Tag Archive: Sprache


Verschwörungstheoretiker

Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ und der scheinbar abgemilderte Begriff „Verschwörungsgläuber“ sind Propaganda- und Kampfbegriffe, deren wichtigste Funktion es ist, jene Menschen, die Korruption und heimlich verfolgte persönliche Ziele bei mit Herrschaft ausgestatten Menschen annehmen und diese Annahme mitteilen, in die gleiche Schublade stecken zu können wie Menschen, die etwa an Chemtrails, eine flache Erde oder Mikrochips in Impfstoffen glauben — und sie anschließend als Idioten, Dummköpfe und Nazis beschimpfen zu können. Deshalb ist der Begriff „Verschwörung“ auch innerhalb des politisch-journalistischen Komplexes so populär geworden, um jede Annahme jenseits der offiziellen Selbstdarstellung politischen und wirtschaftlichen Agierens damit zu bezeichnen.

Was unterdessen ungestört weiter läuft, ist die Verschwörungspraxis. Oder, um ein klareres, von keiner Propaganda missbrauchtes Wort dafür heranzuziehen: Die Korruption.

Querdenker

Wen es schwer fällt, Schritt um Schritt voranschreitend geradeaus zu denken, der wird eben zum Querdenker.

Leistungsträger

Ein „Leistungsträger“ im Sinne des politisch-journalistischen Komplexes ist nicht etwa der Namenlose, der zum BRD-Mindestlohn mit ganz viel Kraft mal Weg durch Zeit im Schweiße seines Angesichts zum Beispiel Heizkörper in die fünfte Etage trägt, sondern der Börsenspekulant, der Geldverleiher, der Krämer, der Profisportler, das Vorstandsmitglied oder auch der Erbe, so lange er nur genug Geld oder Immobilien geerbt hat.

Die tote Wirtschaft

In Presse, Politik und Glotze ist jetzt ständig von einer „Wiederbelebung der Wirtschaft“ die Rede, die natürlich dadurch geschehen soll, dass man das Geld der Armen an die Reichen gibt. Im Wort „Wiederbelebung“ schwingt mit, dass „die Wirtschaft“ mittlerweile tot ist. Sie scheint daran gestorben zu sein, dass Menschen ein halbes Jahr lang coronabedingt nur das gekauft haben, was sie wirklich zum Leben brauchten. Im Spiegel dieser Sprache wird die „Substanz“ dieser Wirtschaft überdeutlich: Sie existiert nicht, weil sie den Bedarf der Menschen durch ihre Produktion deckt, sondern weil sie den Bedarf der Menschen durch allmediale Reklamemanipulation weckt.

Ableismus

Gegen wen ich denke? Gegen diejenigen, die es mir verbieten.

Stanisław Jerzy Lec, ᛉ 6. März 1909, ᛣ 7. Mai 1966

Schlag den Geist tot, und hau auf die Leiche noch einmal mit der größten Keule drauf, die du mit dem Muskel deiner dürftig getarnten Zerstörungslust hauen kannst, damit sie auch wirklich liegen bleibt! Sieh zu, dass jede denkbare Zivilisation und jede Spur von Kultur reglos und kalt danebenliegt! Schreiben ist übler Ableismus, der Analphabeten und Schwachsinnige ausgrenzt, und Sprechen ist nicht besser, werden damit doch alle ausgegrenzt, die deine Sprache nicht verstehen. Liebes Genosse Mitmensch, mit deinem zur Rechtfertigung und Heiligsprechung eigener Dummheit und Unfähigkeit vorgeschobenen Schutz von Minderheiten und Schwachen, mit dem du Intelligenz, Können, Kraft und Fähigkeit zu einer Art bekämpfenswerten „Faschismus“ erklären willst, ohne diese kranke Idee auch nur ein einziges Mal zu Ende gedacht zu haben, weil du immer nur von der Tapete bis zur Wand denkst: Begib dich schweigend, höchstens noch tierhaft affektgetriebene Grunzlaute von dir gebend ins Erdloch zu deiner von dir so innig geliebten kulturlosen Natur des kalten, apparathaft psychischen Fressens und Gefressenwerdens und hab dort ein schönes Leben in einer Welt von Dummheit, Not, Hunger und Angst, in der jeder Schwache und Langsame nichts anderes als eine Kalorien- und Proteinquelle ist! Aber was du nicht bist, das will ich dir vorher noch sagen: Du bist nicht eine Spur intellektuell, politisch, kritisch oder analytisch, sondern ganz im Gegenteil. Dass das, wohin du gehst, nicht das Paradies und nicht das Schlaraffenland ist, wirst du schon selbst bemerken.

Der Mensch aus grauer, vorgeschichtlicher Vorzeit, der zum ersten Mal bei einer Meinungsverschiedenheit nicht zu seiner Waffe gegriffen hat, sondern ein Schimpfwort benutzte, hat das zivilisierte Miteinander von Menschen erst möglich gemacht.

Fort mit den Negern der Sprache!

Immer mehr Freunde der so genannten „Political Correctness“ gehen dazu über, dass als schimpflich empfundene deutsche Wort zur Bezeichnung eines dunkelhäutigen Menschen als „N-Wort“ zu schreiben und zu sprechen. Es handelt sich bei ihnen um überzeugte Anhänger des so genannten „N-Sprechs“.

„Political Correctness“ ist eine intellektuelle Gruppenmasturbation ungebildeter Bildungsbürger, die lieber Wörter austauschen, als Zustände zu verändern.

Der Generalverdacht

Jene lichtscheuen Gestalten, die sagen, dass es nicht angehen könne, alle Polizeibeamten „unter Generalverdacht zu stellen“, wollen mit diesen Worten nur erreichen, dass es einen bedingungslosen Grundfreispruch für gewalttätige Übergriffe durch Polizisten gibt. Wenn es hingegen um die Ausweitung von weit in die Privat- und Intimsphäre von Menschen hineinragenden Polizeibefugnissen geht, haben die selben lichtscheuen Gestalten nicht das geringste Problem damit, jeden Bewohner der BRD unter Generalverdacht zu stellen.

An den denglischen Muttersprachler

Du klingst nicht intelligenter, wenn du „People of Colour“ statt „Farbige“ sagst, sondern ganz im Gegenteil: Du klingst wie ein Dummkopf, der alles unreflektiert nachplappert, sein Gehirn allzugern im massenmedialen Neusprech badet und jeder an ihn herangetragenen dummen Mode folgt.

Der größte faschistische Corona-Erfolg

Historisches Logo 'Aktion Sorgenkind' der ZDF-Fernsehlotterie, ein Begriff für körperlich und geistig behinderte Kinder, der bis in die Neunziger Jahre in die Köpfe gemeißelt wurde, heute deutlich besser als 'Aktion Mensch' bezeichnet.Im Vorübergehen an eine so genannte „Hygienedemo“ sagte der Vorübergehende zu seinem Begleiter: „Der größte faschistische Erfolg während der Corona-Pandemie sind nicht diese lächerlichen, letztlich wirkungslosen Demonstrationen, die genau so gut Demonstrationen gegen die Gravitation sein könnten. Der größte Erfolg der wohletablierten schwarzen, roten, gelben und grünen bürgerlichen Faschisten im Deutschen Reichstag war die Einführung des Begriffs ‚Risikogruppe‘ für gesundheitlich angeschlagene Menschen, der prompt von allen Journalisten und einem Großteil der Bevölkerung übernommen wurde. Dieser Begriff ist eine Vorbereitung dafür, zukünftig beliebige Gruppen von Menschen durch politische Zuschreibung eines Risikos beliebig weit vom gesellschaftlichen Leben ausschließen zu können, zum Beispiel, wenn sie sich der Totalüberwachung und Allesvermarktung entziehen wollen, etwa indem sie kein ‚Smartphone‘ benutzen wollen, und er wird in den folgenden Jahren noch viel Verwendung finden — ganz ähnlich wie der gut dehnbare Begriff des ‚Gefährders‘, wo polizeiliche und geheimdienstliche Menschenbe- und -misshandhandlung nicht einmal mehr eines auch nur leidlich substanziellen Verdachtes auf eine Straftat oder ihre Vorbereitung bedürfen oder die Begriffe des ‚Hate Speech‘ und der ‚Fake News‘, die zu beliebigen Ausweitungen der Internetzensur herangezogen werden. Der Faschismus. Kommt in kleinen Scheiben und aus der so genannten Mitte, damals wie heute, mitten aus dem Bürgertum. Und. Sein größter Freund ist der Journalismus. Damals wie heute“.

Rap

„Das ist die Rap-Musik der Dummstudierten, unschön, aggressiv und leider doch immer wieder manche Menschen mitreißend“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „Sprecher, welche die inhärente Dummheit ihrer Ideen hinter hochtrabender, überdrehter, pseudopräziser und kryptischer Sprache, gern auch mit kunstvoll verschachteten Sätzen, verstecken, um mit diesem hervorgebrachten Schwall ein paar Unwissende zu beeindrucken. Man lernt diese unmusikalische Musik im Studium der Soziologie und Philosophie — oder aus Politik und Presse, weil niemand mit so einem Studium etwas sinnvolleres anfangen kann“.