Tag Archive: Feminismus


Gesundheitsgefahr

Von einer Zeitgenossin aus dem gender pay gap mit dem Argument konfrontiert, dass ungerechte Entlohnung für die Arbeit auch eine Gefahr für die Gesundheit sei, antwortete der Vorübergehende: „Dann ist es aber seltsam, dass die deiner Meinung nach schlechter bezahlten Frauen so leicht messbar länger und gesünder leben als die deiner Meinung nach besser bezahlten Männer“.

Check your privileges

Die Tatsache, dass sie eine beliebig kompliziert gestaltbare Kunstsprache verwenden und nach Möglichkeit auch anderen Menschen an vielen Stellen aufnötigen wollen, spiegelt nur wider, wie privilegiert jene Gestalten sind, die so vorgehen.

Die Nachkämpfer_innen

Wenn einige Vorkämpfer für die Rechte der Menschen gegen erheblichen gesellschaftlichen Widerstand und unter oft physischem wie psychischem Schmerz so weitgehend ihre Erfolge errungen haben, dass ihre Forderungen längst genannt werden dürfen, ohne lächerlich zu wirken und ohne auf offenen Hass zu stoßen, ja, dass sie bereits zum festen, nicht mehr hinterfragten Bestandteil der bourgeoisen Politik und ihrer journalistischen Ausdeutung geworden sind, dann kommen die Nachkämpfer_innen wie ein Krebsgeschwür der einst not-wendigen Bewegung: All diese Unterstützer_innen, die mit ihrer Unterstützung inzwischen nichts mehr zu verlieren haben, weil es weitgehend ungefährlich geworden ist, sich für die Rechte der Menschen zu engagieren. Da es bei den Nachkämpfer_innen wegen des von ihnen gewählten Zeitpunktes keine wirklich drängende existenzielle Not mehr gibt, die von ihnen bekämpft wird, kämpfen sie freilich auf Außenstehende absurd wirkende Scheingefechte mit auf Außenstehenden absurd wirkenden Mitteln; dabei selbst gut finanziell abgesichert, mit allen von ihren Vorkämpfern kaum erträumbaren Möglichkeiten ausgestattet und oft in den von ihnen dabei offen verachteten bourgeoisen Institutionen reich alimentiert. Sie übernehmen von den mittlerweile gesellschaftlich akzeptierten Vorkämpfern den aggressiven, einst einem not-wendigen Kampf geschuldeten Tonfall und die um Aufmerksamkeit und billiges Gefühl schreiende populistische Methodik, doch ihr Feind ist eine in paraanalytischer Sprache verpackte, untereinander wie die heilige Erkenntnis mitgeteilte Leere, in deren zum Hass freigegebenen Hohlraum im Zweifelsfall jeder Mensch auch aus geringsten Anlässen untergebracht und vor einem aufgeheizten Mob für die Kühlung des Mutes präsentiert werden kann, ohne dass ein davon betroffener Mensch sich dagegen mit Mitteln der halbwegs zivilisierten Auseinandersetzung wehren könnte. Das Ziel beinahe aller Tätig- und Tätlichkeiten der Nachkämpfer_innen ist nicht die Herstellung von Menschenrecht, sondern möglichst bequem zu erreichende persönliche psychische Abfuhr für allerlei individuelles Ungemach der Vergangenheit; die grundsätzliche Haltung, die alle Nachkämpfer_innen in ihrer Verschiedenheit eint, ist eine manisch-depressive Verantwortungslosigkeit, der es nicht gelingt, mit den von den Vorkämpfern errungenen Möglichkeiten, Rechten und Freiheiten etwas wahrhaft Konstruktives mit gesellschaftlicher Strahlkraft für ein besseres Leben anzufangen. Unterdessen. Produziert der weiter über die Gesellschaft ablaufende Prozess seine zwangsläufige Not und Ungerechtigkeit für Viele, die mit den aufgesetzten Scheuklappen der Nachkämpfer_innen nicht sichtbar sind. Zu schlechter Letzt gelingt es den Nachkämpfer_innen gar, dass der Zustand vor den Erfolgen der Vorkämpfer von vielen Zeitgenossen als ein besserer Zustand denn der ablaufende Irrsinn wahrgenommen wird, weil sie die verschwenderische psychische Albernheit und das ziellose Hassgerase der Nachkämpfer_innen der offen von bourgeoisen Medien transportierten Propaganda ebendieser Nachkämpfer_innen folgend mit den Zielen der Vorkämpfer identifizieren, so dass das Krebsgeschwür der Nachkämpfer_innen schließlich den an sich begrüßenswerten gesellschaftlichen Fortschritt auffrisst. Nichts hat so rettungslos verloren wie eine innerhalb des bourgeoisen Gesellschaftssystems erfolgreiche emanzipatorische Bewegung.

Mit warmem Gruß an R. G. und meine anderen Hasser_innen!

Herr*innen

Frauen sind die Herrenrasse der Feminist*innen.

Gleichstellung

Wo ist eigentlich die Sorgerechtsquote für geschiedene Männer geblieben?

Embryonale Diktatur

Eine Bewegung, die jede Kritik und jeden Widerspruch als hate speech bezeichnet, ist eine Diktatur, deren Zeit noch nicht gekommen ist, aber von den Teilhabenden sehnsüchtig erwartet wird.

Ich bin ein heterosexueller, weißer Mann…

Der nächste Sexist und… vor allem… die nächste Sexistin mit Bullshitstudiumhintergrund, der oder die mir sagt, dass ich als heterosexueller, weißer Mann ja schon privilegiert sei, darf gern mit mir tauschen. Ich werde dabei vermutlich ein gutes „Geschäft“ machen. Die Front verläuft nicht zwischen Geschlechtern, Sexualpraktiken und Hautfarben, sondern sie verläuft zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen.

Wandel

Was den Nazis die Herrenrasse war, das ist den Feministinnen das Damengeschlecht.

Ein Viertel weniger

„Seltsam“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „wie leicht sich die Menschen eine dumme Emotion machen lassen, weil ausgerechnet in den Zeitungen der Milliardäre steht, dass Frauen im Durchschnitt ein Viertel weniger als Männer verdienen; und seltsam auch, wie leicht sie darüber vergessen, dass etwa die Pflegekräfte mit ihrem schnell zerstörten Rücken nur einen Bruchteil dessen als Lohn erhalten, was jene selbsternannten Leistungsträger dafür bekommen, dass sie die richtige Kraft-mal-Weg-Arbeit an andere delegieren. Schau dir nur an, wie die contentindustrielle Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf wohlgewählt gesetzte Themen jede möglicherweise wirksame Solidarität an der Wurzel verrotten lässt, und du weißt, wo die Argumentationen des Feminismus nach ihrer bourgeoisen Transformation angekommen sind: Im Manipulationsbaukasten der Ausbeuter“.

Die CDU-SPD-Frauenquote

Ich habe eben drei Frauen, die mutmaßlich mies bezahlt im Aldi arbeiten — eine von ihnen trug den Text „Auszubildende“ auf der Brust, dieses von sprachpolitischen Hirn-Programmierern ersonnene Wort, das die Ausbeutung junger Menschen zu einer Form der „Bildung“ verklären soll — danach gefragt, ob sie sich nicht darüber freuten, dass es zu so einem großen politischen Sieg für die Frauen gekommen sei. Ob es ihnen nicht neue persönliche Perspektiven jenseits der elenden und mies bezahlten Plackerei eröffne, dass demnächst die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen mit dreißig Prozent Frauen besetzt sein müssen. Aber die Reaktionen waren dermaßen desinteressiert und in einem Fall sogar unwirsch und aggressiv, dass ich nicht mehr wie eigentlich geplant ein paar hundert Meter weiter ging, zum von den ev.-luth. Jesusverkäufern betriebenen Pflegeheim, um dort den untertariflich verschlissenen Frauen mit ihren immer neu vereinbarten „befristeten“ Arbeitsverträgen die gleiche Frage zu stellen. Ich beglückwünsche den bourgeoise gewordenen Quoten-Feminismus der classe politique um sein genaues Wissen darum, wo die Probleme der Menschen liegen und was gegen diese Probleme unternommen werden kann — „Warum kratzen sie mich?“ — „Ich bin Politiker und weiß deshalb, wo es ihnen juckt“.

Gruß an Frau G.! Und nein, ich wollte nicht sie verächtlich machen, sondern das Geschmeiß und die Geschmeißinnen, die sich in ihrem Namen hinstellen und vorgeben, ihre Interessen zu vertreten.

Stereotypen

Sie sagte: „Das mit den emotionalen, sexuellen und psychologischen Stereotypen für Frauen fängt schon an, wenn der Arzt sagt, dass es ein Mädchen ist“. Sie konnte nicht bemerken, dass das gleiche auch gilt, und zwar genau so bitter, wenn der Arzt sagt, dass es ein Junge ist — weil sie in Wirklichkeit nichts gegen die sexistischen Stereotypen hatte, sondern nur irgendwann bemerkte, dass sie auf der machtlosen Seite der gesellschaftlichen Machtverteilung saß; und weil ihr zu dieser trüben Einsicht nur eine Idee kam: Die Umkehrung der im Sexismus begründeten Machtverteilung. Um zu bemerken, dass sie ideologisch verblendet ist, hätte sie bemerken müssen, dass ihr Feminismus nichts ist als ein Spiegelbild der Herrschaft. Und. Damit ebenso schlecht wie diese.

Frauen in der Politik

Diese Frauen, denen schlicht Haushalt und Kindererziehung zu langweilig sind und die aus diesem Grund in die Politik gehen, um dort ihre aus Langeweile entstandene Haltung zum geforderten Lebensentwurf für alle Frauen zu erheben, auch für solche, die viel zu sehr mit dem Elend ihres Daseins beschäftigt sind, als dass sie sich dabei langweilen könnten…