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Die Wahl

Die Menschen haben so lange das getan, was von ihnen im Wörterchor der wirtschaftsfinanzierten Journalisten und staatlich besoldeten Lehrer gefordert wurde und das „kleinere Übel“ gewählt, bis sie schließlich nur noch eine Wahl zwischen Trump und Clinton hatten.

Nach der Wahl gefragt

Nach der Wahl gefragt, warum „wir“ diese AfD-Wähler haben, holte der Vorübergehende tief Luft und fing zu sprechen an:

  1. Leute, die Positionierung und Auftreten der AfD für eine gute Grundlage der Politik halten, sind vor noch gar nicht so vielen Jahren von der CDU/CSU bedient worden. Es gibt in der BRD einen beachtlichen Anteil von Menschen mit einem geschlossenen, „rechten“ Weltbild. Ich schätze diesen Anteil (aus dem Bauch heraus, ohne systematisch erfasste Daten) auf rd. zehn Prozent; in einigen Regionen (große Städte) weniger, in anderen Regionen (kleine Städte, Land) deutlich mehr. Es gefällt mir nicht, dass es diese Menschen gibt, aber das ändert leider nichts an ihrer Existenz. Diese Wahlberechtigten finden ihr Weltbild seit vielen Jahren nicht mehr in CDU/CSU repräsentiert und politisch wirkmächtig. (Das ist stark vereinfacht, denn auch die SPD hatte einen durchaus einflussreichen rechten Flügel; tatsächlich dürfte ein erklecklicher Anteil der AfD-Wähler von der SPD kommen.) Diese „Rechten“ sind nicht irgendwelche Verlierer oder Subkulturanhänger, sondern mitten im Bürgertum verwurzelt. Eine NPD hätten diese Menschen nicht wählen können. Die AfD verkauft sich hingegen erfolgreich als bürgerlich genug, um diesen Wählern zu munden.
  2. Die „große Koalition“ mit ihrer Politik des „Alternativlos“ — TTIP/CETA nur als ein aktuelles Beispiel — weckt bei vielen Menschen den Wunsch nach Alternativen. Die AfD nennt sich – der Werber, der sich das ausgedacht hat, war gut! – sogar selbst eine Alternative. Die anderen antretenden Parteien (mit leichter Ausnahme der Linkspartei, aber auch das blättert langsam ab) hingegen wirken als Bestandteil des gleichen Apparates, der zu überwinden ist. Und eine Stimme für die AfD ist nicht „verschwendet“, sondern hat eine gute Chance, an eine Partei zu gehen, die über fünf Prozent erzielt. Ich gehe davon aus, dass diese Konstellation bei vielen Wählern einen Ausschlag gegeben hat. Übrigens lesen die meisten Wähler vorm Kreuzchenschlagen nicht die Wahlprogramme der Parteien. Das ist angesichts der Tatsache, dass die Wahlprogramme nach der Wahl in der politischen Praxis bedeutungslos sind, auch gar nicht verwunderlich. Kraft und Lebenszeit sind nun einmal beschränkt und werden nur dann für sinnlose Tätigkeiten aufgewändet, wenn diese sinnlosen Tätigkeiten wenigstens einen sinnstiftenden Lustgewinn versprechen.
  3. Im gesamten Gefüge der BRD entsteht beim bloßen Hinschauen der Eindruck gewaltiger Korruption. Das geht von Hauptstadtflughäfen und vergleichbare Milliardengräber des gegenwärtigen Prachtentfaltuingsdranges bis hin zu Autokonzernen, die sich offenbar gut genug in Politik und Verwaltung »einkaufen« konnten, dass es niemals zu ernsthaften Messungen der Emissionen kam, sondern zu manipulierbaren Messverfahren, die dann auch manipuliert wurden. Diese ganze… sorry für das wenig analytische Wort… Scheiße lässt sich am einfachsten und vermutlich am trefflichsten durch Korruption erklären. Ernsthafte Versuche, diese Korruption aufzuklären, zu beenden und die Verantwortlichen haftbar zu machen, gibt es nicht, was einen gewissen Verdacht der allgemeinen Mittäterschaft erweckt. Währenddessen rottet die Infrastruktur weg, verschimmeln die Schulen, verarmen immer mehr Menschen, verblödet die nachwachsende Generation. Mit Ausnahme der Linkspartei und der AfD gibt es keine chancenreich wählbare Partei, der die Wahlberechtigten Abhilfe zutrauen; der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC-Apparat hat jegliche Glaubwürdigkeit in der Korruptionsbekämpfung verloren.
  4. Wenn ich „national“ fühlen würde, überkäme mich gewiss angesichts der „Bananigkeit“ dieser Bundesrepublik immer wieder ein Anfall aus Scham und Wut. So ist es bei mir nur noch Zynismus.
  5. Das bestimmende Lebensgefühl vieler Menschen in der BRD ist unter den hier herrschenden und politisch gewollten Umständen ANGST geworden. Angst ist… ja, ich weiß, wie heiter das klingt… ein erhebliches Unlustgefühl, dass selbst bei halbwegs brauchbarer (und Kraft kostender) Verdrängung im gesamten Alltag latent weiterwirkt und den davon befallenen Menschen stark beeinträchtigt. Die AfD — von mir wird diese Abk. gern auch als „Angst für Deutschland“ gedeutet — appelliert direkt an existierende Ängste im Hartz-IV-, Wohnungsmangel- und Niedriglohn-Staat BRD, statt sie hinter den ansosten überall gleichlautenden und nirgends glaubwürdigen Floskeln von „Zukunft, Wachstum, Bildung, Natur, Jugend und Gesundheit“ zu verschweigen. Die AfD bietet nicht die psychische Verdrängung und das „Weiter so“ als Angstabwehr an, sondern eine „andere“ Politik; bis zur Endlösung des Angstproblemes (das natürlich von der AfD völlig im Sinne des Neurotikers gedeutet wird) weiter. Das ist im Moment im chancenreich wählbaren Parteienspektrum ein Alleinstellungmerkmal. Ich kann mir vorstellen, dass sich etliche Wähler der AfD regelrecht „befreit“ fühlen.
  6. Die unmittelbar existenziell wirksame Angst wurde nicht von der AfD erzeugt, sondern durch die gewollte Politik der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC. Die jetzt in die BRD kommenden Kriegsflüchtlinge werden als Mitbewerber in einem eng gewordenen Raum von Lebensmöglichkeiten gesehen und katalysieren den individuellen Angstprozess weit über die potenzielle Wählerschaft einer AfD hinaus.
  7. Der gesamte journalistische Betrieb hat — nach einigen Kampagnen, die selbst dem schlichtesten Geist als Kampagnen auffallen mussten — jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Das Schlimme am „Lügenpresse“-Ruf derer, die vom islamisierungsbedrohten Abendland faselten, um sich selbst zu beschreiben, das Schlimme an diesem Ruf ist seine deutlich gefühlte Wahrheit. Die gesamte „Linke“ in der BRD hat es versäumt, diese Wahrheit aufzugreifen und in substanzielle Kritik sowie erfolgversprechende Agitation zu verwandeln — vermutlich aus einem falsch verstandenen Antifaschismus heraus, der sich darin genügt, immer das Gegenteil jeweiliger faschistoider Bewegtheit zu vertreten, nicht merkend, dass das Spiegelbild des Faschismus nicht der Antifaschismus ist, sondern nur sein Spiegelbild. Damit wurde dieses wichtige politische Thema dem politischen Mitbewerb überlassen. Die Folgen sind unter anderem Wahlergebnisse mit zwanzig Prozent für die AfD.
  8. Die tagespolitisch aktuelle Armenien-Resolutions-Arschkriecherei von Kanzlerin Angela Merkel gegenüber der gegenwärtigen türkischen Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan hat bei mir nur dazu gefürt, dass ich mal wieder getwittert habe. Trotz der unfeinen und wenig sachlich erscheinenden Sprache stehe ich inhaltlich völlig dahinter. Das waren volle zwei bis drei Prozent vom heutigen AfD-Erfolg. Der gesamte Vorgang war einfach nur widerwärtig. So viel kann ein Mensch weder saufen noch kiffen, als dass das anders wahrgenommen werden könnte. Dieser unwürdige Akt fügt sich in eine Reihe mit dem Verhalten der BRD-Regierung in der Böhmermann-Affäre.
  9. Angela Merkel muss weg. (Ernstgemeint. Und nein, nicht wegen der Flüchtlinge. Wegen des Gesamtwerkes. Wegen der Menschen in der BRD. Wegen der Menschen in Europa. Wegen eines »Atomausstieges«, der durch Verfeuerung von Braunkohle getragen wird. Und wegen ihrer einlullend nichtssagenden Sprechblasen, zu denen sie mit den Händen das Bild einer Vulva formt, während sie daran arbeitet, die gesamte Gesellschaft in etwas umzubauen, in dem sehr viele Menschen nicht leben wollen.)

Der Vorübergehende hätte noch lange weitersprechen können, aber weil es eh niemand hören wollte, hörte er einfach damit auf.

Dummdenkzettel

Tweet von Katharina Nocun (@kattascha) vom 13. März 2016, 11:49 Uhr: #AfD wählen, weil die etablierten Parteien versagen ist wie Germany's Next Topmodel schauen weil einem ARTE nicht intellektuell genug ist.

Retterpose

„So so, die Wahlbeteiligung ist unerwartet hoch und erstmals seit Jahrzehnten signifikant gestiegen“, sagte der Vorübergehende, „und wenn ich bei der AfD für die PR verantwortlich wäre, dann würde ich den Fern-Säh-Frontfressen meiner Partei auf die Merkzettel schreiben, dass sie völlig unabhängig vom Wahlergebnis immer wieder erzählen müssen, dass die AfD die Demokratie in der BRD gerettet hat“.:mrgreen:

Die angebliche „Sorge vor dem Rechtsruck“…

Die Politiker, die angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen ihrer „Sorge vor dem Rechtsruck“ Ausdruck verleihen, kommen mit dieser Sorge zwei Jahrzehnte zu spät, denn der „Ruck“ ist ein seit Jahren laufender Prozess, zusätzlich angetrieben von Hartz-Fear-Massenverarmung mit mies bezahlter Arbeit auf staatlich subventionierten Elendsarbeitsstrichs, politisch gewolltem, in verrottenden Gebäuden verabreichtem Bildungsnotstand, persönlicher Aussichtslosigkeit eines fast jeden Menschen in der BRD, der noch eine Zukunft vor sich hat, sowie einer zusätzlich für jeden wachen Betrachter völlig offensichtlichen und in ihren Einseitigkeiten und Lügen immer unverschämter werdenden, wie gleichgeschaltet anmutenden Propaganda in Glotze und Presse. Es ist ja auch gar nicht die wirkliche Sorge der so redenden Lügenredner, dass es einen „Rechtsruck“ geben könnte — ihre Sorge ist nämlich in Wirklichkeit, dass der gar nicht so geringe Anteil der Menschen in der Bevölkerung der BRD, der ein extrem-konservatives bis geschlossen rechtsradikales Weltbild hat, nun endlich in einer eigenen Partei parlamentarisch vertreten und wirkmächtig wird. Das gefällt mir auch nicht, aber die Vertretung der Wähler ist nun einmal der Zweck der Parlamente. Wenn es die größte geäußerte Sorge der „Demokraten“ geworden ist, dass die Parlamente tatsächlich die politischen Auffassungen der wählenden Bevölkerung widerspiegeln, dann hat sich das mit der „Demokratie“ schon längst erledigt, dann ist der zur Verwirrung des Denkens postulierte Rechtsruck nur dem längst schon geschehenem Untergang der „Demokratie“ gefolgt.

Das parlamentarische Theater

Zeig mir deine „parlamentarische Demokratie“, du Wähler! Zeig mir auch nur eine einzige in allen Medien der Herrschenden und Besitzenden für wichtig erklärte Debatte in einer einzigen dieser Volksvertretungen, deren Verlauf und deren dargebrachte Argumentation etwas am bereits vorher zu erwartendem Abstimmungsergebnis verändert hat, und ich zeige dir den täglichen tief gebückten und korrupten Kadavergehorsam jener lichtlosen Gestalten, die angeblich nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Das, was du zum Hohn eine „Demokratie“ nennst, ist nichts als ein Theater, dessen offene Bühne von der versteckteren Herrschaftsausübung ablenken soll; und die im Regelfall miesen Laienschauspieler auf dieser Bühne geben sich nicht einmal die Mühe, ihre Aufführung ein bisschen überzeugend zu gestalten. Aber Dafür. Applaudieren sie sich auch gleich untereinander.

Und das alles, du Wähler, das alles ist es, was du aktiv, freiwillig und widerwärtig mit deiner Stimmabgabe legitimierst. Die intelligenz- und menschenverachtende Lobbykratie der BRD. Bist du. Wähler!

Die Wahl

Die Idee einer Wahl von Herrschenden gibt den Beherrschten die Möglichkeit, gleichzeitig eine Katastrophe und das „kleinere Übel“ mit Macht auszustatten.

Die Wahl

In beinahe jeder repräsentativen „Demokratie“ dieser Welt reichte es aus, wenn auf den Wahlzetteln nur noch zwei Felder zum Ankreuzen angeboten würden: „Ich habe keine Ahnung“ und „Es ist mir egal“.

Die undemokratische Wahl

Wenn die Menschen ein Parlament wählen, das in der Praxis der Europäischen Union keine politische Gestaltungsmöglichkeit hat und wenn die Menschen mit dieser Wahl eine weitgehend undemokratische EU zu legitimieren helfen, dann ist diese Wahl wahrlich kein Hochfest der Demokratie.

Meine Wahlempfehlung (für jede Wahl)

Anders, als Anhänger und Mitglieder einer Partei empfehle ich hier keine bestimmte Partei. Ich empfehle nicht einmal das Wählen, außer, jemand findet das gegenwärtige, in meinen Augen scheindemokratische und neufeudale System der Herrschaft über sein Leben so gut, dass er es explizit und aktiv legitimieren möchte. Wer dieses Herrschaftssystem nicht gut findet, sollte gar nicht erst wählen gehen.

Leider gibt es viele Menschen, die es gut finden, wenn sich eine classe politique bildet, die unkontrolliert ihrem Hang zur Selbstbezüglichkeit und Korruption folgen kann. An diese richte ich mich.

Nur diesen Menschen gilt meine hier gegebene Wahlempfehlung.

Jedem anderen empfehle ich die völlige Verweigerung der Wahl. Es gibt keinen Grund, freiwillig ein „Spiel“ mitzuspielen, das man ablehnt und bei dem man denkt, nur verlieren zu können.

Und wie schon gesagt, ich — als jemand, der dieser Ochlokratie nichts mehr abgewinnen kann — empfehle nicht eine bestimmte Partei, sondern ich empfehle die Verwendung der Augen, der Ohren, des Mundes, des Tastsinnes, ja, zuweilen gar des Geruchssinnes und anschließend des Hirnes bei der Wahl. (Dabei stehe ich völlig offenbar auf einer anderen Seite als jene professionellen Lügner¹, die für die Durchführung der Wahlreklame der Parteien viel Geld erhalten haben.)

Wenn sie wirklich wählen wollen, schauen sie sich vor ihrer Stimmabgabe ihr Wahllokal bitte einmal ganz genau an! Nehmen sie sich dafür, wenn sie das können, ruhig eine halbe Stunde Zeit! Oder auch etwas mehr. Sie sind schließlich im Begriffe, eine Entscheidung zu treffen, die für Jahre halten muss. Und danach denken sie noch einmal über ihre Entscheidung nach, denn ihre früheren Entscheidungen sind zu dem Zustand geworden, den sie gesehen und teilweise gar gerochen haben.

Häufig werden staatliche Schulen als Wahllokale benutzt. Schauen sie sich die Schule an! Machen sie sich bei ihrem langsamen Rundgang völlig bewusst, dass hier der Ort ist, an dem die Kinder von heute auf die (zurzeit natürlich nur bruchstückweise bekannten) technischen, sozialen und intellektuellen Anforderungen der kommenden Zeit vorbereitet werden — und dass die hier vorbereiteten Kinder in einer absehbaren Zeit ihr Leben im Alter finanzieren müssen²! Schauen sie sich den Zustand des Gebäudes an! Sie werden in sehr vielen Fällen verschimmelte Wände, erbärmliche sanitäre Anlagen, jahrzehntealte und teilweise kaputte Schulmöbel vorfinden. Dieser Zustand kombiniert sich mit Lehrmaterialien, die wie ein Anachronismus ins Jetzt hineinragen und damit den Eindruck vom oft ruinenhaften Zustand des Gebäudes vervollständigen. Davon, dass die technische Ausstattung vor zehn Jahren schon altmodisch war, ganz zu schweigen.

Lassen sie das auf sich wirken! Und dann benutzen sie ihren von Wahlreklame und nichtssagenden Floskeln von Chancen, Arbeit und Sicherheit eingelullten Verstand und überlegen sie, ob es so weitergehen soll, wie es unter der Herrschaft der in der politischen Praxis so leicht verwechselbaren Parteien CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen gelaufen ist! Und dann wählen sie etwas anderes! (Aber vorher lesen sie bitte noch diesen Text zu Ende, denn er geht weiter.)

Was ebenfalls häufig als Wahllokal verwendet wird, sind staatliche oder (in der BRD: staatlich finanzierte) kirchliche Altersheime, die man hier, um das unangenehme Wort vom „Alter“ mit all seinen scheußlichen Assoziationen von Hilflosigkeit, Kraftlosigkeit, Widerstandsunfähigkeit, Fremdbestimmtheit, Armut, körperlichem und intellektuellem Zerfall, voranschreitender Krankheit, Schmerzen und Tod nicht mehr nennen zu müssen, offiziell-euphemistisch als „Seniorenzentrum“ bezeichnet. Widerstehen sie der Verdrängung, die ihnen durch Euphemismen abverlangt wird, und nehmen sie sich auch hier eine halbe Stunde, bevor sie eine Entscheidung treffen, die für Jahre gilt und Menschen in Amt und Herrschaft bringen, die ihnen jahrelang keine Rechenschaft mehr schuldig sind und die sie und ihre Intelligenz — wenn nicht gerade Wahlkampf ist — offen verachten! Schauen sie sich die Menschen an, die im Altersheim arbeiten, und versuchen sie, in Gespräche zu kommen, um zu erfragen, wie man als Mensch von dieser Arbeit leben kann und wie diese Arbeit bezahlt wird! Sprechen sie mit den Menschen, die in diesem Altersheim leben und fragen sie danach, wie ihr Alltag aussieht, was sie essen, wie man sich im Altersheim um ihre Schwäche kümmert und wie sie behandelt werden! Fragen sie auch mal nach einem Dekubitus, und auch danach, ob auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet wird, oder ob lieber Tabletten gegen die aufkommende Demenz gegeben werden.

Lassen sie das, was sie dort hören und erleben, auf sich wirken! Seien sie sich dabei völlig bewusst darüber, dass sie einen Blick in ihre eigene Zukunft getan haben! Und dann vergessen sie die feierlichen Sonntagsreden von Würde, Wohlstand, Sozialstaat, Gesundheit und Menschenrechten, benutzen sie ihren Verstand und überlegen sie sich, ob sie diese für sie vorgezeichnete Zukunft wirklich haben wollen! Denn in eine derartige Anstalt wird man sie unter der Herrschaft der in der politischen Praxis so leicht verwechselbaren Parteien CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen irgendwann abschieben, wenn sie nicht die Gnade eines frühen Todes erleben oder sich zum Freitod entschließen. Und dann wählen sie etwas anderes!

Und lassen sie sich niemals, niemals, niemals im Schatten sinnloser Prunkbauten zur Verherrlichung der classe politique und ihrer Herrschaftsausübung erzählen, für Bildung und die Würde des Menschen sei kein Geld da! Schauen sie sich stattdessen an, wofür das Geld da ist! Für Panzer immer, für Menschen nimmer…

Dann wird ihnen auch schnell klar, warum Parteien wie die CDU, SPD, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in den Städten einiges an Aufwand treiben, um alte Menschen mit Bussen zum Wahllokal zu fahren: Wer noch eine andere Zukunft als den Tod vor sich sieht, kann diese Parteien wegen genau dieser Zukunft nicht wählen.

Wenn sie nach dieser Betrachtung und einiger Überlegung zu der Auffassung gelangt sind, dass eine Partei wie die „Alternative für Deutschland“, die alle gescheiterten Konzepte der Parteien CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen noch einmal an einer ganzen Gesellschaft ausprobieren möchte, eine bessere Wahl als die „Originale“ ist, dann werde ich sie nicht daran hindern, dieser Auffassung zu folgen³. Wenn sie meinen, dass die gescheiterten Rezepte von gestern die Antwort auf die Anforderungen von heute und morgen sind, dann wählen sie die AfD! Es ist ihr Recht, so sehr es mir und einigen von Verlagsmilliardären bezahlten Journalisten, die das Wort „Rechtspopulisten“ bis zur Bedeutungslosigkeit dehnen, auch missfällt. Wenn sie weiterhin wollen, dass die Technik der Vergangenheit subventioniert wird und die Technik der Zukunft behindert wird; wenn es ihr Wunsch ist, dass die Erwachsenen von morgen an den Schulen von heute auf die Anforderungen von gestern vorbereitet werden; wenn ihnen eine Gesellschaft erstrebenswert erscheint, in der menschliches Leben vor allem unter den Aspekten von Wirtschaftskraft, Umsatz und Ausbeutbarkeit betrachtet wird; dann freilich, dann brauchen sie nicht die AfD zu wählen: Sie sind mit CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen bereits gut bedient.

Wenn sie aber mit ihrer Wahl eine andere Richtung der Gesellschaft bewirken wollen, dann wählen sie etwas anderes! Die AfD ist — anders als etwa richtige „Rechtsparteien“ wie die NPD — zurzeit überflüssig wie ein Kropf, da sie für eine Fortsetzung dessen steht, was durch die Herrschaft der Apparate CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen gescheitert ist — und zwar unter beschleunigtem Abbau zivilisatorischer Errungenschaften.

Und nein, ich werde ihnen nicht sagen, was sie wählen sollen. Sie haben ein Internet, und sie haben ein Gehirn, und sie haben die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen, Wünsche und Gedanken zu verstehen, also nutzen sie, was ihnen zur Verfügung steht! Nur eines sage ich ihnen: Wählen sie etwas anderes als CDU, SPD, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, wenn ihnen ihr eigenes, einmaliges und schnell entschwindendes Leben etwas wert ist!

Fußnoten

¹Werbung ist professionelle — also zum Zweck des Gelderwerbs betriebene — Lüge, um Menschen damit unter Umgehung ihres Verstandes zu manipulieren. Ich finde diese „Profession“ verachtenswert und halte sie für schädlich und gefährlich, und ich wünsche mir Zustände, in denen Prostituierte, Kleinkriminelle und Penner ein höheres Ansehen haben als Werber, das Geschmeiß, das von solcher verachtenswerter Tätigkeit lebt.

²Angesichts der Bevölkerungsentwicklung müssen diese Kinder als Erwachsene sogar wesentlich produktiver sein, als sie selbst es in ihrem Leben jemals waren. Dies setzt Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus, deren Grundlagen in der Schule gelegt werden müssen.

³Ich erwarte tatsächlich bei der Europawahl einen überwältigenden Erfolg für die AfD, selbst 15 Prozent scheinen mir möglich zu sein.

Nach der Wahl zum so genannten europäischen „Parlament“, bei der angesichts des laufenden entpolitisierenden Wahlkampfes¹ jetzt schon absehbar ist, dass die Wahlbeteiligung sehr gering sein wird, werden sich wieder Politiker und ihre speichelleckerischen Kumpel, die Journalisten, hinstellen und die üblichen Worte finden, um diese Nichtwahl von gut zwei Dritteln der Bevölkerung, die ja nichts weniger als ein allgemeiner und für die gesamte zur Wahl antretende classe politique ausgesprochener Legitimationsentzug ist, doch noch blendredend in eine Legitimation umzudeuteln. Und. Sie werden sich gewiss auch in diesem Jahr nicht zu schade sein, dabei auch den Spruch abzulassen, dass die Menschen den Glauben (oder das Vertrauen) in die Demokratie verloren hätten und dass man bewirken müsse, dass sie diesen Glauben zurückgewönnen — ohne in ihrem Deutungsrausch auch nur in einer kurzen Zuckung der Großhirnrinde zu bemerken, dass sie im Spiegelbild dieser Worte recht offen eingestehen, dass die so proklamierte „Demokratie“ für die Menschen keine Sache der unmittelbaren Erfahrung ist, sondern nur ein Für-wahr-Halten dessen, was von anderen gesagt wird; eine absurde, erfahrungsferne, fremd-vermittelte Parareligion, die von ihren Gläubigen verlangt, dass sie die gebieterischen Erscheinungen ihrer Lebenswirklichkeit ignorieren.

¹Niemand sage, dass es nicht politische Themen gibt. TTIP ist eines. Die menschenverachtende Weltüberwachung durch Geheimdienste der USA ist ein anderes. Aber wenn die politischen Parteien hier ihre politischen Absichten zu diesen Themen auf die Plakate stempeln ließen, würden sie dafür von einer sehr großen Mehrheit der Menschen in Deutschland nur noch Verachtung empfangen, und deshalb gibt es halt leere Sprüche von Stabiltität, Wachstum, Arbeit, Demokratie und… angesichts der vielen Lottospieler, die das Kreuzemachen schon gewohnt sind, ganz wichtig… Chancen. Im Vermeiden der gegenwärtigen politischen Themen auf den Wahlplakaten spiegelt sich sehr genau, welche Agenda nach der Wahl durchgesetzt wird.

Informationstechnisch verarbeitetes Klopapier

Während die einen sich mit einem flugen Klick von der Website irgendwelcher jubelberichtenden Glotz- und Presseprodukte — oder mit der vielfachen Echokammer der Journaille in diesem vorübergehenden Zustand namens social media — zum Wahl-o-maten begeben haben, um dort ihre persönlichen Politikwünsche mit den Programmen der antretenden Parteien zu vergleichen, wissen die anderen schon jetzt genau, dass die Lügen in den Wahlprogrammen der Parteien das Klopapier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden — selbst, wenn dieses Klopapier eine benutzerfreundliche informationstechnische Aufbereitung für Leseunwille erfahren hat. Wer klug ist, begnügt sich nicht mit der vom Gefühl der Herdplatte aufgenötigten Einsicht, dass die Herdplatte heiß ist, sondern er lernt nach spätestens der zweiten Erfahrung, dass man seine Händchen lieber für etwas anderes nutzt.