Tag Archive: Volksmund


Was einen nicht kaputt macht…

Die von früh auf Zerbrochenen im Lande Barbarien erhalten ihren Narzissmus und heiligen ihren Zerbruch und die von ihnen selbst geforderte Lebensfeindlichkeit gern mit dem blinden Wort: „Was einen nicht kaputt macht, macht einen nur härter“. Keine Aussage könnte falscher sein. Die zivilisationskranke Schädlichkeit, die einen Menschen nicht kaputt macht, schadet ihm nur; raubt ihm nur Kraft fürs und Willen zum selbstbestimmten Leben; macht ihn nur stumpf gegen sich selbst und gegen andere; macht ihn nur immer weicher und formbarer für jene, die ihre Vorteile davon haben, wenn Menschen vor lauter Angst und Schmerzvermeidung nicht mehr wissen, dass sie handeln können. Wer mit solcher Blindrede die Härte einfordert, belegt damit nur, dass er schon längst mit der stets eingeforderten Härte zerbrochen wurde.

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Unten

Zeitgenossin: „Ich werde ganz von unten anfangen.“

Nachtwächter: „Fang doch lieber am Anfang an.“

Zeitgenossin: „Das meine ich doch, der Volksmund nennt es eben ‚von unten anfangen‘.“

Nachtwächter: „Und damit zementiert die Sprache des ‚Volksmundes‘ eben auch, dass die Menschen ‚aus dem Volk‘ unten sind und mit großer Mühe emporkraxeln müssen — wer hat darauf schon Lust, und wessen Interessen wird mit einer derartigen Sprache gedient.“

Gruß an C. — Aller Anfang mag schwer sein, aber jeder Erfolg ist reinste Lust und von niemandem zu nehmen!

Finsternis

Der Volksmund, dieser ungehörige Sprecher der ungebildeten Einsicht, er sagt manchmal beiläufig und fern von jedem wirklichen Bewusstsein, dass große Dinge ihre Schatten voraus werfen würden — und er bringt damit die Erfahrung von Generationen der so Sprechenden zum Ausdruck, dass der oft groß angekündigte gesellschaftliche Wandel für viele Menschen einer Verfinsterung ihres Lebens gleich kommt.