Category: Alarmrufe


Contentindustrie = Menschenverachtung

Tweet von @mipff, 25. März 2015, 14:40 Uhr: Journalisten bieten Schülern Geld an, um an Fotos von der schulinternen Trauerfeier zu kommen. #Germanwings #4U9525

Auch, wenn es direkt nichts mit dem gescreenshotteten Tweet zu tun hat, zur weiteren Lektüre empfohlen: Sven bloggt — Medien zum Absturz der Germanwings 4U9525 — es ist einfach widerlich.

Anmerkung: Ich habe keinen anderen Beleg als diesen einen Fiepser, es kann sich also um eine Ente handeln. Aber ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass es stimmt, denn ich habe Journalisten mehrfach aus viel zu großer Nähe kennenlernen dürfen, dieses widerliche, menschenverachtende Dreckspack.

Der neue Fleiß

Wenn du der allgegenwärtigen Propaganda aus Presse und Glotze glaubst, dann hältst du Griechen für (im neuvölkischen Tone geradezu genetisch) faul und jene Spekulanten und Bankster, die sich am Zerfall Griechenlands eine goldene Nase verdienen, für fleißig.

Das Leben als behandlungsbedürftige Krankheit

Was zur kindlichen Persönlichkeit dazu gehört − unfertig, verspielt, stürmisch und sprunghaft zu sein − würde heute in einem erschreckenden hohen Ausmaß für behandlungsbedürftig erklärt […] Vor allem Jungen werden Opfer dieser Entwicklung, so Beate Frenkel und Astrid Randerath und sprechen von der “Pathologisierung eines Geschlechts”

Susanne Billig bei Deutschlandradio Kultur — Psychologie: Kinder dürfen nicht mehr Kinder sein

Die Kreativität der Werber

Nachdem das Medium so weit vergällt und damit ungenießbar gemacht wurde, dass kaum noch jemand auf die Pest der Reklame reagiert, sollen jetzt in einem Akt der typischen Reklame-Kreativität die Inhalte zersetzt werden, um deretwillen das Medium überhaupt existiert — und damit das nicht so schmerzt, heißen die Inhalte im Zustand der Verwurstbarkeit neudeutsch “Content”. Werbung ist ein Krebsgeschwür an allem, woran sie sich zum Zersetzen setzt; Werber sind nichts weniger als Menschenfeinde.

Und die Journalisten, die völlig vom Krebs der Reklame durchfressen sind, stehen nur noch im Dienst der Menschenfeindlichkeit der Werber.

Edathy

Die gleichen Politiker, die ihrem Kollegen Sebastian Edathy in strafvereitelnder Absicht den Hinweis zugesteckt haben, dass gegen ihn wegen “Kinderpornografie” ermittelt werde¹, damit er auch ja Beweise vernichten könne und nicht dafür ins Gefängnis gehe, wurden zuvor nicht müde und werden auch danach nicht müde werden, mit mehr oder minder gut gespieltem und von Presse und Glotze bis ins Obszöne verstärkten Empörungston nach härteren Strafen und schärferen Gesetzen zu rufen.

¹Es handelt sich nicht um freiwillig produzierte Pornografie, sondern um fotografierten und gefilmten sexuellen Missbrauch, deshalb die Anführungszeichen. Die in Presse und Politik in durchgehender Gedanken- und Bedenkenlosigkeit verwendete Bezeichnung “Pornografie” macht schon klar, wie gleichgültig den so sprechenden Menschen die ausgelieferten Opfer sind.

Die selben Qualitätsdemokraten

Es sind die selben Gestalten, die kryptografische Infrastruktur gezielt und mit hohem Aufwand infiltrieren, korrumpieren und manipulierbar machen, die den Menschen auch so genannte “digitale Wahlcomputer” andrehen wollten und sie ihnen bei nächster günstiger Gelegenheit wieder andrehen wollen werden.

Juristisches Spiegelbild

Wenn das Aufdecken und Bekanntmachen von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, dann wirst du von Verbrechern regiert.

“Je suis un menteur”

Wer dieses “Je sui CHARLIE” wie ein Banner der Meinungsfreiheit in seine Zeitung, Fernsehsendung oder Website stempelt, muss auch für die Abschaffung des §166 StGB (und jedes anderen zu Gesetz gemachten Verbotes der bloßen Meinungsäußerung) eintreten, und zwar ganz genau so auffällig und lautstark — außer natürlich, er will sich selbst lächerlich machen und stört sich nicht weiter daran, wenn er sich einfach nur als ekliger Opportunist entlarvt, der eine Gelegenheit darin sieht, als Marktschreier auf einem Leichenberg Zeitungen, Zeitschriften, Sendeminuten — und vor allem: teure, attraktive Werbeplätze — zu verkaufen!

Das Geld

Nach der Massenpanik mit 36 Toten in Schanghai stehen die Menschen in der chinesischen Hafenmetropole unter Schock […] Auslöser waren aber offenbar Coupons oder Neujahrsgeld, das wie 100-Dollarscheine aussah und das jemand aus einem Club im dritten Stock auf den überfüllten Platz geworfen hatte.

Die Leute hätten gerufen “da wird Geld geworfen”; viele hätten die Scheine aufsammeln wollen. Daraufhin sei Chaos ausgebrochen und die ersten seien niedergetrampelt worden, berichteten Augenzeugen

tagesschau.de — 36 Tote bei Massenpanik am Silvesterabend: Shanghai unter Schock

Nachtrag, 2. Januar 2014, 19:15 Uhr

Ein Polizeisprecher wies Berichte von Augenzeugen zurück, wonach nachgemachte Geldscheine, die aus einem Fenster geworfen wurden, das tödliche Gedränge auf der Uferpromenade der Hafenstadt ausgelöst hätten. “Das passierte nach der Massenpanik”, sagte er

tagesschau.de — Nach Massenpanik mit 36 Toten: Polizei in Schanghai räumt Fehler ein

Technofeudalismus

Die Idee, dass Menschen für etwas bezahlen, es dadurch aber nicht besitzen, sondern lediglich lizenzieren, ist nichts weniger als eine Rückkehr zum Feudalismus.

via Charles Roth MPC

Leidkulturler

Wer im Lande der Gedenkstätten und der naturgemäß schweigenden Toten und der längst verglommenen Scheiterhaufen die “Vorzüge” der von ihm präferierten Gesellschaftsform ausgerechnet mit dem blinden und geschichtsvergessenen Schlagwort von der “christlich-jüdischen europäischen Tradition” ausdrückt, ist in diesem bourgeoisen Blendwerk keinen Deut besser als der Holocaustleugner mit seiner Swastika.

Wo bleibt eigentlich die lautstark demonstrierende “Volksbewegung” mit dem Namen “Vernunftbejahende Europäer gegen die Religiotisierung der gesamten Welt”?

Erleichterung

Heute hätte es Anders Behring Breivik sehr viel leichter – er müsste die Texte für sein “Manifest”, in dem er seinen Mordanschlag gerechtfertigt hat und für Nachahmung warb, nicht mehr überwiegend von neurechten Bloggern wie Fjordman abschreiben, er könnte sich stattdessen viel mehr aus den Ausflüssen des angesehenen Journalismus von Focus, Spiegel, Bildzeitung und Stern bedienen.

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