Tag Archive: Tiere


Massentierhaltung

Menschen sind Lebewesen, die seit Jahrzehnten gegen die Massentierhaltung in der Landwirtschaft aussprechen, aber kein Problem damit haben, wenn vergleichbar pathogene und widerwärtige Zustände bei der Unterbringung von Menschen in Städten auftreten, ja, Lebewesen sogar, die freiwillig in die Städte strömen und dort das dichteste Gedrängtsein in den Stallungen ihrer Freizeitgestaltung suchen. Die Tierliebe ist ein Spiegelbild des allgemeinen Menschenhasses, der leicht zum pathologischen Selbsthass — auch nichts weiter als ein Zerrbild des Narzissmus — werden kann.

Tierkostüm

Wie gern und häufig es der Menschenhass versteht, sich als Tierliebe zu verkleiden…

Gruß an M.S.

Löwenfreunde

Ob jene Menschen, die sich so sehr darüber empören, dass der Kopenhagener Zoo jetzt nach der Tötung einer Giraffe wegen Platzmangels auch vier Löwen zu tötete, es wohl begrüßt hätten, wenn die Löwen einfach in Kopenhagen freigelassen worden wären? Mit genügend Gitter dazwischen wird die Zuneigung zur Raubkatze im Zurschaustellungs-Kasten doch gleich viel größer…

Der falsche Tierfreund

Gar nicht so selten gelingt es einem ausgeprägten und kompromisslosen Menschenhass, sich als tiefe, verständnisvolle Tierliebe zu tarnen.

Der erste Impuls

Der Vorübergehende sagte zu seiner Begleiterin, die von Liebe und Vertrauen sprach: „Mein erster Impuls, wenn ich ein Tier sehe, ist es, dass ich in die Hocke gehe, um mich auf die Höhe des Tieres zu begeben, dass ich es anlocke, dass ich es anspreche. Ich sehe, dass schon die Kinder, kaum können sie gehen, wohin sie wollen, diesen ersten Impuls haben, und dass viele Erwachsene ihn niemals verlieren. Mein erster Impuls, wenn ich einen Menschen sehe, ist, dass ich Augenkontakt vermeide und dass ich hoffe, dass der Mensch schnell wieder weg ist. Ich sehe, dass schon die Kinder, kaum können sie gehen, wohin sie wollen, diesen ersten Impuls haben, und dass viele Erwachsene ihn niemals verlieren. Die Erfahrung, die diese nicht angeborenen Impulse formt, ist. Schon früh und überreichlich zu machen“.

Schnell und schmerzlos

Der Vorübergehende sagte zu seinem Begleiter, der jedes Mal, wenn er die so einprägsamen und doch so gründlich verdrängten Bilder aus der Massentierhaltung und aus den Schlachthöfen dachte, diese Mischung aus Ekel, Scham und Hilflosigkeit empfand: „Die Tiere müssen eben, wenn man sie schon aufisst, schnell und schmerzlos getötet werden, nachdem sie ein glückliches Leben ohne materiellen Mangel hatten. Ich habe kein glückliches Leben ohne materiellen Mangel. Und du?“

Der Katzenfreund

Der Zeitgenosse sagte zum Vorübergehenden: „Ich mag gern Katzen. Aber meine Wohnung ist zu klein, es wäre Tierquälerei, hier eine Katze zu halten“. Er hielt seine Wohnung für zu klein, um eine Katze darin zu halten. Und. Er hielt seine Wohnung nicht für zu klein, um einen Menschen darin zu halten.

Der beste Freund

Einen großen Teil seiner allgemeinen Beliebtheit beim Menschen verdankt das Haustier der Tatsache, dass es existenziell abhängig ist und nicht damit beginnen kann, ob seiner Lage zu argumentieren.