in Presse und Glotze immer noch am besten und teuersten verkaufen lassen.

Im Spiegelbild des angeprangerten Körperverkaufes

Wer bei Prostituierten davon spricht, dass sie „ihren Körper verkauften“, aber genau die gleichen, dort genau so zutreffenden Worte vermeidet, wenn es um andere, meist männliche Arbeiter (wie etwa Bauhelfer, Lagerarbeiter, Paketboten, Gebäudereiniger, Bergleute oder Fernfahrer) geht, belegt im Spiegel dieses seines Sprechens, dass sein Blick auf die Arbeit von seiner anachronistisch-moralistischen Sicht der Sexualität getrübt ist. Die „politische Analyse“ eines so sprechenden Menschen ist nichts weiter als eine Larve der restriktionsbereiten Prüderie; das nur zum Schein politisch formulierte Programm besteht in einer weiteren Verschiebung der zwangsneurotischen Sexualunterdrückung bei gleichzeitigem Aufrechterhalt aller anderen Strukturen der Unfreiheit und kapitalistischen Knechtschaft des größten Teiles der Menschen.

Vergewaltigungen

Diejenigen, welche die Vergewaltigung einer Frau nur dann erwähnens- und verfolgenswert zu finden scheinen, wenn das Verbrechen von einem Afrikaner begangen wird, sind genau solche Feinde des Rechts auf körperliche und psychische Unversehrtheit jedes Menschen wie diejenigen, welche die Vergewaltigung einer Frau nur dann erwähnens- und verfolgenswert zu finden scheinen, wenn das Verbrechen von einem „weißen cis-Mann“ begangen wird. Und sie sind beidesamt Rassisten.

Statistisch belegte Dummheit

Wenn Statistiken belegen, das „für Frauen“ an- und ausgepriesene Produkte und Dienstleistungen deutlich teurer als völlig gleichwertige Produkte und Dienstleistungen „für Männer“ sind, und wenn Frauen diese überhöhten Preise für pinkfarbene Pigmente in Produkten und Verpackung sowie für eine an die Psyche von Frauen gerichtete Reklame auch noch bezahlen, dann belegt eine solche Statistik nicht etwa — wie es im sachlich klingendem Tonfall vom Nachrichtensprecher des Staatsfernsehens gesagt und begleitend aufgeregt-polemisch über social media weitergeschnattert wird — eine Diskriminierung von Frauen, sondern eine im Durchschnitt deutlich geringere lebenspraktische Intellgenz und die seit langem wohlbekannte Tatsache, dass Dummheit auch teuer sein kann.

Gesundheitsgefahr

Von einer Zeitgenossin aus dem gender pay gap mit dem Argument konfrontiert, dass ungerechte Entlohnung für die Arbeit auch eine Gefahr für die Gesundheit sei, antwortete der Vorübergehende: „Dann ist es aber seltsam, dass die deiner Meinung nach schlechter bezahlten Frauen so leicht messbar länger und gesünder leben als die deiner Meinung nach besser bezahlten Männer“.