Tag Archive: Facebook


Werte Frau Nocun…

Werte Frau Nocun, nicht Facebook muss seine Mauern einreißen — warum sollten die das auch tun, ihr Geschäft scheint ja prächtig zu laufen — sondern jene Menschen, die unzensiert, dezentral und über standardisierte Protokolle miteinander kommunizieren wollen, sollten sich unbedingt einmal überlegen, ob es dafür nicht schon seit vielen Jahren eine bewährte, einfacn zu verwendende und überdem zensurresistente Lösung gibt. Wir hatten damals ja so etwas, was sich USENET nannte. Inzwischen, nachdem die ganzen diskussionsunfähigen Barbaren trampelnd zum Fratzenbuch¹ rübermarschiert sind und den Ewigen September vom USENET ins Web getragen haben, könnte es dort auch wieder recht erträglich sein.

Ach, so etwas wie das olle USENET kennt man beim “Chaos Computer Club” nicht mehr und holt sich deshalb Redner_innen mit Parteipolitikhintergrund, die wie in einer Wahlkrampfrede heiter Bullshit und Gewaltforderungen an Staaten (in der Geschmackrichtung: Unternehmen zu etwas zwingen) in die Mikrofone reden? Weil man beim CCC inzwischen keinen Wert mehr darauf legt, dass Menschen mit Wissen und Werkzeug dazu befähigt werden, sich selbst zu ermächtigen? Auch gut. Dann können diese ganzen Zuhörer, die etwas gegen “Gated Communities” haben, ja eifrig nach ihrem enteignenden Smartphone mit Apfellogo greifen, um das der Welt mitzuteilen. Ich wünsche dem “Chaos Computer Club”, der sich immer weiter gleichzeitig parteipolitisiert und damit entpolitisiert sowie von fachlicher Kompetenz abwendet, auch weiterhin viel Spaß an der Ersatzhaltestelle. Wenn das Internet im Handy ist, ists Gehirn im Arsch.

¹Von mir gern verwendeter Kosename für “Facebook”.

Social Media

“Social Media”, sagte der Vorübergehende, “diese sozialprostitutive Infantilsierungs- und Verdummungsmaschine, in der selbst die aufmerksameren Menschen erst ein Stubserchen mit dem Presslufthammer bekommen müssen, bis sie kurz bemerken, was es wirklich ist: eine Stasi-Akte zum Selberschreiben. Aber keine Sorge, schnell schnell wird es wieder verdrängt und vergessen, denn das Buhlen um Aufmerksamkeit und mechanisch-nekrophile Technokuscheleien in Herzchen- und Däumchenform auf den S/M-Websites¹ verträgt sich gar nicht mit der auch nur leisesten Idee von menschlicher Würde und von Privatsphäre”.

¹S/M ist meine Abk. für “Social Media”. Aus Gründen.

A “book” showing its face

Tweet von @OomenBerlin vom 19. August, 12:05 Uhr mit einem Screenshot eines Postings auf Facebook, in der ein Mensch offen zum Mord an Asylbewerbern aufruft. Daneben die Antwort von Facebook auf eine Meldung dieses Beitrages, die in technokratischer Sprache mitteilt, dass dieser Beitrag nicht gegen die Facebook-Gemeinschaftsstandards verstößt. Dazu der Tweet: 'Zum Glück hat er nicht zur Demo vor der Deutschen Bank aufgerufen. Solche User verschwinden bei FB nämlich viel schneller.'.

Auf zur mütterfreien Zone!

Als Mütter anfingen, Freundschaftsanfragen zu schicken, flüchteten die Jugendlichen von Facebook

Daniel Miller, Anthropologe

What’s up with those dollars?

Es ist ja nicht so, dass “Facebook” — ein börsennotiertes Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell¹ — “WhatsApp” gekauft hätte, um eine eher banale Software zu kaufen, die im Wesentlichen unter Verwendung zuvor spezifizierter Protokolle auf Handys die von Mobilfunkprovidern überteuert² angebotene Funktionalität “SMS” als Internet-Dienst nachbildet und mit ein paar Zusatzfunktionen aufpeppt. Nein, es ist vielmehr so, dass “Facebook” für ein paar Handvoll Gigadollar die 450 Millionen Nutzer dieser Software zusammen mit den Informationen über ihre Kontakte und ihre private Kommunikation gekauft hat.

Für die Nutzer von “WhatsApp” zeigt sich nun immerhin, was die über sie beim Nutzen angelegte Datensammlung mit ihrer Kommunikation, ihren Nutzungsprofilen und möglicherweise zusätzlich zum bereits abgegriffenen Adressbuch klandestin eingesammelten Daten wie Aufenthaltsorte und Dateien auf dem Handy auf dem Markt für einen Wert hat: rd. 42 Dollar pro Person.

Das ist der Preis eures “informatischen Nacktbildes” für die Verwurstung durch die Reklameindustrie. Fühlt euch wertgeschätzt! :mrgreen:

¹Die Kommunikation zwischen Menschen mit unerwünschter Reklame vergällen zu wollen, ist kein seriöses Geschäftsmodell und letztlich zum Scheitern verurteilt.

²Der Gedankenaustausch über SMS ist, wenn man ganz nüchtern die Kosten durch die übermittelte Anzahl Bits teilt, teurer als die Übertragung von Messdaten von anderen Planeten durch unbemannte Sonden — und das selbst dann, wenn man die sehr hohen Kosten mitberechnet, die anfallen, um diese Sonden zu entwickeln und mit Raketen aus der Gravitation der Erde herauszuschießen. Wer dafür ein besseres Wort als “überteuert” kennt, nenne es bitte!

Der makabere Daumenhoch-Spiegel

Die kalten und geschmacklosen Menschen, die in ihrer Gier ihres verhungerten Egos nach Aufmerksamkeit und Klicks auf die Piktogramme erhobener Daumen bei Faceebook den Tod eines Menschen vermelden, der gerade noch mit dem Tode ringt, sind nur eine Imitation und damit ein Spiegelbild der Kälte und Geschmacklosigkeit des News-Betriebes einer jeden manipulierbaren Affekt in ihr Geschäft einspannenden Contentindustrie, die unter dem Banner der “Breaking News” auf sehr vergleichbare Weise um die Aufmerksamkeit von Menschen buhlt und dabei nur unwesentlich “seriöser” ist. Der Ekel, den diese Menschen bei jedem auslösen, der noch etwas fühlt, sollte auch dem Vorbild ihrer Barbarei gelten: Dem Journalisten.

Google, Facebook, Apple, Microsoft!

Werte Verantwortliche bei Google, Facebook, Apple und Microsoft¹,

ich habe an euch nur eine einzige, sehr leicht zu formulierende Frage: Wie viele Menschen wurden wegen der Erkenntnisse aus eurer Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika im Rechtsfreien Raum des vorgeblichen “Krieges gegen den Terror” in Konzentrationslager verbracht, von klandestin vorgehenden Mordsöldnern aus dem Hinterhalt abgeknallt oder zusammen mit anderen Menschen in ihrer Nähe von so genannten “Drohnen” zerfetzt²?

Bis ihr nachvollziehbar und öffentlich belegt, dass so etwas niemals geschehen ist, sage ich euch nur eines: Ihr seid feige, rückgratlose, verachtenswerte Schreibtischmörder! Für eine Handvoll Dollar verachtet ihr nur allzu willig das Lebensrecht — solche Menschenrechte wie das Recht auf Privatsphäre ignoriert ihr ja schon recht öffentlich — anderer Menschen und nehmt gewisse “Kollateralschäden” billigend in Kauf.

Und genau als das sollte man euch behandeln.

Als Mörder.

Als ein Pack, das niemand in seiner Nähe haben will.

Ich wünsche mir mit meinem ganzen Sinn eine Zeit, in der ihr für das, was ihr tut und getan habt, zur Rechenschaft gezogen werdet.

Ohne Gruß
Der Nachtwächter

¹Die Liste der Unternehmen ist nicht vollständig und vorsätzlich so gewählt, dass sie in fast jedes Leben hineinragt.

²Ich halte den Begriff “Drohne” für einen Roboter, der einen bequemen, klinisch sauberen und für den Täter “sicheren” Mord auf Knopfdruck ermöglicht, für eine üble Beleidigung der Honigbienen. Diese Geräte sollten — so sehr der Neusprech über die Medien auch in jedes Hirn getragen wird — immer als das bezeichnet werden, was sie in Wirklichkeit sind: Mordroboter.

Gefällt mir, Mundgeruch gelöst, Pluseins

Meldung der Berliner Morgenpost: 'Zwei schwere Explosionen bei Marathon in Boston'. Darüber der Button von Facebook mit der Aufschrift 'Gefällt mir'. Darunter eine Google-Anzeige 'Mundgeruch gelöst'.

Ohne Worte.

Quelle des Screenshots: Website eines qualitätsjournalistischen Verlagsangebotes.

Facebook ist…

Facebook ist... wenn du zwar zu einer Mehrheit gehörst, aber überall (von Werbern, Bürgerrechtsgruppen, Zeitungsmachern, Fernsehsendern und Parteien) behandelt wirst, als würdest du zu einer kleinen unbedeutenden Minderheit gehören, an die man bei seinem Internetkram nicht denken muss

Es ist doch egal, was er twittert

Wenn man die gegenwärtige contentindustrielle Berichterstattung über die Twitter- und Facebookunlust des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück betrachtet, bekommt man den Eindruck, es sei aus der Sicht der Autoren vollkommen gleichgültig, was der Kandidat sage, so lange es nur über die beiden kommerziellen Websites Facebook und Twitter geschehe — denn dann, so die “Logik” dieser Autoren, werde ihn die “Netzgemeinde” (ein Wort der Presse, das schon nach einer verschrobenen, weltfremden Sekte klingt) schon wählen. Auf drängende inhaltliche Fragen wie Netzneutralität, Urheberrecht, Abmahnungen als Geschäftsmodell, Tracking durch die Betreiber von Social-Media-Sites und Werbeunternehmen, Datenschutz, Privatsphäre, staatliche und contentindustrielle Überwachungs- und Zensurbegehrlichkeiten oder die Gewährleistung des Rechtes auf anonyme Nutzungsformen kommt es aus der Sicht dieser “Qualitätsjournalisten” nicht an, deshalb spielen solche Themen in dem twitterbesoffenen Geschreibsel der “Qualitätsjournalisten” auch keine Rolle. In der Form, in der diese professionellen Schreiber einen Politiker zur Teilhabe am Internet zu drängen suchen und ihn für seine Nichtteilhabe teils scharf kritisieren, teils offen verspotten, spiegelt sich sehr deutlich wider, dass diesen Schreibern das Internet fremd ist — und dieses Fremdeln scheint, wie sich an der blinden Betrachtung “Wenn er twittert, wird er als einer von ihnen wahrgenommen” zeigt, in einer tiefen Verachtung der Intelligenz und Würde der Internetnutzer zu wurzeln.

Wenn diese breit verabreichte Verachtung von den Nutzern und Gestaltern des Internet zurückgegeben wird, sollten sich solche “Qualitätsjournalisten” nicht darüber verwundern.

Facebooks Börsengang

Es ist schon bei schummrigsten Lichte betrachtet kaum zu fassen, dass für einen aufgeblähten, mit Reklame vergällten und in seiner technischen Konzeption — “Anwendung im Webbrowser” — eher ungeeigneten und zudem für Anwender bewusst nachteilig gestalteten Chat so viel “Wert” an der Börse erzielt werden sollte…

Zurückkäufer

Und der Vorübergehende sagte zu seinem Facebook-nutzenden Zeitgenossen: “Na, hast du dir heute schon an der Börse deine persönlichen Daten zurückgekauft, die du seit Monaten jeden Tag für Facebook erfasst? Die haben am ersten Handelstag einen beachtlichen Preis erzielt.”

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