Unsere Antwort auf Gewalt ist: Noch mehr Demokratie, noch mehr Offenheit.

Jens Stoltenberg, Ministerpräsident von Norwegen.

Eine verblüffend unaufgeregte Ansage Jens Stoltenbergs — immerhin nach einem Bombenanschlag auf ein Gebäude, in dem er gut selbst hätte sitzen können und nach Meinung der Mörder wohl auch sitzen sollen. Kein Vergleich mit der hysterischen Ausbreitung von Terrorangst in vielen anderen Teilen der „westlichen“ Welt, mit derer psychischen Hebel dann alljene Bürger- und Menschenrechte ausgehöhlt werden und allerlei militärische Aktionen vorangetrieben werden; gleichgültig, ob der entkernte Rechtsapparat einen unbestreitbaren Vorzug gegenüber den intoleranten und autoritären Staatsformen darstellt, die von „islamistischen“ Tätern angestrebt werden¹. Hier wird nicht die für die Wirkung des Terrors so nützliche Todesangst in den Vordergrund gestellt, um einen phobokratischen Staat zu errichten, sondern vielmehr die Frage aufgeworfen und in beeindruckender Weise beantwortet, wofür es sich zu leben lohnt.

Und niemand glaube, dass deshalb in Norwegen nicht alles getan werden wird, um die Täter dingfest zu machen und dem ganz gewöhnlichen Strafrecht zu übergeben!

¹Ich schreibe „islamistisch“ in Anführungszeichen, weil ich es für ein Unwort halte. Dieser mörderische Ismus hat nicht in erster Linie mit dem Islam zu tun, der religiöse Überbau dient nur zum Aufrichten einer nicht vorhandenen Gemeinsamkeit durch Berufung auf die Religion. Wäre die Religion hierbei „widerspenstig“ (was Religionen leider bei solchen Vereinnahmungen meist nicht sind), so könnte sie durch beinahe alles andere ersetzt werden. Wenn dieser Ismus schon einen Namen bekommen muss, um ihn reflektierend behandeln zu können, wäre es der Name des „Faschismus“, der angemessener ist.