Tag Archive: Wahlkampf


Die Partei „Die PARTEI“…

Werter Journalist,

anders, als du es zurzeit so gern in die Presse und Glotze hinein tintenkleckst, ist die zur Bundestagswahl antretende Partei „Die PARTEI“ keine „Spaßpartei“. Kitzeln kann man auch den Traurigen und Verzweifelten, und ist die Gewalt nur groß genug, ertönt sogar ein widerwilliges, erzwungenes Lachen, das dem Lachenden keinen Spaß bereitet.

Dein dein Geschreibsel „genießender“
Nachtwächter

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Sterbesakrament

Angela Merkel ist im laufenden Bundestagswahlkampf dermaßen routiniert, rituell und schmierig aufgetreten, dass es mir erschien, als erhielte Deutschland jetzt seine Letzte Ölung.

Schlamm

„Wenn der Wahlkampf, so wie du es sagst, eine ‚Schlammschlacht‘ ist“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „dann frage dich doch einmal ernsthaft, wer oder was darin der ‚Schlamm‘ ist, mit dem verachtungsvoll herumgeworfen wird! Es sind die Wahlberechtigten mit ihrer dummen Psyche und ihren leicht aufkochbaren Gefühlen, die von der Classe politique zum Schlamm gemacht werden“.

Fad

„So ein Wahlkampf wäre gleich weniger langweilig und viel interessanter“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin im Vorübergehen an den Wahlplakaten, „wenn dort nicht nur ein Angebot unterschiedlicher photoshop-bearbeiteter Gesichter zu vorsätzlich Nichts sagenden Sprüchen, sondern auch ein Angebot unterschiedlicher Ideen zur Gestaltung der sich entwickelnden Gesellschaft zur Wahl stünde. Aber so ist es wie in der DDR, wo der Ausgang der Wahl bereits feststand, bevor die Wahllokale auch nur geöffnet wurden: Vor uns liegen vier weitere Jahre Korruption, Entwicklungsverneinung und Stillstand“.

Offener Brief an Martin Schulz

Werter Herr Schulz,

ich finde, sie müssen in all der medialen Feier um ihre chancenlose Kanzlerkandidatur unbedingt an eine Tatsache erinnert werden, die sie bei ihren Reden von „Gerechtigkeit“ so gern vergessen machen: Die von ihnen vertretene Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist eine Regierungspartei.

Eventuelle Taten, die eine Umkehr fort von Gerhard „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröders und seines korrupten Kumpelkreises bizarrer Ideenwelt bedeuteten, können also genau jetzt von dieser SPD veranlasst werden, wenn eine solche Abkehr wirklich gewünscht wäre. Derartige Taten würden ihren wahlkampfbeflissenen Reden etwas geben, was ihnen zurzeit völlig abgeht: Glaubwürdigkeit.

Lügen haben die Menschen genug gehört.

Unter Erbietung meiner vorzüglichsten Hochachtung
Der Nachtwächter
Nach Diktat verreist

Viel Rauch und Nichts

In der Opposition gibt es immer wieder so viele Drogenlegalisierer aller politischen Farben mit allerlei wahrhaft bedenkenswerten und gern presseerklärten Argumenten, die sich aber vor allem darauf zu verlassen scheinen, dass Kiffen vergesslich und dumm macht.

Meine Wahlempfehlung (für jede Wahl)

Anders, als Anhänger und Mitglieder einer Partei empfehle ich hier keine bestimmte Partei. Ich empfehle nicht einmal das Wählen, außer, jemand findet das gegenwärtige, in meinen Augen scheindemokratische und neufeudale System der Herrschaft über sein Leben so gut, dass er es explizit und aktiv legitimieren möchte. Wer dieses Herrschaftssystem nicht gut findet, sollte gar nicht erst wählen gehen.

Leider gibt es viele Menschen, die es gut finden, wenn sich eine classe politique bildet, die unkontrolliert ihrem Hang zur Selbstbezüglichkeit und Korruption folgen kann. An diese richte ich mich.

Nur diesen Menschen gilt meine hier gegebene Wahlempfehlung.

Jedem anderen empfehle ich die völlige Verweigerung der Wahl. Es gibt keinen Grund, freiwillig ein „Spiel“ mitzuspielen, das man ablehnt und bei dem man denkt, nur verlieren zu können.

Und wie schon gesagt, ich — als jemand, der dieser Ochlokratie nichts mehr abgewinnen kann — empfehle nicht eine bestimmte Partei, sondern ich empfehle die Verwendung der Augen, der Ohren, des Mundes, des Tastsinnes, ja, zuweilen gar des Geruchssinnes und anschließend des Hirnes bei der Wahl. (Dabei stehe ich völlig offenbar auf einer anderen Seite als jene professionellen Lügner¹, die für die Durchführung der Wahlreklame der Parteien viel Geld erhalten haben.)

Wenn sie wirklich wählen wollen, schauen sie sich vor ihrer Stimmabgabe ihr Wahllokal bitte einmal ganz genau an! Nehmen sie sich dafür, wenn sie das können, ruhig eine halbe Stunde Zeit! Oder auch etwas mehr. Sie sind schließlich im Begriffe, eine Entscheidung zu treffen, die für Jahre halten muss. Und danach denken sie noch einmal über ihre Entscheidung nach, denn ihre früheren Entscheidungen sind zu dem Zustand geworden, den sie gesehen und teilweise gar gerochen haben.

Häufig werden staatliche Schulen als Wahllokale benutzt. Schauen sie sich die Schule an! Machen sie sich bei ihrem langsamen Rundgang völlig bewusst, dass hier der Ort ist, an dem die Kinder von heute auf die (zurzeit natürlich nur bruchstückweise bekannten) technischen, sozialen und intellektuellen Anforderungen der kommenden Zeit vorbereitet werden — und dass die hier vorbereiteten Kinder in einer absehbaren Zeit ihr Leben im Alter finanzieren müssen²! Schauen sie sich den Zustand des Gebäudes an! Sie werden in sehr vielen Fällen verschimmelte Wände, erbärmliche sanitäre Anlagen, jahrzehntealte und teilweise kaputte Schulmöbel vorfinden. Dieser Zustand kombiniert sich mit Lehrmaterialien, die wie ein Anachronismus ins Jetzt hineinragen und damit den Eindruck vom oft ruinenhaften Zustand des Gebäudes vervollständigen. Davon, dass die technische Ausstattung vor zehn Jahren schon altmodisch war, ganz zu schweigen.

Lassen sie das auf sich wirken! Und dann benutzen sie ihren von Wahlreklame und nichtssagenden Floskeln von Chancen, Arbeit und Sicherheit eingelullten Verstand und überlegen sie, ob es so weitergehen soll, wie es unter der Herrschaft der in der politischen Praxis so leicht verwechselbaren Parteien CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen gelaufen ist! Und dann wählen sie etwas anderes! (Aber vorher lesen sie bitte noch diesen Text zu Ende, denn er geht weiter.)

Was ebenfalls häufig als Wahllokal verwendet wird, sind staatliche oder (in der BRD: staatlich finanzierte) kirchliche Altersheime, die man hier, um das unangenehme Wort vom „Alter“ mit all seinen scheußlichen Assoziationen von Hilflosigkeit, Kraftlosigkeit, Widerstandsunfähigkeit, Fremdbestimmtheit, Armut, körperlichem und intellektuellem Zerfall, voranschreitender Krankheit, Schmerzen und Tod nicht mehr nennen zu müssen, offiziell-euphemistisch als „Seniorenzentrum“ bezeichnet. Widerstehen sie der Verdrängung, die ihnen durch Euphemismen abverlangt wird, und nehmen sie sich auch hier eine halbe Stunde, bevor sie eine Entscheidung treffen, die für Jahre gilt und Menschen in Amt und Herrschaft bringen, die ihnen jahrelang keine Rechenschaft mehr schuldig sind und die sie und ihre Intelligenz — wenn nicht gerade Wahlkampf ist — offen verachten! Schauen sie sich die Menschen an, die im Altersheim arbeiten, und versuchen sie, in Gespräche zu kommen, um zu erfragen, wie man als Mensch von dieser Arbeit leben kann und wie diese Arbeit bezahlt wird! Sprechen sie mit den Menschen, die in diesem Altersheim leben und fragen sie danach, wie ihr Alltag aussieht, was sie essen, wie man sich im Altersheim um ihre Schwäche kümmert und wie sie behandelt werden! Fragen sie auch mal nach einem Dekubitus, und auch danach, ob auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet wird, oder ob lieber Tabletten gegen die aufkommende Demenz gegeben werden.

Lassen sie das, was sie dort hören und erleben, auf sich wirken! Seien sie sich dabei völlig bewusst darüber, dass sie einen Blick in ihre eigene Zukunft getan haben! Und dann vergessen sie die feierlichen Sonntagsreden von Würde, Wohlstand, Sozialstaat, Gesundheit und Menschenrechten, benutzen sie ihren Verstand und überlegen sie sich, ob sie diese für sie vorgezeichnete Zukunft wirklich haben wollen! Denn in eine derartige Anstalt wird man sie unter der Herrschaft der in der politischen Praxis so leicht verwechselbaren Parteien CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen irgendwann abschieben, wenn sie nicht die Gnade eines frühen Todes erleben oder sich zum Freitod entschließen. Und dann wählen sie etwas anderes!

Und lassen sie sich niemals, niemals, niemals im Schatten sinnloser Prunkbauten zur Verherrlichung der classe politique und ihrer Herrschaftsausübung erzählen, für Bildung und die Würde des Menschen sei kein Geld da! Schauen sie sich stattdessen an, wofür das Geld da ist! Für Panzer immer, für Menschen nimmer…

Dann wird ihnen auch schnell klar, warum Parteien wie die CDU, SPD, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in den Städten einiges an Aufwand treiben, um alte Menschen mit Bussen zum Wahllokal zu fahren: Wer noch eine andere Zukunft als den Tod vor sich sieht, kann diese Parteien wegen genau dieser Zukunft nicht wählen.

Wenn sie nach dieser Betrachtung und einiger Überlegung zu der Auffassung gelangt sind, dass eine Partei wie die „Alternative für Deutschland“, die alle gescheiterten Konzepte der Parteien CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen noch einmal an einer ganzen Gesellschaft ausprobieren möchte, eine bessere Wahl als die „Originale“ ist, dann werde ich sie nicht daran hindern, dieser Auffassung zu folgen³. Wenn sie meinen, dass die gescheiterten Rezepte von gestern die Antwort auf die Anforderungen von heute und morgen sind, dann wählen sie die AfD! Es ist ihr Recht, so sehr es mir und einigen von Verlagsmilliardären bezahlten Journalisten, die das Wort „Rechtspopulisten“ bis zur Bedeutungslosigkeit dehnen, auch missfällt. Wenn sie weiterhin wollen, dass die Technik der Vergangenheit subventioniert wird und die Technik der Zukunft behindert wird; wenn es ihr Wunsch ist, dass die Erwachsenen von morgen an den Schulen von heute auf die Anforderungen von gestern vorbereitet werden; wenn ihnen eine Gesellschaft erstrebenswert erscheint, in der menschliches Leben vor allem unter den Aspekten von Wirtschaftskraft, Umsatz und Ausbeutbarkeit betrachtet wird; dann freilich, dann brauchen sie nicht die AfD zu wählen: Sie sind mit CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen bereits gut bedient.

Wenn sie aber mit ihrer Wahl eine andere Richtung der Gesellschaft bewirken wollen, dann wählen sie etwas anderes! Die AfD ist — anders als etwa richtige „Rechtsparteien“ wie die NPD — zurzeit überflüssig wie ein Kropf, da sie für eine Fortsetzung dessen steht, was durch die Herrschaft der Apparate CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen gescheitert ist — und zwar unter beschleunigtem Abbau zivilisatorischer Errungenschaften.

Und nein, ich werde ihnen nicht sagen, was sie wählen sollen. Sie haben ein Internet, und sie haben ein Gehirn, und sie haben die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen, Wünsche und Gedanken zu verstehen, also nutzen sie, was ihnen zur Verfügung steht! Nur eines sage ich ihnen: Wählen sie etwas anderes als CDU, SPD, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, wenn ihnen ihr eigenes, einmaliges und schnell entschwindendes Leben etwas wert ist!

Fußnoten

¹Werbung ist professionelle — also zum Zweck des Gelderwerbs betriebene — Lüge, um Menschen damit unter Umgehung ihres Verstandes zu manipulieren. Ich finde diese „Profession“ verachtenswert und halte sie für schädlich und gefährlich, und ich wünsche mir Zustände, in denen Prostituierte, Kleinkriminelle und Penner ein höheres Ansehen haben als Werber, das Geschmeiß, das von solcher verachtenswerter Tätigkeit lebt.

²Angesichts der Bevölkerungsentwicklung müssen diese Kinder als Erwachsene sogar wesentlich produktiver sein, als sie selbst es in ihrem Leben jemals waren. Dies setzt Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus, deren Grundlagen in der Schule gelegt werden müssen.

³Ich erwarte tatsächlich bei der Europawahl einen überwältigenden Erfolg für die AfD, selbst 15 Prozent scheinen mir möglich zu sein.

Schlagwörter

„Die, die andere nicht mit Argumenten überzeugen können oder wollen“, sagte der Vorübergehende angesichts der Wahlplakate am Wege, „die ballen eine Faust aus ihrem hervorquellenden und niemals recht untersuchten Gedanken, und daraus entstehen ihre Schlagwörter“.

Europa „neu“ denken

Wahlplakat der SPD zum laufenden Europawahlkampf: Zwei niedliche Kinder auf einer orangen Fläche, dazu die 'politische' Aussage: 'Ein Europa des Wachstums. Nicht des Stillstands.' -- 'Europa neu denken. SPD'

Diese Ideologie einer Krebszelle, um jeden Preis Wachstum und immer mehr Wachstum haben zu müssen, ist ja auch so ein „neuer“ Gedanke. Da helfen auch die beiden zugegebenermaßen niedlichen Kinder nicht, die so wenig zum gar nicht niedlichen Koloss der europäischen Korruption, Demokratieverachtung, Bürokratie und — seit den jüngsten Finanzkrisen — organisierten Menschenverachtung passen wollen.

Und nein, der Rest der aufgestellten Plakate einer neuen Einheitspartei aus CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und AfD mit dem Katalog „Wachstum“, „Chancen“, „Sicherheit“ und „Arbeit“ ist keinen Deut weniger entpolitisierend.

Nur zur Erinnerung, SPD!

Nur zur Erinnerung, SPD!

So mit einem Mund voller Menschenrechte, wie es in diesem kommentierten Screenshot dokumentiert ist, habt ihr auf der Website eurer Bundestagsfraktion über die Frau Bundeskanzlerin und die Überwachung aller Kommunikation durch die NSA gepoltert — damals, als im Juli dieses Jahres noch früher Wahlkampf war und ihr nicht in einem Koalitionsvertrag mit der CDU die so genannte „Vorratsdatenspeicherung“ einführen wolltet, die anlasslose, verdachtsunabhängige und vollständige Überwachung der Kommunikation aller Menschen in der BRD.

Ihr seid eben ein ganz verlogenes, lichtscheues Gesindel, das die Intelligenz, das Gedächtnis und die Würde aller Menschen offen verachtet.

SPD-Mitgliedern, die besser sind als ihr Parteivorstand und die sich von solchen Rückblicken gekränkt fühlen, lege ich nahe, gegen die Koalition mit der CDU/CSU zu stimmen.

Der Blick ins Schwarze

Nichts macht so deutlich, dass Deutschland keine erstrebenswerte Zukunft haben wird, wie das Wahlkampf-Gerede jener Gerontokraten aus der classe politique über die „Zukunft“ und die dafür erforderliche „Innovation“: Siebzigjährige, die ihren voranschreitenden Zerfall in einer dick aufgetragenen Maske aus Kosmetik und Photoshop vor den Kameras der Werber und vor den Zuschauern an den Endgeräten verbergen, um den Show-Maßstäben zu genügen; Menschen, die ihre Zukunft schon vor zehn, wenn nicht gar zwanzig oder dreißig Jahren hinter sich hatten; sie reden vom Morgen wie ein Blindgeborener über das lebendige Grün der Bäume, und sie bemerken oft nicht einmal, dass ihr „Morgen“ heute längst schon zum „Gestern“ geworden ist. Es kommen gewiss welke Tage.

Stinkefinger (2)

Das ganze Sein, das ganze Wesen der Menschen aus der classe politique ist ein unablässiger (und stinkender) Mittelfinger, der in Richtung der restlichen Bevölkerung gehalten wird. So betrachtet, war die so aufgeregt von Fäuletonisten diskutierte Geste eines Peer Steinbrück vermutlich sein einziges ehrliches „Wort“ in diesem miesen Schauspiel von Wahlkampf.