Tag Archive: Verachtung


Es ist doch egal, was er twittert

Wenn man die gegenwärtige contentindustrielle Berichterstattung über die Twitter- und Facebookunlust des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück betrachtet, bekommt man den Eindruck, es sei aus der Sicht der Autoren vollkommen gleichgültig, was der Kandidat sage, so lange es nur über die beiden kommerziellen Websites Facebook und Twitter geschehe — denn dann, so die „Logik“ dieser Autoren, werde ihn die „Netzgemeinde“ (ein Wort der Presse, das schon nach einer verschrobenen, weltfremden Sekte klingt) schon wählen. Auf drängende inhaltliche Fragen wie Netzneutralität, Urheberrecht, Abmahnungen als Geschäftsmodell, Tracking durch die Betreiber von Social-Media-Sites und Werbeunternehmen, Datenschutz, Privatsphäre, staatliche und contentindustrielle Überwachungs- und Zensurbegehrlichkeiten oder die Gewährleistung des Rechtes auf anonyme Nutzungsformen kommt es aus der Sicht dieser „Qualitätsjournalisten“ nicht an, deshalb spielen solche Themen in dem twitterbesoffenen Geschreibsel der „Qualitätsjournalisten“ auch keine Rolle. In der Form, in der diese professionellen Schreiber einen Politiker zur Teilhabe am Internet zu drängen suchen und ihn für seine Nichtteilhabe teils scharf kritisieren, teils offen verspotten, spiegelt sich sehr deutlich wider, dass diesen Schreibern das Internet fremd ist — und dieses Fremdeln scheint, wie sich an der blinden Betrachtung „Wenn er twittert, wird er als einer von ihnen wahrgenommen“ zeigt, in einer tiefen Verachtung der Intelligenz und Würde der Internetnutzer zu wurzeln.

Wenn diese breit verabreichte Verachtung von den Nutzern und Gestaltern des Internet zurückgegeben wird, sollten sich solche „Qualitätsjournalisten“ nicht darüber verwundern.

Verachtung

Die CDU hat sich entschieden, in diesem Jahr zum Bundeswahlkampf zu dokumentieren, wie sehr sie ihre Wähler verachtet, indem sie großflächig tolle Fotos zusammen mit zwar psychologisch wirkmächtigen, aber doch recht leeren Worten plakatieren lässt.

Die politischen Kinderficker

Die lockere und eiskalte Bereitwilligkeit, mit der gewisse — leider sehr einflussreiche — Vertreter der politischen Kaste in der BR Deutschland dazu bereit sind, ihre  Ziele durchzusetzen, indem sie sexuell missbrauchte Kinder noch einmal in der politischen Argumentation als Magnet für das Empörungspotenzial missbrauchen, sie spiegelt wider, dass diese — leider sehr einflussreichen — Vertreter der politischen Kaste sowohl kleine als auch ausgewachsene Menschen in Deutschland nur noch verachten:

Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät

Wolfgang Bosbach (CDU)

Was von Organisationen zu halten ist, die ein derartig lichtscheues Gesindel in den Rang einflussreicher und mit Macht ausgestatteter Persönlichkeiten erheben, das offenbart sich durch einfaches Hinschauen.

Nachtrag: Mein Fehler, der Wolfgang Bosbach zum SPD-Mitglied machte, ist behoben — manchmal schreibt man aber auch einen Mist… 😉