Tag Archive: Wert


Wert

Maches hat einen Wert, und anderes hat einen Marktwert — ein Wort, das nur deshalb von Werbern und Journalisten erfunden wurde, um das deutliche, auf den wahren und Waren-Charakter der jeweiligen gesellschaftlichen Fetische hinweisende Wort „einen Preis“ zu vermeiden.

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Wertschätzung

„Die Kraft und Leistungsfähigkeit schätzt man bei Maschinen und Motoren“, sagte der Vorrübergehende zu seinem Zeitgenossen auf dem Weg ins Fitnessstudio, „bei Menschen schätzt man hingegen ihren Charakter und ihre Intelligenz“.

Kinder Überraschung

„Wenn du vor zwanzig Jahren dein Geld in Überraschungseier angelegt hättest“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „dann hättest du viel mehr Profit als mit jedem börsennotierten ‚Wertpapier‘ machen können. Dummheit ist ein gutes Geschäft, und da, wo die Menschen den Preis einer Sache für ihren Wert halten und den Nutzen einer Sache für irrelevant, da ist die Dummheit besonders groß“.

Augenwirkungslosigkeit

Zu seiner Schwester im Staub sagte der Vorübergehende: „Du wirst nicht wertloser, nur weil jemand anders nicht dazu imstande ist, dich als das zu sehen, was du bist. Und. Du wirst nicht wertvoller, nur weil du dir alle Mühe gibst und keinen Aufwand und keine Ausgabe scheust, um mit allerlei Blendwerk einen wertvolleren Eindruck in den Augen anderer Menschen zu machen“. Und nach kurzer Pause fügte der Vorübergehende hinzu, um den sich mechanisch im Munde bildenden Einwand abzuwürgen: „Und nein. Der Werber, der dir etwas verkaufen will, er sagt dir nicht die Wahrheit, denn er will, dass du möglichst unglücklich bist und allerlei Dinge kaufst, um dieses Unglück zu beheben. Wenn du ihm und seinen stinkenden Freunden aus der Contentindustrie glaubst, wirst du nicht wertvoller, sondern nur eines, aber das dafür ganz sicher: Du wirst dumm“.

Die Konsumistin

Sie war durch und durch eine vollkommene Konsumistin. Sie kannte von jedem Ding in ihrem und am Rande ihres Lebens den genauen Preis, aber von keinem einzigen. Den Wert.

Banknote

Banknote (die) — Aufwändig bedrucktes Stück Papier, das von staatlichen Institutionen als Schwindelzettel ausgegeben wird, um den Menschen in diesem Staat als Ersatz für wirkliche Werte zu dienen. Da es verhältnismäßig leicht ist, Papier zu bedrucken, wird zum Zweck der Herstellung von Banknoten ein spezielles, nicht handelsübliches Papier verwendet, das mit speziellen, schwierig zu imitierenden Verfahrensweisen bedruckt wird, um Nachahmer zu entmutigen. Als Motive für den Druck dienen in der Regel abstrakte Muster, Zahlen, hässliche Gebäude und moralisch zerfressene oder tote Menschen, die in unerfreulichen Farben auf das Papier gestempelt werden. Diese industriell erstellten Druckwerke werden künstlich knapp gehalten, damit auch jeder fühlen möge, dass es sich um etwas Rares und Wertvolles handele — außer, der Verlauf eines klassischen Krieges oder jenes Kampfes eines jeden gegen jeden auf einem Schlachtfeld voller Überfluss, den man „Wirtschaft“ nennt, ist einmal mehr dermaßen ungünstig, dass im völligen Werteverlust dieses Treibens mehr künstliche Werte erforderlich werden, um die Menschen hoffend, gefügig und gehorsam zu halten.

Die ersten Banknoten wurden im elften Jahrhundert in China ausgegeben, um einen Krieg auf diese Weise zu finanzieren, ohne dass der Staatsbankrott offensichtlich wird. Dieses Verfahren traf auf ein weltweites Bedürfnis der Herrschenden und Besitzenden, so dass es im Laufe der folgenden Jahrhunderte überall eingeführt wurde. Damit sich auch niemand des Kultes um das Papier entziehe, wurden überall Gesetze gesetzt, in welchen die Menschen zur Annahme des Papieres verpflichtet wurden. Dieser zusätzliche Rahmen machte es auch zunehmend entbehrlich, die aufgedruckten Zahlen durch irgendwelche Werte zu decken, bis zuletzt ein reiner Glaube zurückblieb, der jeden Menschen zum Gläubiger einer niemals beglichenen Schuld macht. Dort, wo die Menschen durch das Treiben eines von staatlichen Kirchen geheiligten Adels besonders geneigt sind, in das Nichts zu glauben — etwa in Großbritannien, wo die Menschen ihr Glauben auch gern in Spuk, Kornkreisen und den genetischen Produkten einiger Jahrhunderte der Inzucht verirren lassen — wird dieser Glaube auf den staatlichen Schwindelzetteln noch befördert, indem eine „Zusicherung“ auf das Papier gestempelt wird: „I promise to pay the bearer on demand the sum of 5 pounds“. Nicht erwähnt wird, dass es sich hierbei lediglich um fünf Pfunde warmer Luft handelt.