Tag Archive: Facebook


Business

Als ein Zeitgenosse ihm vorschlug, es zu nutzen, um Menschen damit zu erreichen, weil man damit Menschen erreichen könne, antwortete der Vorübergehende mit seltener Klarheit, Lautstärke und Schärfe in seiner Stimme: „Facebook ist unmenschlich. Facebook ist zerstörerisch. Facebook ist anti-sozial. Facebook ist anti-intellektuell. Facebook ist das Gegenteil von menschlicher Würde. Facebook ist Business auf Grundlage der dummen, mechanischen, von Rechenmaschinen kalkulierbaren Psyche. Alles, was damit in Kontakt kommt, wird zum Bestandteil eines unseriösen Geschäftsmodells gemacht, ganz, als ob man Metalle in einer starken Säure auflöste. Es wird dabei nicht nur beschädigt, sondern zerfressen, aufgelöst und vernichtet“.

Einsamkeit und Angst

Übrigens gabs gestern (die Störungen halten aber immer noch an) einen längeren Ausfall bei Fratzenbuch, Finster-Gram und WanzApp. Nach völlig unbestätigten Berichten aus unzuverlässigen Quellen haben jetzt schon viele Menschen Angst, dass die Zombieapokalpyse begonnen habe, weil ihr so genanntes „Smartphone“ schon seit Stunden nicht mehr in der Tasche gepiept und vibriert hat, um die Aufmerksamkeit von der gegenwärtigsten Gegenwart auf irgendwelche tröstlichen Trivialitäten zu ziehen. Diese Isolation muss ein schlimmes Gefühl sein…

„Social Media“ schafft genau die Einsamkeit, die zu bekämpfen es angepriesen wird.

Wer ungefilterte und unzensierte Kommunikation im Internet haben möchte, darf halt keine Dienste benutzen, die willkürlich einsetzbare Filter- und Zensurmöglichkeiten haben. Die meisten Menschen sollten doch immer noch etwas mehr Gehirn haben als der gegenwärtige Präsident der USA.

Erstickter Aufruf

Heute könnte niemand mehr im Internet zur Revolution aufrufen, weil die als Vorzensur zur Bekämpfung von „Hate Speech“ eingerichteten, „künstlich intelligenten“ Zensurfilter den Ruf erstickten, bevor er irgendwo vernehmbar würde. Was den Nutzern von social media bleibt, das ist die Reklame, die Unterhaltung und das Belanglose.

Paradies erreicht

Mit diesem üblen zynischen Tonfall und diesem Grinsen sagte der Vorübergehende beim Betrachten der Nachrichtensendung des BRD-Parteienstaatsfernsehens: „Eine Welt, in der es eine Tagesschau-Meldung wird, dass jemand (Elon Musk) seinen Facebook-Account löscht, muss eine wunderbare Welt sein, die keine schweren Probleme, keinen Hunger, keine Armut und keinen Krieg mehr kennt“.

Neubenennung

Unternehmen, die Geld damit verdienen, dass sie in die Einzelheiten gehende Akten über das private Leben von Menschen ansammeln und verkaufen, wurden früher in aller Deutlichkeit als „Überwachungsunternehmen“ bezeichnet. Ihre Neubenennung als „social media“ ist die erfolgreichste Irreführung seit das Kriegsministerium zum Verteidigungsministerium geworden ist.

Edward Snowden, Übelsetzung von mir

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Screenshot der mobilen Website des Stern -- Feldarbeit und Co.: Wie Flüchtlingskinder in der Türkei als billige Arbeitskräfte missbraucht werden -- Jetzt Facebook-Fan werden

Screenshot via @benediktg@gnusocial.de.

Wie dumm!

Hat denn wirklich jemand geglaubt, Facebook kaufe WhatsApp, habe aber kein Interesse an den darüber einsammelbaren Daten? Dieser Glaube ist aber nicht schlau…

Werte Frau Nocun…

Werte Frau Nocun, nicht Facebook muss seine Mauern einreißen — warum sollten die das auch tun, ihr Geschäft scheint ja prächtig zu laufen — sondern jene Menschen, die unzensiert, dezentral und über standardisierte Protokolle miteinander kommunizieren wollen, sollten sich unbedingt einmal überlegen, ob es dafür nicht schon seit vielen Jahren eine bewährte, einfacn zu verwendende und überdem zensurresistente Lösung gibt. Wir hatten damals ja so etwas, was sich USENET nannte. Inzwischen, nachdem die ganzen diskussionsunfähigen Barbaren trampelnd zum Fratzenbuch¹ rübermarschiert sind und den Ewigen September vom USENET ins Web getragen haben, könnte es dort auch wieder recht erträglich sein.

Ach, so etwas wie das olle USENET kennt man beim „Chaos Computer Club“ nicht mehr und holt sich deshalb Redner_innen mit Parteipolitikhintergrund, die wie in einer Wahlkrampfrede heiter Bullshit und Gewaltforderungen an Staaten (in der Geschmackrichtung: Unternehmen zu etwas zwingen) in die Mikrofone reden? Weil man beim CCC inzwischen keinen Wert mehr darauf legt, dass Menschen mit Wissen und Werkzeug dazu befähigt werden, sich selbst zu ermächtigen? Auch gut. Dann können diese ganzen Zuhörer, die etwas gegen „Gated Communities“ haben, ja eifrig nach ihrem enteignenden Smartphone mit Apfellogo greifen, um das der Welt mitzuteilen. Ich wünsche dem „Chaos Computer Club“, der sich immer weiter gleichzeitig parteipolitisiert und damit entpolitisiert sowie von fachlicher Kompetenz abwendet, auch weiterhin viel Spaß an der Ersatzhaltestelle. Wenn das Internet im Handy ist, ists Gehirn im Arsch.

¹Von mir gern verwendeter Kosename für „Facebook“.

Social Media

„Social Media“, sagte der Vorübergehende, „diese sozialprostitutive Infantilsierungs- und Verdummungsmaschine, in der selbst die aufmerksameren Menschen erst ein Stubserchen mit dem Presslufthammer bekommen müssen, bis sie kurz bemerken, was es wirklich ist: eine Stasi-Akte zum Selberschreiben. Aber keine Sorge, schnell schnell wird es wieder verdrängt und vergessen, denn das Buhlen um Aufmerksamkeit und mechanisch-nekrophile Technokuscheleien in Herzchen- und Däumchenform auf den S/M-Websites¹ verträgt sich gar nicht mit der auch nur leisesten Idee von menschlicher Würde und von Privatsphäre“.

¹S/M ist meine Abk. für „Social Media“. Aus Gründen.

A „book“ showing its face

Tweet von @OomenBerlin vom 19. August, 12:05 Uhr mit einem Screenshot eines Postings auf Facebook, in der ein Mensch offen zum Mord an Asylbewerbern aufruft. Daneben die Antwort von Facebook auf eine Meldung dieses Beitrages, die in technokratischer Sprache mitteilt, dass dieser Beitrag nicht gegen die Facebook-Gemeinschaftsstandards verstößt. Dazu der Tweet: 'Zum Glück hat er nicht zur Demo vor der Deutschen Bank aufgerufen. Solche User verschwinden bei FB nämlich viel schneller.'.

Auf zur mütterfreien Zone!

Als Mütter anfingen, Freundschaftsanfragen zu schicken, flüchteten die Jugendlichen von Facebook

Daniel Miller, Anthropologe