Tag Archive: Contentindustrie


Börsenbericht

So lange in den als wichtige Nachricht und oft als einzige Wirtschaftsnachricht präsentierten Börsenberichten in Presse und Glotze ständig von Glauben, Hoffnung, Erwartung und Psychologie, aber niemals von überprüfbaren und falsifizierbaren Fakten die Rede ist, so lange sollte jedem Denkenden klar sein, dass man es in den glänzenden Tempeln und Bordellen der „Märkte“ mit nichts anderem als einer gottlosen Religion von menschen- und intelligenzverachtenden Geldanbetern zu tun hat.

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Vielfalt

Mit in allen Zeitungen gleichlautenden Worten fordert die Presse Vielfalt ein.

Wider die Mordläuferlust

Wir müssen mehr tun, als nur für die Opfer und Familien zu beten

Greg Abbott, gegenwärtiger Gouverneur von Texas

„In den USA soll auch weiterhin jeder an Schusswaffen kommen können“, sagte der Vorübergehende zum Nachrichtengenießer, „aber gleichzeitig soll verhindert werden, dass Schüler mit den Waffen ihres Vaters zur Schule gehen und dort ihre Mitschüler und ihre Lehrer ermorden, oder es soll wenigstens so getan werden, als ob man das zu verhindern trachtete. Da wäre es doch die naheliegendste Lösung im Sinne der US-Verfassung und der US-amerikanischen Lebensart, wenn man einfach Schulen verböte. Immerhin hörte damit auch das oft erbarmungslose Mobbing in den Schulen auf, das niemals Schlagzeilen macht, weil dabei nicht so viel contentindustriell wertvolles und verwertbares Kinderblut fließt, weil es ‚bestenfalls‘ vereinzelte junge Menschen in den Freitod treibt“.

Sie haben es in der Nase

Dass Journalisten so leicht eine Affinität zum Feminismus aufbauen, liegt auch daran, dass sie mit ihrer Journalistennase aufmerksamkeitsträchtige Sexskandale wittern, ein stets brauchbares Vehikel des Wegwerfschreiberlings, mit dessen Kraft und Hilfe sich die Werbeplätze in Presse und Glotze immer noch am besten und teuersten verkaufen lassen.

Malvertising

Die von Werbegeldern für die Schaffung attraktiver Werbeplätze bezahlten Journalisten sprechen vom Malvertising, als ob es jemals ein Goodvertising gegeben hätte.

Ei ei ei, das Hirn ist Brei…

Aus der Tiefe des journalistischen Sommerloches habe ich wirklich Menschen sprechen gehört, die mir erzählten, dass sie wegen des Fipronil-Skandales keine Hühnereier mehr essen wollten, weil… tja, weil die Contentindustrie so lärmend über das Fipronil in den Eiern berichtet, dass der Auspuff am Dieselmotor fast schon wieder gut zu riechen beginnt. Zum Glück ist ansonsten gar nichts passiert und niemand kam zu irgendeinem Schaden. Viele Menschen, die einen Hund oder eine freilaufende Katze halten, sollten Fipronil schon lange kennen, weil man damit kleine blutsaugende Viecher auf seinem tierischen Begleiter (und oft: Beziehungsersatz) töten kann, und dabei holt man sich bei anschließendem Kuscheln mit Leichtigkeit eine höhere Dosis des Pestizides in den Körper als mit einem gegenwärtigen Frühstücksei¹. Doch wer sein Gehirn von Presse und Glotze im Höllenfeuer der Psyche grillen lässt, ist darauf zurückgeworfen, mit seiner leicht erzeugbaren Angst zu „denken“.

Und solche Angstdenker wollen dann, zumindest bis zum nächsten Skandal bei einem anderen Lebensmittel, keine Eier mehr essen und schenken mir zurzeit so viele Eier, dass ich wohl demnächst an Cholesterinvergiftung sterben werde. Aber obwohl es neulich erst wieder — so „neulich“ wie: immer wieder — einen Autounfall mit Toten und Schwerverletzten gab, möchte mir doch niemand sein Auto schenken.

¹Natürlich ist das Zeug nicht für den Einsatz in der Lebensmittelherstellung zugelassen und seine Verwendung deshalb verboten. Aber das bedeutet nur, dass es niemand zulassen ließ. Was bei einem solchen Zulassungsversuch herauskäme, kann wohl nur ein Zulassungsversuch zeigen. Vermutlich stünde am Ende ein Grenzwert statt eines Verbotes. Ein politisch festgesetzter Grenzwert, nicht ein medizinisch festgesetzter. So, wie bei allen anderen Substanzen aus der industrialisierten Landwirtschaft auch.

Peinlich…

Es ist schon mehr als nur ein bisschen peinlich, wenn der Spiegel aus seiner angeblichen „Bestsellerliste“ einen Titel streicht und mit dieser Streichung völlig klar macht, dass es sich bei seiner Behauptung best seller über dieser Liste um nichts weiter als eine Reklamelüge handelt, die nichts mit Verkaufszahlen, aber viel mit redaktionellen Entscheidungen mit mutmaßlichem Schleichwerbehintergrund zu tun hat.

„Lügenpresse“ mag als Wort pfui und nazi sein, aber eine „Wahrheitspresse“ ist es nicht und nie gewesen. Wer glauben will, dass es an anderen Stellen des gleichen Blattes anders ist, glaube weiter… aber ein Grund zu diesem dummen, der Wahrnehmung widersprechendem Glauben besteht nicht.

Bedrohlich und bedenklich

Die jeweilige Situation wird medial-journalistisch stets als bedrohlich (also die psychische Deutung der Angst und Machtlosigkeit anreizend) und nicht als bedenklich (also die Verstandesfunktionen anreizend) dargestellt, denn Menschen, die sich bedroht fühlen, reagieren mit ihrem psychischen Affenprogramm, als müssten sie vorm Tiger fliehen — und sind dementsprechend anfällig für alle Richtungsweisung und für jedes Angebot, dass ihnen das starke Unlustgefühl ihrer Angst zu nehmen verspricht. Würde die jeweilge Situation als bedenklich dargestellt, also als etwas, was von jedem betroffenen Menschen bedacht werden muss, um eine reflektierte, bewusste und selbstverantwortliche Entscheidung zu treffen, dann würden viel häufiger viel mehr Menschen ihre Entscheidungen nicht mit der Psyche, sondern mit ihren vernünftigeren und einem durch die Zivilisation deutlich gesicherterem Leben angemesseneren Geistesfunktionen treffen. Ein Mensch, der seine Entscheidungen bedenkt, statt sie aus bestenfalls vorbewussten und kaum noch verbalisierbaren Regungen zu treffen, ist freilich eine schlechte „Zielgruppe“ im Sinne der intelligenzverachtenden Sprache der Werber; und der Transport von Reklame ist leider das eigentliche und einzige Geschäftsmodell der Contentindustrie, so dass in den Produkten der Contentindustrie aus nachvollziehbaren wirtschaftlichen Gründen ein für den Reklametransport passendes Umfeld geschaffen werden muss. Der medial-journalistische Apparat der Contentindustrie ist Hauptbefeuerer der mörderischen Irrationalität in den gegenwärtigen Gesellschaften, er hat darin die Religion der mittelalterlichen Gesellschaften beerbt. Da nimmt es nicht Wunders, dass diese übernommene Rolle bedrohlicher- und bedenklicherweise mit dem gleichen Absolutheits- und Wahrheitsanspruch eingenommen wird.

Wohlige Geilheit

+++ LIVETICKER +++ Neuer Terror +++ LIVETICKER +++

Wohlig geil suhlt sich der contentindustrielle Betrieb in der sich breitbeinig anbietenden Möglichkeit zur lukrativen Reklameplatzvermarktung und bemerkt gar nicht, wo er dermaßen aufs intimste mit darinnen steckt, als wären zweie zu einem Fleisch geworden.

Sachbücher…

Sachbücher, deren Autor nach angemessener wissenschaftlicher Gründlichkeit statt nach ausschließlicher Belegsuche für seine vor dem Schreiben längst „fertigen“ Thesen strebte, werden nun einmal keine Bestseller, von niemanden öffentlich diskutiert und im Regelfalle nicht einmal verlegt.

Brise

Dass man in die falsche Richtung geht, kann man unter anderem daran bemerken, dass man die Zukunft als einen störenden Gegenwind empfindet.

Mit Gruß an Presse und Politik.

Die 7/24-Dauerfreakshow der Contentindustrie

Das größte Problem mit der gesamten Contentindustrie — von Zeitungen über Boulevardmagazinen bis hin zu schrillen „Reality“-Formaten in der Glotze — liegt darin, dass das Normale allen Zeitgenossen hinlänglich vertraut und deshalb für sie völlig uninteressant ist und somit kein kaltpsychisch ferngesteuertes Lese-, Klick- und Glotzvieh für die Reklamevermarktung der erzielten Aufmerksamkeit anlockt. Das eigentliche Geschäft der Contentindustrie, die Vermarktung von Reklameplätzen, führt direkt in eine 7/24-Dauerfreakshow, die mit dem Leben der Menschen ungefähr so „viel“ Gemeinsamkeit hat wie „gesunde Vitamine naschen“ gesund ist. Über das Inhalte industriell reproduzierende, psychische Massenstanzwerk der Contentindustrie wirkt die an den Bedürfnissen von Marktschreiern orientierte Inhalteauswahl freilich rückkoppelnd auf die Menschen in der Gesellschaft zurück, verwandelt sich in einen normgebenden Wahn, der zu einer Reproduktion der leicht konsumierbaren, menschlichen Abziehbilder aus der contentindustriellen Wahnwelt anstachelt, die keineswegs immer so harmlos wie Karaoke ist. Menschen der Zukunft — so die Folgen der zur Jetztzeit contentindustriell gestalteten Gegenwart überhaupt einen Raum für Menschen in der Zukunft übrig lassen — werden nicht umhin kommen, die reklamegetriebene Contentindustrie als den wesentlichsten wirksamen Faktor des gegenwärtigen kulturellen und zivilisatorischen Zerfalls der technisch entwickelten Gesellschaften betrachten zu können, wenn sie in ihrer existenziellen Not überhaupt noch die Muße für eingehende Analyse finden. Das Lachen wird ihnen sicherlich im Halse steckenbleiben, wenn sie immer wieder davon lesen müssen, dass für ihre Eignung als Reklameplatzvermarkter bezahlte Journalisten in diesem contentindustriellen Apparat ernsthaft glaubten, politische Bildung zu vermitteln — und dass ihre noch schlechter bezahlten Nachäffer mit ernsthaften aufklärerischen Ambitionen sich ausgerechnet den journalistischen Stil zur Vorlage ihres Tuns nehmen.