Tag Archive: Normalität


„Zurück zur Normalität“

Das „zurück zur Normalität“, das von Gegnern der Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung eingefordert wird, ist eine völlig unreflektiete Forderung, in der sich allerdings eine Tatsache sehr deutlich widerspiegelt: „Normalität“ ist ein Durchschnittswert des Verhaltens, mehr nicht. Und so wandelbar ist die „Normalität“ auch. Unter den Bedingungen der Coronaseuche ist es zum Glück normal geworden, dass die meisten Menschen ein hoffentlich vernünftiges und wirksames persönliches Risikomanagement betreiben, um ihr individuelles Risiko zu senken; und es ist auch normal, dass sie Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen, damit diese als mögliche Seuchenherde andere weder der Gefahr noch der Furcht vor einer Infektion aussetzen. Nur völlig asoziale Menschen, viele von ihnen mit einem bereits sichtbar werdenden Alkoholproblem, entziehen sich dieser Normalität. Wenn es die Coronaseuche nicht gäbe, wären die Vorkehrungen des persönlichen Risikomanagemens und der angemessenen Rücksichtnahme nicht nötig. Die Forderung nach „Normalität“ ist in Wirklichkeit eine Forderung des dummen, psychischen und antizivilisatorischen Bedürfnisses nach einer zügellosen Rücksichtslosigkeit, und genau so sehen die von Polizeien ungewöhnlich weich behätschelten Demonstrationen dieser Forderer auch aus. Noch in der Behätschelung dieser Fordernden durch die Polizei — die im Kontext von mit Wasserwerfern ausgeschossenen Augen bei friedlichen S21-Gegendemonstranten wie eine Liebeserklärung anmutet — zeigt sich ein Spiegelbild. In dieser ungewöhnlichen Milde der unmittelbar und sonst auch recht grob die Herrschaftsgewalt ausübenden Beamten spiegelt sich, dass die Forderung der Demonstranten nach unendlicher Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit ganz genau der Grundpfeiler jener notdürftig verlarvten rücksichtslosen Gier ist, die als so genannter „Kapitalismus“ nach Auffassung der Herrschenden und Besitzenden das gesamte Miteinander der Menschen durchwalten soll und die sich ebenfalls in der praktisch wirkungslosen und manifest irrsinnigen „marktkonformen Seuchenbekämpfung“ von Politik und Verwaltung widerspiegelt.

Terror und Normalität

Und zwischendurch Raider, den Pausensnack…

Einwurf von B. zur Werbepause in der Nachrichtensendung

An dem Tag, an dem jemand unter großer medialer Beachtung und immer wieder im bewegten und bewegenden Bild gezeigt in Oslo eine Bombe zündete und auf Utøya mehrere Dutzend Jugendliche erschoss, sind völlig unbeachtet von den gleichen Medien, die in dieser sich anbietenden, so fesselnden Verpackung des Terrors ihre Reklame für bunteres Leben, käufliche Freiheit und kalorienreduzierte Nahrung transportierten, ca. 30.000 Kinder verhungert. Das. Ist so unbeachtet und damit so vergessen, weil es so normal ist.