Tag Archive: Religion


Mit jedem deiner Mordanschläge zeigst du mir und dem Rest der Welt nur eines: Dein Gott ist klein. Er kann nichts mehr. Von ihm ist nichts mehr zu erwarten. Er ist wohl vom Schöpfen immer noch erschöpft.

Das sage nicht ich, das sagst du, denn du erzählst der Welt durch das blutige Wort deiner Mordtat, dass dein Gott sich nicht selbst zu helfen weiß, so dass du ihm ein wenig aushelfen musst. Weil deine Hand stärker ist als seine. Er, von dem du sagst, dass er doch den ganzen Kosmos gemacht habe, bekommt es nicht einmal mehr hin, als kleines Zeichen ein paar Leute umzubringen.

Das ist deine Predigt, du Idiot: Der Gott, an den du glaubst, ist müde, winzig und unfähig. Er ist tot. Das von dir vergossene Blut ist das Siegel auf dem Totenschein, den du selbst und mit eigener Hand für deinen Gott ausgestellt hast.

So oft kannst du gar nicht „Gott ist größer“ von den Türmen schreien lassen, dass deine lästerliche und lächerliche Proklamation des Todes Gottes davon übertönt werden könnte.

Stell dir nur einmal vor, du blutbesoffener Todesanbeter: Der Gott, von dem du mit deinen Worten sagst, dass er lebe und wirke, und von dem du mit deinen Taten sagst, dass er tot und kraftlos ist… dieser Gott würde dich beurteilen! Was erhoffst du da für ein Urteil zu empfangen?

Es ist dir gleichgültig. Du bist frei von Furcht und Sorge, weil du deinen Gott schon längst für tot erklärt hast und von Hass auf alles Lebende erfüllt bist.

Alles ist dir gleichgültig, weil du ein dummer, gottloser, todesanbetender Idiot bist, der seinen Todeskult, seine Dummheit und seine Gottlosigkeit hinter einer formell frommen Maske verbirgt. Du bist alles, wovor deine Profeten gewarnt haben.

Mögest du in die Hölle fahren, die du anderen Menschen mit deinem tödlich dummen Dasein bereitet hast, du Feind der Menschen und du Feind deines eigenen Gottes!

„Die evangelisch-lutherische Kirche“, sagte der Vorübergehende in heiterem Tone zu seinem Zeitgenossen, „ist so etwas wie die SPD im religiösen Markt: Sie tönt große, hehre Worte; sie ist warm wie ein sibirischer Winter; sie tut modern und verzichtet auf die althergebrachten Techniken der Hypnose der Gläubigen, aber ist dabei in ihrem Kern alt und erneuerungsunfähig tot; und sie ist deshalb schon lange vor dem Eintritt des Todes für jeden Sehenden und Fühlenden mit Leichtigkeit als Lüge und Betrug zu erkennen… und hat doch immer genügend Anhänger mit ausreichender Selbstverachtung, um ihre Privilegien zu behalten“.

Wie jedes Jahr ist am kommenden Karfreitag wieder Tanzverbot in der BRD — diese ist und bleibt ein Staat, der seinen Bewohnern auf Wunsch christlicher Glaubensvereine vorschreibt, welche Bewegungsabläufe sie an bestimmten Tagen verrichten sollen und diese Vorschrift mit staatlicher Gewalt durchsetzt.

Heilige Teilhabe

Die christlichen Kirchen haben sich noch nie um die mörderische Tyrannei und die Ungerechtigkeit eines Herrschers oder eines Herrschaftssystemes gekümmert, solange sie nur an seiner Macht und seinem Raub teilhaben konnten. Gottlos ist nur die mörderische Tyrannei und das Unrecht, von dem die christlichen Kirchen nicht in klingenden Judasgroschen und güldner Herrlichkeit profitieren.

Ab in den Knast!

Wie häufig doch Menschen im Gefängnis landen, weil sie die religiösen Gefühle anderer Menschen verletzt haben, und wie niemals doch die Vertreter von Religionsgemeinschaften im Gefängnis landen, weil sie den Intellekt anderer Menschen schwer beleidigt haben. Schade, dass der Gott der Religiösen so schwach und vom Schöpfen wohl noch so erschöpft ist, dass er sich nicht selbst um seine Angelegenheiten kümmern kann, so dass die Justiz und oft sogar der Henker der Allmacht aushelfen müssen.

Das Buch

Zum Menschen, der ihn missionieren wollte und ihn aufforderte, in der Bibel zu lesen, sagte der Vorübergehende: „Viel lieber als dein Buch würde ich die Bücher derer lesen, die von den Überlieferern deines Buches ermordet und deren Bücher verbrannt und deren Gedanken, Träume, Hoffnungen, Einsichten, Lieder, Gedichte und Weisheiten mit kaltem, psychisch-heiligem Hass aus der menschlichen Überlieferung ausgetilgt wurden. Dein kultisches Buch ist voll von diesen Geschichten, so gern du sie beim Rosinenpicken auch überblätterst, und dein Gott wurde von erfolgreichen Mördern nach dem Vorbild eines großen, blutsaufenden Massenmörders geschaffen“. Als der Zeitgenosse erwiderte, dass Jesus doch ganz anders gewesen sei, antwortete der Vorübergehende: „Ja, das stimmt, denn Jesus aus Nazaret hat keine Bücher geschrieben, er schrieb höchstens in den Sand. Für die Fortsetzung des mörderischen Bücherkultes haben jene Satane gesorgt, die flugs nach Jesu Tod eine neue Mörderreligion begründet haben und dafür neue Bücher zusammenstellten“.

Das psychische Selbstbedienungssystem

Dass menschliche Ratio dies nicht zu erfassen vermag, gilt den Gläubigen als Beweis der Wunderkraft ihres Bemühens, es zu glauben. Je abstruser das Narrativ, desto größer muss wohl die Kraft sein, es zu glauben. Auf diese Weise bauen alle Gläubigen der Welt seit jeher das Wunder des Wahns in den Begriff ihres Gottes mit ein. So fügt sich auf wunderbare Weise, quod erat demonstrandum. Psychiater sagen zu solchen Konstrukten: geschlossenes Wahnsystem

Thomas Fischer, Bundesrichter

Die Blindgläubigen

Jene, die tröstliche und feierliche Gedenk- und Trauergottesdienste für die Opfer religiös motivierten Massenmordes abhalten, sind in gleicher Weise von ihrer Gottesidee am Gehirne kastriert wie die Mörder; sind ein Spiegelbild dessen, was sie entsetzt.

Die haftungsbefreiten Göttlichen

Es gibt in der US-amerikanischen und europäischen Zivilisation nur zwei Geschäftszweige, die auch für grobe, gefährliche, teure oder gar tödliche Fehler niemals haftbar gemacht werden: Religion und Software. Deshalb ist es in diesen beiden Geschäftszweigen auch üblich geworden, mit einer Selbstgewissheit zu kommunizieren, die die eigene Kompetenz weit übersteigt.

Die Erben der Religion

Die Regierung, Partei oder Ideologie, die von den Menschen festen Glauben fordert, die alles tut, jeden Keim eines Zweifels zu ersticken, die auf Abweichler und schon einfache Fragen mit rigorostmöglichen Maßnahmen (im Falle entsprechender Machtfülle: bis hin zur Ermordung) reagiert, ganz so, wie einst die Kirche auf den Ketzer — diese Regierung, Partei oder Ideologie belegt in solchem Fordern und Tun, dass sie das Erbe der Religion angetreten hat und aus dem gleichen verwerfenswürdigen psychischen Material gestrickt wurde.

Der Kern der Religion ist nicht ein Gott, sondern die Psyche des Menschen.

Gott ist klein

Jeder, der für „Gott“ tötet oder auch nur gesellschaftliche Zustände herbeisehnt, in denen der „Wille Gottes“ zum verbindlichen, mit Staatsgewalt durchgesetzten Gesetz für jeden Menschen wird, deklariert in dieser Geste eines dumm und fröhlich in die Welt hinaus: Dass er seinen „Gott“ in Wirklichkeit für viel zu klein und kraftlos hält, zu töten und seinen Willen durchzusetzen. So oft kann die Größe dieses „Gottes“ gar nicht lautschreihälsig beschwören werden, dass dieser offenbare Wahnsinn dahinter versteckt werden könnte — in der religiösen Gewalt, sei sie staatlich oder kriminell den anderen Menschen aufgezwungen, spiegelt sich deutlich des blasphemische, gleichermaßen gottesverachtende wie menschenverachtende Zug der Religion selbst.

Unnatürlich

Er sagte: „Homosexualität ist einfach unnatürlich“. Er glaubt dabei an seinen für alle anderen Menschen unsichtbaren Begleiter; an sprechende Schlangen; an geflügelte Menschen; an unbefruchtet schwangere Frauen; an Männer, die über Wasser gehen; an ein Weiterleben nach dem Tod; an eine Hölle, in der jemand wie ich eine Ewigkeit lang gebraten wird… und er hält es für die natürlichste Sache der Welt, nach Möglichkeit jeden anderen Menschen von alledem zu überzeugen — wenn er es sich selbst im Vollrausch seiner Psyche als gute Tat (auch „Liebe“ genannt) einreden kann, auch gegen ihren Willen, unter schamloser Ausnutzung von Lebenskrisen und mit Gewalt.

Oh, wenn sein Gott ihm doch bloß die Augen öffnen würde! Aber sein Gott ist sein eigener Narzissmus und seine eigene Psyche, und beides ist kein Quell der Einsicht.

Die Liebe Gottes

„Gott muss verantwortungslose, naive Dummköpfe lieben“, sagte der Fühlende und Denkende zu seinem religiösen Zeitgenossen, „denn er hat nicht nur so unfassbar viele davon gemacht, sondern er hat sie außerdem zum Maßstab für alle anderen Menschen erhoben“.