Tag Archive: classe politique


Die manipulierten Wahlentscheidungen

Zunächst ein kleiner Schlenker in das Gestern.

Im letzten Wahlkampf in der Bundesrepublik Deutschland sprach sie die SPD gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, die CDU für eine Erhöhung um zwei Prozent. In den Koaltionsverhandlungen haben sich CDU, SPD und CSU dann auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent geeinigt.

Im letzten Wahlkampf in der Bundesrepublik Deutschland sprach sich die CDU — namentlich die werte Frau Kanzlerin Angela Merkel — gegen eine allgemeine Maut für Pkw auf Autobahnen aus, die CSU sprach sich für eine Maut aus, die aber keine Mehrbelastungen bringen sollte. Was die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland demnächst bekommen werden, ist eine Maut mit Mehrbelastungen sowie eine Privatisierung der Autobahnen.

Es ist das Gestern. Niemand macht mehr ein Aufheben darum. Schon gar kein Journalist. Es ist ja lange her, so sehr es auch ins Jetzt hineinwirkt.

Die Journalisten, die derartige Falschmeldungen der Marke „Wahlkampflüge“ für keiner weiteren Aufmerksamkeit würdig halten, schreien allerdings mit lautem Alarmton und drücken auf jeden nur erdenklichen Angstknopf, weil „Falschmeldungen auf Facebook“ in den Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika die Wahlentscheidungen so vieler Menschen bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen beeinflusst haben sollen, und zwar in der Summe so stark, dass es den Ausschlag für das schließliche, offenbar von diesen Journalisten völlig unerwünschte und von keinem dieser Journalisten vorhergesehene Ergebnis gab.

Ach, hätten doch nur die Journalisten das Monopol auf massenhaft kopierte Meinung und Lüge zurück! So hört man es deutlich aus den Zeilen seufzen.

Diese Journalisten sehnen sich deutlich sicht- und fühlbar nach der „guten alten“ Zeit zurück, in der es nur zwei Möglichkeiten gab, die Wahlentscheidungen von Menschen zu beeinflussen: Die ganz gewöhnlichen und niederträchtigen Wahlkampflügen der antretenden Parteien und die Lügen, Fehldarstellungen, verkürzten Wahrheiten und psychologischen Manipulationen durch den Journalismus in Presse und Glotze.

Möge dieses machtbesoffen-verlogene lichtscheue Gesindel niemals wieder die Zeiten zurück bekommen, nach denen es sich zurücksehnt.

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Dreißig Jahre und das gleiche Lügen

Was man bei all den Rückblicken dreißig Jahre nach der Reaktorkatastrofe von Tschernobyl niemals vergessen sollte, ist, wie damals die Classe politique und nahezu der gesamte Journalismus reflexartig mit einer schweren Krise umgegangen sind: Sie haben so lange versucht, die Menschen niederträchtig zu belügen¹, bis die Lüge im Fortlauf der Ereignisse nicht mehr aufrechtzuerhalten war — warum auch hätten sie Menschen in einer solchen Situation anders behandeln sollen, als sie es auch außerhalb von Krisenzeiten jeden Tag zu tun pflegen.

Diese Erinnerung bewahrt davor, auf die Lügen der Classe politique zu den heutigen Krisen hereinzufallen.

¹Lügen: Vorsätzlich die Unwahrheit sagen. Jeder Politiker und Großbeamte, der in diesem Video zu hören ist, weiß während des Sprechens, dass er die Unwahrheit sagt.

Der stolze Sünder

Der Vorübergehende hörte im Vorübergehen den Ton der Gedenkveranstaltungen zur Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager, er hörte, wie mit gedämpfter Stimme und langsamer Sprache die Einzigartigkeit und Unermesslichkeit der deutschen Schuld über die Asche der Toten hinweg in den wehrlosen Äther proklamiert wurde, und er dachte sich nur in stiller, hilfloser Wut: „Mitglieder der deutschen classe politique und ihre Anhänger und Speichellecker sind immer noch stolz wie Luzifer und ziehen sich angesichts verlorener Kriege und gescheiterter Politik gern darauf zurück, was für eine großartige, einmalige, in ihrer Unmenschlichkeit übermenschliche Leistung doch der Holocaust gewesen ist, den uns keiner nachmacht. Nur um ihren darbenden, kindischen Narzissmus daran zu mästen, mit der ganzen fressenden Kälte der Psyche zu mästen, während sie in lächerlichem Theater dem Bewusstsein Reue und Einsicht vorspielen“.

Mit Gruß an Frank-Walter Steinmeier (SPD)

Edathy

Die gleichen Politiker, die ihrem Kollegen Sebastian Edathy in strafvereitelnder Absicht den Hinweis zugesteckt haben, dass gegen ihn wegen „Kinderpornografie“ ermittelt werde¹, damit er auch ja Beweise vernichten könne und nicht dafür ins Gefängnis gehe, wurden zuvor nicht müde und werden auch danach nicht müde werden, mit mehr oder minder gut gespieltem und von Presse und Glotze bis ins Obszöne verstärkten Empörungston nach härteren Strafen und schärferen Gesetzen zu rufen.

¹Es handelt sich nicht um freiwillig produzierte Pornografie, sondern um fotografierten und gefilmten sexuellen Missbrauch, deshalb die Anführungszeichen. Die in Presse und Politik in durchgehender Gedanken- und Bedenkenlosigkeit verwendete Bezeichnung „Pornografie“ macht schon klar, wie gleichgültig den so sprechenden Menschen die ausgelieferten Opfer sind.

Die selben Qualitätsdemokraten

Es sind die selben Gestalten, die kryptografische Infrastruktur gezielt und mit hohem Aufwand infiltrieren, korrumpieren und manipulierbar machen, die den Menschen auch so genannte „digitale Wahlcomputer“ andrehen wollten und sie ihnen bei nächster günstiger Gelegenheit wieder andrehen wollen werden.

Zitat des Tages

Die griechische Regierung ist gespickt mit Wissenschaftlern, die an renommierten Hochschulen der Welt studiert und gelehrt haben. Sie werden trotzdem als Radikale oder Spinner bezeichnet, weil sie einen seit Jahren eingeübten Glauben bedrohen. Die Bundesregierungen bestehen in der Regel aus gelernten Berufspolitikern mit Sprechblasenzusatzausbildung, die ihre akademischen Grade zum Teil erschlichen haben. Die beruflichen wie wissenschaftlichen Abschlüsse werden von diesen Damen und Herren lediglich zur Dekoration getragen. Etwas mit der Praxis zu tun haben, wollen sie lieber nicht, es aber auf jeden Fall immer besser wissen

Écrasez l’infâme: Realitäten anerkennen

Zur Jahresselbstfeier der Classe politique

Viel Spaß mit dem von Politikern für Politiker inszenierten Schmierentheater zum Jahrestag einer Vertragsunterzeichnung durch Politiker, das mich dazu gebracht hat, momentan etwas weiter von Hannover weg zu sein…

Typenhebel und Mechanik

Schau sie dir genau an, die classe politique, die dir eine so genannte „elektronische Gesundheitskarte“ aufzwingt und deine Daten allesamt in der cloud speichern will, selbst aber zum Schutz vor Spionage im NSA-Ausschuss mechanische Schreibmaschinen zu verwenden gedenkt! Was du so trüb und lichtschwach in diesem Spiegel siehst, das ist der Wert deiner Privatsphäre; der Wert deines menschlichen Seins in den Augen derer, die sich darüber zu bestimmen erhoben haben.

Passive Erwartung

„Wie, du erwartest wirklich, dass die Verbrecher aus der classe politique, aus dem Bankgewerbe und aus der Wirtschaft eine Einsicht bekommen und sich womöglich gar ihres widerwärtigen Tuns schämen?“, sagte der Vorübergehende zum immernoch passiv Wartenden, um diese Scheinfrage gleich selbst zu beantworten: „Die Schweine schämen sich doch auch nicht beim Suhlen, ganz im Gegenteil, ganz im Gegenteil“…

Falsche Seite

„Die Angehörigen der classe politique„, sagte der Vorübergehende, „sie zeigen kein Rückgrat mehr, sondern stattdessen nur noch Bauch“.

Edward Snowden

Der unter dem Krawattentalar und der photoshop-retuschierten Lächelmaske gut verborgene Dolch der Gestalten aus der classe politique ist für ein paar Tage für viele Menschen etwas sichtbarer geworden. Mehr nicht. Und dieser kleine, kurze Einblick. Reichte bereits für panikartige Reaktionen der classe politique, reichte bereits, um das Flugzeug eines Staatspräsidenten zur Landung zu nötigen und widerrechtlich auf einen Verdacht hin zu durchsuchen. Wenn so mit einem Staatsoberhaupt umgesprungen wird, wie wird wohl mit gewöhnlichen Menschen umgegangen, deren Willkürerfahrungen von einer auf Hoffnung gedrillten Armee der Feiglinge ignoriert werden? Wer es jetzt nicht versteht, wird es niemals mehr verstehen; wer es jetzt noch verdrängen kann, spare mir und dem Rest seiner Mitwelt jegliches Gefasel von Moral.

Mild und scharf

Wie milde, schwach, wie eine Pflichterfüllung doch die Kritik der Parlament-Arier klang, als herauskam, dass „ihr Volk“ von Geheimdiensten der USA überwacht wurde, so wie sie es selbst auch immerfort zu tun beabsichtigen; und mit welcher plötzlichen verbalen Schärfe auf der anderen Seite reagiert wurde, als herauskam, dass sie selbst ebenfalls systematisch mit geheimdienstlicher Methodik überwacht wurden und werden. Niemand glaube, dass die classe politique an dieses eine Recht für alle Menschen glaubt, das sie immer auf geduldiges Papier drucken lässt und in närrisch erhebenen Sonntagsreden als zivilisatorische Errungenschaft verherrlicht. Alle Tiere sind gleich. Aber einige sind gleicher.