Tag Archive: Contentindustrie


Wissen und Glauben

Es gibt einen oft übersehenen Grund dafür, warum in den Medien und zunehmend auch im ernstgemeinten Journalismus nicht mehr Tatsachen und Zusammenhänge, sondern nur noch Emotionen übermittelt werden: Wer nicht selbst weiß, hat keine andere Möglichkeit, als anderen zu glauben — und wird damit weitgehend manipulierbar, zum Beispiel auch durch die Reklame, deren Platz im contentindustriellen Geschäft der Medien gewinnbringend verkauft werden soll. Ein erheblicher Anteil der Irrationalität und Dummheit im ausgehenden 20. Jahrhundert und im beginnenden 21. Jahrhundert ist der mittelbaren Verdummung breiter Schichten der Menschheit durch Reklame geschuldet, dem Kerngeschäft der Presse. Von daher wirkt es schon gleichermaßen arrogant, unterkomplex und dämlich, wenn sich Journalisten hochnäsig über jene Dummheit lustig machen, die sie selbst mit ihrer täglichen Arbeit hervorgebracht haben.

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Pornojournalismus

Der Vorübergehende sagte zu seinem zeitungsgläubigen und sich deshalb für informiert haltenden Zeitgenossen: „Im Kern gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen pornografischen und journalistischen Websites. Beide werden nur betrieben, um ein gutes Umfeld für die Vermarktung von Reklame zu schaffen und auf diesem Wege Reibach einzubringen — und die Inhalte ordnen sich vollständig diesem Geschäftsziel unter“.

Zeitung (Symbolfoto)

Eine ziemlich achtlos vor die Tür eines Hauses geworfene, kostenlose Zeitung voller Reklame, mit teilweise schon herausfliegender Reklame, wie Müll ausgeliefert und in vielen Fällen sofort in den Müll geworfen.

Politischer Journalismus

Politischer Journalismus besteht zu einem Großteil seiner Tätigkeit darin, die schlechte Bekämpfung derjenigen Brände anzuprangern, die man selbst anzuzünden mitgeholfen hat — gern auch mit übertrieben ausgiebigem Ausschütten von Brandbeschleunigern über die gesamte Gesellschaft. Eine von Pyromanen betriebene Feuerwehr hat immer etwas zu tun und kann sich leicht als unentbehrlich darstellen.

Symbolfoto: Breaking News

Eine NBC-Nachrichtensendung -- NBC4, New York -- BREAKING NEWS -- FACEBOOK IS DOWN

Die Krisenvermeider

„Wenn es im Journalismus nicht um Reklamevermarktung, sondern um Fakten gehen würde“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „dann hätten wir in der BRD keine Medienkrise, sondern eine Staatskrise“.

Nicht Claas Relotius ist das Problem

Wer als Unternehmen sein gesamtes Geschäftsmodell darauf aufbaut, die professionell erstellte, psychomanipulative Lüge der Reklame zu verbreiten, kann nur bei dummen und leichtgläubigen Menschen in den Verdacht kommen, auch nur leidlich zutreffende Beschreibungen der Wirklichkeit zu verbreiten.

Einer der Gründe, weshalb das Wort von der „Lügenpresse“ unter Journalisten so verhasst ist und mit solcher Heftigkeit zurückgewiesen wird, liegt darin, dass es so unfassbar nahe an der gut verdrängten Wahrheit liegt.

Reiter

„Für diese Reiter ist kein Pferd zu tot„, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, als sie am Gebäude eines Presseverlages vorübergingen.

Börsenbericht

So lange in den als wichtige Nachricht und oft als einzige Wirtschaftsnachricht präsentierten Börsenberichten in Presse und Glotze ständig von Glauben, Hoffnung, Erwartung und Psychologie, aber niemals von überprüfbaren und falsifizierbaren Fakten die Rede ist, so lange sollte jedem Denkenden klar sein, dass man es in den glänzenden Tempeln und Bordellen der „Märkte“ mit nichts anderem als einer gottlosen Religion von menschen- und intelligenzverachtenden Geldanbetern zu tun hat.

Vielfalt

Mit in allen Zeitungen gleichlautenden Worten fordert die Presse Vielfalt ein.

Wider die Mordläuferlust

Wir müssen mehr tun, als nur für die Opfer und Familien zu beten

Greg Abbott, gegenwärtiger Gouverneur von Texas

„In den USA soll auch weiterhin jeder an Schusswaffen kommen können“, sagte der Vorübergehende zum Nachrichtengenießer, „aber gleichzeitig soll verhindert werden, dass Schüler mit den Waffen ihres Vaters zur Schule gehen und dort ihre Mitschüler und ihre Lehrer ermorden, oder es soll wenigstens so getan werden, als ob man das zu verhindern trachtete. Da wäre es doch die naheliegendste Lösung im Sinne der US-Verfassung und der US-amerikanischen Lebensart, wenn man einfach Schulen verböte. Immerhin hörte damit auch das oft erbarmungslose Mobbing in den Schulen auf, das niemals Schlagzeilen macht, weil dabei nicht so viel contentindustriell wertvolles und verwertbares Kinderblut fließt, weil es ‚bestenfalls‘ vereinzelte junge Menschen in den Freitod treibt“.

Sie haben es in der Nase

Dass Journalisten so leicht eine Affinität zum Feminismus aufbauen, liegt auch daran, dass sie mit ihrer Journalistennase aufmerksamkeitsträchtige Sexskandale wittern, ein stets brauchbares Vehikel des Wegwerfschreiberlings, mit dessen Kraft und Hilfe sich die Werbeplätze in Presse und Glotze immer noch am besten und teuersten verkaufen lassen.