Tag Archive: Feminismus


Verstummt

Als seine Schwester im Staub von „toxischer Männlichkeit“ zu sprechen begann, und der Vorübergehende sie trotz dieser Beleidung ganz sanft fragte, wie denn ihrer Meinung nach eine „ungiftige Männlichkeit“ aussähe, brach der Fluss ihrer Rede in diesem tiefgegrabenen Flussbett ab und sie wurde stumm. Sie hatte in den ganzen Jahren ihrer sexistischen Ideologie gegen den Sexismus nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht.

Die Tür

Als der Vorübergehende von einer Frau mit den böse artikulierten Worten „Sie brauchen mir nicht die Tür aufhalten, nur, weil ich eine Frau bin“, antwortete er lächelnd: „Ich halte ihnen die Tür nicht auf, weil sie eine Frau sind, sondern weil ich freundlich und höflich bin“.

Kunst macht frei

Als ich jung war, habe ich strikt widersprochen, wenn irgendwelche tiefspießigen Sittenwächter darüber entscheiden wollten, was als Kunst erlaubt sein sollte und was nicht als Kunst erlaubt sein sollte. Ich wurde dafür als „Linker“ bezeichnet. Dreieinhalb Jahrzehnte später habe ich diese Haltung immer noch, aber inzwischen sind die bourgeoisen „Sittenwächter:innen“ so genannte „Linke“ und ich werde für die gleiche Haltung als „Rechter“ bezeichnet oder gar als Nazi beschimpft.

Gebogen

Die Feminismus ist ein von Ideologie (und oft schweren persönlichen Traumata) stark gebogener Zerrspiegel, über den man auf ein Spiegelbild einer ungerechten und gewalttätigen Gesellschaft blickt und in der Reflexion ausschließlich Ungerechtigkeit und Gewalt gegen Frauen sieht. Sein Verlangen, ausgerechnet jene Männer nachzuäffen, die sonst bei jeder Gelegenheit als Gewalttäter, Untermenschen und Vergewaltiger beschimpft und verachtet werden, ist psychologisch sehr interessant und das vielleicht deutlichste Zeichen dafür, dass es sich beim Feminismus nur um ein Spiegelbild dessen handelt, was der Feminismus vorgeblich bekämpft, und nicht etwa um etwas anderes, vielleicht sogar Besseres.

Der Weg damit hieß: weg damit!

Irgendwo zwischen der Transformation von Frauenstudien zu Gender Studies und der Transformation von Universitätsjuristen zu Risikomanagern scheinen wir die Klitoris verloren zu haben.

Alice Dreger

Gleichstellung

„Man sollte damit aufhören, für mehr Gleichstellung zu sorgen, indem man Hurricanes nicht mehr nur mit Frauennamen, sondern auch mit Männernamen benennt“, sagte der Vorübergehende zu seiner Schwester im Staub, „und stattdessen endlich damit anfangen, sie nach genau den Unternehmen und Konzernen zu benennen, die diese Hurricanes und alle damit verbundenen Katastrophen, Schäden und Opfer mitverursachen. Die Irrationalität der Feministen spiegelt sich in der Dummheit ihrer so genannten Erfolge“.

Im 21. Jahrhundert

Ich denke, also bin ich… hier falsch.

Flieder

Im Vorübergehen an einer Hecke sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin in einem eigentümlichen Singsang: „Die Blüten des Flieders, einst zartes Lila und hoffnungsvoller Duft, braun sind sie geworden“.

Nagel

Für einen Mann mit einem Hammer sieht alles wie ein Nagel aus, und für eine Frau mit dem Deutungsmodell des Feminismus sieht jeder statistisch sichtbare Unterschied wie eine strukturelle Diskriminierung aus.

An die Grün:innen

Es gibt kein richtiges Grün im falschen.

Das hat sich inzwischen geändert…

Frauen sind nicht etwa die besseren Menschen, sie hatten bisher nur nicht soviel Gelegenheit, sich die Hände schmutzig zu machen.

Alice Schwarzer

Ton

Dieser Tonfall derer, die sich immer als besonders „sensibel“ inszenieren, dieser verachtungsvolle und radikal unsensible Tonfall, den diese Agitator*innen gegenüber ihren Gegnern verwenden, er macht in seinem Spiegelbild klar, wie aufgesetzt und verlogen die gern zur Schau gestellte Sensibilität ist und was sich hinter dieser Fassade verbirgt.