Category: Alarmrufe


Die gleichen Leute

„Es sind die gleichen Leute“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin mit dem wehen Rücken, „die dich bis zum siebzigsten Lebensjahr arbeiten lassen wollen, um damit die massive Rentenkürzung in einer anderen Konstruktion vor deinem Blick zu verschleiern, die dich aber ab dem vierzigsten Lebensjahr kaum noch einstellen wollen, um dich für deine Arbeit zu bezahlen“.

Nachtschicht

Der einst — nicht etwa aus Menschlichkeit, sondern zur Verhinderung einer kommunistischen Revolution — durch eine Rentenversicherung finanzierte Lebensabend auf dem Gnadenhof des Sozialstaates wird scheibchenweise durch eine müde und schmerzhaft durchgearbeitete Nacht ersetzt, an deren „Feierabend“ kein neuer Morgen, sondern eine Begräbnisfeier steht.

Dummes Erwachen

Irgendwann in nicht mehr allzuferner Zukunft wird die politische „Linke“ nach gewohnt langem Schläfchen leicht verkatert und kopfschmerzig in der Idiocracy aufwachen und unwillig feststellen, dass diese von Dummheit, Wissensangst und Einsichtsverneinung beherrschte Gesellschaft in keinem einzigen ihrer Aspekte vom Faschismus zu unterscheiden ist — und was noch viel übler ist: Jene, die trotz dieser Umstände (und der vielfältigen psychisch wirksamen Ablenkungen) noch zu einer Spur Selbstreflexion fähig sind, müssen dann zu ihrer eigenen (und von anderen pathologisierten) Verzweiflung eingestehen, dass die gesamte politische „Linke“ den Weg in die Idiocracy begeistert und aktiv mitgegangen ist, statt ihm zu widerstreben.

Wer als Mensch aus Lust an der leichten Bequemlichkeit und Verantwortungslosigkeit dieser Haltung damit beginnt, mit der Psyche zu „denken“, macht mit allen Konsequenzen den Affenkern seines Daseins zu seinem Sein, statt Mensch zu werden. Eine ganze Gesellschaft, die so tut, ist dazu verdammt, sich in eine Gesellschaft von Affen zu entwickeln. L’enfer, c’est la psyché.

Die Depression überwinden

„Ich glaube, in dem Geflecht aus Spekulationen und wirr strukturierten, kaum noch vernünftig überdenkbaren Fakten gehört zu haben, dass der Mörder von München in psychiatrischer Behandlung war“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „ob er wohl Depressionen hatte und mit Flouxetin behandelt wurde? Ein wirksames Antidepressivum, zu dessen gar nicht so seltenen Nebenwirkungen intensive Suizid- und Gewaltphantasien gehören, das aber wegen seiner ansonsten guten Verträglichkeit massenhaft verschrieben wird, erweckt in mir einen viel stärkeren Verdacht als ‚Killerspiele‘ und Internetlektüre“.

Journalistische „Demokratie“

„Wenn, wie dir der Journalist erzählt, Recep Tayyip Erdoğan ein Demokrat wäre“, sagte der Vorübergehende etwas genervt zu seinem Zeitgenossen, „dann wäre Wladimir Putin aber auch einer. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Autokraten ist der unterschiedliche Mitgliedschaftsstatus in der NATO. Dein staatsfrommer Journalist, an dessen Ausflüssen du dich politisch bildest, betreibt Propaganda, und du fällst auch noch darauf herein und hältst dich deshalb für politisch informiert und gebildet“.

Kaltes Zwitschern

Was man auf gar keinen Fall tun darf? Man darf auf gar keinen Fall, sei es absichtlich, sei es in Unkenntnis der Nachrichten versehentlich als fühlendes Wesen nach einem so genannten „Terroranschlag“ Twitter überfliegen. In der grimmigen Kälte zwischen sprachgefühllos ersonnenen Hashtags wie „NiceAttack“ und der sich opportunistisch in die medial geschaffenen Gefühle ergießenden neurechten Agitation, die sich genau so gibberig und geil auf jede Leiche stürzt wie das Arschloch Journalist, droht man zu ersticken.

Stellt euch mal vor…

Stellt euch mal vor, dass alles, was ihr zusammen mit den meisten anderen Menschen über bestimmte kulturell und sprachlich weit entfernte Regionen der Welt aus Presse und Glotze zu wissen glaubt, nichts weiter als die frei erfundenen Geschichten eines begabten Erzählers sein könnten, dem es gelang, zunächst Redaktionen und später sogar Gerichten seine Erzählungen als journalistische Recherche zu verkaufen¹! Was könnte das nicht für Folgen haben:

Auch das Oberlandesgericht Stuttgart, das im März 2015 den Dschihadisten Ismail I. und zwei Komplizen für viele Jahre ins Gefängnis schickte, stützte seine Entscheidung auf die Aussage des Journalisten. In seinem Urteil lobte der Senat den Zeugen als „sehr gut informiert“ und pries die „hohe Qualität der Angaben“.

¹Dauerhaft archivierte Version des Artikels auf Spiegel Online.

Blasse Erinnerung

Wer sich in einer Streitfrage auf die Autorität beruft, gebraucht nicht die Vernunft, sondern eher das Gedächnis

Leonardo da Vinci

Die heutigen parawissenschaftlichen Ideen des Feminismus, dass das Geschlecht nicht genetisch durch meiotische Auswürfelung im 23. Chromosomenpaar determiniert, sondern in erster Linie dem Individuum aufsozialisiert sei, nannte man zu meiner Zeit Lyssenkoismus — und dieser war zu seiner Zeit breit „belegt“ durch eine „Forschung“, die nicht in gezielten Experimenten die Wirklichkeit befragte, sondern die vorher feststehenden Antworten in die Wirklichkeit hineininterpretierte.

Dreißig Jahre und das gleiche Lügen

Was man bei all den Rückblicken dreißig Jahre nach der Reaktorkatastrofe von Tschernobyl niemals vergessen sollte, ist, wie damals die Classe politique und nahezu der gesamte Journalismus reflexartig mit einer schweren Krise umgegangen sind: Sie haben so lange versucht, die Menschen niederträchtig zu belügen¹, bis die Lüge im Fortlauf der Ereignisse nicht mehr aufrechtzuerhalten war — warum auch hätten sie Menschen in einer solchen Situation anders behandeln sollen, als sie es auch außerhalb von Krisenzeiten jeden Tag zu tun pflegen.

Diese Erinnerung bewahrt davor, auf die Lügen der Classe politique zu den heutigen Krisen hereinzufallen.

¹Lügen: Vorsätzlich die Unwahrheit sagen. Jeder Politiker und Großbeamte, der in diesem Video zu hören ist, weiß während des Sprechens, dass er die Unwahrheit sagt.

Der Terrorismus der Reichen

Die militärische Hightech-Drone, die neben der „Zielperson“ noch zwei Dutzend „Weichziele“ als „Kollateralschaden“ in Blutflecken, totes Fleisch und Trauerfälle für die Angehörigen verwandelt, sie ist der Sprengstoffgürtel derer, die mehr Geld für ihren Terrorismus ausgeben können.

Gruß auch an den Herrn Friedensnobelpreisträger, Kriegsherren und Großmörder Barack Obama aus der „Heimat der Tapferen und dem Land der Freien“, für dessen Besuch auf der Hannover-Messe große Teile der Stadt Hannover in ein großes Freilichtgefängnis verwandelt werden. Von mir wird er nicht willkommen geheißen, ganz im Gegenteil.

Die Grundkenntnisse

Die IT-Grundkenntnisse der 16- bis 25-jährigen Menschen in der BRD sehen genau so aus wie die Kenntnisse von Menschen, denen von allen Seiten immer und immer und immer wieder beigebracht wurde, dass sie sogar stolz darauf sein können, wenn sie dumm und ungebildet sind. „Mit Mathe und Physik bin ich doch auch nie klargekommen, das hat ja auch gar keinen Bezug zu meinem Leben“… Dumm kauft gut, und deshalb wird Dummheit mit hohem Aufwand hergestellt. Die BRD leistet sich zu diesem Zweck einen staatlichen Schulbetrieb, der die Lust am Wissen an der Wurzel abknickt sowie einen monströsen quasi-staatlichen Medienapparat, in dem man als Nutzer alles mögliche werden kann: unterhalten, ängstlich, passiv, spendenbereit, risikofreudig, fußball-patriotisch. Eines kann man in diesem Medienapparat freilich nicht werden: wissend und schlau — außer natürlich, man muss nicht arbeiten gehen und kann deshalb die Rosinen herauspicken, die zu Sendezeiten gesendet werden, zu denen ein erwerbstätiger Mensch nicht aufnahmefähig fernsehen kann.

„Terror kennt keine Religion“ ist eine Lüge

Setzt entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzt einen faulen Baum, so wird die Frucht faul. Denn an der Frucht erkennt man den Baum

Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Mt. 12, 33

Die Vertreter der psychischen Prostitution namens „Religion“ stellen sich hin und pousaunen medial vervielfältigt und verstärkt in die Welt, dass der Terror keine Religion kenne, dass sich wohl selbst im Himmel noch die Balken biegen. Sie wollen mit dieser Blendrede vergessen machen, dass sich bislang noch nicht ein einziges Mal ein Idiot hingestellt hat, laut „Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott“ in eine desinteressierte Welt geschrien hat, um daraufhin einen Sprengstoffgürtel zu zünden, damit auch möglichst viele Menschen sterben und möglichst schreckliche und angstausbreitende Bilder für die beflissen berichtenden Medien entstehen.

Natürlich ist der Terrorismus — eine durch Mordgewalt erzeugte Angst, mit der Gefügigkeit gegenüber der objektiv idiotischen religiösen Forderung erzwungen werden soll — die satanische Fratze hinter der Religion; einer aus bereitwillig aussprechbaren Kalenderweisheiten und vorgezeigter Kultur gebastelten, güldnen Maske, hinter der sich kälteste, dümmste, tierhaft-psychische Menschenverachtung verkriecht, um unter zivilisierten Bedingungen ein Existenzrecht zu behalten. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wird diese Maske abgenommen — und die Tatsache, dass jene Menschen, die in ihrem Leben nichts mehr zu erwarten haben, sich gern mit jenseitigem Trost für das entgangene Dasein abspeisen lassen, hilft sehr beim Rekrutieren jener, die sich einen Sprengstoffgürtel umbinden.

Ohne Religion wäre die Erde ein ungleich friedlicherer Ort. Und. Das gilt für jede Religion.

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