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Journalistisches Selbstverständnis

Das in seinem Tun sichtbar werdende Selbstverständnis eines Journalisten ist nicht das eines Berichterstatters, der anderen Menschen vom Wer, Was, Wo, Wann, Wie und Weshalb der Geschehnisse erzählt (und dies vielleicht um eine Einschätzung, einen Kommentar, einen nicht-offensichtlichen, größeren Kontext ergänzt), sondern das eines Erziehers für zum höheren Spott als mündig bezeichnete Erwachsene, der anderen Menschen im meist manipulativer und psychisch gewalttätiger Weise sagt, was sie denken, fühlen, machen und unterlassen sollen. Journalismus und menschliche Würde passen nicht zusammen; und es ist die Zeit gekommen, den Journalismus abzutun und seine Täter in eine gesellschaftliche Ecke zu stellen, in der sie keinen großen Schaden mehr anrichten können.

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Als der Vorübergehende an der Wiese gegenüber dem Ihmezentrum, auf der anderen Seite der Ihme, vorüberging und von einem Band endlos abgespielt den folgenden von Fahrstuhlmusik begleiteten Text hören musste, bekam er deutlich angeschwollenen Hals:

Die Fotos, die ich zum Text gestellt habe, sind aus dem Zeitraum 2006 bis 2017. Direktlink zum Video auf YouTube.

Abriss: Jetzt. Alternativen: Keine.

Ich bitte um Entschuldigung für die schlechte Audioqualität.

Deutsche Kultur

Bei der ungeheuren Beschleunigung des Lebens werden Geist und Auge an ein halbes und falsches Sehen und Urteilen gewöhnt

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

„Dein Bach, dein Goethe, dein Schiller, dein Leibniz, dein Schopenhauer, dein Nietzsche“, sagte der Vorübergehende zu seinem nur scheinbar intellektuellen, völlig verblendeten Zeitgenossen, der gerade im Begriffe war, sich in Rage zu reden, „sie sind nicht die deutsche Kultur. Sie spielen für das Leben der Menschen in Deutschland im Alltag keine Rolle mehr, wenn man einmal von ihrer institutionellen Verherrlichung in Schulbetrieb und Bildungsbürgertum absieht. Sie sind längst deutsche Geschichte. Die deutsche Kultur besteht in RTL; Fußball; Industriemusik vom volkstümlich klingenden Schlager bis hin zu Helene Fischer; unwidersprochenen und dreisten Politikerlügen vor jeder so genannten Wahl; halbiertem Halbwissen aus schlechten, emotional-manipulativen TV-Dokumentationen; als Talkshow verkleideter Politik-Spam zur medialen Unterstützung der völligen Entpolitisierung der Bevölkerung; alles durch- und zersetzender Korruption; ’sauberen‘ Dieselmotoren; Hauptstadtflughäfen und anderen Prunkbauten zur Selbstverherrlichung einer peinlichen poltischen Klasse, die als baufrische Ruinen in die wehrlose Landschaft klagen; der Verarmung, teilweisen Verelendung und Verdummung großer Teile der Bevölkerung; einer namenlosen und vielgestaltigen Angst davor, etwas an diesen beklagenswerten Zuständen zu ändern und schließlich in einer rein psychisch bleibenden Angstabwehr durch Verdrängung und der direkt daraus ersprießenden intellektuellen Selbsteinlullung und rückwärtsgewandten Verherrlichung des wieder herbeigesehnten, längst Vergangenen — eine deprimierende Ersatzbefriedigung für die eigentliche, längst mit kollektiver Kapitulation begrüßte Anforderung, das Seiende und Werdende in möglichst eträglicher Weise zu gestalten“.

Schlamm

„Wenn der Wahlkampf, so wie du es sagst, eine ‚Schlammschlacht‘ ist“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „dann frage dich doch einmal ernsthaft, wer oder was darin der ‚Schlamm‘ ist, mit dem verachtungsvoll herumgeworfen wird! Es sind die Wahlberechtigten mit ihrer dummen Psyche und ihren leicht aufkochbaren Gefühlen, die von der Classe politique zum Schlamm gemacht werden“.

Genetik

Menschenverachtende Reklame für ein Fitness-Studio: Deine Genetik ist keine Ausrede -- Jetzt in Hannover

Eselei

„Ach, wäre das schön“, sagte der Vorübergehende zu jemanden, der ihn von den Vorzügen des christlichen Heilsplanes für die Menschheit überzeugen wollte, „wenn die Religion nicht eine Tätigkeit von Menschen, sondern von Eseln wäre. Diese würden jeden Sonntag in ihre Eselstempel gehen, zu altertümelnden Worten und hypnotischer Musik andächtig ihre Eselsäuglein schließen und sich G’tt als einen ganz großen Esel vorstellen“.

Nordkorea

Diese ganzen Staaten, die sich routinemäßig nach Raketen- und Atomtests des Staates Nordkorea in den Erklärungen ihrer herrschenden Klasse „tief beunruhigt“ zeigen, wären in dieser Geste viel weniger ekelerregend, wenn sie wenigstens ihre eigenen Interkontinentalraketen, Marschflugkörper und thermonuklearen Sprengköpfe abschaffen würden.

Übrigens: Der mit „geschickten Formulierungen“ von der Tagesschau der ARD erweckte Eindruck…

Immer wenn Nordkorea einen Atomtest unternehme, dann bebe die Erde auch in China

…dass Nuklearwaffentests in Nordkorea „die Erde in China beben lassen“, ist insofern unzutreffend, als dass davon keine verheerenden Erdbeben ausgelöst würden. Tatsächlich kann man einen Nuklearwaffentest auf der ganzen Erde seismologisch beobachten. Wenn dies nur in China möglich gewesen sein sollte, handelt es sich eher um einen deutlichen Hinweis darauf, dass hier Propaganda gemacht wird.

Demokraten…

„Schau dir die scheindemokratischen Gewalttäter an“, sagte der Vorübergehende zum Zeitgenossen, „diese Menschen, die dermaßen genau wissen, dass sie andere nicht überzeugen können, so dass sie sich damit begnügen, diese anderen mit allerlei Mitteln zum Verstummen und Schweigen zu bringen“.

Folgerichtig

Wer Krankenhäuser und Arztpraxen zu Wirtschaftsbetrieben macht, braucht sich hinterher nicht darüber zu verwundern, dass Ärzte zu Krämern geworden sind.

Der sozialdemokratische „Revolutionär“

Nachdem er längst schon aufgegessen war, überlegte er sich ernsthaft, gründlich und mit großer Ausführlichkeit während seiner Verdauung im Magen des mampfenden Monsters, wie man „das System von innen verändern“ könne.

Journalistische Meinungsforschheit

Journalisten, die Ergebnisse von Telefonumfragen wichtigtuerisch als einen „DeutschlandTrend“ bezeichnen… käme mir jemand am Telefon nach dem Wählen der mich ziemlich eindeutig identifizierenden Telefonnummer mit den leicht aussprechbaren Worten „Ich bin Meinungsforscher von einem wichtig klingenden Institut“ und fragte mich, was ich wähle, legte ich wortlos — oder bei entsprechender, schon vorgereizter Stimmung: mit deutlicher Beschimpfung dieses Ansinnens und der Schergen, die es durchführen — auf.

Was der von Journalisten vielzitierte und und zur Stützung ihrer contentindustriell ausgebreiteten Meinung breit interpretierte „DeutschlandTrend“ der „ARD“ zeigt, ist lediglich, was jene Menschen wählen würden, denen das Wahlgeheimnis völlig gleichgültig ist und die jedem Dahergelaufenen dumm, sofort und schwanzwedelnd-freudig erzählen, was sie wählen.

Fad

„So ein Wahlkampf wäre gleich weniger langweilig und viel interessanter“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin im Vorübergehen an den Wahlplakaten, „wenn dort nicht nur ein Angebot unterschiedlicher photoshop-bearbeiteter Gesichter zu vorsätzlich Nichts sagenden Sprüchen, sondern auch ein Angebot unterschiedlicher Ideen zur Gestaltung der sich entwickelnden Gesellschaft zur Wahl stünde. Aber so ist es wie in der DDR, wo der Ausgang der Wahl bereits feststand, bevor die Wahllokale auch nur geöffnet wurden: Vor uns liegen vier weitere Jahre Korruption, Entwicklungsverneinung und Stillstand“.