Tag Archive: Wikileaks


Werte Frau Bundeskanzlerin…

Werte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,

hier haben sie den „Datenreichtum“, den sie immer einfordern. Neunzig Gigabyte geheimgehaltene Dokumente aus ihrem NSA-Untersuchungssimulationsausschuss. Ich hoffe, sie sind damit zufrieden und politisch erledigt. Denn beim Gedanken, dass sie nicht erledigt sein sollten, wird mir ganz braun vor Augen.

Ihr ihre Politik „genießender“
Nachtwächter

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„Nur“ noch neunzig Jahre

Bradley Manning, so vermeldet es die Contentindustrie aus allen Tickern, drohen „nur“ noch neunzig Jahre Gefängnis. So sieht die juristische Milde aus, wenn Kriegsherren und damit Verantwortliche für die noch über das gewöhnliche Gemetzel des Krieges hinausgehenden Kriegsverbrechen einen Friedensnobelpreis verliehen bekommen, während Menschen, die solche Verbrechen an die Öffentlichkeit bringen, wie Verbrecher behandelt werden. Damit es auch noch lange so himmelschreiend ungerecht und menschenverachtend bleibt, verzichten Presse und Glotze auf jeden Hinweis, der mit deutlichem Finger auf diese Absurdität deutet.

Genau in diesem Moment…

Genau in diesem Moment, in dieser kühlen Zeit, in der du jeden Tag die kleine Portion Wikileaks-Depeschen mit dieser Mischung aus Geifer, Geilheit und Entsetzen in dich hineinschlingst, tut der Staat, in dem du lebst, Dinge, von denen du glaubst, dass sie nur von anderen Staaten getan werden.

Beim Überfliegen

Es ist doch bemerkenswert, dass die meisten mit der Absicht der Gewinnerzielung betriebenen Medien nicht so sehr über die von Wikileaks veröffentlichten Inhalte — und wenn, denn nur über wenige, mit eher emotionalem Schwerpunkt ausgewählte — berichten und sich mehr auf die Berichterstattung zu den Reaktionen auf die Veröffentlichung konzentrieren. Wenn die Mehrzahl der Leser, Hörer und Zuschauer diese Inhalte gar nicht kennt, denn sind diese Menschen eben auf die medial ausgelieferten und leicht verdaulich verpackten Interpretationen angewiesen. Und. Können sich dabei informiert fühlen.

Auswärtiges Denken

Das Grundmisstrauen gegenüber Staaten und Politikern wird längst auf die Presse ausgedehnt. Auf gefühlt unabhängige Webseiten aber nicht. Das war einmal genau anders herum: Bisher galt eher das Credo, dass „im Internet jeder schreiben kann, was er will“, während in der Presse sorgfältig geprüft wurde. Diese Zeit scheint nun vorbei.

„Print Würgt!“ über den „klassischen Journalismus“ und Wikileaks auf dem Hintergrund des dort veröffentlichten Videos vom „Kollateralmord“.

So sieht es derzeit aus…

…wenn man www.wikileaks.de in die Adresszeile seines Browsers eingibt:

wikileaks.de ist gesperrt - TRANSIT-Informationsseite - Die aufgerufene Domain ist derzeit nicht erreichbar

So wird es in Zukunft auch an vielen anderen Stellen aussehen, wenn unliebsame Informationen in der BR Deutschland unterdrückt werden. Wahrscheinlich wird an einer geeigneteren Platzhalterseite für zensierte Inhalte noch gearbeitet. Die Great Firewalll of Germany ist eröffnet. Und nein, dies liegt nicht in der Absicht der Betreiber von wikileaks.de, die wurden nicht einmal informiert. [via]

Nachtrag: Es scheint mit „rechten Dingen“ zugegangen zu sein, aber dennoch schnell zur Nachbehandlung des Themas bei Fefe.