Tag Archive: Contentindustrie


Contentindustrie = Menschenverachtung

Tweet von @mipff, 25. März 2015, 14:40 Uhr: Journalisten bieten Schülern Geld an, um an Fotos von der schulinternen Trauerfeier zu kommen. #Germanwings #4U9525

Auch, wenn es direkt nichts mit dem gescreenshotteten Tweet zu tun hat, zur weiteren Lektüre empfohlen: Sven bloggt — Medien zum Absturz der Germanwings 4U9525 — es ist einfach widerlich.

Nachtrag 27. März, 23:00 Uhr: Eine weitere Quelle lässt sich im Bildblog nachlesen.

Katastrophen

Katastrophen. Die Hölle für die Opfer und ihre Angehörigen. Ein Fest für Newsbetrieb, Contentindustrie und… mittelbar… die Werbevermarktung.

Selbstmit-Leid-Medien

Hieran zeigt sich die vollständige Auflösung des einstigen Selbstverständnisses von Medien und dem daraus abgeleiteten Recht auf Meinungsfreiheit. Ursprünglich ging es bei dessen Verteidigung darum, sich selbst – und damit auch den Bürgern – die eigene Meinung durch herrschende Kräfte, also durch die weltliche oder religiöse Macht im Staat, nicht verbieten zu lassen. Heute hingegen verstehen sich Medien als Bestandteil des Herrschaftsapparates und meinen nun, sich gegen den etwaigen Leserzorn abschotten zu müssen. Die größte Gefahr für die Debattenkultur im Lande geht dieser Sichtweise folgend nicht mehr von “den Mächtigen” aus, sondern von sogenannten “Trollen” […] Wer sich nach oben anpasst und Beleidigungen von unten nicht aushält, ist schlicht nicht robust genug, um Meinungsfreiheit gegen ihre wirklichen Feinde nicht [sic!] verteidigen. Wer Leser und Leserbriefschreiber für die wirklichen Feinde der Pressefreiheit hält und entsprechend attackiert, sollte besser seinen Presseausweis abgeben und den Staatsdienst antreten

Zeitgeisterjagd — Von Charlie Hebdo bis Giovanni di Lorenzo: Vom Aufstieg der Selbstmit-Leid-Medien

Gar nicht mehr so schlimm

Wenn ein Günther Jauch “die prominenteste Talkshow-Bühne Deutschlands” zur Verfügung stellen kann, finde ich die Vorstellung einer Islamisierung auf einmal gar nicht mehr so schrecklich. Das “Abendland”. Hat sich lange schon in ein grottenfinstres Nachtland verwandelt.

“Je suis un menteur”

Wer dieses “Je sui CHARLIE” wie ein Banner der Meinungsfreiheit in seine Zeitung, Fernsehsendung oder Website stempelt, muss auch für die Abschaffung des §166 StGB (und jedes anderen zu Gesetz gemachten Verbotes der bloßen Meinungsäußerung) eintreten, und zwar ganz genau so auffällig und lautstark — außer natürlich, er will sich selbst lächerlich machen und stört sich nicht weiter daran, wenn er sich einfach nur als ekliger Opportunist entlarvt, der eine Gelegenheit darin sieht, als Marktschreier auf einem Leichenberg Zeitungen, Zeitschriften, Sendeminuten — und vor allem: teure, attraktive Werbeplätze — zu verkaufen!

Kein Problem

Hunger tötet jeden Tag mehr Menschen als Ebola in einem ganzen Jahr, wird aber dennoch von den Medien der Staaten und der Milliardäre niemals so drastisch als Problem dargestellt, weil Politiker und reiche Menschen nicht an Hunger sterben können.

Clickbait mit Messer und Gabel

Kaum werden — das ist ja auch eine gute Verkaufsförderung für ein Büchlein — ein paar Sprüche eines abgehalfterten Altkanzlers über die angebliche Unfähigkeit der amtierenden Bundeskanzlerin beim Essen mit Messer und Gabel publik, schon wird das vom Apparat der Contentindustrie klickträchtig aufgeschäumt, als ob es eine Nachricht wäre. Ganz so, als gäbe es über die Machenschaften der gegenwärtigen Regierung der Bundesrepublik Deutschland keine substanziellere Kritik zu schreiben. Der Beitrag der Contentindustrie zur Entpolitisierung der Menschen in Deutschland ist niemals zu unterschätzen.

Irgendwelche Links auf die dumme Click- und Linkbait der Presseverlage im Dienste einer Buchverkaufs-PR habe ich bewusst vermieden…

Die Troll-Vorlage

Das Vorbild des typischen Internet-Trolls, der mit verkürzter Argumentation und affektivem Sprachgebrauch aus der sicheren Deckung seines Schreibtisches heraus wie ein Heckenschütze auf die dumme Psyche zielt und dabei immer wieder trifft; das Vorbild und der Lehrer dieses Internet-Trolls ist die verkürzte und affektheischende Schlagzeile des Journalisten. Und. Der Journalist, der ob des Treibens in den Foren der Zeitungswebsites so schrecklich erschrocken ist, erweckt dabei den Eindruck, als stünde er zwei Meter neben einer lichterloh brennenden Scheune und fragte sich dort, warum es nur so hell und heiß sei.

Die wahre Seuche

Die Zeitungswebsites und Fernsehsender, die so wortreich, faktenlos und aktualitätssimulierend vom ersten möglichen Ebola-Fall in Berlin berichtet haben, zeigten im Spiegelbild dieses werbeeinnahmenträchtigen Tuns, was die wahre Seuche der gegenwärtigen Zivilisation ist: Die Contentindustrie.

Die Apokalypse nach FAZ

Drei Überschriften der FAZ nebeneinander: Dutzende Tote bei Anschlag in Afghanistan, Viele Tote bei Zugunglück in Moskau, Deutsche haben zu viel für Wurst bezahlt

[via Nọisïst]

Die Hassmentalität

30 Jahre lang musste ich mir erzählen lassen, dass ich mein Freizeit mit Killespielen [sic!] verbringe und dabei mein Gehirn in ein weiches, fernsteuerbares Brötchen verwandele. Sowas macht einen nicht nur wütend, sondern wirft ja auch die Frage auf, wie es denn um die Berichterstattung um alle jene Bereiche bestellt ist, in denen ich nicht Experte oder Betroffener bin?

Anmut und Demut: Hasszeit

Der Köder vom Koma erwacht

In einer Welt, in der sich die Contentindustrie Meldungen über Michael Schumacher ausdenkt, um mit diesem Contentköder die Menschen zum eigentlichen Geschäft, zur Reklame zu locken; in einer Welt, in der dieses gnadenlos zynische und nach allen Seiten menschenverachtende Kalkül gar funktioniert — in einer solchen Welt möchte ich nicht gern leben. Wer schon wie ein Toter nichts mehr fühlt, dem mags gleichgültiger sein…

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