Tag Archive: USA


Die Vereinigten Staaten

Die Vereinigten Staaten waren zu einem Ort geworden, an dem Entertainer und Profisportler mit wichtigen Menschen verwechselt wurden. Sie wurden als Idole betrachtet und als Führungspersönlichkeiten behandelt. Zu allem wurde ihre Meinung eingeholt, und genau so ernst nahmen sie sich — so ein Sportler, der eine Million oder mehr im Jahr einnimmt, weiß schließlich, dass er wichtig ist… und deshalb muss seine Meinung zur Außen- und Innenpolitik ebenfalls wichtig sein, auch, wenn er sich jedes Mal, wenn er seinen Mund auftut, als unwissend und ungebildet erweist.

Robert A. Heinlein in „To Sail Beyond the Sunset“ aus dem Jahr 1987.

Übelsetzung von mir…

Reziprok

Moderne Journalisten erkennt man daran, daß sie schreiben können, aber nicht denken.

Karl Schwarzer

„Je mehr Daten es über COVID-19 gibt und je mehr Erkenntnis über diese gefährliche und sehr ansteckende Krankheit gewonnen wird“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „desto weniger wird in Glotze und Presse davon berichtet, obwohl es doch so viel zu berichten gäbe. Für jene Feinde der Vernunft, die sich als Journalisten dazu entschlossen haben, von der Vermarktung von Reklameplätzen zu leben, ist ein psychisch empörender rassistischer Mord durch einen Polizeibeamten nebst großen Demonstrationen und Ausschreitungen in den fernen Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika wegen der geilen Bilder nun einmal ein besserer Wurm an der Reklameangel als nüchterne Informationen, die das Leben der Menschen direkt und existenziell betreffen. Da ist es kein Wunder, dass die Demonstrationen der Menschen, deren billige Psychen sich allzuleicht von professionellen Werbeplatzvermarktern aufkochen lassen, zu regelrechten Coronaparties geraten — und niemand, der vor ein paar Wochen noch vor den so genannten ‚Hygienedemos‘ mit teils hysterischem Unterton gewarnt hat, sieht darin ein Problem“.

Wie sehr er Jesus liebt

„Die Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika haben einen Präsidenten“, sagte der Vorübergehende zum Verständnisvollen, „der einen ganzen Platz von der Polizei leerknüppeln lässt, um sich für die Augen der Kameras vor eine katholische Kirche zu stellen und eine Bibel in die wehrlose Luft zu halten, um damit zu zeigen, wie sehr er Jesus liebt. Und ich habe von keiner großen christlichen Kirche gehört, die sich davon hörbar und deutlich distanziert hätte. Kirchenaustritt ist süß, Mitgliedschaft in diesen Organisationen ist grausam“.

Wenn Donald Trump Kapitän der Titanic gewesen wäre

Es gibt überhaupt keinen Eisberg. Ja, da war ein Eisberg, aber er war in einem völlig anderen Ozean. Der Eisberg ist in diesem Ozean, aber er wird sehr schnell wegschmelzen. Ja, da ist ein Eisberg, aber wir sind nicht mit dem Eisberg zusammengestoßen. Wir haben den Eisberg gerammt, aber der Schaden wird in Kürze repariert sein. Der Eisberg ist ein chinesischer Eisberg. Wir stellen uns dem Wasser, aber jeder Fahrgast, der ein Rettungboot haben möchte, kann ein Rettungsboot haben, und wir haben ein paar wirklich schöne Rettungsboote dabei. Sehen sie, die Fahrgäste müssen freundlich um Rettungsboote bitten, wenn sie welche haben möchten. Wir haben keine Rettungsboote, wir sind ja keine Rettungsbootversorger. Fahrgäste hätten damit rechnen müssen, dass es auch Eisberge gibt und folglich ihre eigenen Rettungsboote mitbringen müssen. Ich glaube nicht, dass wir wirklich so viele Rettungsboote brauchen. Wir haben Rettungsboote, und das sind unsere Rettungsboote, nicht die Rettungsboote der Fahrgäste. Die Rettungsboote wurden vom vorherigen Kapitän dieses Schiffes abgeschafft. Niemand hätte einen Eisberg voraussehen können. Ich habe schon immer vor dem Eisberg gewarnt.

„Facebook kann mit seiner automatisierten Zensur zwar gegen Brüste, aber nicht gegen Neonazis vorgehen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „denn eine angelernte ‚künstliche Intelligenz‘, die Neonazis erkennt und automatisch löscht, würde auch einen Großteil der politischen Agitation republikanischer Politiker in den USA löschen. Bei einer automatischen Zensur von Brüsten kann das nicht passieren“.

Jetzt, nachdem Julian Assange verhaftet wurde und seiner Auslieferung an den Weltüberwachungs-, Kriegsverbrecher- und Folterstaat USA entgegenschaut, jammern höchstöffentlich und mit Schlachtzeilen voller preiswerter öffentlich dargebotener Entrüstung und Solidarität genau die gleichen Journalisten, die sich ansonsten in tiefgebückter Staatsfrömmigkeit, diensteifriger Schönschreiberei (oder häufiger: Verschweigen) des Zerfalls der europäischen Gesellschaften und der ungekennzeichneten Wiedergabe von PResseerklärungen im redaktionellen Teil gefallen, über den Verlust der Pressefreiheit. Unmittelbar, nachdem die professionellen contentindustriellen journalistischen Apparate nach jahrelangem Lobbyismus in den Dunkelkammern der Volksvertretungen ihr europäisches „Leistungsschutzrecht“ für Presseverleger bekommen haben, das in seinem Wesenskern auf ein Verbot jeglichen nicht-kommerziellen partizipartiven Internet und damit auch auf ein Verbot eines Journalismus für Jedermann und Allefruhn hinausläuft, damit die von solchen Standesrechten geschützte Pressefreiheit auch ja ein Privileg einiger Dutzend Milliardäre bleibe!

Diese Journalisten, die da mit industriell millionenfach verstärkter Lügenstimme im schrillen Chor über den Verlust der Pressefreiheit jammern, sind genau diejenigen Journalisten, an denen die Pressefreiheit schon seit Jahrzehnten völlig verschwendet ist. Was für eine spuckende Verachtung für Julian Assange, wenn sein Name, sein Bild und seine Person schließlich noch für derartige Machenschaften eines zutiefst lichtscheuen Packs durch den Dreck gezogen wird. Als ob eine Verhaftung nicht schlimm genug wäre! Ich wollte, dass ich tausend Münder und eine tausendfache Speiseröhre hätte, damit ich angesichts dieser Krokodilstränen angemessen erbrechen könnte!

Gruß auch an Claas Relotius!

„Hassverbrechen“

„Achte auf die Sprache, in der die Nachrichten nachgerichtet werden, damit du dich danach richtest!“, sagte der Vorübergehende während der Tagesschau. „Wenn ein Araber oder ein sonstiger Nichtarier in ein Gebetshaus geht und dort betende Menschen ermordet, ist das Terrorismus, wenn aber ein Arier in ein Gebetshaus geht und dort betende Menschen ermordet, ist das ein Hassverbrechen. Denn ein Arier kann dort, wo man Nachrichten nachrichtet, niemals ein Terrorist sein“.

Screenshot von der Tagesschau-Website: Mutmaßlicher Täter offenbar identifiziert -- Der mutmaßliche Täter habe sich den Beamten gestellt und sei festgenommen worden, hieß es weiter. Medien berichteten, der Verdächtige sei als ein 46 Jahre alter Amerikaner identifiziert worden, der in Sozialen Netzwerken durch rechtsgerichtete Kommentare aufgefallen sei. Die Behörden erklärten, sie würden die Tat bei ihren Ermittlungen als Hassverbrechen einstufen. Das FBI hat demnach die Ermittlungen übernommen. Die Behörde geht derzeit davon aus, dass der Mann alleine gehandelt hat. Der Verdächtige wird mit Schusswunden im Krankenhaus behandelt.

Quelle des Screenshots: ARD-Tagesschau [Archivversion im Lande Depublizierungspflicht]. Sachdienliche Hinweise, worin wohl der Unterschied zwischen so genanntem „Terrorismus“ und so genanntem „Hassverbrechen“ liegen könnte, nehmen alle Journalismusdienststellen entgegen.

Blendende Atomprogramme

Immerfort reden und schreiben die Journalisten an der Propagandafront vom Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas oder des Irans, niemals verlieren sie auch nur ein Wort über das Atom- und Raketenprogramm der Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika. Dabei ist es der letztere Staat, die USA, der sich in der jüngeren Vergangenheit durch völkerrechtswidrige Angriffskriege mit geheimdienstlich erfundenen Kriegsgründen hervorgetan hat — und mittelbar dafür verantwortlich ist, dass Europa immer noch mit einer beachtlichen Menge von Flüchtlingen aus Nordafrika konfrontiert ist. Wer seinen Blick von Journalisten ausrichten lässt, wird blind und dumm, und genau das ist die erwünschte Wirkung. Denn blind und dumm lässt sich mit einfachen psychologischen Tricks in blindwütig und kriegsbereit transformieren.

Ratingagenturen

„Seltsam“, sagte der Vorübergehende beim Nachrichtengenuss, „dass diese von den Journalisten aus Presse und Glotze wie eine richtige Nachricht gemeldeten Ratingagenturen aus den USA immer nur andere verschuldete Staaten herabstufen, aber niemals die USA“.

Wider die Mordläuferlust

Wir müssen mehr tun, als nur für die Opfer und Familien zu beten

Greg Abbott, gegenwärtiger Gouverneur von Texas

„In den USA soll auch weiterhin jeder an Schusswaffen kommen können“, sagte der Vorübergehende zum Nachrichtengenießer, „aber gleichzeitig soll verhindert werden, dass Schüler mit den Waffen ihres Vaters zur Schule gehen und dort ihre Mitschüler und ihre Lehrer ermorden, oder es soll wenigstens so getan werden, als ob man das zu verhindern trachtete. Da wäre es doch die naheliegendste Lösung im Sinne der US-Verfassung und der US-amerikanischen Lebensart, wenn man einfach Schulen verböte. Immerhin hörte damit auch das oft erbarmungslose Mobbing in den Schulen auf, das niemals Schlagzeilen macht, weil dabei nicht so viel contentindustriell wertvolles und verwertbares Kinderblut fließt, weil es ‚bestenfalls‘ vereinzelte junge Menschen in den Freitod treibt“.

Wir alle kennen diese pressepropagandistische Rechtfertigung, warum Manager großer Unternehmen für ihre Tätigkeit so außerordentlich hohe Vergütungen, ergänzt um allerlei Bonusse und weitere geldwerte Vergünstigungen, erhalten: Sie bekommen das viele Geld nicht, weil sie so viel und anstrengend arbeiteten, sondern, weil sie so eine schwere Verantwortung tragen.

In diesem Sinne, Herr Winterkorn [Archivversion]: Tragen sie ihre bereits im Voraus reichlich mit Geld bezahlte Verantwortung und stellen sie sich der Justiz der Vereinigten Staaten von Amerika!

Klären sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe, sie seien ein Betrüger und Verschwörer (in Deutschland sprächen wir von „Organisierter Kriminalität“, um das Gleiche auszudrücken) in einem nach allgemeinen Standards fairen, rechtsstaatlichen Verfahren auf, bei dem ihnen jede übliche Möglichkeit der Stellungnahme und Verteidigung eingeräumt wird!

Wenn sie nicht gerade in den vergangenen Jahren alle Menschen belogen hätten, was ich ihnen wegen des in der Bundesrepublik Deutschland geltenden vollumfänglichen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste niemals offen unterstellen würde, dann hätten sie in einem solchen Verfahren nichts weiter zu befürchten, als dass sich für die Zukunft derartige Vorwürfe, wenn schon nicht als völlig haltlos, so doch zumindest als unbelegbare Verschwörungstheorien erwiesen. Sie täten viel für ihren eigenen Ruf, und sie täten viel für den Ruf von VW, der durch den Ruch organisiert krimineller Machenschaften schwer beschädigt wurde.

Oder aber, Herr Winterkorn, sie drücken sich vor ihrer bereits im Voraus bezahlten Verantwortung und zeigen damit allen Menschen gleich zwei Dinge auf einmal: Erstens, dass sie ein zwar großer, aber doch recht ehrloser, schäbiger, mieser und in seiner Inkaufnahme von Gesundheitsschäden bei anderen Menschen menschenverachtender Verbrecher sind, und zweitens, dass es sich bei der Begründung für die hohen Managergehälter und -zulagen um nichts als Propaganda, Lüge und Blendwerk handelt, dass es dabei in Wirklichkeit immer nur um die Bereicherungsabsicht von Managern gegangen ist. Ich glaube nicht, dass sie das wollen können, Herr Winterkorn.

In diesem Sinne, Herr Winterkorn, wünsche ich ihnen einen guten Flug in die Vereinigten Staaten von Amerika und einen angenehmen Aufenthalt! Mögen sie Gerechtigkeit erfahren! :mrgreen:

Fake News

Am Ende der Woche kommt Sean Spicer mit erfreulichen Nachrichten in den Briefing Room. Die neuen Arbeitsmarktdaten sind da. Diese monatliche Statistik hatte Trump während des Wahlkampfes stets als gefälschte Zahlen diskreditiert. Wenn ihr 4,9 oder 5 Prozent Arbeitslosigkeit hört, so der Kandidat Trump, sind es in Wahrheit 28, 29 oder 35 Prozent. Ich habe neulich sogar 42 Prozent gehört. An diesem Tag lautet die Nachricht: Die Arbeitslosigkeit ist, wie zuvor schon unter Obama, weiter gesunken. Ob Trump denn den Zahlen jetzt glaube, fragt ein Journalist. Ich habe vorhin mit dem Präsidenten gesprochen, verkündigt Spicer fröhlich, er braucht jetzt keinen Post-It-Zettel. Und er sagte, ich solle ihn ausdrücklich zitieren: Die Zahlen mögen in der Vergangenheit gefälscht gewesen sein, aber jetzt sind sie sehr wahr.

Und wenn sich der Spiegel, der sich befleißigte, die schöne Geschichte aus einem fernen Land auf die Seite 80 seines Printmagazines zu stempeln, jetzt auch noch befleißigte, die Statistiklügen der BRD-Bundesregierung immer wieder zu entlarven, statt sie als Wahrheit weiterzumelden… ach, vergessen wir es! 😦