Im Rahmen der Whitedarkness 11 werde ich mal wieder eine Lesung abhalten. Diese Lesung wird — anders, als es wohl einige von mir erwarten — nicht „lyriklastig“ sein, was auch am Thema liegt.

Denn mein Thema ist die Werbung, diese allgegenwärtige, einseitige und dumme Form der Kommunikation. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bildsprache der Fernsehwerbung.

In der Vorbereitung habe ich tagelang Zeit damit zugebracht, etliche aktuelle Werbespots durchzuschauen, zu verschlagworten, Notizen zu ihnen zu machen, sie zu beschreiben. Das ist eine besonders harte Kost für jemanden wie mich, der sich sonst dem Fernsehen völlig verweigert und deshalb nicht die Stumpfheit hat, die von der Werbung mit teilweise drastischen Mitteln überwältigt werden soll. Ein besonderer Dank geht an Frank, der mir seine Wohnung, seine Mediengenussgeräte und Mitschnitte von etwa 140 aktuellen Werbespots zur Verfügung gestellt hat und es darüber geschafft hat, meine wenig fröhliche Gegenwart tagelang auszuhalten. Obwohl ich seinen Kaffee wegschlürfte, seine Zigaretten mitrauchte und ihm — es ging nicht ohne — etliche seiner Kopfschmerztabletten wegnaschte.

Mit dem gegenwärtigen Stand meiner Texte bin ich nicht zufrieden. Ich habe mich daran gewöhnt, dass es so ist. Aber dieses Mal kommt es mir besonders unangemessen, besonders schlecht vor. Es gibt so viele Dinge, die zur Sprache kommen müssten, wenn man über Werbung spricht, und die meisten kann ich nicht einmal anschneiden, damit auch Thomas Sabottka nach mir noch zum Reden kommt…

Wer mich dennoch hören möchte, kommt am besten am Samstag, den 3. November in das UJZ Korn. Der Einlass beginnt um 21:00 Uhr, und ich werde relativ früh mit meiner Lesung beginnen. Für die 3 Euro Eintritt gibt es natürlich noch viel mehr, neben der gewiss großartigen Lesung von Thomas Sabottka können auch die neuen Gemälde von Robert Schaper bewundert werden. Der Kaffee ist — wie immer auf den Veranstaltungen der White Darkness — kostenlos, und nach dem Kulturprogramm wird es eine Menge tanzbarer, vorwiegend elektronischer Musik geben, damit man auch in Bewegung komme.

Ende des Werbeblocks mit Selbstbeweihräucherung.