Tag Archive: Sport


Mesut Özil

Wie sehr du dich auch anstrengst, du wirst nie einer von uns

Serap Güler

Ein Fußballspieler, der wegen eines (in meinen Augen dummen, aber niemand erwartet von Sportlern eine Intelligenz, für die sie ja auch nicht bezahlt werden) Fotos geächtet wird, während die ethisch bankrotte Bundesregierung, die als Teil ihres politischen Gestaltungswillens Kriegswaffen an die gleiche Türkei liefert, keinerlei Beachtung dafür erfährt.

Ist eigentlich schon vergessen, wie dieses Arschloch von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder den sogar von Verstorbenen gewählten autokratischen Despoten Wladimir Putin einen „lupenreinen Demokraten“ nannte und dafür bis zum heutigen Tag reichlich Belohnung empfängt? Der hat so wenig Ächtung dafür erfahren, dass er bis zum heutigen Tag von seiner SPD zu großen Veranstaltungen und Wahlkämpfen eingeladen wird und dass er bis zum heutigen Tag die Politik der SPD prägt. Das ist wesentlich schlimmer als ein Fototermin, zumal Gerhard Schröder nicht einmal zu seiner Entlastung anführen könnte, russische Wurzeln zu haben.

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Beflaggt

Als er an einem Balkon im Lande Balkonien vorbeiging, der vom Bewohner des Wohnschließfaches anlässlich der laufenden FIFA-Fußballgeldmeisterschaft gleich mit sechs im lauen Winde wehenden Flaggen dekoriert wurde, sagte der Vorübergehende zu seiner Begleiterin: „Dieser Mensch hätte damals wohl auch die schwarz-weiß-roten Flaggen mit der Swastika in den öffentlichen Blickraum gehängt, wenn es ihm in einer Werbung nahegelegt worden wäre“.

Gesund und lange leben…

„Du meist also, ich solle Sport treiben und grundlos rennen und Stress haben, damit ich gesünder und länger lebe“, sagte der Vorübergehende zum tiefgläubigen Missionar aus der Medienkirche zur Körperertüchtigung zwecks Erhalt und Steigerung der hl. Produktionskraft. Und. Er setzte fort: „Dreihundert Jahre ist die Riesenschildkröte alt geworden, und doch hat sie niemand jemals rennen sehen“.

Politiksportverein

Ich wünsche mir, dass die Ähnlichkeit von Politik und Sport noch größer wird; dass sie sich nicht länger nur darauf beschränkt, dass die qualitätsjournalistische Berichterstattung über Politik immer emotionalisierender, irrationaler und manipulativer wird, sondern dass demnächst auch die ganzen Politiksportvereine — heute noch unter dem Namen Parteien bekannt — damit beginnen, Trikots an ihre Politiksportler auszugeben, auf denen die Logos der wichtigsten Sponsoren deutlich sichtbar sind. :mrgreen:

Ach ja, 2016! Frohes neues Jahr…

„Sauberer Sport“ in Sicht

Doping wird im Sport genau dann keine wesentliche Rolle mehr spielen, wenn das unseriöse Geschäft mit Sportwetten größer und wichtiger als das ebenso unseriöse Geschäft mit Reklame im Sport geworden ist — wo man die Ergebnisse für den Wettbetrug einfach abspricht, ist Doping sinnlos geworden.

Neoschamanischer Feuerzauber kombiniert mit Hitech

Der Mensch, der den ersten „olympischen“ Fackellauf angeordnet hat, wäre sicherlich entzückt von diesem Schlenker durch den erdnahen Weltraum gewesen, den die Fackel durch Russland nimmt, um die Menschen mit monströsem, psychomanipulativen Spektakel auf die nächste kommerzielle Doping-Leistungsschau einzustimmen.

Jim Fixx

Jim Fixx (1932-1984) war Autor des Buches The Complete Book of Running, das im Jahr 1977 für elf Wochen die Bestsellerlisten anführte. Diesem Buch ist der Anfang der US-amerikanischen Fittness-Bewegung zu verdanken, ebenso die Popularisierung des Laufsports und der allgemeine Glaube an die gesundheitlichen Vorzüge regelmäßigen Joggens. Jim Fixx starb am 20. Juli 1984 im Alter von 52 Jahren an einem plötzlichen Herzinfarkt, unmittelbar nach seinem täglichen Lauf.

Sportwelt

Sie las ihrem Begleiter laut vor, was auf dem Wegweiser im Supermarkt steht: „Sportwelt im vierten Obergeschoss“. Der Vorübergehende ergänzte ungebetenerweise, wie gut es doch sei, dass eine Rolltreppe nach oben führte…

Halb und falsch

Auch wegen der vielzitierten Worte des römischen Dichters Juvenal (58-130 nach unserer Zeitrechnung) „Mens sana in corpore sano“ — ein gesunder Geist (ist) in einem gesunden Körper — peitschen sich immer noch Menschen zu allerlei geistloser, mechanischer Körperbetätigung in der ans Wahnhafte grenzenden Jagd nach Fitness und Gesundheit auf. Was diese Menschen nicht wissen, ist, dass dieser „Satz“ sinnentstellend zitiert ist, dass Juvenals Aussage völlig anders lautet. Zitierte man den vollständigen Satz Juvenals — „Orandum est ut sit mens sana in corpore sano“ — so lautete die Übersetzung zutreffender: Wünschenswert ists, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei — und das wäre in der Tat auch heute noch genau so wünschenswert wie in den Zeiten des imperium romanum mit ihrem Körperkult auf Kosten der geistigen Fähigkeiten. Die sinnentstellende Verkürzung des Zitates, um die Kritik des einseitigen Körperkultes zu einer antiken Rechtfertigung des Sport- und Fitnessunfugs umzuschmieden, sie ist ein Spiegelbild der Zustände, die Juvenals Kritik berechtigt machen und belegt die Nähe jeden Sports zur Dummheit.

Der „saubere“ Sport

Zeitgenosse: Bei der Fußball-WM sind bis jetzt alle Doping-Tests negativ ausgefallen.

Nachtwächter: Der Sport ist sauber, und die Kittel der spezialisierten Sportärzte sind weiß. Bei der Tour de France sind bis jetzt auch alle Doping-Tests negativ ausgefallen.

Boris Beckers Baby

Die Frage, welche Augen- oder Haarfarbe das Baby von Boris Becker hat, interessiert nicht. Das ist die alte Geschichte, die schon Mendel entdeckt hat, mit Überraschungen ist nicht zu rechnen. Viel interessanter ist die Frage, warum die Tittitainment-Medien Glotze und Zeitung diese Frage für so interessant halten, dass mit solcher Nullwertigkeit tote Bäume bestempelt und elektromagnetische Wellen moduliert werden.

Boris Becker hat mit einem komischen Schläger nach Filzbällen geschlagen, und zwar so, dass es im Rahmen der Regeln eines recht langweiligen Sportes als erfolgreich galt. Mehr nicht. Und auch kein bisschen weniger. Aber er war eben Deutscher. Das heißt nicht, dass er auch seine Steuern in der BR Deutschland bezahlt hätte, aber es heißt, dass man den Begriff von „Deutschland“ daran festmachen konnte, damals, als er noch nach gelben Bällchen schug und als dieser Begriff „Deutschland“ noch angeschlagener war. Als er es heute ist. Bevor es Boris Becker gab, hat sich in Deutschland niemand für Tennis interessiert, und selbst ein Turnier wie Wimbledon fand im Fernsehen bestenfalls den Niederschlag einer 20minütigen Zusammenfassung kurz vor den letzten Nachrichten, vielleicht, weil es für die meisten Menschen eben so interessant war wie der damals noch existierende Sendeschluss im Fernsehen. Das änderte sich mit Boris Becker. Auf einmal wurde Tennis in stundenlangen Direktübertragungen in die besten Sendezeiten gepresst, weil ja jemand mitmischte, der aus Deutschland kam und siegen konnte. Und. Obwohl das Betrachten eines sich über Stunden ziehenden Tennismatches etwa so interessant ist, wie es interessant ist, bei einer Runde Monopoly zuzuschauen, saßen auf einmal ganz viele Leute vor der Glotze, wenn Tennis lief. Stundenlang, wie die Idioten, und schauten zu, wie zwei Leute sich auf einem kleinen Platz gegenüberstanden und mit komischen Schlägern nach gelben Bällen schlugen. Sie hatten ja nichts anderes als das, was im flackernden Volksempfänger lief, oft nicht einmal so etwas wie ein eigenes Leben. Und dieser Vorgang wurde emotional mit „Deutschland“ aufgeladen. Die Siege dieses ansonsten völlig uninteressanten Menschen, dessen Redeweise übrigens oft ein bisschen dumm klang, wurden zu deutschen Siegen gemacht. Und. Als solche färbten sie auf das Leben der Marginalisierten in Deutschland ab, selbst noch auf jene sechs frisch aus dem Gefängnis entlassenen Leben, die ich damals oft in ihrem Elend in einem Männerwohnheim am Rande der Stadt und der Gesellschaft besuchte. Stundenlang schauten sie zu, wie Menschen mit komischen Schlägern… ach, ich wiederhole mich. 😉

Hätte er in den damaligen Turnieren nur mittelmäßig gespielt — was angesichts des sportlichen Mitbewerbes bereits Weltklasse gewesen wäre — niemand hätte sich für Boris Becker interessiert, und nur wenige hätten deshalb angefangen, sich mit solch kranker Inbrunst für Tennis zu interessieren. Es wäre auch kein Thema in den Medien geworden, damals nicht und heute immer noch nicht. Wenn eines nicht gewünscht ist, um den Begriff „Deutschland“ damit aufzuladen, denn ist es die Vorstellung von Mittelmäßigkeit. Damals nicht. Und heute immer noch nicht. Es muss immer das Beste, das Größte sein, dieses künstliche, mediale Produkt „Deutschland“. Weltmeister. Oder wenigstens deutlich in die Nähe dieses Begriffes rücken. Damit die Menschen in Deutschland glauben können, dass wenigstens „ihr“ Land etwas Besonderes ist, wenn ihr Leben sich schon jeden Tag als objektiv wertlos erweist. In einem bestimmten Abschnitt der Geschichte der BR Deutschland hat sich Boris Becker als sehr nützliche Figur für diesen kindischen Trockenrausch erwiesen, davor war es eher der Fußball. Um den Sport ist es dabei niemals gegangen, nur um etwas Futter für die leere, beschädigte Hülle „Deutschland“, auf dass sie bis zum Bersten aufgeblasen werde.

Und deshalb ist Boris Becker auch heute noch „interessant“, obwohl er nicht mehr Tennis spielt und sein Gehirn wohl auch nicht nachgewachsen ist. Er ist ein Denkmal der Geschichte der BR Deutschland, und zwar des dümmeren, schlechteren Teiles dieser Geschichte — er steht (unfreiwillig) für die Kontinuität des deutschen Größenwahns und für die Neigung vieler Menschen in der BR Deutschland, sich mit recht künstlich herausgehobenen Produkten des Medienbetriebes zu identifizieren. Und nicht mit ihrem eigenen Leben und mit dem Prozess der gemeinsamen Gestaltung einer erstrebenswerten Lebenswirklichkeit für alle Menschen in der BR Deutschland. Welche Augen- oder Haarfarbe das Baby von Boris Becker hat, das bleibt bei diesem Denkmal aber weiterhin egal wie Achtundachtzig.

Prostitution

Der Vorübergehende musste für ein paar Minuten in der Gegenwart einer Glotze verweilen und das Brüllfernsehen erleiden. Vor fahnenschwenkenden Deppen stand einer, dem die Atemlosigkeit noch anzusehen war, seine Stirn war von einem Markenzeichen gekrönt und seine Brust voller Werbebanner. Er lächelte. So professionell, dass es gar nicht mehr gequält aussah, während er als wichtig verkaufte Belanglosigkeiten von sich gab. Sehr genau wusste er, wie er sich zu präsentieren hatte, damit auch alle seine Aufdrucke in die Kamera passen, in das Auge der Welt. Der Vorübergehende sagte hierzu nur, dass so manche Nutte würdevoller und ehrlicher wirkt.