Tag Archive: Schule


Computer an der Schule

Das größte „Problem“ bei der Verwendung digitaler Geräte im Schulunterricht ist, dass es für die in der BRD übliche Frontalbeschulung konstituierend ist, dass der Lehrer mehr weiß als die Schüler oder sich zumindest darin versteht, den Schülern gegenüber diesen Eindruck zu erwecken.

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Kompetenzniveau III

Kompetenzniveau III umfasst die Schüler, die mit Hilfestellung Informationen suchen, bearbeiten und einfache Textdokumente erstellen können, mit Hilfestellung! Kompetenzstufe III haben 45,3% der getesteten deutschen Schüler erreicht

Kritische Wissenschaft: Arbeitsdrohnen und Anleiter? – Noch ein Leistungstest bei Schülern

Kultusminister sind diejenigen Mitglieder der classe politique, die mit so einem Ergebnis zufrieden sind — und deshalb wird die Schule auch weiterhin der Ort bleiben, an dem heute die gesellschaftsprägenden Menschen von morgen auf die Herausforderungen von gestern vorbereitet werden. Da fällt es, abgesehen von der Unerfreulichkeit des Ergebnisses, sehr leicht, die Zukuft einer BRD-Gesellschaft abzuschätzen, an deren Schulen nur noch 1,5 Prozent der Achtklässler (die dabei allesamt natürlich bereits einen „Berufswunsch“ entwickelt haben sollen, den sie auch verfolgen) fähig sind, sich unangeleitet aus selbst beschafften und bewerteten Informationen Urteile zu bilden: Es wird eine Gesellschaft von leicht steuerbaren Idioten, denen niemals jemand eine Gebrauchsanleitung für ihr Gehirn mitgegeben hat. Politisch beabsichtigt, geplant und gewünscht. Unter zufriedenem Blick von Kultuspolitikern. Der Letzte macht das Licht aus.

Bitte hier weiterlesen: Meine Wahlempfehlung (für jede Wahl)!

Kurz verlinkt

Es ist also nicht der Glaube an die Demokratie und damit an die Gleichberechtigung der Menschen, der, wie so oft behauptet, den höchsten Wert in unserer westlichen Welt darstellt! Nein, es ist der (Aber-) Glaube an die staatliche Bildungsmaschinerie, die, wie zu Feudalzeiten, die Menschen in unterschiedliche Stände einsortiert

Funkenflug: Über das Mutigste, was ein Jugendlicher heute tun kann – radikale Schulkritik

Was Schule den Kindern beibringt

  1. Wahr ist, was von einer (wenn auch oft lächerlichen) Autorität erzählt wird. Man darf über die Autorität lachen. Es ändert nichts daran, dass es wahr ist.
  2. Intelligenz ist die Fähigkeit, die von Autoritäten erzählte Wahrheit auch im schläfrigen Zustand aufzunehmen, sich an sie zu erinnern und sie auf Anfrage wie eine eigene Erkenntnis wiederzugeben.
  3. Gute Fähigkeiten im Erinnern und Wiedergeben dieser Wahrheit und im Anwenden dieser Wahrheit auf andere Lebensbereiche werden belohnt.
  4. Wer beim Erinnern und Wiedergeben nicht mitmacht oder schwache Leistungen erbringt, wird bestraft.
  5. Jede eigene Kreativität ist bei den Beschulungsfällen unerwünscht und wird vom Lehrkörper in eine geistlose Ödnis gezerrt, in der sie zwangsläufig verhungern muss.
  6. Der mit dieser Unterdrückung von Persönlichkeiten verbundene, gemeinsam erfahrene Druck wird innerhalb der Schüler weitergegeben und landet schließlich mit erheblicher Wucht (und oft offener Gewalt) bei den schwächsten Persönlichkeiten in der Zwangsgemeinschaft der Schule. Der gemeinsam erlebte Druck führt nicht zur Entwicklung von Solidarität.
  7. Für eine von Lehrern und Mitschülern unabgestrafte Zeit ist während der Jahre der Schule weitgehende Anpassung erforderlich, sowohl intellektuell als auch geschmacklich, sprachlich, sozial, musikalisch, künstlerisch, medial, religiös, konsumierend und trivialkulturell.

Die ausgewachseneren Menschen, die durch diese Schule gegangen sind, verdrängen diese Zeit und formen eine so genannte „Gesellschaft“, die das Verdrängte überall reproduziert. Sie bekommen um so mehr Einflussmöglichkeiten im Mitformen dieser Gesellschaft, je besser sie den Anforderungen dieser Schule Genüge getan haben. Und nun etwas Musik

Übrigens: Wenn sie das nächste Mal wählen gehen und ihr Wahllokal eine Schule ist, widerstreben sie doch mal dem Hang zur Verdrängung und schauen sie sich diese Schule ganz genau an! Das hat das Potenzial, mehr an ihrer Wahlentscheidung zu ändern als alle breit aufgebrachte Lüge der politischen Reklame.

Schülerglück

Foto eines Schaufensters einer Apotheke mit Quacksalberei-Produkten, unter anderem den an Eltern von Kindern gerichteten Schülerglück-Tee und Ausgeglichenheits-Tee

Pausenhof

Pausenhof der Bismarckschule in Hannover

Kaum etwas macht die Kälte und Tristesse der staatlichen Schule so deutlich und fühlbar wie der Anblick der Orte, die eigens dafür vorgesehen sind, dass sich die Schüler dort von der Kälte und Tristesse einer Beschulungseinheit erholen sollen.

Die Schule

Mala malus mala mala

„Die Schule“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „du meinst diese Einrichtung, in der die Erwachsenen von morgen auf die ganzen Anforderungen von gestern und — bei diesen unter den Schergen der Gartenzwerge so hochangesehenen altsprachlichen Gymnasien — sogar auf die Anforderungen von vorgestern vorbereitet werden?“

Der Kunstunterricht

Wenn Menschen nach einigen Jahren Kunstunterricht an der Schule genau so viel Kunstfertigkeit und Kunstgeschmack entwickelt haben, wie sie nach ein paar Jahren Englischunterricht an der Schule Sprachfertigkeit und Geschmack in der englischen Sprache oder wie sie nach ein paar Jahren Mathematikunterricht an der Schule Rechenfertigkeit und Geschmack an logischen Strukutren entwickelt haben… ja, dann ist der Kunstunterricht (und ebenso der Musikunterricht) an der Schule wohl die schärfste und tödlichste Waffe gegen jede tiefere Kultur, die man sich nur vorstellen kann.

Amanda Todd

Die Schule ist eine Zwangsgemeinschaft, die nur durch Gewalt zusammengehalten wird und in der diese Gewalt ihre Wege nimmt. Mehr nicht. Und. Schule ist genau so gewünscht, denn ihr einziger Zweck ist es, aus potenziellen Individueen leicht verwertbare Batterien für den betrieblichen Produktionsprozess zu pressen. Mehr nicht. Der Rest sind verlogene Sonntagsreden von Zeitgenossen, die auch sonst diese Sache mit dem Anstand und der Wahrheit nicht so eng sehen.

Von daher ist Mobbing an der Schule nichts Neues, nichts Unbekanntes, und nichts, was von den Autoren der Milliardärspresse (so genannte „Qualitätsjournalisten“) als ein Faktum von Nachrichtenwert betrachtet wird. Allein ich habe in meiner Schulzeit drei Selbstmordversuche erlebt, von denen zwei gelangen. (Alle drei waren nicht appellativ, der dritte, eine Erschießung durch den Mund, scheiterte daran, dass die Kugel nicht die Schädelknochen zum Gehirn durchdrang.) In der Agenda der gegenwärtigen Contentindustrie bekommt tödlich endendes Mobbing erst dann einen Nachrichten-Wert, wenn es sich mit bekannten Internet-Marken wie Facebook, YouTube oder Google verbindet; wenn die Meldung sich dazu eignet, mit möglichst grellen, bewegenden fotografischen und sprachlichen Bildern so nachgerichtet zu werden, dass sich ein Teil der emotionalen (und damit unvernünftigen) Empörung gegen das Internet richten lässt. Was sich als Journalismus tarnt, ist nur eine andere Larve des Mobbings, und die Leute, die es betreiben, sind so erbärmlich, dass sie sich sogar noch an Toten vergreifen, um die Gehirne der Lebenden zu vergewaltigen.

Die Mauern der Schule

Eine Schule

Die Architektur der Schulen ist nach dem Vorbild der Fabrikgebäude gemacht, sie ist auch genau so kalt und monströs wie diese. Wo innerhalb der Mauern der Schule der zugewiesene Platz für die Beschulten sein soll, eine so genannte „Pause“ zu verleben…

Ein Schulhof. Hier sollen die Pausen verlebt werden

…da können auch die wie hilflos hingestreut wirkenden Bäumchen nicht die fressende Tristesse dieses Ortes vergessen machen. Ein offenes Auge an einem Schulgebäude hört mehr über den gesamten Zustand des Bildungssystemes als jeder, der den feierlichen Reden der classe politique von der so unbedingt fördernswerten Bildung als Grundlage der Innovationen, des Fortschrittes und des „Standortes Deutschland“ lauscht. In diesem Kontext hat das Wort vom „Standort“ einen für die so Sprechenden wenig schmeichelhaften, aber doch trefflichen Doppelsinn.

Foto: Schulzentrum Fössefeld, Hannover-Limmer

Erziehung und Schule

Non scholae, sed vitae discimus.

Nachdem die Eltern ihrem Kinde in vielen Jahren und in geduldiger Mühe das Gehen und das Sprechen gelehrt haben, kommt die Schule und bringt dem Kinde in vielen Jahren und stumpfer Frontalunterrichtung das Stillesitzen und das Mundhalten bei.

Mörder, Voyeure und Contentindustrie

Beim so genannten „Amoklauf“ in Winnenden — es handelte sich ja keineswegs um eine rohe, aus dem Augenblick erwachende Wut, wie sie das Wort vom „Amok“ eigentlich verheißt, sondern um die planvolle Tat eines Menschen, der endlich zum Täter werden wollte — hat sich nicht nur der zuvor in seinem Umfelde eher unauffällige Mörder Tim eine Maske vom Gesicht gerissen, die ihn wohl schon lang nicht mehr atmen ließ. Auch die Medien der Contentindustrie haben sich eine Maske vom Gesicht gerissen, diese jedoch eher, um schneller den möglichen Profit verschlingen zu können. Eine fürchterliche Tat wurde für eine Gesellschaft von Voyeuren aufbereitet, so dass der vorübergehend Betrachtende gar nicht weiß, was er grauenhafter finden soll: Die Tat des Täters; die sekundenhektische Berichterstattung derjenigen Schreibtischtäter, die dort den Content herausarbeiten mussten, der die Zuschauer und Leser zur Werbung lockt, wie eine Maus von einem Stück Käse in die Mausefalle gelockt wird; oder aber die Tatsache, dass inzwischen ein großer Teil der Menschen in ihrer Gier nach faszinierendem, kitzelndem Spektakel so kalt geworden ist, dass die Rechnung der Journaille und der vielen Sender mit ihren breaking news auch aufgegangen ist.

Wann immer ein Fühlender und Denkender in den letzten Tagen irgendwo die Worte „breaking news“ flackern sah, wusste er genau: Es handelt sich um ein als „Neuigkeit“ ausgegebenes Nichts, dass seine völlige Unkenntnis jeglicher Fakten hinter starken affektiven Reizmitteln verbergen musste und darin nur noch zum Erbrechen reizt, wenn man seinen Gaumen ernsthaft befragt.

Gar nicht überraschend ist es, dass dieser Medienbetrieb in jede nur mögliche Falle getappt ist, von gefälschten „Chats“, die sich als Imagehosting mit Kommentarfunktion erwiesen und ein reines Produkt der Bildbearbeitung waren bis hin zu jenen als recherchierte Wahrheit ausgegebene Spekulationen über eine stationär behandelte, psychische Krankheit des Mörders. Wo das Stakkato atemloser Aufpeitschung niederer Instinkte zum neuen Zweck eines simulierten Journalismus verkommen ist, da kommen endlich auch ARD, ZDF, Spiegel, ja selbst die vorm spießigen Bildungsbürgertum mit ihrem Staubimage spielende Frankfurter Allgemeine Zeitung dort an, wo die Bildzeitung im Fehlen besserer Absichten — oder doch wenigstens irgendwelcher Vorwände besserer Absichten — gleich begonnen hat. Dem Ruf der Bildzeitung hat es geschadet, dem wirtschaftlichen Erfolg aber keinen Abbruch getan — es ist ein Blatt, das ich immer in die Hand bekomme, wenn ich ein „Lügenblatt“ bestelle; es ist ein Blatt, das kein Feingeistiger und Gebildeter zu lesen zugibt, das sich aber doch jeden Tag massenhaft verkauft und das noch massenhafter gelesen wird, weil es in seinem gedruckten Brüllen kaum zu übersehen ist. Sämtliche gegenwärtigen Massenmedien in der BR Deutschland erziehen ihre Nutzer zum Voyeurismus. Und. Damit zur Verantwortungslosigkeit. Sich selbst und anderen Menschen gegenüber.

Das Wort, dass es sich bei der Presse um eine vierte Gewalt im Staate handele, ist nur zu wahr, denn ohne die medial feilgebotene Spannerei als Surrogat für den Journalismus könnten die Legislative, Jurisdiktive und Exekutive kaum für längere Zeit in jener Menschenverachtung und Korruption erhalten werden, in der sie sich seit zweieinhalb Jahrzehnten befinden. In der Tat. Es handelt sich um eine Gewalt, und zwar um das Spiegelbild der gleichen kalten Gewalt, die sich gerade erst unter großer Aufmerksamkeit dieser Gewaltmedien in einem kalten Mordlauf komprimiert hat. Allerdings wird diese Gewalt eben so wenig in Frage gestellt, wie man erwarten kann, dass einmal jemand nach einem Leben voll vom täglichen Hirnbeiz durch diese Medien die Frage stellen wird, warum die ganzen Mordläufe verzweifelter Jugendlicher in der BR Deutschland mit ermüdender Regelmäßigkeit an einer Schule stattfinden. Jene LAN-Parties, auf denen meist jugendliche Menschen die so genannten „Killerspiele“ spielen — das ist wohl roh genug, so dass sich die Mehrzahl der Menschen damit begnügen kann —  bleiben jedenfalls auffällig von derartigen Exzessen verschont.