Tag Archive: Feminismus


Die Postmodernen

„Erwachsene Menschen, deren Gehirn so sehr von magisch-narzisstischen psychischen Mustern eingenommen ist, dass sie allen Ernstes daran glauben, dass man durch Sprechakte hokus pokus erst die Wirklichkeit schaffe, statt mit der Sprache Gedanken, Ideen und Beobachtungen mitzuteilen“, sagte der sehr müde wirkende Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „hätten vor noch gar nicht so langer Zeit auch an Hexerei geglaubt. Und in der Tat, mehr als nur ein bisschen sind ihre Methoden bei der Gegnerbekämpfung von den Hexenjagden abgeschaut“.

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Alte, weiße Männer

Der Vorübergehende sagte zu seiner Zeitgenossin: „Diese Menschen, die offen von ‚alten weißen Männern‘ reden, wenn sie etwas als schlecht und schädlich bezeichnen wollen; die das Schlechte und Schädliche an sich also ursächlich auf Lebensalter, Hautfarbe und genetisches Geschlecht von Menschen zurückführen; sie wären allein von ihrem gedankenvermeidenden, stammtischhaften Kategoriensystem zur Einordnung von Menschen her noch vor wenigen Jahrzehnten wohl begeisterte Mitkämpfer*innen gegen das Finanzjudentum geworden. Unfassbar und ekelhaft ist es, was sich heute widerspruchslos als ‚links‘ bezeichnen darf“.

No matter how nasty a statement is, censorship is nastier.

Richard Stallman

Irgendwann, in nicht mehr allzuferner Zeit
Werden die von euch erwählten
Mit Amt und Würden wohlgeschmückten
Und reich mit euerm Geld versorgten
Freunde der vorgeschobnen Gerechtigkeit
Mit riesigen Maschinen, die zum Preis
Von nur noch fünf gelösten Welthungerproblemen
In den Weltenraum geschossen wurden
Die Sonne wie mit dickem Sack verdunkeln.
Damit endlich auch die Blinden
Den Sehenden gleichgestellt sind.

Bis dahin freilich
Gibt es „nur“ Genetikquoten,
Kinder in schulischer Gehirnwäsche
Und erzwungene Genderkunstsprache.
Zur leichteren Gewöhnung
An die Sozialgenetik derer
Die nicht für „Rechte“ sich halten
Sondern für „Aufrechte“. Sind sie
Doch ein wohlgetreues Spiegelbild der „Rechten“.

Denn Reflexion hat zweierlei Bedeutung.
Gute Nacht.

Rache

Sie verhunzen ihre Muttersprache, als wollten sie sich dafür rächen, dass man das Wort „Muttersprache“ nicht gendern kann.

Toxisch

Wer eine Gruppe von Menschen wegen eines phänotypisch sichtbar gewordenen genetischen Merkmales allen Ernstes als „toxisch“ bezeichnet und es mit dieser Begriffswahl inzwischen sogar in die Fernsehreklame bringt, hätte sicherlich auch Gefallen am Schädelvermessen und am Befüllen der Menschenviehtransportzüge in Richtung Auschwitz gefunden. Im Spiegelbild dieser faschistoiden Begriffswahl zeigt sich die psychische Vergiftung derer, die zu solchen Begriffen greifen — und die sich vor allem dann für „links“ halten, wenn sie in den Spiegel schauen. Gender. Ist Opium für die Linke.

Volksschädling 2.0

Die von „toxischer Männlichkeit“ sprechen, dokumentieren allein durch Inmundnahme dieses Wortes, dass sie die gleiche Sprache wie jene auf der scheinbar anderen Seite sprechen, die Menschen als „Volksschädlinge“ bezeichnen. Wehe den mit solchen Wörtern bezeichneten Menschen, wenn einmal entgiftet wird oder die Schädlingsbekämpfung beginnt!

#MeToo

„Dieses so leicht twitterbare, von Printjournalisten empfohlene und deshalb so oft getwitterte #MeToo“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „klingt für mich nur noch wie ein ‚Ich will auch mal'“.

Die Studierenden

Als dem Vorübergehenden in der Universität erklärt wurde, dass man jetzt nicht mehr „die Studenten“, sondern „die Studierenden“ sagt, schaute er kurz um sich und dachte anschließend ganz leise bei sich: „Dabei gibt hier so viele Studenten, die keine Studierenden sind“.

Die Kopfgeburt der höheren Töchter

Der Genderjargon markiert. Die Literatur ist aber kein Stadtfaltplan. Die tobenden Frauen und Männer, die sich an der Debatte beteiligen, gehören der bürgerlichen Klasse an. Der Interpunktionsirrsinn ist die Ausgeburt der höheren Töchter. Der Restaurationswahn ist das Gespei der spröden Oberschichtler. Wir sind nicht in der Benimmschule. Ich halte mich nicht an eine Grammatik der Gesinnung

Feridun Zaimoglu [Archivversion des Deutschlandfunk-Artikels]

Hate Speech

Nachdem die Menschen sich daran gewöhnt haben, jeden Widerspruch und jedes nicht ganz stubenreine Wort des Diskurses als „Hass“ zu bezeichnen, wundern sie sich darüber, wo der ganze „Hass“ herkommt — und die wirklichen Hasser können sich hinter klaren Meinungsfreiheiten verschanzen, gegen jede Zensur aussprechen und mit der hinter ihrem Rücken versteckten Benzinflasche neben den Brand stellen um die Harmlosen zu spielen. Selten nur war politischer Aktivismus so dumm, so kontraproduktiv, so brandstiftend, so ein perfektes Spiegelbild.

Sie haben es in der Nase

Dass Journalisten so leicht eine Affinität zum Feminismus aufbauen, liegt auch daran, dass sie mit ihrer Journalistennase aufmerksamkeitsträchtige Sexskandale wittern, ein stets brauchbares Vehikel des Wegwerfschreiberlings, mit dessen Kraft und Hilfe sich die Werbeplätze in Presse und Glotze immer noch am besten und teuersten verkaufen lassen.

Im Spiegelbild des angeprangerten Körperverkaufes

Wer bei Prostituierten davon spricht, dass sie „ihren Körper verkauften“, aber genau die gleichen, dort genau so zutreffenden Worte vermeidet, wenn es um andere, meist männliche Arbeiter (wie etwa Bauhelfer, Lagerarbeiter, Paketboten, Gebäudereiniger, Bergleute oder Fernfahrer) geht, belegt im Spiegel dieses seines Sprechens, dass sein Blick auf die Arbeit von seiner anachronistisch-moralistischen Sicht der Sexualität getrübt ist. Die „politische Analyse“ eines so sprechenden Menschen ist nichts weiter als eine Larve der restriktionsbereiten Prüderie; das nur zum Schein politisch formulierte Programm besteht in einer weiteren Verschiebung der zwangsneurotischen Sexualunterdrückung bei gleichzeitigem Aufrechterhalt aller anderen Strukturen der Unfreiheit und kapitalistischen Knechtschaft des größten Teiles der Menschen.