Wenn einem eine dieser kostenlosen Zeitungen entgegenflattert, deren Dicke aus achtzig Prozent schreibunter Reklame besteht, wenn schon das Titelbild dieser kostenlosen Zeitung einen Schornsteinfeger zeigt, der ein Ferkel in seinen Armen hält, dahinter die fotografisch festgehaltenen Lichtblumen einiger Feuerwerksraketen, wenn noch überm Schlag der Text „Das ändert sich ab 2010“ zu lesen ist, wenn allerlei Rückblick auf das gemacht ist, was eigentlich besser in der Gruft des Vergessens liegen bleiben sollte, denn weiß der Betrachter dieser industriell auf Bäumen gestempelten Ödnis, dass die Menschen in wenigen Tagen einen neuen Kalender brauchen, dass die Redaktionen nur noch dünn besetzt sind, dass die Leser einfach mit den gleichen „Inhalten“ gelangweilt werden sollen, mit denen sie schon in der vergleichbaren Situation des vorigen Jahres gelangweilt wurden. Es würde ja auch kaum jemand eine derartige „Zeitung“ aufschlagen, wenn sie nur aus Reklame bestünde.

Und wenn der Betrachter dann auf den Seiten der verkauften Blätter den gleichen Schwachsinn prangen sieht wie in den kostenlosen Blättern, denn weiß er, dass dort aus gleichem Grund in gleicher Weise vorgegangen wird.

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