Category: Alarmrufe


Artikel 13

Seit das Internet auch für Menschen ohne besondere technische Fähigkeiten zugänglich und in der Folge ein ganz normaler Teil ihres Alltags geworden ist, bemüht sich die Classe politique atemlos darum, das einzige partizipative Massenmedium des Technikzeitalters zu zerstören, zu kriminalisieren, zu zensieren oder doch zumindest so stark zu beschädigen, dass es möglichst wenig Wirkung entfalten kann — von Ursula „Stoppschild“ von der Leyen bis Axel „Uploadfilter“ Voss zieht sich eine klare und deutliche Linie in die gleiche, unerfreuliche Richtung. Während die angebliche Politikverdrossenheit des Volkes mal bedauert und mal als große Gefahr für die Demokratie an die Wand gemalt wird, hat die real existierende Volksverdrossenheit der Politiker jedes erträgliche Maß überschritten und ist dabei leider nicht abwählbar. Das, was die Menschen stattdessen entschlossen und durchaus wirksam „abwählen“, weil sie wenigstens dazu die Möglichkeit haben, ist ein contentindustrieller Journalismus, der sich offen und unter Herbeiziehung jeder nur denkbaren Propaganda- und Manipulationstechnik in den Dienst dieser politischen Herzensangelegenheit gestellt hat und stellt.

Das einzig Erfreuliche ist, dass am heutigen Tag ganz viele junge Menschen mit frisch erwachtem politischen Bewusstsein und noch vielen Jahrzehnten Wahlberechtigung vor sich gelernt haben, was sie von der Politik der etablierten Parteienapparate und vom contentindustriellen Journalismus zu erwarten haben, während die tendenziell viel älteren Gleichgültigen im Austerben begriffen sind. Sicherlich, bis zu einer spürbaren gesellschaftlichen Wirkung dieses Anstoßes braucht es mindestens ein Jahrzehnt, und ich bin mir keineswegs sicher, ob ich in zehn Jahren noch leben werde, aber ich habe heute den Anfang vom Ende der bestehenden BRD-Parteienoligarchie und ihrer hoffnungslos volksverdrossenen, zutiefst grundgesetzlichfeindlichen und klar antidemokratischen Strukturen erlebt. Schade, dass es nicht nur für mich, sondern auch für Deutschland und seine Nachbarstaaten viel zu spät sein wird.

Werbeanzeigen

„Aktivismus“

Politiker und Journalisten sprechen und schreiben vom „Aktivismus“, wenn es nicht opportun ist, direkt „Haltet eure Fresse“ zu sagen oder zu schreiben.

Die mundsolidarischen Klimaheuchler

Es ist schon faszinierend, wie schnell außerordentlich viele Erwachsene bereit dazu sind, sich mit dem zurzeit noch leicht und relativ risikolos zu öffnenden Mund mit demonstrierenden und schulstreikenden Kindern zu solidarisieren, wie vollständig nichtvorhanden aber andererseits ihre Bereitschaft ist, einfach selbst als klare Geste der Unterstützung und Zustimmung am Freitag die Arbeit niederzulegen und solidarisch mitzudemonstrieren. Einer der wichtigsten Gründe für dieses zutiefst selbstwidersprüchliche Verhalten dürfte es sein, dass Schulen ihren Schülern keine existenzbedrohende Kündigung aussprechen können, ganz im Gegensatz zu jenen, die den abhängig Beschäftigten im Hartz-Fear-Staat BRD ein Gehalt auszahlen. In dieser Kombination aus offenem Begrüßen des gleichermaßen recht wirkungs- und risikolosen „Widerstandes“ jener Menschen, die ihre Zukunft noch vor sich haben und dem ängstlichen Vermeiden jeder eigenen, möglicherweise etwas wirksameren Unterstützung spiegelt sich die ängstliche und ergebene Gleichgültigkeit dieser mit dem Mundwerk so engagierten Erwachsenen, die übrigens keine Spur weniger lächerlich und kinderverachtend wirkt, wenn sie ihren Kindern auch noch beim Malen hübscher Demoschilder helfen und sie mit dem Auto zur Klimademo fahren. Und weil dort auf den Demonstrationen die professionell-wohlaufgenommenen Fotos und Filmchen demonstrierender Kinder so niedlich sind, ist der Journalist mit aller seiner publizistischen Kraft beim niederträchtigen und vernunftwidrigen Heucheln dabei, es ist ja clickträchtiger Content und gut für die Vermarktung von Reklameplätzen, dem eigentlichen Geschäft des stinkenden Mitmenschen von Journalisten. Alle diese Leute hätten vor ein paar hundert Jahren auch Ablasszettel gekauft, um sich von ihrer eigenen, selbst empfundenen Verantwortung freizukaufen — und gleichermaßen bang wie ungebremst weitergemacht. Jedes Mal, wenn Kinder politisch instrumentalisiert werden, wird es scheußlich, dumm und kalt.

Verbergen

Wer sagt: „Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nicht zu befürchten“, meint mit diesen Worten, dass ein Mensch, der sich aus einem Empfinden seiner eigenen Würde heraus der völligen Offenlegung seiner Privat- und Intimsphäre widersetzt, schon bald etwas zu befürchten haben wird.

No matter how nasty a statement is, censorship is nastier.

Richard Stallman

Irgendwann, in nicht mehr allzuferner Zeit
Werden die von euch erwählten
Mit Amt und Würden wohlgeschmückten
Und reich mit euerm Geld versorgten
Freunde der vorgeschobnen Gerechtigkeit
Mit riesigen Maschinen, die zum Preis
Von nur noch fünf gelösten Welthungerproblemen
In den Weltenraum geschossen wurden
Die Sonne wie mit dickem Sack verdunkeln.
Damit endlich auch die Blinden
Den Sehenden gleichgestellt sind.

Bis dahin freilich
Gibt es „nur“ Genetikquoten,
Kinder in schulischer Gehirnwäsche
Und erzwungene Genderkunstsprache.
Zur leichteren Gewöhnung
An die Sozialgenetik derer
Die nicht für „Rechte“ sich halten
Sondern für „Aufrechte“. Sind sie
Doch ein wohlgetreues Spiegelbild der „Rechten“.

Denn Reflexion hat zweierlei Bedeutung.
Gute Nacht.

Die Lüge vom Klimaschutz

„Erspar mir die Lüge vom Klimaschutz“, sagte der Vorübergehende in einem selten genervten, ja, beinahe aggressiven Tonfall, „denn die Menschheit hat längst beschlossen, alles zu verbrennen, was brennbar ist! Und. Sie setzt diesen Beschluss mit eisernem Willen, stählernen Maschinen und gnadenloser Profitgier um. Und. Die Menschheit hat beschlossen, wirklich jeden halbwegs brennbaren Stoff mit Gewalt aus dem Planeten rauszuquetschen und anzuzünden, sei er auch noch so gefährlich, giftig oder minderwertig. Und alle. Machen mit. Wenn in diesem Kontext allmedial von einem angeblichen Klimaschutz und von einer erforderlichen Reduktion des Kohlendioxids in der Erdatmosphäre gelogen wird, dann hat das nur einen einzigen Sinn: Die propagandistische Vorbereitung darauf, dass man demnächst Klimaschutzsteuern einführt, die am Ende über gestiegene Verbrauchspreise ausschließlich von jenen Menschen bezahlt werden, die am wenigsten besitzen, ohne dass sich etwas am Verbrennen ändert. Vielleicht gibt es ergänzend sogar Klimaschutzlotterien, damit man auch noch freiwillig Steuern zahlen kann und ein paar emsige Speichellecker der Classe politique ein gutdotiertes Pöstchen bekommen können, mit integrierter Wohltäterpose in der Samstagabend-Fernsehgala, versteht sich. Begrab deine Erde im Hambacher Forst, du dummer Staats- und Mediengläubiger im unreflektierten Strom der immer neuen Nachrichten! Längst ist es beschlossen: Die ‚Autos der Zukunft‘ fahren nicht mehr mit Benzin, sondern mit Braunkohle“.

Stummes Bestreiten und der Hass

Die im politischen Gestaltungswillen der „wirtschaftskonformen Demokraten“ vorsätzlich und bewusst geschaffenen existenziellen Sorgen, von denen immer mehr Menschen unmittelbar betroffen sind, werden von Politikern und Journalisten in auffälliger Eintracht bestritten, indem sie einfach verschwiegen werden, ganz so, als hätte diese fressende Not noch weniger Existenz als Nessie und die Fliegenden Untertassen, die zur nachrichtenarmen Zeit die Meldungen füllen müssen. Wer sich fragt, woher der ganze Hass kommt, muss nur in das dröhnende, hasserfüllte Schweigen von Politkern und Journalisten hören, um ihn als Spiegelbild zu erkennen — und zu bemerken, wie sehr dieser Hass noch in seiner Reflexion abgeschwächt ist.

Toxisch

Wer eine Gruppe von Menschen wegen eines phänotypisch sichtbar gewordenen genetischen Merkmales allen Ernstes als „toxisch“ bezeichnet und es mit dieser Begriffswahl inzwischen sogar in die Fernsehreklame bringt, hätte sicherlich auch Gefallen am Schädelvermessen und am Befüllen der Menschenviehtransportzüge in Richtung Auschwitz gefunden. Im Spiegelbild dieser faschistoiden Begriffswahl zeigt sich die psychische Vergiftung derer, die zu solchen Begriffen greifen — und die sich vor allem dann für „links“ halten, wenn sie in den Spiegel schauen. Gender. Ist Opium für die Linke.

Personalisierung

Ob diese ganzen Menschen, die keinerlei Probleme mit ihrer privatwirtschaftlichen Überwachung und großen Datensammlungen für die optimierte Auslieferung personalisierter Reklame zu haben scheinen und die ihre idiotische Gleichgültigkeit in der Burg eines „Ich habe doch nichts zu verbergen“ inappellabel machen, wohl immer noch so gleichgültig sein werden, wenn sie in einer nicht mehr allzufernen Zeit auch personalisierte Preise bezahlen müssen?

Heuchler

Wenn in mehreren Bundesländern der BRD Polizeigesetze beschlossen werden, die unter anderem für jeden Menschen eine dreiwöchige Haft ohne Grund und ohne Rechtsanwalt ermöglichen, dann ist da kein einziger Bundestagsabgeordneter von CDUCSPDUAFDPGRÜNETC, der auch nur einmal wegen dieser polizeistaatlichen, an Diktaturen erinnernden Gesetzesvorhaben ein klares Wörtchen des Protestes vernehmbar von sich geben kann. Aber für einen Menschenrechts- und Grundgesetzfeind wie dem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ist gleich die ganze Demokratie in Gefahr, nur weil jemand belanglose Daten über irgendwelche Personen des öffentlichen Lebens ins Internet gestellt hat.

Die wahren Feinde der Demokratie zeigen sich obszön deutlich im Spiegelbild ihrer unerträglichen Heuchelei.

Nicht Claas Relotius ist das Problem

Wer als Unternehmen sein gesamtes Geschäftsmodell darauf aufbaut, die professionell erstellte, psychomanipulative Lüge der Reklame zu verbreiten, kann nur bei dummen und leichtgläubigen Menschen in den Verdacht kommen, auch nur leidlich zutreffende Beschreibungen der Wirklichkeit zu verbreiten.

Einer der Gründe, weshalb das Wort von der „Lügenpresse“ unter Journalisten so verhasst ist und mit solcher Heftigkeit zurückgewiesen wird, liegt darin, dass es so unfassbar nahe an der gut verdrängten Wahrheit liegt.

Twittervorleser

Ein Tagesschau-Journalismus in den letzten Zuckungen der Zehner Jahre, der mit ernstestem Tonfall in den 20:00-Uhr-Nachrichten ein „Präsident Trump teilte über Twitter mit…“ über die Lippen bringt, um dann ihren Zuschauern den Tweet in indirekter Rede wiederzugeben, kann gepflegt sterben gehen.