Tag Archive: UFO


Eine runde Sache

Die anhaltende Beliebtheit scheibenförmiger Raumfahrzeuge bei den vielen Außerirdischen, die immerfort die Erde besuchen sollen, liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass sich Fotos derartiger Raumfahrzeuge mit besonders wenig Aufwand anfertigen lassen. Die zunehmend günstiger oder frei verfügbare Bildbearbeitungssoftware hat allerdings in den letzten Jahren zu einem beachtenswerten Anstieg anderer Formen geführt.

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In der Cloud

Und der Nachtwächter sagte zum UFO-begeisteten CeBIT-Besucher: Wenn deine UFOnauten ausgerechnet auf der CeBIT landeten und dort sähen, wie sich Menschen an Reklame und Telefönchen aus Fruchtgummi begeistern, sie wendeten sich doch mit Entsetzen wieder ab und suchten andernorts nach intelligentem Leben. Nur die Borg könnten wenigstens dem diesjährigen Motto der CeBIT etwas abgewinnen, denn ihnen erschiene die Vorstellung eines Lebens und Arbeitens mit der Cloud, ja, sogar in der Cloud, als etwas völlig Vertrautes und Natürliches.

Der gläubige Beobachter

Die Glaubensbereitschaft des Beobachters war so groß, dass er sagte: „Das UFO stand wohl zufällig genau in Richtung der Venus und hat sie verdeckt.“ — und dies ohne, dass ihn bei seinen Worten etwas auffiel.

Mit einem Psychotiker über die mentalen Inhalte seiner Krankheit sprechen zu wollen, ist genau so fruchtlos wie der Versuch, einen Knochenbruch durch Gespräche zu heilen.

Paläo-SETI

Barbara fraxineis pingatur rhuna tabellis quodque papyrus agit virgula plana valet.*

Venantius Fortunatus

Paläo-SETI (die, Asubstantiv) .– Theolügie vom UFO-Gott, Menschneinung, Flugscheibenkleister..

Die vor allem durch die Bücher eines Erich v. Däniken in der breiten Masse bekannt gewordene Grenzwissenschaft der „Prä-Astronautik“ geht davon aus, dass bedeutende menschliche Kulturleistungen der Vergangenheit nicht von Menschen, sondern von Außerirdischen vollbracht worden seien.

Um diese beherzte Verneinung der Möglichkeiten des menschlichen Geistes zu „stützen“, werden antike Überlieferungen durch die lustige Brille der modernen UFO-Legenden gelesen; die technischen Großleistungen der Vergangenheit werden auf diesem Hintergrund als Belege der durch diesen Blick verzerrten Lesart interpretiert. Da solche „Belege“ etwas dürftig sind, und da jeder einzelne dieser aus seinem kulturellen und — im Falle mythologischer Überlieferung — erzählerischen Gesamtzusammenhang gerissenen „Belege“ bei genauerer Untersuchung fragwürdig erscheint, wird in der marktorientierten Darlegung dieses modernmythologischen Hirnfurzes auf die geisterschlagende Überzeugungskraft großer, aus vielen fremden Kulturen entnommener Materialsammlungen gesetzt. Bei dieser Vorgehensweise können auch dünne Geschichtchen und dürre Analogien in Sach- und Lachbüchern verwurstet werden, um ihre Seiten mit bullshit zu füllen, während die Autoren fröhlich darüber hinwegsehen, dass es kein einziges Artefakt von gesichert nichtirdischer Herkunft gibt — nicht einmal einen außerirdischen Aschenbecher.

Eine wenig beachtete, aber im modern-esoterischen Kontext durchaus gewöhnliche Erscheinung bei diesem Thema ist der latente Rassismus des Erklärungsmodelles. Antike monumentale Bauwerke werden durchweg als möglicherweise „außerirdisch“ und mit „UFO-Technologie“ erbaut eingestuft, wenn sie auf eine nicht-europäische Kultur zurückgehen, da Nichtariern solche technischen und organisatorischen Leistungen nicht zugetraut werden. Aber keiner von den Verfechtern der Präastronautik kommt auch nur auf die Idee, dass…

  • das Pantheon zu Rom mit seiner gewaltigen Betonkuppel, die über 16 Jahrhunderte hinweg die größte Kuppel der Welt war;
  • die Tempelanlagen der Akropolis zu Athen, für deren Bau große Marmormengen bearbeitet und mit antiker Technik auf einen über 150 Meter hohen Hügel transportiert werden mussten; oder auch
  • die aus der Jungsteinzeit stammende, monumentale Anlage „Stonehenge“ mit unbekannter religiöser, astronomischer oder kosmologischer Funktion, für deren Errichtung etliche riesige Steinblöcke mit steinzeitlicher Technik durch unwegsames, waldiges Gelände bewegt werden mussten

…ohne die Hilfe der „UFOnauten“ nicht zu wuppen gewesen wären. Die als kulturell überlegen gedachten Europäer benötigen für solche Vorhaben keine besondere Hilfe der „kosmischen Brüder“, anders als die Ägypter und die stein- und bronzezeitlichen Zivilisationen des alten Amerika bei ihren Pyramiden und sonstigen Großprojekten. Darin spiegelt sich wider, dass es vor allem Autoren aus dem europäischen Kulturkreis sind, die so eine Verneinung menschlicher Möglichkeiten vertreten, und in diesem Spiegelbild wird auch trübe erkennbar, was für eine Auffassung von europäischer Kulturüberlegenheit bei diesen Autoren und ihren leichtgläubigen Lesern vorherrscht.

*Zugegeben, das Latein des Zitates ist fürchterlich und ein recht abstoßendes Beispiel für die Sprache der alten Römer. Grobe Übelsetzung: Die Rune der Barbaren mag auf Tafeln aus Eschenholz gezeichnet werden; zu dem, was das Papyrus kann, ist auch das flache Stäbchen aus Holz geeignet.

Richtung und Garheit

Experts say an asteroid may destroy the Earth in 30 years. Tonight, get an early preview.

Programmankündigung NBC-TV für eine Sendung am 29. März 1998

Mitreden — Die dummen Menschen finden immer allerhand Rationalisierungen, um ihre selbstgemachte Dummheit zu rechtfertigen. Immer wieder höre ich von irgendwelchen Zeitgenossen die Frage, warum ich mich so sehr über den Auswurf der Contentindustrie aufregen kann, wo ich ihn doch eher indirekt mitbekomme, und gern wird diese Frage mit der „Feststellung“ gewürzt, dass ich als Verweigerer der Massenmedien zu diesem Thema gar nicht mitreden könne. Ganz so. Als ob einer selbst geisteskrank sein müsste, um die Krankheit zu erkennen und zu benennen.

Quellenvorteil — Unter allen Orten, von denen Pseudowissenschaft, Aberglaube und sonstiger verdummender, irrationaler bullshit in die Welt und schließlich in die Hirne der Menschen gehen, haben nur wenige ein größeres Budget als die großen Fernsehsender. Einer der Orte mit noch größerem Budget sind die Traumafabriken zu Hollywood.

Tolle special effects — Es ist doch seltsam, dass alle diese außerirdischen Angreifer und sonstigen Katastrophen der unterhaltsamen Apokalypse aus der Content-Industrie dermaßen häufig und zielstrebig New York als besonderen Ort der Zerstörung finden. Wer heiter genug ist, möchte denken, dass die Massenmordanschläge vom 11. September 2001, die ja ebenfalls in erster Linie massenmediale Wirksamkeit entfalten sollten, von Jahrzehnten solcher für die „Unterhaltung“ gemachten Produktionen vorbereitet, ja, vorgezeichnet und vorherbestimmt wurden.

Stempel — „Es ist alles nur show„, sagte er, und meinte damit die Darbietung in den Medien, insbesondere auch die politische Darbietung. Aber als ich ihn mir anschaute, als ich seine immer wieder zu affektive Stimme hörte, seine Gesten sah, die etwas gröber und ausholender als nötig waren, in aller Ruhe auf seine Kleidung und seine ganze Fassade blickte, da dachte ich mir, dass er damit auch sein Lebensmotto ausgesprochen haben könnte.

Stille — Hat sich eigentlich schon einmal jemand darüber gewundert, dass wir so viele aufwändige Produktionen der science fiction mit ihren typischen dramatischen Fehlern gesehen und gehört haben, so dass als Ergebnis dieser Massenstanze die meisten Menschen es inzwischen falsch fänden, wenn die Fortbewegung im Weltraum unter völliger Geräuschlosigkeit vonstatten ginge? Denn genau das wäre im realen Vakuum des Raumes der Fall. Aber es scheint unvorstellbar, dass jemand einmal eine solche Darstellung wagte.

Stars — Eine ganze Generation von Menschen ist herangewachsen, die kein Leben außerhalb der ständig beleuchteten Städte kennengelernt hat. Diese Menschen haben nicht einmal nächtens nach oben geblickt und dabei den richtigen mit Sternen übersprenkelten Himmel gesehen, ihnen ist gerade der Anblick jener fünfzig bis hundert helleren Objekte vertraut, deren Licht noch durch den unentwegten Leuchtedunst dringen kann. Sie kennen den Anblick eines Nachthimmels im besten Falle aus dem Kino, wenn ein solcher Anblick wieder einmal aus romantischen Gründen in einen Film verbaut wird. So einfach lässt sich die Wirklichkeit durch ein Surrogat ersetzen, natürlich durch ein kostenpflichtiges.

Ufologie — Der moderne volkstümliche Mythos von den „fliegenden Untertassen“ wäre von seiner psychologischen Kraft her nicht lange lebensfähig gewesen, wenn er nicht auf die Massenmedien eingewirkt hätte, und wenn die Massenmedien ihrerseits diesen Mythos nicht immer wieder psychologisch gefüttert und kostenpflichtig bedient hätten. Ein Nichts hat sich durch einen gesellschaftlichen Prozess in den wenigen Jahrzehnten seit Adamskis initialier Sichtung zu wirkmächtiger Existenz aufgebläht, so sehr, dass heute wohl jeder Mensch zu sagen können glaubte, wie ein UFO aussieht und es als so etwas wie eine „fliegende Untertasse“ beschriebe, obwohl er ein derartiges Objekt noch nie als wirkliche Erscheinung gesehen hat. (Was. Daran liegt, dass solche Objekte keine Existenz außerhalb der Psyche haben.) Und nicht nur das, ferner werden allerlei an sich menschliche Eigenschaften in diesen kollektiven psychischen Konstrukt projiziert, ja, sogar regelrechte Erwartungen individueller und globaler Erlösung. Wer immer schon einmal wissen wollte, wie eine Religion entsteht, muss sich nur anschauen, wie die fluchtvollen Träume der Einzelmenschen mit ihrem beschädigten Dasein von einem überpersonalen gesellschaftlichen Prozess integriert werden und damit den Prozess erhalten — und den Lebensschaden für viele.

Verschwörung — Es gibt unglaublich viele Sites im Internet, die mir und anderen Lesern erzählen wollen, dass eine Verschwörung globalen Ausmaßes im Gange ist und dass nahezu alle Medien und viele Persönlichkeiten in den Händen der Verschwörer sind und dass wir alle fehlinformiert werden. Und weil diese Aussage. Für sich betrachtet. Ein wenig geisteskrank klänge, wird sie auch mit allerlei Belegen belegt, und zwar mit Belegen aus ausgerechnet jenen manipulierten Medien der Verschwörer, denen doch misstraut werden sollte.

Ökonomie — Es ist eine Verschwendung beschränkter geistiger Kraft, sich mit jedem Detail des ganzen bullshits zu beschäftigen. Es reicht hin, die Kernaussagen zu erkennen, sich auf diese zu konzentrieren, diese in aller Klarheit zu widerlegen und sich nebenher nicht darum zu kümmern, dass von solcher Widerlegung unbeachtet immer mehr künstliche Details zur Verblendung des Publikums hervorgebracht werden. Bei denen, die vom bullshit leben, ist die Erzeugung von künstlichen Details ein geradezu automatischer Vorgang geworden, sie sind sehr geübt darin. Worin sie hingegen überhaupt nicht geübt sind, das ist, Einsicht in die eigenen Fehler zu bekommen und daraus zu lernen. Nur. Wer sich in solcher Ökonomie des Denkens übt und sich deshalb nicht mehr im Unsinn der künstlichen Detais verheddert, der gewinnt viel frei-werdende geistige Kraft — zum Denken, zum Lieben, zum Hassen und zum Leben jenseits des alles erstickenden bullshits.

Das Hochhaus zu Babel — Nicht nur für Individuen in ihrer körperlichen Beschaffenheit, auch für ganze Gesellschaften mit allen ihren Strukturen gilt diese einfache Wahrheit über den Selbstmord durch Sprung aus großer Höhe: Es ist nicht der Fall der tötet, es ist der plötzliche Stopp, der Aufprall. Ich wünsche weiterhin einen guten Flug und eine rechtzeitige Ankunft! :mrgreen:

Richtung und Garheit (23)

Glauben Sie wirklich, der Mond ist nicht da, außer wenn jemand hinschaut?

Albert Einstein (polemisch zur Quantentheorie)

Mondbesitzer — In Westerkappeln (Westfalen) lebt ein gewisser Martin Jürgens, der Eigentumsrechte am Mond beansprucht. In seinem Besitz ist eine Schenkungsurkunde, ausgestellt und unterschrieben vom preußischen König Friedrich dem Großen. In dieser Urkunde wurden der Familie Jürgens die Rechte am Mond übertragen, und es wurde ferner in aller gebotener Form vom Könige verfügt, dass dieses Eigentum am Mond jeweils auf den jüngsten Sohn weitervererbt werden soll. Auf diese Weise hat der König seinen Dank gegenüber einem besonders beflissenen Schergen Ausdruck verliehen, und natürlich hat sich der manchmal recht zynische Alte Fritz in seinem herrschaftlichen Wahn gar nicht erst die Frage gestellt, wer oder was ihm eigentlich das Recht gibt, den Mond zu verschenken. Hätte der Sprössling des als adlig bezeichneten Großräubertums stattdessen ein Stück Land auf der Erde verschenkt, denn wäre die Familie Jürgens wohl bis heute eine jener privilegierten Familien mit jenem großen Landbesitz, der dauerhaften Reichtum hervorbringt. Denn im Gegensatz zum Verschenken des Mondes stellt bis heute niemand die Gültigkeit einer solchen königlichen Schenkung von irdischem Land in Frage, viele derartige Verfügungen sind bis heute in Kraft, den Erben der Begüngstigten zum Geldquell. Wer es freilich absurd findet, dass jemandem der Mond gehören könnte, wie kann der es nicht wenigstens fragwürdig finden, dass irgendein Mensch Besitzrechte an irdischem Boden hat?

Steine — Das wesentliche Ziel des sowjetischen Raumfahrtprogrammes „Luna“ aus den Sechziger Jahren war es, noch vor den USA eine Probe Mondgestein zur Erde zu befördern. Hierzu wurde eine Proton-Rakete eingesetzt, die mit einem Startgewicht von rund 585 Tonnen eine Nutzlast von etwa 6000 Kilogramm zum Mond befördern konnte. Diese brachte eine Mondsonde in eine Umlaufbahn um den Mond, die mit den Steuertriebwerken der Sonde so angepasst werden sollte, dass der mondnächste Punkt der Bahn über dem geplanten Landegebiet lag. Dieser Punkt sollte der Oberfläche immer näher gebracht werden, und die immer noch hohe Geschwindigkeit sollte dann durch ein kleines Triebwerk reduziert werden, so dass es schließlich zu einer Landung auf dem Mond kommt. Nach der Landung würde die Bodenprobe mittels eines Bohrers entnommen und in die 39 Kilogramm wiegende Rückführkapsel überführt, die dann direkt zur Erde startet und von einem Fallschirm gebremst in der Sowjetunion landet. In dieser Kapsel sind bei planmäßigem Verlauf maximal 200 Gramm Bodenprobe vom Mond. Wer meint, dass dies doch ein recht monströses Projekt zur Gewinnung einiger Steine ist, der übersieht, dass der technische und finanzielle Aufwand der USA mit dem bemannten Apollo-Programm wesentlich höher war. Die Sonde Luna 15 wurde am 13. Juli 1969 gestartet, drei Tage vor dem Start von Apollo 11, die Mission schlug allerdings fehl und die Sonde stürzte unplanmäßig hart auf die Mondoberfläche. Die Apollo-Astronauten der USA in ihrem kleinen Raumschiff sahen sie vor diesem Scheitern noch vorbeiziehen, bevor sie ihre erfolgreiche Mission durchführten und insgesamt 21,6 Kilogramm Bodenproben einsammelten und zur Erde zurückführten. (Mit späteren, erfolgreichen Missionen des Luna-Programmes hat auch die Sowjetunion gut 300 Gramm Mondgestein gewonnen.) Wesentlich günstiger wäre es freilich gewesen, auf der doch recht nahe gelegenen Erde zu suchen, führt doch immer wieder einmal der Einschlag eines Metoriten auf dem Mond dazu, dass lunares Gestein herausgeschlagen und zur Erde befördert wird; dies geschah im Laufe der Jahrmilliarden derart häufig, dass wohl jeder schon einmal einen Stein in der Hand hatte, der vom Mond stammt. Im Jahre 1979 wurde in der Antarktis der erste Meteorit gefunden, der sicher als Mondgestein identifiziert wurde, mit gleicher Sicherheit kennt man heute einige Dutzend derartige Meteoriten. Für eine wissenschaftliche Untersuchung sind sicher als Mondgestein identifizierte Meteroiten sogar wertvoller, da sie mit gleicher Wahrscheinlichkeit aus jeder lunaren Geländeform stammen können und nicht nur die möglicherweise speziellen Verhältnisse eines recht beschränkten Ortes der Probeentnahme widerspiegeln. Vermutlich gab es bei allen Mondprogrammen während des kalten Krieges nur eines, was noch monströser als der technische Aufwand war, und das war die zugehörige Propaganda.

Der Hunger — Bei der Vorstellung hungernder Menschen denkt beinahe jeder Mensch in der BR Deutschland nach allen werbenden Anstrengungen des Spendengewerbes an Afrika, und an die großflächig plakatierten Kinderaugen mit reklamewirksamer Fliege darunter, die zum modernen Ablasshandel rufen. Und in der Tat. Ist die permanente Unterernährung dort oft die Ursache für ein schreckliches Verrecken der davon betroffenen Menschen. An die Zustände in großen und reichen Industrienationen wird hingegen weniger gedacht. Im Jahre 2005 waren in den USA über 10 Millionen Menschen wegen ihrer Armut von permanenter Unterernährung betroffen, und gut 35 Millionen Menschen hatten nicht die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, das ist immerhin ein Achtel der Bevölkerung. Im November 2006 haben die Regierenden der USA dieses Problem „gelöst“, indem sie seitdem in ihren offiziellen Statistiken nicht mehr von klar und deutlich vom Hunger, sondern vorsätzlich verschleiernd von „sehr geringer Nahrungssicherheit“ sprechen, als ob solcher Neusprech etwas an den Tatsachen änderte. Unterdessen wird in den USA immer mehr Mais zu Treibstoff für den Irrsinn der Individualmotorisierung verarbeitet und steht nicht mehr als Nahrungsmittel zur Verfügung, so dass sich im benachbarten Mexiko viele arme Menschen nicht mehr ihre Tortillas leisten können.

U-FOol-ogie — Wenn die Religion das Opium des Volkes (Marx) oder das Opium für das Volk (Lenin) ist, denn ist die gegenwärtig von so genannten Sachbuchautoren in Geld verwandelte UFOlogie mit ihrer parareligiösen Mimikry das LSD des Volkes: Eine stark halluzinogen wirkendes Drogensurrogat für schlichte Gemüter mit zu großer Angst vor richtigen Drogen, das sogar dazu führt, dass sonst recht unauffällige Zeitgenossen den Anblick der Venus für eine persönliche Begegnung mit einem Raumschiff außerirdischer Zivilisationen halten, die ihre hütenden Augen über das Treiben der Menschheit an den Himmel kleben. Da kann man doch gleich den geist- und verantwortungslosen Irrsinn der irdischen Zivilisation weitertreiben, es sind ja mächtige Wesen da, die jederzeit eingreifen können.

Mit fröhlichem Gruß an Werner Walter, CENAP

Psychische Fotografie

Es ist schon viel mit der guten Vorbedeutung gewonnen, und der Aberglaube selbst ist nützlich, wenn er im Vertrauen bestärkt. Denn Hauptereignisse und wahre Unglücksfälle abgerechnet, nehmen die Dinge meistenteils die Farbe der Seele an.

Wilhelm von Humboldt (an eine Freundin)

Jedes Foto und jedes Video von einer „fliegenden Untertasse“ ist eine Fälschung. Jedes Foto und jedes Video von einer „Spukerscheinung“ ist eine Fälschung. Aber das heißt nicht, dass aus diesem von einer lüsternen Journaille, einem spektakelgeilen Internet und vielen Autoren so genannter „Sachbücher“ breit getretenen Material gar nichts zu lernen wäre. Diese Bilder geben getreulich wider, was sehr viele Menschen zu sehen wünschen, um ihren inneren, psychischen Zustand in aller seiner intellektuellen Unreife entgegen dem leidigen Verstand als äußere Wahrheit glauben zu können. In einer sehr bemerkenswerten Weise entsteht in einem Seitenbereich des gesellschaftlichen Prozesses ein Foto der menschlichen Seele als dürres, bleiches, dünstelndes und unwirkliches Wesen, das sich zwar immer wieder einer immensen Aufmerksamkeit und damit auch einer Vermarktbarkeit als Content erfreuen kann, das dabei aber alles in allem genau so lächerlich und gering geachtet wird wie die Seele selbst, deren schmerzvolle Abschürfung im Wort vom „Nur-Psychischen“ verhöhnt wird.

Ist es da ein Wunder, dass die „Außerirdischen“ so menschförmig aussehen? Und so unmenschlich zugleich?