Nachdem — anders als es von der medialen Kriegspropaganda der täglich in die Hirne gestreuten Islamangst gewünscht war — völlig klar ist, dass der Mörder von Oslo und Utøya kein armer und leicht fanatisierbarer Moslem mit geringer individueller Lebensaussicht, sondern ein vermögender und offenbar gebildeter Christ mit extrem konservativer Weltsicht war, ist klar, was die nächste Strategie in der medialen Darstellung sein wird: Der Mörder wird wortreich zum Psychopathen erklärt werden, zum irren Einzeltäter, damit auch nicht ein Gedanke an den sozialen und politischen Kontext verschwendet werden muss, in dessen Schatten eine derartige Mordlust erblühen konnte. Denn das. Ist beinahe eine Konstante in der medialen „Aufbereitung“ politischer Gewalt: Die Täter aus dem „linken“ politischen Spektrum und seit zehn Jahren auch jene mit islamisch-religiösen Hintergrund sind organisierte und gefährliche Terroristen, denen gegenüber ein so gewaltiger und nach Möglichkeit auch gewaltsamer Präventivstaat aufgebaut werden muss, dass darunter bürgerliche Freiheitsrechte zu ersticken drohen; die anderen Täter hingegen, deren Tat sich als ein vergrößerendes Zerrbild des „konservativen“ Wertekanons darstellt, sind irrsinnige Einzeltäter.

Übrigens: Der offene Rassist Thilo Sarrazin ist übrigens immer noch Mitglied der SPD und wird immer noch von einem Medienapparat umhätschelt, der ihm die Möglichkeit gewährt, sich und die von ihm offensiv vertretene Ideologie in Szene zu setzen — neuerdings sogar ausgerechnet aus der Opferrolle… dokumentiert und gesendet im Zweiten Deutschen Fern-Sähen.

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