Tag Archive: Schweigen


Das Ostern der Toten

Sowjetisches Ehrenmal am Maschsee zu Hannover

Während in den Gebäuden jener Kirchen, die bislang noch jeden Krieg und jedes Unrecht zum größten Teile mitgetragen haben, von der Auferstehung und zuweilen gar vom Frieden die Rede ist, schweigen die Toten dazu. Etwas anderes. Bleibt ihnen ja auch nicht übrig.

Foto: Sowjetisches Ehrenmal am Maschsee zu Hannover

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Gleichgültiges Fest

Es ist Sommer. Die Sonne hat keine Wahl und scheint auf nichts Neues. Die Straßen der Stadt sind warm. Die Menschen. Treibt es nach draußen. Da muss ihnen doch etwas geboten werden, damit. Sie nicht zu denken beginnen. Ein rauschendes Fest nach dem anderen wird auf den Straßen und Plätzen Hannovers aufgeführt, mit lärmender Musik und Bier im Plastikbecher, vierunddreißig internationen Pfannen, aus denen es zum Himmel stinkt und Feuerwerk. Und Feuerwerk. Für den Vorübergehenden, den Fühlenden und Denkenden, entsteht der Eindruck einer verzweifelten Riesensause auf einem sinkenden Schiff.

Und wer unter den Menschen sich trotz der vielen vorgestanzten Angebote darauf besinnt, dass er noch etwas selbst machen könnte, wird von der Polizei aufgelöst. Es ist eben nicht alles gleich gültig unter den Bedingungen der totalen Verwirtschaftung. Aber das. Soll den Feiernden gleichgültig bleiben.

Das unmögliche Schweigen

Sobald man nur von einem gedrängt wird und deshalb sagen muss, dass man jetzt „nicht darüber reden will“, hat man bereits darüber geredet…

Schweigsamkeit

Das Schweigen ist nicht immer Zustimmung, schon gar nicht das Schweigen unter den Bedingungen der Gewalt. Von einem Menschen, der mit einem Knebel im Munde zum Schweigen gebracht wurde, kann man einfach nicht erwarten, dass er etwas gegen diese Maßnahme sagt.