Tag Archive: Sprache


Ableismus

Gegen wen ich denke? Gegen diejenigen, die es mir verbieten.

Stanisław Jerzy Lec, ᛉ 6. März 1909, ᛣ 7. Mai 1966

Schlag den Geist tot, und hau auf die Leiche noch einmal mit der größten Keule drauf, die du mit dem Muskel deiner dürftig getarnten Zerstörungslust hauen kannst, damit sie auch wirklich liegen bleibt! Sieh zu, dass jede denkbare Zivilisation und jede Spur von Kultur reglos und kalt danebenliegt! Schreiben ist übler Ableismus, der Analphabeten und Schwachsinnige ausgrenzt, und Sprechen ist nicht besser, werden damit doch alle ausgegrenzt, die deine Sprache nicht verstehen. Liebes Genosse Mitmensch, mit deinem zur Rechtfertigung und Heiligsprechung eigener Dummheit und Unfähigkeit vorgeschobenen Schutz von Minderheiten und Schwachen, mit dem du Intelligenz, Können, Kraft und Fähigkeit zu einer Art bekämpfenswerten „Faschismus“ erklären willst, ohne diese kranke Idee auch nur ein einziges Mal zu Ende gedacht zu haben, weil du immer nur von der Tapete bis zur Wand denkst: Begib dich schweigend, höchstens noch tierhaft affektgetriebene Grunzlaute von dir gebend ins Erdloch zu deiner von dir so innig geliebten kulturlosen Natur des kalten, apparathaft psychischen Fressens und Gefressenwerdens und hab dort ein schönes Leben in einer Welt von Dummheit, Not, Hunger und Angst, in der jeder Schwache und Langsame nichts anderes als eine Kalorien- und Proteinquelle ist! Aber was du nicht bist, das will ich dir vorher noch sagen: Du bist nicht eine Spur intellektuell, politisch, kritisch oder analytisch, sondern ganz im Gegenteil. Dass das, wohin du gehst, nicht das Paradies und nicht das Schlaraffenland ist, wirst du schon selbst bemerken.

Der Mensch aus grauer, vorgeschichtlicher Vorzeit, der zum ersten Mal bei einer Meinungsverschiedenheit nicht zu seiner Waffe gegriffen hat, sondern ein Schimpfwort benutzte, hat das zivilisierte Miteinander von Menschen erst möglich gemacht.

Fort mit den Negern der Sprache!

Immer mehr Freunde der so genannten „Political Correctness“ gehen dazu über, dass als schimpflich empfundene deutsche Wort zur Bezeichnung eines dunkelhäutigen Menschen als „N-Wort“ zu schreiben und zu sprechen. Es handelt sich bei ihnen um überzeugte Anhänger des so genannten „N-Sprechs“.

„Political Correctness“ ist eine intellektuelle Gruppenmasturbation ungebildeter Bildungsbürger, die lieber Wörter austauschen, als Zustände zu verändern.

Der Generalverdacht

Jene lichtscheuen Gestalten, die sagen, dass es nicht angehen könne, alle Polizeibeamten „unter Generalverdacht zu stellen“, wollen mit diesen Worten nur erreichen, dass es einen bedingungslosen Grundfreispruch für gewalttätige Übergriffe durch Polizisten gibt. Wenn es hingegen um die Ausweitung von weit in die Privat- und Intimsphäre von Menschen hineinragenden Polizeibefugnissen geht, haben die selben lichtscheuen Gestalten nicht das geringste Problem damit, jeden Bewohner der BRD unter Generalverdacht zu stellen.

An den denglischen Muttersprachler

Du klingst nicht intelligenter, wenn du „People of Colour“ statt „Farbige“ sagst, sondern ganz im Gegenteil: Du klingst wie ein Dummkopf, der alles unreflektiert nachplappert, sein Gehirn allzugern im massenmedialen Neusprech badet und jeder an ihn herangetragenen dummen Mode folgt.

Der größte faschistische Corona-Erfolg

Historisches Logo 'Aktion Sorgenkind' der ZDF-Fernsehlotterie, ein Begriff für körperlich und geistig behinderte Kinder, der bis in die Neunziger Jahre in die Köpfe gemeißelt wurde, heute deutlich besser als 'Aktion Mensch' bezeichnet.Im Vorübergehen an eine so genannte „Hygienedemo“ sagte der Vorübergehende zu seinem Begleiter: „Der größte faschistische Erfolg während der Corona-Pandemie sind nicht diese lächerlichen, letztlich wirkungslosen Demonstrationen, die genau so gut Demonstrationen gegen die Gravitation sein könnten. Der größte Erfolg der wohletablierten schwarzen, roten, gelben und grünen bürgerlichen Faschisten im Deutschen Reichstag war die Einführung des Begriffs ‚Risikogruppe‘ für gesundheitlich angeschlagene Menschen, der prompt von allen Journalisten und einem Großteil der Bevölkerung übernommen wurde. Dieser Begriff ist eine Vorbereitung dafür, zukünftig beliebige Gruppen von Menschen durch politische Zuschreibung eines Risikos beliebig weit vom gesellschaftlichen Leben ausschließen zu können, zum Beispiel, wenn sie sich der Totalüberwachung und Allesvermarktung entziehen wollen, etwa indem sie kein ‚Smartphone‘ benutzen wollen, und er wird in den folgenden Jahren noch viel Verwendung finden — ganz ähnlich wie der gut dehnbare Begriff des ‚Gefährders‘, wo polizeiliche und geheimdienstliche Menschenbe- und -misshandhandlung nicht einmal mehr eines auch nur leidlich substanziellen Verdachtes auf eine Straftat oder ihre Vorbereitung bedürfen oder die Begriffe des ‚Hate Speech‘ und der ‚Fake News‘, die zu beliebigen Ausweitungen der Internetzensur herangezogen werden. Der Faschismus. Kommt in kleinen Scheiben und aus der so genannten Mitte, damals wie heute, mitten aus dem Bürgertum. Und. Sein größter Freund ist der Journalismus. Damals wie heute“.

Rap

„Das ist die Rap-Musik der Dummstudierten, unschön, aggressiv und leider doch immer wieder manche Menschen mitreißend“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „Sprecher, welche die inhärente Dummheit ihrer Ideen hinter hochtrabender, überdrehter, pseudopräziser und kryptischer Sprache, gern auch mit kunstvoll verschachteten Sätzen, verstecken, um mit diesem hervorgebrachten Schwall ein paar Unwissende zu beeindrucken. Man lernt diese unmusikalische Musik im Studium der Soziologie und Philosophie — oder aus Politik und Presse, weil niemand mit so einem Studium etwas sinnvolleres anfangen kann“.

Konsumlaune

Als am Vorübergehenden ein Nachrichtenticker mit dem Text „Corona: Konsumlaune sinkt auf Rekordtief“ vorbeiscrollte, sagte er leise: „Das ist aber auch immer ein Jammer für diese Wirtschaftsredaktionen in Presse und Glotze, dass diese Menschen so eine geringe Sterbelaune haben! Wenn sie sich doch nur opferten und entschlossen für die wahren Werte der Wirtschaftsredaktion und ihrer Sponsoren stürben, für die guten Zahlen und das Wachstum und die Dividenden“.

Lohndumping

„Politisch die Bedingungen dafür zu schaffen und aufrecht zu erhalten, dass Menschen für ihre Arbeit immer weniger Lohn bekommen und von Jobcentern in reine Ausbeutungsmodelle der Marke Zeitarbeit gezwungen werden“, sagte der Vorübergehende zu seinem vom Wahlergebnis entsetzten Zeitgenossen, „ist niemals eine Politik der ‚Mitte‘ gewesen, sondern immer eine gegen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung machtvoll durchgedrückte politische Gestaltungsidee zu Gunsten einer winzigen Minderheit. Das Gleiche gilt für die scheibchenweise Abschaffung der Rente und der Krankenversicherung. Im wenig Mitleid und viel Spott erweckenden Jammerton der angeblichen ‚Parteien der Mitte‘, dass sie so viele Stimmen an den ‚extremen Rand‘ verloren hätten, spiegelt sich ein dermaßen vollumfänglicher Realitätsverlust, dass er in solch wahnhafter Breite, wenn er einmal bei einem Menschen statt bei einer Partei aufträte, dazu führte, dass vom Richter ein Vormund bestellt werden müsste. Die Classe politique in der CDU, CSU, SPD, FDP und bei den Grünen hat sich vollständig von der gesellschaftlichen Wirklichkeit der BRD emanzipiert. Sie kreist um sich selbst und um gefährliche Wahnideen“.

Diamono

Wenn jemand seinen PRessesprecher oder seine Reklamefirma sagen lässt „Wir haben verstanden“ und im gleichen Atemzuge davon faselt, zu einem „Dialog“ bereit zu sein, könnt ihr euch auf zwar nicht neue, aber doch wenigstens werbewirksam neuformulierte Monologe voll der alten „Inhalte“ gefasst machen.

Rechtsruck

„Das Wort von ‚Rechtsruck‘ ist falsch“, sagte der Vorübergehende. „Wenn ich die Reise der SPD in die Bedeutungslosigkeit mit offener Häme und ätzendem Spott begleite, dann liegt das nicht daran, dass ich nach ‚rechts‘ gerückt wäre, sondern daran, dass diese SPD mein Feind geworden ist, und aller meiner Freunde Feind. Da löst der politische Selbstmord dieses Geschmeißes nur noch Freude aus. Gerückt wurde freilich auch etwas, mit aller Gewalt und kriminellen Energie gerückt, aber das begann schon am 27. Oktober 1998 mit einem Bundeskanzler, der später einmal zur deutlichen Dokumentation seines Charakters Wladimir Putin als einen ‚lupenreinen Demokraten‘ bezeichnen sollte und natürlich mit seinem schmierigen grünen Rechtsanwaltskollegen, der diese Kanaille vorsätzlich in eine Herrschaftsposition befördert und dort gehalten hat“.