Tag Archive: Religion


Die Suche

Wissenschaft ist nicht „Wahrheit“, sondern die Suche danach. Wer „Wahrheit“ haben will, muss sich für dieses narzisstische „Bedürfnis“ schon von der Wissenschaft abwenden und zur Religion hinwenden; zur Religion oder zu ihrer kecken Bastardschwester, der Ideologie. Und selbst dann wird das befriedigende Gefühl, auch wirklich im Besitze der „Wahrheit“ zu sein, nur erreicht, wenn man sich die Lust an jeder weiteren Suche abtrainiert, oft mühsam abtrainiert, bis zur Verblödung abtrainiert. Doch ein Problem wird daraus nicht: Unter Seinesgleichen stört die Dummheit eines Tiefgläubigen selten.

Tröster

„Die christliche Religion ist in erster Linie ein Trost“, sagte der Vorübergehende zu seinem religiösen Mitmenschen, „und als solche setzt sie permanent aufrecht erhaltenes Unglück vieler Menschen voraus. Wer ihren Trost nicht nötig hat, weil er glücklich ist, wer sich von ihr nicht für sein entgangenes Leben auf ein größeres Glück vertrösten lassen will, den erreicht die christliche Religion nicht, und dafür wirft sie ihn in die psychopathischste Hölle, die sich Menschen jemals ausgedacht haben. Es ist kein Zufall, dass christlich gepräge Kulturen dermaßen viel Leid, Mord, Armut und Unglück über den Rest der Welt gebracht haben, sondern es ist christliche Missionsarbeit“.

Neger!

Die hochnotfrommen ev.-luth. Christen, die unbedingt fäzenfressende Judensau-Motive an ihren Kirchen behalten wollen, weil das ja alles sehr relativ ist, aus seiner Zeit heraus betrachet werden muss und auch zur Kirchengeschichte gehört, sind keinen Deut besser als die Menschen, die weiterhin „Neger“ sagen, weil das ja mal ein ganz normales deutsches Wort ohne gemeinten gemeinen Schimpf war. Der einzige und auch offenbarendeste Unterschied ist es, dass „Judensau“ schon zur Zeit des Kirchenbaus ein klares, verachtungsvolles, herabwürdigendes Schimpfwort war und diesen Charakter gar nicht verlieren kann. Es war eine Vorwegschattung jener industriellen Menschenschlachthäuser, die ein paar Jahrhunderte später von den gleichen Christen gebaut und deren Öfen stets gut befeuert werden sollten. Wer die rassistische Menschenverachtung verstehen will, aber ihre christlichen Wurzeln vergisst, wird sie niemals verstehen. Der von so viel heiliger Herrlich- und Herrischkeit umflirrte Gott der Christen, dieser Quell vergifteter Liebe und dieser Vater aller Angst und Knechtschaft bis hin zu Hartz Fear, in dessen höllendräuendem Willen die gesamte gesellschaftliche Moral sowie die völlig absurden Anteile der Strafgesetzgebung in der BRD bis zum heutigen Tag als zwingende, mit Gewalt durchgesetzte Verbindlichkeit für jeden Menschen in Deutschland unausreißbar tief wurzeln, ist ein rassistisches, menschenverachtendes Arschloch, und seine Anbeter im unheiligen Geiste werden zu seinem Ebenbilde. Kein Wunder, dass kein Richter an einem BRD-Gericht, in dessen Verhandlungsräumen ein römischer Galgen mit angeheftetem Jesusfetisch hängt — der keineswegs zufällig auch das Abbild eines zu Tode gefolterten Juden ist — jemals etwas gegen solche Darstellungen sagen wird, und die Politiktreibenden aus den Parteien mit „C“ und „S“ finden auch den Hate Speech im Internet viel schlimmer und bekämpfenswerter als den heiligen Hass der christlichen Religion.

Der beste Tag für einen Kirchenaustritt ist heute.

Der „politische Islam“

In den Ländern des politischen Christentums ist die Angst vor dem „politischen Islam“ groß und wohlgeschürt.

Nicht dem Zeitgeiste nacheifern…

Menschen, die sagen, dass die institutionalisere Religion nicht dem Zeitgeiste nacheifern dürfe, wollen damit in Wirklichkeit ausdrücken, dass es nur einen Zeitgeist gibt, dem die institutionaliserte Religion mit aller ihrer Kraft nacheifern soll, so schwierig dies auch ist: Dem Zeitgeiste des Mittelalters.

Reichskonkordat

Nachdem die christliche Religion sich jahrhundertelang darin gefallen hat, auch noch die Stütze des willkürlichsten, unterdrückerischsten und verachtenswerteten Staates zu sein, hat dem Staat schließlich ein Rollenwechsel gefallen: So wurde er zur Stütze der christlichen Religion, und er ist es bis heute. Es hat sich ja auch finanziell ganz prächtig und segensvoll für die institutionalisierte Religion gelohnt.

Friedenszahn

Wie friedliebend, ja, pazifistisch doch das Gebiss eines Haifisches anmutet, wenn man es mit der „Sanftmut“ und „Friedfertigkeit“ der entfesselten Religionen der Menschen vergleicht. Und die Ideologien sind nur psychische Bastardkinder der Religionen, gewoben aus dem selben psychischen Material.

WLAN

Es wird immer einen Ort geben, der ohne WLAN auskommen muss, und das sind Kirchengebäude. Vermutlich würde G’tt eifersüchtig, wenn er sähe, dass es eine unsichtbare Kraft gibt, die auch funktioniert.

Die falscheste Religion

Die Behauptung, dass jeder Mensch alles erreichen könne, nebst der zugehörigen, meist nicht unterschwellig bleibenden Schuldzuweisung für alle jene Menschen, die krank oder in ihrem Leben gescheitert sind, ist die falscheste und vielleicht sogar die kälteste „Religion“ von allen. Sie ist leider auch zu einer tragenden Säule des Kapitalismus geworden.

Islamophobie?

Religionskritik, die Ablehnung von rechtsfreien Räumen für Religionsgemeinschaften sowie eine Forderung nach Beseitigung von bestehenden Sonderrechten für Religionsgemeinschaften sind keine Phobie und keinerlei andere Krankheit, sondern ein genaues Wissen darum, was mit einer Gesellschaft passiert, welche die Religion nicht als private Angelegenheit betrachtet und somit sehr vernünftig und weise. Wer dabei allerdings Unterschiede zwischen den Religionen macht und dem Christentum Privilegien erhalten will, die anderen Religionen verweigert werden sollen, hat ebenfalls keine Phobie oder andere Krankheit, sondern ist ein freiheitsfeindliches und friedensverachtendes Arschloch, das intellektuell im Mittelalter stehengeblieben ist und deshalb anderen Menschen seine Vorstellungen über unsichtbare Begleiter aufzwingen will. Zur Religionsfreiheit gehört unabdingbar auch das Recht, nicht von Religion behelligt zu werden, wenn man dies nicht will.

Wal

An einer Kirche vorübergehend, sagte der Vorübergehende zu seinem Mitmenschen: „Je größer das Gebilde, desto langsamer der Zerfall. Kein Wal verfault vollständig an einem Tag. Aber die Fäulnis ist unaufhaltsam, und die Nase nimmt sie schon wahr, wenn das Auge noch von Fassaden getäuscht wird“.

Die Fanatiker

„Diese ganzen religiösen und politischen Fanatiker, die jeden auch nur gering abweichenden Gedanken einfach auslöschen und jeden Menschen, der ihn äußert, kaltstellen wollen“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „sind doch ihr ganzes Leben lang nur damit beschäftigt, ihre eigenen, sorgfältig geheimgehaltenen und in kollektiven Bestätigungsritualen marginalisierten Zweifel überzukompensieren“.