Tag Archive: Twitter


Der Börsenwert

Der so genannte „Börsenwert“ ist so weitgehend von der wirtschaftlichen Wirklichkeit der damit an einem Wettzettelmarkt bewerteten Unternehmungen entkoppelt, dass ein einziger Tweet reicht, um ihn zu manipulieren und um elf Prozent zu verschieben. [Archivversion] Das hindert Journalisten aber nicht daran, die Zahlen und Entwicklungen zu vermelden, als handele es sich dabei um richtige Nachrichten.

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Wer ungefilterte und unzensierte Kommunikation im Internet haben möchte, darf halt keine Dienste benutzen, die willkürlich einsetzbare Filter- und Zensurmöglichkeiten haben. Die meisten Menschen sollten doch immer noch etwas mehr Gehirn haben als der gegenwärtige Präsident der USA.

Über tausend Herzchen…

Tweet von @PolizeiMuenchen, verifizierter Account: Eine traurige Nachricht: Die Zahl der Toten steigt auf 8. #Schießerei #oez #münchen -- Gefällt: 1083

Twittermatrix

Menschen sitzen vor ihrer Twitter-Timeline (oder haben sie im Telefon) und schauen drauf, als blickten sie mit leeren Augen in die Matrix — nur getröstet durch die klebrige Illusion, dass sie externe Beobachter der Matrix seien.

Social Media

„Social Media“, sagte der Vorübergehende, „diese sozialprostitutive Infantilsierungs- und Verdummungsmaschine, in der selbst die aufmerksameren Menschen erst ein Stubserchen mit dem Presslufthammer bekommen müssen, bis sie kurz bemerken, was es wirklich ist: eine Stasi-Akte zum Selberschreiben. Aber keine Sorge, schnell schnell wird es wieder verdrängt und vergessen, denn das Buhlen um Aufmerksamkeit und mechanisch-nekrophile Technokuscheleien in Herzchen- und Däumchenform auf den S/M-Websites¹ verträgt sich gar nicht mit der auch nur leisesten Idee von menschlicher Würde und von Privatsphäre“.

¹S/M ist meine Abk. für „Social Media“. Aus Gründen.

Was am Ende herauskommt

Twitter, dieses „Licht“ am Enddarm des Internet.

Tweet von Hans-Jörg Vehlewald, Chefreporter für Politik bei der Bildzeitung: '#70.auschwitz.org TV-Reporter im Schnee (Felljacke,Winterstiefel), beginnen zu verstehen, wie Überlebende vor 70 J. im Häftlingshemd litten'

Werter „Qualitätsjournalist“!

Ich möchte dich nur darauf hinweisen, dass ich die von dir seit Monaten gelieferten Artikel nicht benötige, in denen du deinen Lesern erzählen willst, was „das Netz“ über irgendein Ereignis „denkt“. Ja, genau so drückst du dich wirklich aus. Es ist für mich — und vermutlich für beinahe jeden deiner Leser — völlig verzichtbar und nicht das Verständnis bereichernd, dass du ein paar ausgewählte Textstummel vom — wie du das auch immer so wortblendend pseudosachlich nennst, ohne damit der Sache auch nur entfernt gerecht zu werden — „Kurznachrichtendienst Twitter“ zitierst, diese als „Denken des Netzes“ bezeichnest und mit ein paar entbehrlichen, durchaus mit Übung, aber dafür ohne Geist geschriebenen und professionell glatten Worten ausstopfst, um sie zu einem schnell verfassten und recht inhaltslosen 800-Wort-Artikel auf deiner „qualitätsjournalistischen“ Website aufzubauschen. Ich weiß nicht, ob es dir klar ist, aber die Menschen, die diese „qualitätsjournalistische“ Website betrachten können, können auch Twitter betrachten oder sogar aktiv mitbenutzen, und die Verwendung einer offen sichtbaren Suchfunktion stellt kaum jemanden vor eine so hohe Hürde, dass du dich als Berichterstatter des Nonsens hinstellen müsstest, um ein paar Ergebnisse deines „qualitätsjournalistischen“ Suchens zu einem Thema abzuschreiben.

Eine Frage allerdings, werter Qualitätsjournalist, die will mir einfach nicht aus dem Kopf: Wie viel Geld bezahlt dir und deinen Kollegen eigentlich diese Klitsche ohne seriöses Geschäftsmodell¹ namens „Twitter“ dafür, dass du ihren Webdienst immer und immer wieder als das „Denken des Netzes“ vor die Augen deiner von dir verachteten und zum spiegelnden Ausgleich von deiner Tintenkleckserei zu Tode gelangweilten Leser stellst und zitierst? Oder bist du etwa so dumm und machst derartig aufdringliche Schleichwerbung im redaktionellen Teil kostenlos?

Wenn du schon nicht damit aufhörst, wäre es nett, wenn du wenigstens diese Frage beantworten könntest. Keine Antwort ist übrigens auch eine…

Dein dein Geschreibe „genießender“
Nachtwächter

¹Davon leben zu wollen, dass man die Kommunikation der Menschen mit unerwünschter Reklame vergällt, ist kein seriöses Geschäftsmodell und letztlich zum Scheitern verurteilt.

Qualitätsjournalisten über Twitter

Jedes Mal, wenn ein „Qualitätsjournalist“ Twitter in seinen Nachrichtentexten als einen „Kurznachrichtendienst“ bezeichnet, spiegelt sich in dieser Wortwahl auch deutlich, als was dieser „Qualitätsjournalist“ die von ihm industriell mitproduzierten Nachrichten erachtet: Als überwiegend bedeutungslose Füllmasse, gepresst aus Unwichtigem und Belanglosem, die schnell durchscrollt und genau so schnell wieder in das schwarze Vergessen sinkt…

Es ist doch egal, was er twittert

Wenn man die gegenwärtige contentindustrielle Berichterstattung über die Twitter- und Facebookunlust des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück betrachtet, bekommt man den Eindruck, es sei aus der Sicht der Autoren vollkommen gleichgültig, was der Kandidat sage, so lange es nur über die beiden kommerziellen Websites Facebook und Twitter geschehe — denn dann, so die „Logik“ dieser Autoren, werde ihn die „Netzgemeinde“ (ein Wort der Presse, das schon nach einer verschrobenen, weltfremden Sekte klingt) schon wählen. Auf drängende inhaltliche Fragen wie Netzneutralität, Urheberrecht, Abmahnungen als Geschäftsmodell, Tracking durch die Betreiber von Social-Media-Sites und Werbeunternehmen, Datenschutz, Privatsphäre, staatliche und contentindustrielle Überwachungs- und Zensurbegehrlichkeiten oder die Gewährleistung des Rechtes auf anonyme Nutzungsformen kommt es aus der Sicht dieser „Qualitätsjournalisten“ nicht an, deshalb spielen solche Themen in dem twitterbesoffenen Geschreibsel der „Qualitätsjournalisten“ auch keine Rolle. In der Form, in der diese professionellen Schreiber einen Politiker zur Teilhabe am Internet zu drängen suchen und ihn für seine Nichtteilhabe teils scharf kritisieren, teils offen verspotten, spiegelt sich sehr deutlich wider, dass diesen Schreibern das Internet fremd ist — und dieses Fremdeln scheint, wie sich an der blinden Betrachtung „Wenn er twittert, wird er als einer von ihnen wahrgenommen“ zeigt, in einer tiefen Verachtung der Intelligenz und Würde der Internetnutzer zu wurzeln.

Wenn diese breit verabreichte Verachtung von den Nutzern und Gestaltern des Internet zurückgegeben wird, sollten sich solche „Qualitätsjournalisten“ nicht darüber verwundern.

Twitter-Revolutionen?

Never a revolution will be twittered again - ZENSOR

Twitter-Revolutionen? Nein, so etwas wird es niemals mehr geben

Im Zwitschern verloren

Und der Nachtwächter sagte: Twitter ist, wenn aus einer Beeinträchtigung wie ADHS eine technische Infrastruktur und eine Institution des Internet wird.