Tag Archive: Contentindustrie


Unebachtet mahnt das Vergessmal

Hinweistafel an einer Bank am hannöverschen Maschsee: Sie blicken in Richtung des 1935 abgebauten Bismarckdenkmals. Dort fand am Abend des 10. Mai 1933 die Bücherverbrennung statt. Gestiftet von Teilnehmern des Kulturführerscheines Hannover 2013

Bitte setzen und nachdenken über die Bücherverbrennung. Bit aufstehen und sich engagieren bei Verfolgung Andersdenkender.

Heute hat der Bundesgerichtshof die von Providern erzwingbare, DNS- oder IP-basierte Internetzensur durch Richterrecht zu in der BRD geltendem Recht gemacht, und zwar nicht für “schwerste Verbrechen” oder ähnliche Vorwände, sondern zur Durchsetzung des so genannten “Geistigen Eigentums”. Eine Ausweitung dieser Zensurmöglichkeit auf alle nur denkbaren und undenkbaren “Anwendungsfälle” kommt im Verlauf der nächsten fünf Jahre so sicher wie das Amen in der Kirche.

Star Wars

“Luke Skywalker”, sagte der Vorübergehende zu einem Zeitgenossen, der ihm von einem Disneyfilm erzählte, “ist das US-amerikanische Comic-Abziehbild eines Jihadisten: Ein Mensch, der durch die Religion radikalisiert wird und für ein abstraktes Ziel andere tötet”.

Die Stimme für Deutschland

Jetzt, da das gleiche Untenhaltungsmanagement beim NDR, das — vor allem anderen von Vermarktungsmöglichkeiten ausgehend — so richtig wertneutral beflissen entschieden hat, dass Xavier Naidoo für die BRD zum ESC entsendet wird, sich wegen der schlechten Presse ob dieser Entscheidung flugs dazu umentschied, ihn doch nicht zu nehmen, stellt sich nur und immer noch die Frage, wen sie wohl an seiner Statt nächstes Jahr nach Schweden schicken werden. Mein Tipp: Helene Fischer.

Alarm! Wurst macht Krebs!

Ein beliebtes Spiel unter publikationssüchtigen Wissenschaftlern und miesen Journalisten im aufmerksamkeitsheischenden Klickabfischmodus der Contentindustrie geht so: Wer eine Korrelation gefunden hat, darf sich die Kausalität ausdenken. Das gilt insbesondere bei der Behandlung von Metastudien, bei denen Studien unterschiedlicher Qualität, Größe und Herangehensweise ausgewertet werden.

Nein, ich verlinke jetzt kein Beispiel dafür…

Journalismus nach dem Zusammenbruch des Werbemarktes

Erst, wenn der bereits jetzt höchst fragwürdige und zutiefst unseriöse Markt für Werbung im Web endgültig weggebrochen ist; erst, wenn die “hochwertigen” Inhalte aller journalistischen Auftritte nicht mehr mit einem für die Computersicherheit gefährlichen und durch das site-übergreifende Tracking der Werbefirmen für die Privatsphäre zerstörerischen Kommunikationsmüll vergällt werden können, um daraus ein paar Judascent Profit schlürfen zu können; erst, wenn die ersten Websites von einst hochangesehenen Tageszeitungen hinter einer Paywall verschanzt werden müssen — erst dann werden die Journalisten bemerken, wie lächerlich “viel” Geld ihre Tätig- und Tätlichkeit den Lesern wirklich wert ist. Dieser Enttäuschung. Ging eine jahrzehntelange Selbsttäuschung voraus. Und. Es ist anzunehmen, dass selbst nach dem Fall noch Hochmut kommen wird.

Und nein, das tote Pferd reitet auch nicht besser¹, wenn der Pferdeflüsterer es mit einer sanfteren Stimme versucht.

¹Wer diese Metapher nicht versteht, lese hier weiter!

Die Quotenkanzlerin

Das Vereinfachen komplexer Zusammenhänge und das Emotionalisieren der Dinge haben dasselbe Ziel: Information verkommt zu einer Art Unterhaltung. Die Medien werden zur Erregungsindustrie. Und die Politik agiert heute ebenfalls mit Gefühlen. Bestes Beispiel: Die Öffnung der Grenzen für alle, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Mit der Wir-schaffen-das-Rhetorik ist aber das Problem der Zuwanderung nicht zu lösen. Im Gegenteil. Stimmungen können, wie in diesem Fall, schnell kippen. Merkel ging es nicht um Problemlösung, sondern um die eigene Popularität. Sie verhält sich nicht anders als quotensüchtige Medien

Dr. Wolfgang Herles

Contentindustriell induzierte Mode statt Gehirn

Was kotzt mich mittlerweile dieser Common Sense von Willkommenskultur an. Hauptsache, alles in einen Topf werfen und schön verallgemeinern. Refugees welcome! Wer jetzt? Nur die guten oder auch die bösen? Egal! Hauptsache mitmachen. Letztes Jahr war’s noch die Icebucketchallenge, jetzt sind es die Flüchtlinge. Und so wenig, wie heute noch über den Kampf gegen ALS gesprochen wird, so unglaubwürdig ist die Anteilnahme, wenn sie Teil eines Spektakels wird, bei dem es vielmehr um das Image des engagiertesten Wohltäters zu gehen scheint, als um die Frage, wie man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann

Serdar Somuncu

Journalisten

Journalisten sind diejenigen Menschen, die erst alles mit Benzin übergossen haben, um dann Empörung zu heucheln, wenn endlich jemand zündelt.

“Es ist ja nicht so, dass die Journalisten überhaupt keinen Begriff von Würde hätten”, sagte der Vorübergehende zum Blinden mit seinen sehenden Augen, “schau nur, sie haben ihren Zuschauern und Zulesern einen ganzen Lastwagen voller Leichen von Flüchtlingen gezeigt, und sie haben keinen einzigen der toten Menschen unkenntlich gemacht. Der Begriff des Journalisten von der Würde spiegelt sich dennoch darin, dass sie das auf dem Lkw aufgedruckte Firmenlogo verpixelt haben”.

Nein, ich bringe das Foto nicht…

Sommermärchen

Auf die brennenden Unterkünfte für Flüchtlinge angesprochen, sagte der Vorübergehende: “Wenn die gleichen Idioten ihre Fahnen wegen des Fußballs schwenkten und ihre (oft gar nicht so sehr anders klingenden) Parolen wegen des Fußballs brüllten, dann sprächen die Journalisten in Presse und Glotze begeistert-verklärend von einem ‘Sommermärchen’, und sie hätten keine Minute Kritik dafür übrig, dass das dumpfige Wir-Gefühl in hunderte lohnender Geschäfte eingespannt wird”.

Das verdammte Auge

Der Vorübergehende sagte, als ihm — von Menschen, die sich für informiert halten, weil sie sich von Journalisten in Form bringen lassen — die “Nachrichten” zugetragen wurden, die er schon kannte und die sich nicht etwa nur seit Tagen, sondern schon seit Jahrzehnten nicht mehr ändern: “Ich will nicht wegschauen, aber ich mag auch nicht mehr hinschauen, wie sich schamlose Lügner_innen bei gelegentlichen Zuspitzungen vor die Kameras und Mikrofone der Contentindustrie stellen und wegen der Werbewirksamkeit einer solchen Geste Empathie heucheln und wenig überzeugend Entschlossenheit schauspielern, während sie mit vielen Worten nichts sagen und tatsächlich beabsichtigen, noch weniger zu tun als sie sagen. Wer auf den Wogen der Tagesaktualität eine Toleranzlosigkeit gegenüber Rassismus einfordert, ohne dabei im gleichen Atemzug die blutiggeile Springerpresse und ihre vielen Verstärker aus dem reklamefinanzierten Jornalismus zu benennen, versteht nicht nur nichts, sondern steht dabei auch noch fest auf der Seite derer, gegen die er sich zum Scheine stellt”. Und wer hinschaute, konnte bemerken, dass das Lächeln auf dem Gesicht des Vorübergehenden bei diesen Worten ausgewandert war.

Schwere

Als ein Zeitgenosse in Wiedergabe der laufenden Propaganda zum Vorübergehenden sagte: “Aber die Vorratsdatenspeicherung ist doch nur zur Bekämpfung schwerer Verbrechen”, antwortete der Vorübergehende: “Es gibt jetzt, im 21. Jahrhundert, Staaten, in denen ist Blasphemie ein schweres Verbrechen, und einige dieser Staaten überließen es vor noch gar nicht so langer Zeit dem allmächtigen Gotte selbst, für seine Ehre zu kämpfen. Ist ein vielseitig verwendbares Instrument da, kann seine Nutzung beliebig ausgeweitet werden — und es ist kein Zufall, dass die ‘geistigen Eigentümer’ aus der Contentindustrie, die Bagatelldelikte mit Pfennigschäden zivilrechtlich verfolgen, mit dem geplanten Gesetz zwar nicht an Vorratsdaten, aber dafür problemlos an Bestandsdaten zu einer IP-Adresse kommen, denn diese Leute haben das Gesetz klandestin in den Dunkelkammern des Reichstags geschrieben. Die Propaganda von schweren Verbrechen. Soll nur von der Wirklichkeit ablenken”.

Gruß auch an die Hartz-IV-, NSA-Aufklärungsverhinderungs- und Vorratsdatenspeicherungs-Partei SPD!

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 739 Followern an