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Thilo Sarrazin

Als der Zeitgenosse zum Vorübergehenden sagte: „Die SPD hat Thilo Sarrazin ausgeschlossen“, da antwortete der Vorübergehende nur: „So lange Gerhard Schröder nicht mit einem Parteiausschluss rechnen muss, ist die SPD kaputt; so lange Gerhard Schröder zu jeder Parteiveranstaltung eingeladen und wie ein Held gefeiert wird, ist die SPD faschistoid; so lange die Gestalten und Gedanken aus der Schröderzeit weiterhin das Gesicht der SPD prägen, sieht die SPD wie ein anderer Körperbereich mit zwei Backen aus. Gerhard Schröder war der Donald Trump der BRD, etwas provinzieller, aber mit genau so großer narzisstischer Persönlichkeitsstörung und genau so gefährlichen Realitätsverlusten: Ein empathieloser Opportunist und Psychopath, dem die Folgen seines Tuns völlig gleichgültig sind. Sarrazin war doch nur eine Randfigur, wenn auch eine zur markttotalitär-menschenverachtenden Politik der SPD perfekt passende Randfigur, wie Schröder aufgeblasen von einem miesen Journalismus, dem jede Empörung recht ist, wenn man mit ihr nur die Werbeplätze vermarkten kann“.

Thilo Sarrazin

Ein Mensch, der es schafft, von einem deutschsprachigen politischen Buch über eine Million Exemplare zu verkaufen und dessen Thesen durch den medialen Apparat einer noch breiteren Öffentlichkeit vor die Augen gestellt werden, und der sich dennoch mit geübter Geste vorm contentindustriellen Apparat mit seinen Mikrofonohren und Kameraaugen in Pose wirft und als geübter Lügner so tut, als würde er totgeschwiegen, tugend-terrorisiert, ausgegrenzt, marginalisiert und mundtot gemacht, ist eine fleischgewordene Karikatur. Dass er allerdings mit gut eingenommener Opferpose auch Abnehmer für dürftig belegte Forderungen finden kann, das hat er sich mit großer Schläue von der Kommunikationskultur des längst im gartenzwergigsten Bürgertum angekommenen Feminismus abgeschaut.