Tag Archive: Tinnef


Symbolbild

Junkfood-Dose mit Fußballmotiv und aufziehbare Spieluhr, die das Deutschlandlied spielt, reduziert

Das Objekt ist gefüllt mit teurem Junkfood. Es besteht aus Blech. Eine Spieluhr ist darinnen. Diese kann man aufziehen, mit gewollter Drehung eine Feder unter Spannung setzen. Dann erklingt sogleich „Einigkeit und Recht und Freiheit“ in mechanischem Geklirr. Nach kurzer Zeit verlangsamt sich die Melodie, weil die Federspannung nachlässt, bis die aufgezogene Feder schließlich wieder völlig entspannt ist und Ruhe einkehrt. Dieses Gesamtkunstwerk wurde mit Fußballmotiven bestempelt, weil ein paar Wochen lang Korruptions-, Polit-, Brüll- und Geldball in Presse und Glotze lief. Jetzt wird es verramscht und ist doch noch zu teuer. Ein treffliches Symbolbild für so vieles in Deutschland… 😦

Werbeanzeigen

Geschenkartikel

Die so genannten „Geschenkartikel“ heißen so, weil niemand so einen Tinnef selbst behalten wollte; sie sind für den Wegwurf des Schenkens industriell produziert und belegen, dass im Überdruss des Überflusses der Idee des Schenkens alles darin einst einmal Beglückende verloren gegangen ist.

Heiterkeit und Frohsinn

Das Leben gibt Ihnen Rätsel auf? Hier gleich noch eines: Wozu sollen die Lustigen Kühe gut sein? Die Lösung finden Sie, wenn Sie erspüren, wie viel Heiterkeit und Frohsinn die Lustigen Kühe in Ihr Leben bringen. Aus Keramik, ca. 10x10x6 cm. Lustige Kühe 4,50 Euro

Lavendel

In einem Werbeprospekt wird eine Klobürste für knapp vier Euro angeboten. Zu den im Text beworbenen Eigenschaften gehört auch das Versprechen „Mit Lavendelduft„. Das ist genau das richtige Angebot für diejenigen Menschen unter uns, die immer wieder einmal auf die Idee kommen, an ihrer Klobürste zu riechen.

Pokémon

Pokémon — ein japanisches Wort mit der ungefähren Bedeutung: „Den Kindern in Europa und Nordamerika die letzten Taschengeldgroschen dafür aus der Nase ziehen, dass man ihnen Berge von industriell gefertigten und lebenspraktisch nutzlosen Tinnef unter dem claim ‚Schnapp sie dir alle‘ und dem Vorwand einer bunten, interessanten Fantasiewelt verkauft“.

Telleruhr

Telleruhr

Der Teller, die aufgemalten pflanzlichen Geschlechtsorgane, die Zeit! Eine interessante, industriell erstellte Metapher hängt da an der Wand; ein Gesamtwerk, dessen tieferer Sinn sich wohl nur dekorationswütigen Frauen erschließt…

Kaffee, Ei und Pad

Der Kaiser hat ja gar keine Kleider an…

Der Name iPad für diesen Tablettrechner von Apple ist schon sehr passend. Er erinnert von seinem Klang her an einen anderen, recht erfolgreichen Versuch der Werber, den Menschen für nutzloses Zeug Geld aus der Tasche zu ziehen, an die (von Werbern) so genannten „Kaffee-Pads“. Es ist ja nicht so, dass die Zubereitung der täglichen Droge für die Ermüdeten und Ermatteten eine besondere Schwierigkeit gewesen wäre, aber plötzlich sollte es noch einfacher und noch besser werden. Dafür musste der Depp Mensch, der an so angepriesene Vereinfachungen glaubte, nur eine spezielle Kaffeemaschine erwerben — und außerdem den Kaffee fortan in speziellen, schon portionsweise abgefüllten Wegwerf-Pads kaufen. Diese waren zwar „etwas“ teurer, aber wer auf ein paar psychologisch optimierte Werbefilmchen hereinfällt, die ihm eine riesige Vereinfachung und eine neue Ekstase des Genusses zum täglich Putschwasser versprechen, der merkt auch nicht mehr, wenn das Pfund Kaffee in dieser Darreichungsform auf einmal um die fünfzehn Euro kosten soll. Was ist schon eine Preissteigerung um mehrere hundert Prozent, wenn doch alles besser und einfacher geworden ist? Irgendwann scheint es Mitmensch Denkverweigerer dann doch noch gemerkt zu haben, und zwar vermutlich erst, als das Geld aus unerklärlichen Gründen für andere Genüsse fehlte. Denn auf einmal gab es auch leere Kaffee-Pads, die selbst mit Kaffee aufgefüllt werden konnten, so dass auch der als Vorzug angepriesene Komfort dieser Zubereitungsart dahin war. Macht aber nichts, denn der Angehörige der Zielgruppe „Möchtegern-Hedonist mit geringer Tendenz zur Entwicklung von intellektueller Kapazität“ hat ja schon ordentlich Geld gelegt und sich nebenbei dauerhaft zur Zielgruppe eines recht sinnfreien Angebotes teuren Kaffees gemacht, während der richtige Hedonist sich das Leben versüßt, indem er darauf verzichtet, sein Hirn der Werbung auszusetzen, seinen Kaffee auf die althergebrachte Weise aufbrüht und ganz nebenbei eine Menge Geldes übrig hat, das er sinnvolleren Verwendungen zuführen kann.

Natürlich kann sich der Käufer so einer Pad-Kaffeemaschine dafür wenigstens einreden, dass er etwas Besseres hat. Die Werbung hilft ihm ja auch dabei… 😉

Wie gesagt, ich muss daran denken, wenn ich den Namen iPad für diesen recht krüppligen Tablettrechner von Apple höre. Und ich finde, dass da nicht nur eine Ähnlichkeit in der Bezeichnung vorliegt, mit der die Werber Menschen zu Käufern solchen Tandes machen wollen.

Apple-Fanboys und sonstige Trolle bitte den Kommentarbereich vollgöbeln. So viel Satire, wie von Apple-Anhängern unfreiwillig produziert wird, kann sich der heiterste Satiriker nicht ausdenken…